|
|
Launenhaft Frauen sind launisch. Männer aber auch. Dann darf ich ja wohl auch mal launisch sein, oder?
Was ist denn bitte schlimm daran, wenn man mal einen Tag lang motzt?
Schlimm wird’s erst, wenn man nicht mehr sagen kann, warum man schlecht gelaunt ist. Normalerweise hilft essen – zumindest bei mir. An launischen Tagen allerdings nicht. Dann bin ich schlecht gelaunt, weil ich nur mit mästen glücklich werden kann, oder was? Dann bin ich eben heute ins Fitnessstudio gegangen, danach war ich schlecht gelaunt, weil ich immer noch Hunger hatte und immer noch fett war. Und meine Freundinnen seh ich irgendwie auch kaum noch. Weil wir alle immer nie Zeit haben für einander. Nerv! Außerdem hab ich schon ewig keine Kolumne mehr geschrieben, weil mir einfach nichts einfiel. Hebt die Laune nicht grad beachtlich. Meine Freundin hat sich nen Muskel gerissen und jammert rum. Die andere jammert, weil sich der Typ nicht meldet, mit dem sie sich so gerne treffen würde. Die dritte im Bunde überlegt, sich zu trennen. Geht’s eigentlich noch? Mädels! Ich beschließe meine Mädels in ein Auto zu packen und abzurauschen. Ist zwar schon spät, eigentlich schon zu spät – aber egal. Manchmal muss man eben einen drauf machen – zumindest dann wenns nötig ist. Und das ist definitiv ein Frusttag – da braucht man einfach Ablenkung. Ich plane einen Ausflug zur Isar. Eine Flasche Wein, gute Freunde und der Flaucher. Besser geht’s nicht. Also wir ab ins Auto. Auf dem Weg aus dem Haus finde ich meinen Autoschlüssel nicht. Das gibt’s doch nicht! Ich suche überall, auch unter der Coach, bücke mich, stehe wieder auf und finde nichts als eine Beule an meinem Kopf. Denn als ich wieder aufkomme, knallt mein Kopf an den Coachtisch. Flüche folgen nun, die ich hier nicht weiter ausbreiten möchte. Dann hab ich wenigstens mein Schlüssel gefunden, noch schnell ein Schluck Saft, der natürlich auf die Bluse tropft und los kanns gehen. Mein Auto springt erst nicht an, tausend Vögel haben mir leider aufs Auto gemacht und auf einmal quietscht mein Lenkrad. Die Mädels abgeholt und plötzlich geht das Gegacker los. Alles auf einmal vergessen. Selten so gelacht. Super Abend! Launen sind super. Die bringen einen meist zurück zu den Freunden, und zurück zur Kolumne – zumindest wenn mans richtig macht. Also so liebe ich meine Launen ... juhu ...
Gefühlssache Es gab schon dutzende Abendessen, dutzende Cocktails, dutzende Abendessen und Telefonate. Aber über das andere Geschlecht geht uns nie das Thema aus. Und die seltsame Feststellung meinerseits: Egal wie selbstbewusst die Menschen sind, wenn es um die Liebe geht, verlieren die meisten den Glauben an sich selbst.
Wieso lassen die Menschen sich in Sachen Lieben eigentlich immer in die Defensive drängen?
Wir lernen jemanden kennen der uns gefällt und schon ist es um uns geschehen! Geht es den Jungs eigentlich auch so?? Es kommt ja oft genug vor, dass auch wir uns mal ausführen lassen und dann leider feststellen, dass das Date leider nicht in Frage kommt. Aus welchen Gründen auch immer. Und wenn uns der Typ dann trotzdem hinterher läuft, dann wird er nicht interessanter, sondern unmännlich. Und wenn er nichts macht, dann ist er schon vergessen. Wenn er sich also in uns verguckt hat, dann hat er gelitten, wenn wir nicht wollen. Umgekehrt allerdings genauso. Verliebt sein ist beknackt, wenn ich das mal so feststellen darf. Zumindest immer dann, wenn nicht zwei Personen gleichzeitig ineinander verliebt sind. Oder wenn man sich nicht sicher ist, ob der andere auch in einen verliebt ist, dann ist verliebt sein auch beknackt. Und ich weiß sogar, woran man erkennt, ob jemand in einen verliebt ist. Das ist nämlich ne ganz offensichtliche Sache. Wenn die Person in der Nähe von einem selbst sein möchte und auch alles Mögliche anstellt, um in der Nähe zu sein. Wenn sie sich für die Dinge interessiert, die man im Leben so anstellt. Wenn man telefoniert oder sich smsen schickt. Wenn man grinsen muss, wenn man sich sieht. Wenn die verliebte Person von einem vor anderen erzählt, und man das selbst auch noch mitbekommt. Doch wie verhält man sich, wenn man selbst verliebt ist und einer Person begegnet, die sich ebenfalls verliebt verhält? Man verhält sich traurig. Echt wahr. Man nimmt es nämlich selbst ganz anders wahr. Jedes Wort wird auf die Goldwaage gelegt. Jeder Nasenrümpfer ernst genommen. Jede Stunde, die vergeht und in der keine sms geschrieben wird, ist eine schlechte Stunde. Jeder Tag, der vergeht, in der nicht die Verliebtheit aus den Augen springt, ist ein schlechter Tag. Wer verliebt ist, fällt dummerweise oft in Verhaltensweisen aus der Pubertät zurück: Von Himmel hoch jauchzend zu Tode betrübt! Alle Minute wird auf das Handy geschaut. Kommt keine sms, ist die Stimmung so ziemlich unter Null. Kommt sie endlich, ist die Welt rosarot. Und selbst wenn er oder sie sich meldet, wird man wahnsinnig, wenn drei Stunden vergehen, in der keine sms mehr kommt. Wahnsinn! Wieso können wir solche Gefühle nicht genießen? Die Ungewissheit. Der erste Kuss. Die Verlegenheit danach. Die Tage und Wochen, wie sie dahin schweben, bevor man sich sicher ist, wie es weiter läuft. Bevor klar ist, ob man zusammen kommt oder nicht. Weil alle schon zu viele so schlechte Erfahrungen gemacht haben? Ist ja traurig. Wir kommen zwar erst so richtig in den Winter, aber scheiß drauf, wenn Frühlingsgefühle angesagt sind, dann sollte man sie genießen wie sie kommen. Aber wer traut sich noch sich fallen zu lassen? Doch trau dich! Wenn alles darauf hindeutet, dass er dich mag, dann lass dich mal für ne Zeit lang gehen. Denk nicht ständig darüber nach. Lies nicht immer wieder die gleichen smsen und werte sie nicht ständig neu. Vertrau dem Gefühl. Denn selbst wenn es nichts wird, was hast du dann verloren? Nichts. Du hast nur gewonnen. Eine wunderbar aufregende Zeit und die Erkenntnis, dass er oder sie es nicht war und dass dir die Zeit irgendwann wieder bevorsteht – und irgendwann ist es die richtige Person. Wäre doch schade, eben dieser von tränenreichen Versuchen erzählen zu müssen. Willst du nicht sagen, du hast einige wunderbare Begegnungen gehabt – aber all diese verblassen gegen ihn?! Lieben bedeutet leben – selbst wenn es nicht die Liebe für immer ist. Genieße und lass die Schmetterlinge frei – denn für dich ist vielleicht schon Frühling.
