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ausgabe 9 sonntag, 24. februar 2008
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Bau Kompetenz München
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Michael Mittermeier: isarbote.de ist sau- unterhaltsam, viele gute Fotos von Events, Themen querbeet >> mehr
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Kinder im Bus – eingepfercht wie Ölsardinen ADAC fordert mehr Geld für Schulbusse und geschulte Begleitpersonen
Schüler müssen sich oft wie Ölsardinen in den Fahrzeugen drängeln, Fahrer stehen unter Zeitdruck und sind deshalb bisweilen viel zu schnell unterwegs und Busse weisen teilweise erhebliche technische Mängel auf. Das ist das Ergebnis des ADAC- Schulbus-Checks, bei dem stichprobenartig der technische Zustand, der sichere Transport und die Kapazität von Schulbussen in Deutschland unter die Lupe genommen wurden. Dass die Platzsituation in Schulbussen oft eine Zumutung ist, erfuhren die ADAC-Tester hautnah bei den 18 Fahrten, die sie in fünf Bundesländern begleiteten. Insgesamt fünf Mal waren die Fahrzeuge hoffnungslos überfüllt, obwohl die zulässige Fahrgastzahl noch gar nicht erreicht war. Richtig gefährlich wird es, wenn die Fahrer aufgrund knapp bemessener Fahrpläne die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschreiten. Nicht nur ein Mal waren die Busse bei den Testfahrten mit mehr als 80 Stundenkilometern unterwegs. Mit stehenden Fahrgästen sind jedoch nur 60 km/h erlaubt. Ein Praxistest zeigte, dass bereits bei 70 bis 80 Prozent der zulässigen Fahrgastzahl die zumutbare Obergrenze erreicht ist. Dabei wurde überprüft, ob genau so viele Kinder sicher in einem Bus Platz finden wie vom Gesetzgeber zugelassen. Als alle 148 zulässigen Kinder den Bus – wie im Alltag üblich – stürmten, mussten schließlich neun wegen Überfüllung draußen bleiben. Laut ADAC bleibt bei der Ermittlung der Kapazität unberücksichtigt, dass Kinder samt Schultaschen in den Bus passen müssen. Das Ergebnis der technischen Überprüfung in sieben Bundesländern bestätigt zwar nicht die landläufige Meinung, dass für den Schülertransport nur alte Busse eingesetzt werden. Dennoch wurden bei sieben von 141 überprüften Bussen erhebliche technische Mängel festgestellt. Drei Busse wurden als nicht betriebssicher eingestuft und aus dem Verkehr gezogen. Die häufigsten Mankos waren verschlissene und beschädigte Reifen sowie Defekte an Bremssystem, Lenkung und Karosserie. Zudem gaben fehlende zusätzliche Außenspiegel und Schulbus-Schilder Anlass zur Kritik. Um die Platzsituation und die Sicherheit für Schulkinder zu verbessern, fordert der ADAC mehr Geld für Schulbusse, eine geringere Auslastung, besser abgestimmte Fahrpläne und geschulte Busbegleiter. Weitere Informationen zum ADAC Schulbus-Check finden Sie unter www.adac.de.