Für meine wundervolle Freundin. Also mach dich locker ... :-)
Mutterglück Wenn eine Frau ein Kind bekommt, dann wird sie nicht nur einfach Mama. Dann hat sie eine Lebensaufgabe. Das mein ich so wie ich es sage: Lebensaufgabe! Das bedeutet im Klartext: Man muss eigentlich ewig viel Geld zahlen – und darf sein Leben lang die Kinder rumerziehen. Immer! Für immer!
Bleibt eine Mutter immer Mutter?
Ja! Mütter bleiben Mütter. Und Kinder für immer Kinder. Und wenn man, wie ich, eine Tochter ist, dann bleibt man für immer Tochter – und geplagt. Kurze Erklärung: Ich komme wie ein artiges Kind, das ich bin, nach Hause zu Weihnachten. Ich bringe drei große Waschkörbe mit. Meine Waschmaschine hat leider grad nen Knacks weg. Geschickt wie ich bin und mit jahrelanger Erfahrung als Tochter sage ich: „Mum, das musst du nicht machen – keine Angst! Ich wasch schon selbst. Ich brauch nur die Maschine!“ Aber da sie natürlich Mutter ist, kann sie es nicht lassen – und wäscht. Haha – perfekt! Denn gebügelt wird die Wäsche gleich auch noch. Super! Allerdings hat der Mutterinstinkt nicht nur Gutes für mich. Kaum zu Hause angekommen bekomm auch ich was vom Weihnachtsstress ab. Ich hab noch nicht mal ausgepackt, da soll ich noch schnell staubsaugen. Also bitte! Erstens wohne ich doch gar nicht mehr dort. Ich bin also zweitens Gast. Und drittens frage ich mich, ob ein Sohn das auch tun muss?? Bei Töchtern hab ich irgendwie immer das Gefühl, sie müssten immer helfen. Beim Tisch decken, mit Einkaufen gehen, Staubsaugen usw. Meine männlichen Freunde mussten das schon nicht mehr machen, seit sie 15 waren. Ich bin 25! Aber gut, staubsauge ich halt. Am heiligen Abend treff ich mich noch mit alten Freunden. O-Ton meiner Mutter: „So spät willst du noch weg gehen?“, „Aber bleib nicht so lange!“, „Trink nicht so viel!“, „Fahr nicht mehr Auto heute – es soll glatt werden!“ Ist meiner Mutter eigentlich bewusst, dass ich seit Jahren nicht mehr zu Hause wohne?? Der Zug ist abgefahren. Da gibt’s nichts mehr zu erziehen. Aber sie können es nicht lassen. Am 1. Weihnachtsfeiertag wird groß gekocht und ich hau rein was das Zeug her hält. Ein Nachteil des alleine Lebens ist nämlich, dass es selten solche Menüs auf dem Tisch gibt, wenngleich auch niemand sagt, ich solle früh wieder zu Hause sein. Meine Mutter schaut mich nach dem 3. Nachschlag schon mahnend an: „Iss nicht soviel. Nachher ist dir schlecht!“ Weiß ich. War schon immer so. Ich wollte eigentlich auch schon aufhören. Aber allein schon aus Trotz hab ich mir noch nen Teller drauf gehauen. Meine Mutter kennt mich mittlerweile allerdings auch schon gut genug. Sie hat sich fast totgelacht, als mir die Knödel und das Fleisch schon fast wieder zu den Ohren rauskamen. Aber aufhören zu essen war nicht machbar. Dann hätte sie ja Recht gehabt! Keine Ahnung. 25 Jahre alt und immer noch trotzig wie Kind! Am nächsten Tag komme ich in die Küche, als meine Oma gerade meiner Mutter vorträgt, sie solle doch nicht immer gleich die Spülmaschine einschalten. Es würde doch reichen sie einzuschalten, wenn sie ganz voll ist. Meine Mutter versucht sich zu rechtfertigen und sagt, sie hätte nun mal keine Zeit, die Teller mit der Hand abzuwaschen. Und keine Lust. Dafür hätte sie doch schließlich eine Spülmaschine! Ich öffne einen Orangensaft und meine Mutter erklärt nun ihrerseits, dass ich nicht immer neue Flaschen öffnen sollte. Ob ich denn geschaut hätte, ob noch einer offen ist. Hatte ich natürlich nicht. Meine Mutter meinte dann gleich, wenn ich immer so verschwenderisch wäre, sei es auch kein Wunder, dass ich nie Geld hätte. Ich bin dann grinsend gegangen. Wo ist bitte meine Tochter – der hab ich einiges zu erzählen!!!!
Weihnachtswirrwarr Es ist kaum zu glauben:
Ist denn tatsächlich schon wieder Weihnachten??
Boah, wie die Zeit vergeht. Aber wie konnte man auch Weihnachten erwarten, wenn die Sonne brennt und es 13 Grad Plus hat?! Muss man sich, nebenbei bemerkt, eigentlich Sorgen um globale Erwärmung machen? Egal, Weihnachten ist trotzdem da. Natürlich war ich auch in diesem Jahr wieder auf zahlreichen Weihnachtsmärkten. Eigentlich war ich genauer gesagt auf allen. Man muss ja die kulinarischen Köstlichkeiten objektiv betrachten. Hinzu der Glühwein. Wobei der irgendwie bei frühlingshaften Temperaturen nicht wirkt. Überhaupt, es kommt mir persönlich vor wie im Frühling und nicht wie an Weihnachten. Wir haben strahlend blauen Himmel, der zum Spazieren einlädt. Also haben mein Hund und ich das gemacht. Und weils so nett ist draußen, wider Erwarten um die Jahreszeit, habe ich mir gedacht, da kann man sich nachts ja auch noch den Sternenhimmel angucken und bin die letzten Wochen um die Häuser gezogen. Schließlich standen auch eine ganze Menge Weihnachtsfeiern an. Ich weiß zwar nicht, ob ich jetzt nur für mich und mein Umfeld sprechen kann, aber die waren heuer wenig weihnachtlich. Karaoke gabs, Glühwein, nachdem sich jeder erst mal entkleiden musste, weils zu heiß war, und ausgelassen Stimmung. Plätzchen gabs auch, ich hab aber mehr Lust auf Radler gehbabt. Und die Hetzjagd nach Weihnachtsgeschenken. Erst dachte ich, ich sei früh dran. Wollte wirklich nur meinen Eltern, Großeltern und bester Freundin was schenken. Dann aber wollte mein bester Freund mich unbedingt nochmal vor Weihnachten sehen – natürlich zur Geschenkübergabe. Hinzu kamen dann noch ein Freund, Kollegen, die mir besonders dieses Jahr geholfen haben, ein anderer Freund, eine andere Freundin, mein Nachbar und am Ende hab ich dann sogar was Kleines für meinen Hund besorgt. Wie eine Irre bin ich durch die überfüllte Stadt gehetzt, schwitzend wohl gemerkt. Denn immerhin hatte es ja plus 13 Grad! Damit war das geplante Ski-Opening und die Hütte im Zillertal übrigens auch abgesagt. Wer will Mitte Dezember schon auf der Hütte sitzen und auf grüne Berge glotzen? Weihnachtliche Vorstimmung war also wenig angesagt. Dazu kommt natürlich noch immer der Zusatzstapel Arbeit vor dem Urlaub. Und um den ganzen den i-Punkt aufzusetzen: Da hat mich doch dieses Jahr tatsächlich mein Chef wieder im blau-weißen Weihnachtsmannkostüm rumlaufen lassen. Ehrlich! Ich mach so schöne Sendungen zum Teil – und wo hat mich alle Welt gesehen und drauf angesprochen??? Klar, auf meinen Auftritt im blau-weißen Weihnachtskostüm. Aus Frust bin ich übrigens Essen gegangen. Sieht man ja eh nicht unterm Weihnachtsmantel. Jedenfalls hatte ich jetzt nach dem letzten Winter einen Frühling, einen langen Sommer, einen warmen Herbst und noch mal einen Frühling – ich bin verwirrt. Und unsicher: Wird der Winter dieses Jahr noch länger gehen als letztes?? Etwas Gutes hätte das auf jeden Fall: Wir können essen, was wir wollen! Kleidung kaschiert! Wobei wir wieder beim Thema wären: Selbst wenn es heuer vielleicht etwas schwierig war, sich auf Weihnachten einzustellen: Ich bin sicher die Stimmung kommt: Spätestens am heiligen Abend. Wenn zu Hause der Haussegen schief hängt, weil die Wohnung noch nicht ordentlich, die Kinder noch nicht aufgeräumt, das Essen noch nicht gekocht und die Dame des Hauses noch nicht gestylt ist. Eines fällt zumindest dieses Jahr weg: Das Schnee schippen! Und wenn wir dann am Abend alle wieder glücklich zusammen sitzen, spätestens dann wissen wir doch: Es ist Weichnachten. Und endlich Zeit zum Ausruhen und den Winter einzuläuten!
Damit wünsche ich Ihnen fröhliche Weihnachten!
Fitnesstunde Ich weiß, ich weiß. Ich habe schon tausend Mal über Fitness oder besser dem Kampf damit berichtet. Aber jede Frau wird mich verstehen. Essen ist einfach ein so tolles Hobby! Niemals werde ich auf meine heißgeliebte Pizza verzichten! Allerdings setzt das an. Also reden wir stundenlang übers abnehmen. Darüber kann man sich immer unterhalten. Oder besser gesagt daran verzweifeln. Ich bin verzweifelt!
Schon mal versucht von Anfang an in einem Kurs mitzuhalten?
Ich schon. Nicht empfehlenswert. Statt leerer Worte wollte ich nun die guten Vorsätze aber doch in die Tat umsetzen.