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Die milden Temperaturen im Sommer und Winter 2007 haben den ADAC Straßenwachtfahrern in Bayern weniger Einsätze beschert. Zusammen mit ADAC Straßendienstpartnern rückten sie insgesamt 490 902-mal aus. Jeder dritte Notruf wurde wegen einer defekten oder entladenen Batterie abgesetzt. Foto: ADAC
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ADAC Straßenwachtbilanz für Bayern 2007 Wettergott entlastet Gelbe Engel
Der Aufwärtstrend ist gestoppt. Erstmals seit Jahren gingen 2007 die Einsätze der ADAC Straßenwacht in Bayern leicht zurück. Grund dafür waren die milden Temperaturen im Sommer und der ungewöhnlich warme Winter. Die Zahl der Notrufe sank um drei Prozent von über einer halben Million im Jahr 2006 auf 490 902. Im Tagesdurchschnitt rückten die 245 bayerischen ADAC Straßenwachtfahrer und die ADAC Straßendienstpartner 1349-mal aus, um liegen gebliebene Fahrzeuge wieder flott zu machen. Auch deutschlandweit gab es mit 3,81 Millionen Pannen ein leichtes Minus von zwei Prozent (Vorjahr: 3,88 Millionen). Alle 8,3 Sekunden klingelte in den ADAC-Einsatzzentralen das Telefon, pro Tag wurden im Durchschnitt 10 400 Notrufe bearbeitet. Der Jahresrekord wurde am 21. Dezember 2007 erreicht, als wegen Kälte, Eis und Schnee 17 549 Autofahrer die zentrale Hilfenummer 22 22 22 wählten. Erfreulich für die Betroffenen: In 83,5 Prozent aller Fälle wurde der Schaden vor Ort behoben und die Weiterfahrt ermöglicht. 859 440-mal leisteten die ADAC-Straßenwachtfahrer wegen einer defekten oder entladenen Batterie Starthilfe. Entgegen dem Trend ist diese Zahl gegenüber dem Vorjahr (849 664) sogar leicht angestiegen. Damit blieb die Batterie mit 33 Prozent erneut die häufigste Pannenursache. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Reifenschäden (128 738) und defekte Generatoren (109 208). Der Autoanlasser stockte 77 404-mal, die Kraftstoffpumpe machte 60 676-mal schlapp und in 51 123 Fällen streikte der Motor. Auffällig trotz allgemein sinkendem Pannenaufkommen sperrten sich 110 497 Personen aus Unachtsamkeit aus dem Auto aus, 5355 mehr als im Vorjahr. 38 419 Pechvögel hatten vergessen, rechtzeitig eine Tankstelle anzusteuern (2006: 38 057). Abgenommen hat hingegen die Zahl der Fahrzeugbrände von 112 auf 72. Insgesamt legten die 1731 ADAC-Straßenwachtfahrer im Jahr 2007 über 59 Millionen Kilometer zurück. Pro Tag umrundeten die Gelben Engel damit rund vier Mal die Erde. Der ADAC gewährleistet an 365 Tagen im Jahr Pannenhilfe rund um die Uhr. In Deutschland ist die ADAC-Straßenwacht von jedem Festnetz-Anschluss aus unter der Rufnummer 01802/ 22 22 22 und per Handy über die Kurzwahl 22 22 22 erreichbar. Aus dem Ausland wählen betroffene Autofahrer +49 89 22 22 22 oder direkt die Auslandsnotrufstationen zum Beispiel in Italien unter der Rufnummer 02 66 15 91 oder für Frankreich die Hotline 04 72 17 12 22. Weitere Informationen zur ADAC-Pannehilfe gibt es im Internet unter www.adac.de/mitgliedschaft_leistungen.
„Meine beste Absicherung ist der Stau“ Interview mit ADAC Straßendienstpartner Michael Kemény, wie man sich bei einer Panne verhält
Michael Kemény aus Landsberg a. Lech, seit 1994 Inhaber eines Pannen- und Abschleppdienstes sowie seit 1998 ADAC Straßendienstpartner, ist immer zur Stelle, wenn es auf dem ca. 80 Kilometer langen Autobahnabschnitt auf der A 96 zwischen den Anschlussstellen Inning und Mindelheim zu einer Panne oder einem Unfall kommt. In den letzten 14 Jahren musste der Familienvater vielfach miterleben, wie vermeintlich harmlose Situationen durch fehlende Sicherheitsvorkehrungen oder falsche Absicherung der Pannenstelle in einem Schreckensszenario endeten. Kemény hat daraus die Konsequenzen gezogen: Er hat sich voll dem Thema Sicherheit verschrieben, seine gesamte Firmenphilosophie darauf ausgerichtet. Der Experte erklärt, warum das Vorwarnen das wichtigste ist.