Ich dachte, ich starte mit Aqua Aerobic. Das verbrennt schön viel Kalorien, soll aber auch für Anfänger geeignet sein. Also rein ins Wasser. „Wir setzen uns auf die Nudel“ hallt es durch den Schwimmbereich. Meine Trainerin isst anscheinend auch gerne. Aber die Nudeln waren nicht gemeint. Die „Nudel“ ist ein gebogenes rundes Kunststoffdingens, auf das man sich setzt, um dann spielend locker darauf Fitnessübungen zu machen. Ich geh gleich unter und mir kommen unwillkürlich sofort die Bilder von meinem Schnorchelgang in den Kopf geschossen. Wasser ist glaub ich einfach nicht mein Element. Aber ich ertrinke nur fast, der Po muss sowieso beim Wasser Aerobic unten bleiben, also alles noch im grünen Bereich. Joggen am Platz, Froschhüpfer durchs Wasser und Beine ausstrecken und ranziehen für die Bauchmuskulatur – die anderen sehen aus als hätten sie nie was anderes gemacht. Ich hab mittlerweile schon soviel Wasser geschluckt, dass mir schlecht ist. Außerdem wusste ich gar nicht, dass man im Wasser so schwitzen kann. Wasser gestorben! Doch rechtzeitig zum Ende der Stunde sagt die gerissene Trainerin: „Schön fleißig waren wir heute. Jetzt haben wir locker 400 bis 500 Kalorien verbrannt!“. Wow, das klingt wiederum gut. „Und gut gegen Zelulitis hilft Aqua Aerobic auch!“ Alles klar, nächsten Sonntag bin ich wieder da!
Montag probiere ich es mit T-Bo. Ein bisschen Pfeffer im Hintern könnte mir nicht schaden. Ein bisschen amerikanischer Drill tut mir bestimmt gut. Dabei ist „ein bisschen“ gut.. 45 Minuten werden wir rumgescheucht. Mein Puls steigt innerhalb von 5 Minuten auf bedrohlicher 289 Schläge pro Minute. 1 Minute hüpfen, dann am Platz joggen, 1 Minute die Beine nach vorne hochheben – wer hätte gedacht, dass das schon so anstrengend ist. Dann aber auch noch im Hüpfschritt boxen, treten, in die Luft schlagen ist echt schweißtreibend. Ich bin tomatenrot im Gesicht und keuche wie ein Ochse. Ich komm mir ziemlich dumm vor, aber egal – was tut man nicht alles für die Figur. Nach 45 Minuten kann ich kaum noch stehen und bin im Gegensatz zu den anderen am Ende mehr über meine Füße gefallen als mit Kraft gehüpft. Ich könnt mich grad auf den Boden legen und abtransportieren lassen. Aber wir sind noch gar nicht fertig mit unserem Programm! Was kommt denn jetzt noch? „So Mädels, die Fettverbrennung ist angekurbelt, jetzt wollen wir noch ein paar Kalorien verbrennen und Muskeln aufbauen, denn wie wir wissen verbrennen die am meisten Fett!“. Ach, wussten wir das? Und Fettverbrennung angekurbelt ist auch gut. Bei mir läuft sie schon längst auf Hochtouren. Aber jetzt gibt’s erst noch mal ne Runde Situps, Liegestützen, Beinübungen. Ich weiß schon, warum ich nicht zum Bund bin!
Als ich auf allen Vieren aus dem Trainingssaal rauskrabble, kommt die Trainerin auf mich zu. „Hey, schön, ein neues Gesicht. Komm ja nächste Woche wieder!“ Verdammt, die kann boxen! Bleibt mir wohl nix anderes übrig oder?
Tags darauf versuche ich mich auf Drängen einer Kollegin in Pilates. Ich lehne erst ab: „Ich hab eh schon so Muskelkater!“ „Ach was, das ist ganz entspannend!“ Na gut, dafür bin ich immer zu haben! Ich lege mich auf die Matte und warte auf die beruhigenden Worte meiner Trainerin. Ruhig sind sie, beunruhigend allerdings auch. Ich hatte eher was im Stil von Autogenes Training erwartet. Stattdessen kommt folgendes: „Wir legen uns auf den Bauch!“. Klingt erst Mal gut. „Dann spannen wir den Po an, als ob wir einen 10 Euro Schein im Po halten müssten. Atmet tief ein und zieht den Bauchnabel zum Rücken!“ Boah ist das anstrengend. Ich kann nicht atmen! Mein Bauchnabel muss ich schließlich erst mal durch mehrere Schichten fettes Bauchgewebe zum Rücken pressen. „Das ist unsere Ausgangsposition!“ Wie, da kommt noch mehr?? „Jetzt nehmen wir den Kopf auf, heben die Arme hoch und die Beine und führen die Beine mit der Ferse abwechselnd Richtung Gesäß. Und lasst den Bauchnabel am Rücken und den Schein im Hintern!“ Goohoott, schnauf, wie soll das denn gehen. Ich kriege einen hochroten Kopf! Ich kann nicht atmen! „Du musst weiteratmen!“, sagt sie auch gleich. Ja wie denn?? Ich schüttle den Kopf. Geht nicht! Dann drückt sie mir auch noch auf den Rücken und führt meine Beine – so hoch krieg ich die nie. Ich sterbe! Ich muss absetzen – Luft holen. „Das geht mit der Zeit besser. Du wirst sehen. In acht Wochen machst du das locker. Deine Tiefenmuskulatur muss erst gestärkt werden. Das kriegen wir schon hin!“ Wie jetzt? Erstens: Ich hab eine Tiefenmuskulatur? Zweitens: Wie, in acht Wochen? Muss ich jetzt immer kommen?
Jetzt weiß ich auch nicht, wie das gekommen ist? Aber definitiv versuche ich kein Kurs mehr. Ich will mich ja nicht noch zu mehr verpflichten. Und was das Essen angeht: Also, wenn jede Pizza, die ich mir reindrücke, soviel Schweiß kostet, damit ich sie wieder los werde, dann werde ich wohl doch eher mal drauf verzichten! Heul ...