Warum passieren immer wieder solche dramatische Situationen? Viele der Pannenfahrer als auch der nachfolgenden Autofahrer sind sich der Gefahr einfach nicht bewusst. Bei einem Warndreieck oder Leuchtsignal gibt es nur eins: Allerhöchste Vorsicht, egal ob bei einer Panne, einem Unfall, Stau oder einer Baustelle! Das ist leider nicht der Fall. Wenn es auf der Straße nicht so schnell vorwärts geht wie gewünscht, fehlt oft die Geduld. Rechts geblinkt, raus auf den Standstreifen und am Stau vorbeipreschen, so gehen leider immer wieder Autofahrer lästigen Verzögerungen aus dem Weg. Wenn dann ein Rettungs- oder Einsatzfahrzeug auf dem Pannenstreifen „im Weg steht“, hilft nur noch ein guter Schutzengel.
Ist Ihnen ein Einsatz besonders im Gedächtnis geblieben? Vor vier Jahren wurden wir zu einer Motorradpanne auf der A 96 gerufen. Wir luden gerade die schwere Maschine auf den Schlepper, als ein Autofahrer unseren Zweit-Einsatzwagen, den wir immer zur Absicherung vor dem Abschleppwagen abgestellt hatten, rammte. Zum Glück sind wir in dem Moment alle drei Personen in sicherer Höhe auf dem Schlepper gestanden.
Wie konnte das passieren, war die Stelle schlecht gesichert? Im Gegenteil: Die Pannenstelle war gut sichtbar und auch das Warnlicht unseres Schleppers hätte den Autofahrer warnen müssen. Das ist ein psychologisches Phänomen, das leider immer wieder passiert: Man steuert unbewusst genau darauf zu, wo man hinschaut. In unserem Fall war das ausgerechnet das Pannenfahrzeug. Im gleichen Jahr entging ich zudem nur knapp einem schweren Unfall, als ich bei einer Pannenhilfe bei Landsberg von einem vorbeifahrenden Auto mit dessen Außenspiegel einen heftigen Schlag am Arm versetzt bekam.
Wie gehen Sie mit der Gefahr um? Sicherheit steht bei uns an erster Stelle, denn ich will jeden Abend gesund bei meiner Familie ankommen: Darum sind wir immer mit zwei Fahrzeugen im Einsatz. Ein Abschleppwagen und ein „Vorwarner“, der den Verkehr runterdrosselt und somit die Gefahr entschärft. In den allermeisten Fällen hat sich dieses System gut bewährt. Zudem sind meine Fahrzeuge mit LED-Beleuchtung ausgerüstet, die auf die jeweilige Situation hinweist. Für uns Helfer ist es immer die sicherste Situation, wenn der Verkehr stockt. Denn der Stau ist meine beste Absicherung. Nicht zu vergessen ist eine ausreichende Sicherheitsbekleidung. Wer glaubt, eine Warnweste reicht, irrt gewaltig.
Wie kann man sich als Autofahrer schützen? Bevor man aus dem auf den Pannenstreifen abgestellten Fahrzeug aussteigt, muss ein klarer Kopf bewahrt werden. Nach dem Verlassen des Autos ist das Tragen einer Warnweste das A und O – alles andere ist Lebensgefährlich! Leider ist es in Deutschland noch nicht zur Pflicht geworden. Ist das Warndreieck aufgestellt und die Warnblinkanlage eingeschaltet, sollte man sich schnellstmöglich hinter der Leitplanke in Sicherheit bringen und einige Meter zurücklaufen. Denn man unterschätzt den Sog der vorbeirauschenden Fahrzeuge, gerade Lkws sind beim Aussteigen äußerst gefährlich. Auf keinem Fall im Auto warten bis Hilfe kommt. Auch wenn es noch so kalt ist und man lieber im warmen Auto warten würde. Für solche Fälle sollte man immer eine warme Decke/ Jacke oder eine Isolierfolie im Kofferraum haben, Sommer wie Winter. Bei Pannen in Dunkelheit sollte nur die Warnblinkanlage, nicht zusätzlich das Abblendlicht eingeschaltet sein, denn die zusätzliche Lichtquelle vermindert die Wirkung, zudem wird unnütz Strom verbraucht.
Was müssen die nachfolgenden Verkehrsteilnehmer beachten? Da steht die Rücksicht an erster Stelle. Auf alle Fälle runter mit der Geschwindigkeit. Wenn es der Verkehrsfluss zulässt, sofort auf die andere Fahrbahn wechseln und großräumig die Pannenstelle umfahren.