Chipsuche Männer und Frauen sind unterschiedlich! Nichts Neues. Wissen wir schon lange. Darüber habe ich ja auch schon oft geschrieben. Doch in dieser Woche bin ich wieder in mehreren Situationen damit konfrontiert worden, dass die unvermeidliche Frage aufkam:
Haben Männer eigentlich keinen Sensibilitätschip?
Der Winter kommt und die Reifen müssen gewechselt werden. Nichts Neues. Kennt man auch. Zwei mal im Jahr. Komischerweise spricht mich kein Mensch drauf an. Als ich sie wechseln will, muss ich bei meinem Opa vorbei fahren und die dort gelagerten Reifen abholen. Mein Opa, noch ganz Mann und Gentlemen, hilft mir natürlich beim Einladen. „Lass Opa, ich mach das schon!“ Opa ist schließlich nicht mehr der jüngste. Ich will ja nicht schuld an einem neuen Rheuma-Anfall sein. Dann allerdings macht mein Opa einen folgenschweren Fehler, denn er sagt: „ Ja, so wie du gebaut bist, schaffst du das auch alleine!“. Bitte???? Ich bleibe wie angewurzelt stehen, nur mein Respekt vor dem Alter und das kommende Weihnachtsgeschenk halten mich davon ab, etwas zu erwidern. Bitte, soll er doch alleine die Reifen tragen!
Habe ich die Reifen gerade in der Werkstatt aufziehen lassen, meinte jeder, aber wirklich jeder: „Echt?! Das hast du machen lassen? Die hätte ich dir auch wechseln können!“ Klar, bestimmt. Schon beim Frühjahrswechsel war keiner zur Verfügung. Als sie schließlich bei schon über 30 Grad im Schatten und mitten im Hochsommer gewechselt wurden, musste ich mir von allen anhören, dass sie das doch auch hätten machen können! Ich habe ihnen angeboten, dafür meine Glühbirnen zu wechseln. Hatte aber keiner Zeit für. Also bitte!
Mein bester Freund aus Kindertagen bringt den nächsten Hammer. Ich erzähle ihm ganz stolz, wie toll alles in meinem Leben läuft und erzähle ihm, dass ich es endlich seit zwei Wochen schaffe, regelmäßig ins Fitness zu gehen. Er erwidert darauf: „Aber abgenommen hast du noch nicht, oder?!“ Danke! Gespräch beendet.
Der nächste Mann soll es besser machen. Beim Familientreffen stoße ich auch auf meinen Onkel. Ich frage ihn, ob er denn eigentlich schon in mein Buch rein gelesen hat, dass seine einzige Nichte immerhin selbst verfasst hat. Er lacht gutmütig und meint, er ist mal drüber geflogen. „Und?“, frage ich hoffnungsvoll. All meine Freundinnen, die auch mal drüber geflogen sind, haben dann wenigstens sensibel und aufbauend gemeint: „Das ist nett! Das gefällt den Mädchen bestimmt!“, oder so ähnlich. Mein Onkel hingegen meint nur: „Ha ja! Ich bin ja nicht die Zielgruppe!“. Und das war ´s dann! Super. Danke. Es soll ihn ja nicht gleich vom Hocker hauen! Aber ein paar anerkennende Worte?
Und mein männlicher Hund läuft mit Vorliebe - gar nicht! Gehen wir Gassi im englischen Garten und laufen weg von zu Hause, läuft er so schnell, dass ich nur noch einen dicken schwarzen Punkt weit vor mir hüpfen sehe. Wollen wir allerdings nach Hause, will eigentlich nur ich und er trödelt rum wie ein Kind das noch spielen will. Also muss ich ihn jedes Mal an die Leine nehmen, wobei er dann alle vier Pfoten in die Erde stemmt und gar nicht mehr läuft!
Sensibilitätschip also nicht gefunden und anscheinend tatsächlich nicht vorhanden! Aber irgendwas muss es da doch geben?! Egochip vielleicht? Und da ich mich durch die netten Kommentare der Herren der Schöpfung gerade wie Bridget Jones fühle, kann auch ich etwas Aufmunterndes für mein angeschlagenes Ego gebrauchen. Also gehe ich zu meinem Opa, um die Sommerreifen wieder aus dem Auto tragen zu lassen und sage: „Opa, es ist enorm das du noch so schwer heben kannst. Du bist jetzt noch stärker als ich es je sein werde!“. Mein Opa, ganz stolz und mit breiter Brust trägt die Reifen hoch erhobenem Hauptes mit eiligen, jungen Schritten in die Garage und meint zu mir: „Naja, du bist ja auch nicht so kräftig gebaut!“ Hihi.. Danke schön!
Meinen Freund aus Kindertagen jammere ich vor, dass es viel zu wenig Männer wie ihn gibt. Er kommentiert das ganze mit: „Ach komm. So schlimm kann´s doch gar nicht sein. Du siehst doch sehr gut aus, bist klug und selbstbewusst. Wahrscheinlich hast du nur zu hohe Ansprüche!“. Genau, das ist es. Ich sehe viel zu gut aus für all die Typen, die rumlaufen. (Dass das nicht stimmt, weiß ich selbst, spielt aber in diesem Fall und fürs Ego keine Rolle!).
Und meinem Onkel lasse ich wissen, dass ich es auch ihm zu verdanken habe, dass ich schon ein Buch geschrieben habe, weil er mir mal eins geschenkt hat, dass mir so gut gefallen hat, dass es mich inspiriert hat, auch eines zu schreiben. Jetzt hat er quasi direkt Anteil an meinem Erfolg und freut sich ein Loch in den Bauch! Und lesen tut er es jetzt auch!
Und meinen Freunden habe ich erzählt, dass die Werkstatt die Reifen überhaupt nicht richtig aufgezogen hat, der Luftdruck nicht gestimmt hat und wenn ich doch nur jemanden wüsste, der das besser kann. Sie haben sich alle freiwillig für das Frühjahr angemeldet!
Und in meiner Jackentasche ist jetzt immer ein Wienerle!
Chip gefunden!!
Disziplin! Ich werde niemals Hollywood erobern! Wie die meisten anderen Frauen auch. Und ich kenne auch den Grund: Wir haben keine Disziplin! Britney Spears hat innerhalb von ein paar Wochen über 12 Pfund nach der Geburt ihres zweiten Söhnchens wieder abgenommen um super aus zu sehen für die Veröffentlichung des Albums ihres Mannes Kevin Federline! Heidi Klum hatte nach der Schwangerschaft gleich einfach mal wieder so abgenommen – weil sie ohnehin schon Model ist und die nichts essen wollen und täglich nur Wasser trinken und Salat essen und liebend gerne stundenlang trainieren. Vicotoria Beckham sieht eh nur noch aus wie ein Strich in der Landschaft.
Haben die denn nie Hunger? Oder haben Stars einfach mehr Disziplin?
Die derzeit sexiest Woman Alive, Desperate Housewife Star Eva Longoria trainiert täglich 5 Stunden für ihren Traumbody! Aber jetzt mal ehrlich: Wer hätte denn von uns soviel Zeit täglich?? Destiney’s Child Star Beyonce Knowles gibt wenigstens zu, dass sie gerne isst, was man ihr auch ab und an ansieht – sympathischerweise allerdings! Aber dabei geht’s ja nicht nur ums Essen. Die Stars sind so diszipliniert, dass sie immer perfekte Fingernägel haben, viel trinken, sich gesund ernähren, täglich Stunden trainieren. Das ist ja schon ein Fulltime-Job! Eigentlich dürften aber wir „herkömmlichen“ Frauen gar nicht die Stars bewundern, sondern müssten das mit uns selbst machen! Wer würde nicht blendend aussehen, wenn sich täglich Stylisten, Personal-Fitness-Trainer und Ernährungsberater um das Äußerliche kümmern? Wenn mich unser Stylist in der Hand hat, dann ist an mir am Ende kaum noch was echt und ich sehe aus wie einem Modemagazin entsprungen: Unechte Wimpern sind dabei noch das ehrlichste! Die Haare sind so toupiert und geglättet, dass ich aussehe wie ein Phänomen des Haarvolumens. Meine Haut sieht aus wie ein Babypopo – allerdings nur in der Kamera – in echt sieht man die Schichten des Make-up! Meine Lippen sind Kussgerecht mit Lipliner umrandet und sogar meist mit Lipgloss versehen, der anregende Substanzen enthält, damit die Lippen noch ein bisschen dicker werden. Und am Körper sitzt unter meinem hautengen Kleid eine Bauchweghose, damit ich tatsächlich auch in das 38er Kleid passe. Ich persönlich würde mir ja eins in 40 kaufen. Nach der Sendung und wenn alles wieder an mir abfällt, frage ich mich selbst entsetzt beim Blick in den Spiegel: Habe ich etwa so wenig Disziplin? Gut, ich schaffe nicht meine 6 Tage vorgenommenen Fitnesstage in der Woche. Und ich gehe auch nie morgens joggen, was ich mir regelmäßig vornehme. Und auch auf Fast Food kann ich einfach nicht verzichten. Ich schlafe nun mal gerne morgens noch eine Runde länger und abends eine Runde früher. Aber hey, heißt Disziplin nicht auch konsequent?! Also viel Schlafen mache ich konsequent. Und ich gehe konsequent mit meinem Hund drei mal am Tag Gassi – das ist mein Personal Trainer, sonst nervt der nämlich und jault. Und konsequenter Weise besuche ich auch in regelmäßigen Abständen diverse bekannte Fast Food Restaurants. Und ich gehe jeden Tag konsequent in die Arbeit – das mache ich sogar besser als die meisten Stars. Die hängen doch ständig nur an weißen Stränden rum! Was ist denn daran bitte diszipliniert? Da sind wir „Normalos“ doch besser! Ich bin voll diszipliniert!!! Und bald ist Weihnachten! Und Lebkuchenzeit! Der Weihnachtsmarkt! Konsequenterweise sollte davon viel genascht werden! Hehe ...
Schnarchkonzerte Ich bewundere Frauen, die neben ihren Männern in einem Bett schlafen können, während die Männer Bäume sägen! Und das in einer Lautstärke, von der sogar mein Hund aufwachen würde! Und das beste: Diese eben genannten Frauen hören das Schnarchen nicht mal mehr! Respekt!
Wie macht ihr das??