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Werbung am Auto ADAC warnt vor unseriösen Anbietern
Spritpreise auf Rekord-Niveau und die gekürzte Pendlerpauschale drücken heftig auf den Geldbeutel der Autofahrer. Dies nutzen unseriöse Vermittler, um mit einem scheinbar lukrativen Angebot die hohen Mobilitätskosten zu drücken. Wer sein Auto als rollende Werbefläche zur Verfügung stellt, bekommt dafür bis zu 350 Euro im Monat, versprechen die zumeist im Internet agierende Firmen. Der ADAC warnt: Finger weg von diesen Geschäften. Unseriöse Agenturen gehen meist nach derselben Strategie vor: Um einen Werbevertrag zu bekommen, müssen potenzielle Kunden mit bis zu 80 Euro in Vorleistung gehen. Die Agentur verspricht, dafür den Interessenten in eine Datenbank aufzunehmen, die werbeinteressierte Firmen nutzen. Diese sollen sich dann mit dem Autobesitzer in Verbindung setzen. Der Haken: Die erfolgreiche Vermittlung der Werbeflächen wird nicht garantiert und der Kunde kann schlecht überprüfen, ob sich der Vermittler tatsächlich für ihn einsetzt. In den meisten Fällen bleiben Werbeverträge aus und die Vorleistung wird nicht zurückgezahlt. Die ADAC Rechtsexperten raten daher vor einem Vertragsabschluss die Geschäftsbedingungen des Anbieters genau zu prüfen. Die Vermittlung muss garantiert sein, erst danach wird bezahlt. Seriöse Agenturen, die beispielsweise auch für das Taxigewerbe tätig sind, schließen direkt Verträge mit den Kunden ab ohne ein Vorleistung zu fordern. In den Vertragsbedingungen muss zudem eine schriftliche Kündigungsklausel vorhanden sein, die garantiert, dass man beispielsweise beim Verkauf des Fahrzeuges rechtzeitig zurücktreten kann.
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ADAC fordert Pflicht-Training für Fahranfänger Vorbild Österreich: Jeder vierte Unfall eines Neulings wird vermieden
Ein Beispiel, wie die Unfallzahlen junger Fahranfänger nachhaltig gesenkt werden können, gibt Österreich. „Seit Einführung von verpflichtenden Fahrsicherheitstrainings im ersten Praxisjahr ist dort die Zahl der Unfälle von Fahranfängern kontinuierlich zurückgegangen“, resümiert Alois Ortner, Vorstand für Verkehr und Umwelt des ADAC Südbayern. Die Bilanz nach fünf Jahren: Durch die so genannte Mehrphasen-Fahrausbildung sank die Unfallquote im Durchschnitt um 28 Prozent. In der Risikogruppe der männlichen Fahranfänger wurde sogar jeder dritte Unfall vermieden. Nach Angaben des österreichischen Automobilclubs ÖAMTC konnten so Unfallfolgekosten von mehr als 300 Millionen Euro eingespart werden. Auch hierzulande sind Fahranfänger im Alter zwischen 18 und 25 Jahren noch lange keine Meister am Steuer und stark gefährdet. Das verdeutlicht die Unfallstatistik des Bayerischen Innenministeriums. Im Jahr 2006 gingen allein im Freistaat mehr als 2600 Unfälle auf das Konto dieser Altersgruppe. Knapp 3000 Personen wurden dabei schwer verletzt, 231 starben. Die österreichische Mehrphasen-Fahrausbildung beginnt nach bestandener Führerscheinprüfung. Im Rahmen einer Perfektionsfahrt im Straßenverkehr wird das Verhalten des Fahranfängers von einem Fahrlehrer getestet. Ein Fahrsicherheitstraining sowie eine zweite Perfektionsfahrt schließt die obligatorische Zusatzausbildung ab. Durch verbesserte Lehrmittel und Kooperationen mit Versicherungen wurde der Führerschein dadurch nicht teurer. Über 340 000 Fahranfänger haben bislang teilgenommen und „die Trainingsfahrten haben einen sehr positiven Effekt auf das Fahrverhalten der Neulinge“, resümiert Franz Wurz, Leiter der ÖAMTC-Fahrsicherheit. Der Erfolg des österreichischen Systems findet europaweit Anhänger und Nachahmer. Litauen hat diese Form der Fahrausbildung bereits kopiert, Slowenien und Kroatien wollen nachziehen. „Unfallvermeidung muss gerade bei Fahranfängern höchste Priorität haben. Wir fordern daher die Einführung verpflichtender Fahrsicherheitstrainings nach dem Vorbild Österreichs auch in Deutschland. Nur so können wir wirksam und erfolgreich etwas gegen das hohe Unfallrisiko junger Autofahrer tun“, appelliert ADAC-Vorstand Alois Ortner.
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Rettungsflüge leistete der am städtischen Krankenhaus München-Harlaching stationierte ADAC-Rettungshubschrauber „Christoph 1“ im vergangenen Jahr. Das Einsatzaufkommen nahm im Vergleich zu 2006 um 5,2 Prozent ab. Foto: ADAC
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Etwas weniger Einsätze für „Christoph 1“ Bilanz 2007: 1452 Alarmierungen für Münchner ADAC- Rettungshubschrauber – Weniger Alarme in Skigebieten
Im vergangenen Jahr leistete der am städtischen Krankenhaus München-Harlaching stationierte ADAC-Rettungshubschrauber „Christoph 1“ 1452 Rettungsflüge. Damit nahm das Einsatzaufkommen im Vergleich zu 2006 mit 1546 Starts um 5,2 Prozent ab. Insgesamt betreuten die Einsatzkräfte mit ihrer Maschine vom Typ BK 117 1236 Patienten. Die Münchner Einsatzzahlen liegen entgegen dem bundesweiten Trend. Mit 42 206 Rettungsflügen und 36 500 Patienten meldet die ADAC-Luftrettung einen neuen Einsatzrekord (6,8 Prozent mehr als im Vorjahr). Der Hauptgrund für das erhöhte Einsatzaufkommen war der milde Winter 2006/2007 sowie die ungewohnt hohen Temperaturen im Frühjahr 2007. Für die Münchner Crew um Stationsleiter Erhard Keil hatte das milde Wetter zur Folge, dass vor allem die Einsätze in den Skigebieten zurückgingen. In 1166 so genannten Primäreinsätzen (80 Prozent) war „Christoph 1“ Notarztzubringer oder führte den schnellen Transport akut Erkrankter oder Verletzter in eine Fachklinik durch. Die Zahl der Sekundärtransporte sank im Vorjahr von 96 auf 64, bei denen ein Patient von einem Krankenhaus niedrigerer Versorgungsstufe in eine Spezialklinik mit erweiterten Therapiemöglichkeiten geflogen wurde (4,3 Prozent). 222 Alarmierungen stellten sich als Fehleinsätze heraus. Bei über der Hälfte aller Einsätze im Bundesgebiet handelte es sich um internistische Notfälle wie akute Herzerkrankungen oder Schlaganfälle (58 Prozent). Der zweithäufigste Anforderungsgrund für die ADAC-Hubschrauber waren Verkehrsunfälle (16 Prozent). Bei mehr als 15 Prozent aller Einsätze wurden die Gelben Engel zu Unfällen gerufen, die sich bei der Arbeit, in der Freizeit oder im häuslichen Umfeld ereigneten. In einem Radius von rund 70 Kilometern um die Landeshauptstadt wird „Christoph 1“ zu Rettungseinsätzen alarmiert. Dazu gehören die Städte Augsburg, Landshut und Rosenheim sowie die Autobahnabschnitte, die innerhalb des Städtedreiecks liegen. Als einer von drei Rettungshubschraubern bundesweit ist die Maschine seit 1994 mit einer Rettungs-winde ausgerüstet. Dadurch kann sich die Crew in unwegsames Gelände, im Gebirge, über Gewässern, Wäldern oder eng bebauten Stadtgebieten präzise über dem Einsatzort abseilen. Nach medizinischer Versorgung wird der Patient in einem speziellen Bergesack an Bord gehievt und schnellst möglich in eine geeignete Fachklinik transportiert. „Christoph 1“ ist von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang über die Notrufnummer 112 der integrierten Leitstelle München zu erreichen. Außerhalb von Stadt und Landkreis München gilt die zentrale Notrufnummer 19 222. Mit einer länderübergreifenden Erfassung von Unfalldaten will der ADAC mit seinen Nachbarclubs künftig Weiterentwicklungen im Automobil- und Straßenbau analysieren und anregen. Eingebunden sind Luftrettungsstationen in Deutschland und Österreich sowie in Holland und Spanien. Der Münchner Standort liefert sei der Entstehung des Pilotprojektes vor drei Jahren wichtige Daten. Mit Foto-Aufnahmen vom Boden und aus der Luft sowie der Analyse der Unfallprotokolle versprechen sich die Forscher maßgebliche Erkenntnisse zu Unfallursachen und -folgen. Ziel ist es unter anderem mit den so gewonnenen Daten Rückschlüsse über die Wirksamkeit von elektronischen Sicherheitssystemen im Auto wie ABS oder ESP zu gewinnen.