Wiesnzeit ist auch die Zeit, in dem das Haus für alle Freunde offen steht. Dementsprechend hoch frequentiert ist auch unser zu Hause. Besonders die männlichen Freunde nehmen die Einladung, eine Nacht auf der Couch zu verbringen, stets gerne an, wenn Wiesnzeit ist, da ein Weg nach Hause ins Münchner Umland und weiter nach 7 Stunden Bierzelt und 8 Maß doch recht beschwerlich ist. Also erklären wir uns bereit, die Trinkwütigen aufzunehmen. Ich konnte mich auch noch dunkel daran erinnern, dass Männer besonders gerne schnarchen, wenn sie was getrunken hatten. Aber daran denkt man ehrlich gesagt nicht sofort. Freundin will ja freundlich sein. Das Haus also voll mit Jungs. Und wie das so ist: Die haben Hunger!! Also koch ich meinen Freunden noch eine Riesenportion Nudeln. Während die Nudeln noch im Salzwasser schwimmen, schläft der erste schon. Fällt mir auf, als ich es aus dem Wohnzimmer Schnarchen höre. Mein bester Freund lacht sich schief und meint, das sei kein Schnarchen sondern „Schnappatmung“. Mir egal, wie die das bezeichnen. Fakt ist, unser Freund atmet so laut, dass ich das sogar in der Küche höre – und das, während die Abzugshaube läuft! Bis die Nudeln auf dem Teller sind, schläft bereits der zweite – nicht weniger leise, wohlgemerkt. Die zwei Schlafmützen verpassen nicht nur ein Mega-Nudel-Session, sondern liegen auch quer auf der Couch. Was dazu führt, dass mein bester Freund keinen Platz mehr findet. Bevor er den unschuldigen Hund von seiner Couch vertreiben kann, stecke ich ihn in mein Bett. Allerdings ohne zu ahnen, auf was ich mich da einlasse: Erst plappert er fünf Minuten lang noch munter drauf los, dann als ich antworte, ungelogen, 30 Sekunden später atmet er tief und fest und weitere 20 Sekunden später kommt der erste laute Schnarcher! Geht’s noch?? „Hey, du schnarchst!“ versuche ich probehalber. Er lacht, dreht sich um und schnarcht weiter. Ich bin etwas irritiert, aber noch guter Hoffnung. Naja, denke ich mir, vielleicht sind Jungs nur beim Einschlafen laut. Wenn er erst mal tief und fest schläft, dürfte er ja wohl leiser sein! Ich hol mir so lange was zu trinken, stapfe in die Küche am Wohnzimmer vorbei. Lautes Schnarchkonzert. In der Küche stolpere ich fast über meinen Hund. Er schaut mich mit großen Augen an. Ich kann’s ja nicht beweisen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass sein Blick mir sagen wollten: „Gott sind die laut! Wieso bist du nur immer so freundlich und nimmst solche Schnarchnasen auf?!“ Tja, ich weiß auch nicht. Bin zur Freundlichkeit erzogen worden. Egal wie sehr ich leide. Und das muss ich in dieser Nacht noch. Ich hab meinem Kumpel bestimmt ein Dutzend mal in die Rippen geboxt und frage mich, ob er sich wundert, woher er die vielen blauen Flecken hat, aber geholfen hat das gegen sein Schnarchen leider auch nicht. Wie kann man nur so laut atmen. Und vor allen Dingen: Wie kann man nachts nur auf einmal so fit sein? Während ich völlig fertig und schlaftrunken murmle: „Mensch du Arsch – du schnarchst!!!!“ reagiert er mit einem „Oh, echt?! Aber das kommt nur davon, dass ich auf dem Rücken liege. Würde ich auf dem Bauch liegen, wäre das nicht so. Aber ich kann auf dem Bauch nicht schlafen. Deshalb muss ich auf dem Rücken liegen. Außerdem hab ich Bier getrunken. Aber ich kann mich ja mal auf die Seite drehen, dann geht’s vielleicht besser!“. Wow, was?? Aber in dem Moment schnauft er schon wieder laut und während ich hoffe, das war’s für jetzt, fängt er zwei Minuten später wieder mit seiner Schnappatmung an. Ich halt’s nicht aus. Ich steh auf, geh zu Sonja ins Zimmer und leg mich zu ihr ins Bett. Ich schwör Stein und Bein: Ich bin nie wieder freundlich!
Wiesnstart Mei, is des schee – endlich wieder Wiesnzeit. Münchens bekannteste Tradition hat wieder Eröffnung gefeiert. Ein Jahr lang mussten wir drauf warten – jetzt ist wieder soweit! Endlich! Die Tracht wieder aus dem Keller geholt, Freunde, Kollegen, alte Bekannte, Touristen und Familie feiern gemeinsam mit Partnern das größte Volksfest der Welt. Wir führen die Tradition zu Ehren der Therese und ihrer Hochzeit weiter und feiern munter und ausgelassen.
Doch wie ausgelassen darf man traditionell eigentlich feiern???
Es muss ja nicht immer das Säufnis und Gelager sein. Traditionelle Feiern sind ja auch für Tradition da – und die sollten wir schließlich schätzen und gewährleisten. Ohne Bier. Oder zumindest ohne so tief ins Glas zu gucken!
Zur Tradition gehören natürlich als erstes auch traditionelle Gewänder. Dummerweise sind meine Dirndl innerhalb des vergangenen Jahres eingegangen. Als ich jedoch feststelle, dass noch alle Flecken der letzten Wiesn am Dirndl haften, mache ich mir meine erste Gedanken. Verdammte Scheiße! Ich hab’s gar nicht gewaschen! Wieso in aller Welt ist das denn jetzt auf einmal so eng?? Ich mag gar nicht drüber nachdenken und konzentriere mich nur aufs Luft holen. Dummerweise wird meine kleine üppige Oberweite jetzt noch mehr nach oben gequetscht. Ich komm mir vor wie Dolly Buster. Und irgendwie komm ich mir im Bikini nie ganz so nackig vor wie jetzt im Dirndl.
Aber eigentlich kommt’s aufs Dirndl ja gar nicht an. Die Buben, auch meist ganz fesch in Lederhosen, lallen eigentlich einen nur mehr an, trägt Mädel ein Dirndl. Ob das immer so wünschenswert ist, bleibt die andere Frage. Manche können oft auch gar nicht mehr reden. Die gucken einen nur noch mit einem verklärten Blick und roten Augen mehr oder weniger in die Augen.
Trotzdem, vergessen die Abstürze all der verrückten Münchner, Italiener oder Kollegen. Dieses Jahr ist ein neues Jahr und ein neuer Versuch. Ich will mich in aller Ruhe auf dem traditionellen und ursprünglichen Markt umschauen, ne Kleinigkeit essen und dann gemütlich wieder heim gehen.