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Medikamente im Straßenverkehr sind gefährlich für den, der sie nimmt und andere. Um Nebenwirkungen am Steuer zu vermeiden, empfiehlt der ADAC, sich vor einer Autofahrt über verkehrstaugliche Mittel bei Arzt oder Apotheker zu informieren. Foto: Bayerischer Apothekerverband
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Keine Wirkung ohne Nebenwirkung ADAC: Bei jedem vierten Verkehrsunfall spielen Medikamente eine Rolle
Sie kommt, aber keiner will sie: In der kalten Jahreszeit sind Erkältungskrankheiten ein ständiger Begleiter. Um dennoch in Beruf und Freizeit fit zu sein, greift man zu Tabletten, Tropfen oder Zäpfchen. Doch keine Wirkung ohne Nebenwirkung, warnt der ADAC. Viele Grippemittel vermindern wegen der darin enthaltenen Wirkstoffe die Leistungsfähigkeit und das Reaktionsvermögen am Steuer, das Unfallrisiko steigt. Ob erkältet oder chronisch krank, die Zahl der unter dem Einfluss von Medikamenten stehenden Fahrer nimmt stetig zu. Mit gravierenden Folgen: Bei jedem vierten Verkehrsunfall spielt die Einnahme von Tabletten und Co direkt oder indirekt eine Rolle. „Wer durch Medikamente am Steuer auffällig wird, muss neben dem Einzug der Fahrerlaubnis auch mit einer Geldbuße von 250 Euro, vier Punkten in Flensburg und einem Monat Fahrverbot rechnen. Bei Nachweis von Arzneien als Unfallursache erlischt zudem der Kaskoschutz der Kfz-Versicherung“, warnt ADAC-Verkehrsexperte Josef Maurus. Der ADAC sagt, was man bei Einnahme von Medikamenten beachten sollte: - Medikamente nie gleichzeitig mit Alkohol einnehmen. Diese gefährliche Kombination dämpft das zentrale Nervensystem und hemmt den Abbau der Medikamente, die Wirkungsdauer sowie -kraft erhöht sich. - Vor der Autofahrt aufmerksam die Packungsbeilage lesen, Informationen über verkehrstaugliche Mittel gibt es beim Arzt oder Apotheker. - Bei Warnzeichen für eingeschränkte Fahrtüchtigkeit wie Schwindelgefühle, Benommenheit oder Anfall von Müdigkeit gilt: Hände weg vom Steuer. - Ein generelles Fahrverbot gilt in den ersten 24 Stunden nach einer Narkose – auch bei einer ambulanten Behandlung – sowie nach einer Pupillenerweiterung in Folge einer Augenuntersuchung. Sind starke Schmerzmedikamente auf Morphin- oder Opioid-Basis im Spiel, ist dringend von einer Autofahrt abzuraten. - Medikamente nicht selbständig absetzen. Der Eindruck, ohne Arzneien fahrtüchtiger zu sein, täuscht. Beispielsweise reduzieren akute Schmerzen oder Fieber die Konzentration enorm. Umfassende Informationen zum Thema gibt die ADAC-Broschüre „Medikamente im Straßenverkehr“. Sie ist gratis in allen ADAC Service Centern erhältlich.
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