„Ozapft is!“ - und ne dreiviertel Stunde später liegen schon die ersten Alkoholleichen auf dem sogenannten „Alkberg“, hinter dem Hippo bis zum Winzerer – alle dicht! Die ersten Mädels heulen dementsprechend auch – weil sich ihr Freund so weg geschossen hat! Auf dem Boden tritt man in erste Krugscherben oder verlorene Brezn mit Obazdn. Im Ausweichmanöver um diese herum wird man auf einmal von hinten brutal angeschubst – die Sanitäter im Dauereinsatz bringen wieder ein Alkoholopfer ins Sanitäterzelt – übrigens meistens Mädchen im pubertären Alter. In die Zelte kommt man auch schon mittags nicht mehr rein – wegen Überfüllung geschlossen. Und die Fahrgeschäfte sind teuer, voll und außerdem fängt’s an zu regnen.
Haben jetzt alle wieder die Erinnerung an die Wiesn – und warum man dann doch nicht so oft war – jedenfalls nicht nüchtern?! Das hab ich mir auch gedacht – und mit gemacht. Wenn schließlich alle schon seit Jahrzehnten Bier im Überschuss weghauen, egal wie teuer das auch ist, dann ist das ja schließlich auch Tradition!
Wendepunkt Jeder kennt bestimmt die kleinen Tiefs im Leben. Ich auch. Ich bin berühmt dafür. Ich hab diese in regelmäßigen Abständen von einem halben Jahr. Das letzte Mal im März, jetzt wieder. Ist wenigstens ein Rhythmus. Ein bisschen Scheiße, denn Tiefs kann man sich durchaus sparen im Leben, aber wenigstens kann ich meine Mitmenschen darauf vorbereiten, dass mal wieder ein halbes Jahr rum ist. Doch nachdem ich mal so gründlich nachgedacht habe, ist mir was aufgefallen!
Kann es sein, dass ein Tief nötig ist, um sein Leben zwangsweise zu ändern und neue Wege einzuschlagen am Wendepunkt?
Jetzt mal ehrlich: Wer zufrieden ist, belässt meist alles beim alten. Warum auch was ändern? Ist ja schließlich alles in bester Ordnung. Doch wenn mal alles so richtig schön Scheiße läuft, dann denkt man doch mal darüber nach, was eigentlich zu ändern ist. Dabei fällt mir zum Beispiel meistens erst mal auf, dass alles gar nicht soo Scheiße ist. Es kommt einem nur so vor. Also ist es meist nur eine Kleinigkeit. Diese ist aber so gewaltig, dass es den kompletten Gefühlshaushalt durcheinander wirbelt und das Leben von heut auf morgen Kopf steht.
Also habe ich meinen Schreibtisch aufgeräumt, eine schlechte Beziehung beendet, das Auto endlich in die Werkstatt gebracht, mir einen neuen Schrank gekauft, dass dieser mir wenigstens das Gefühl gibt, mein Leben neu ordnen zu können, und richtig Spaß daran gefunden, alles neu zu organisieren. Also hab ich meinen Kleiderschrank gleich auch mal auf Vordermann gebracht. Altes weggeschmissen und Platz für Neues gemacht. Auch Schuhe mussten dran glauben. Und vor allen Dingen kaum noch genutzte Handtaschen. Diese hab ich aber natürlich durch geschaut, bevor sie in die Altkleidersammlung wanderten. Und was soll ich sagen? Alte Schätze habe ich wieder gefunden. Zum Beispiel alte Kontoauszüge, bei denen ich echt lachen musste. Meinen alten kleinen Glücksteddy. Alte Quittungen von durchgemachten Partys. Und mein MP3-Player, den ich schon seit zwei Jahren gesucht habe. Und das ist wirklich das beste. Ich hab zwei Stunden nichts anderes gemacht als die ganzen Songs darauf der Reihe anzuhören. Da sind Lieder dabei, die hatte ich wirklich vor zwei Jahren das letzte Mal gehört. Und natürlich hat sich mein Leben in den vergangenen zwei Jahren enorm verändert. Und meine Stimmung auch. Wendepunkt überstanden. Und ne Kiste existiert jetzt auch. Ich hab meinen jetzigen MP3-Player, den letzten Kontoauszug nach meinem letzten Shoppingtrip und das letzte Lernbuch von VWL rein gepackt. In einem halben Jahr hilft das bestimmt ...
Blumenbotschaft Würden Sie eine Zucchini verschenken? So richtig als Geschenk? Oder zusammengebundenen Lauch mit einer Paprika? So ohne irgendwas anderes? Nein? Aha! Aber in dem Stil wird geschenkt. Oder wo bitte liegt der Unterschied zwischen Lauch mit Paprika und Blumen? Ist doch beides Gemüse. Und beides geht kaputt. Allerdings kann man den Lauch und die Paprika wenigstens essen!
Wieso verschenkt man also Blumen?
Blumen ist im Prinzip getötetes Gestrüpp! Das klingt jetzt vielleicht etwas hart, aber so ist es doch! Und dieses Gestrüpp hat in der Regel kaum eine Überlebenschance. Bei mir sowieso nicht. Bei manchen hält einer schöner Blumenstrauß vielleicht noch zwei Wochen. Bei mir fünf Tage. Allerdings kann ich Ihnen nicht die Frage beantworten warum. Keine Ahnung. Ich füll ab und an auch mal frisches Wasser ein. Also zumindest und spätestens dann, wenn ich sehe, dass die armen Blümchen fast vertrocknen. Früher war ich immer total beleidigt, wenn ich zum Geburtstag Blumen geschenkt bekommen habe. Ich meine, wieso Blumen? Wieso bekomme ich was geschenkt, was gleich nach einer Woche wieder in den Mülleimer muss?? Wieso kein Fahrrad? Kinogutscheine? Oder wenigstens was zu essen? Erst als ich meine erste Rose von meinem ersten Freund geschenkt bekam, wurde mir allmählich die Bedeutung von Blumen bewusst. Die Rose habe ich natürlich getrocknet. Mit Rosen geht das ja noch – also zumindest mit einzelnen. Aber was macht man mit einem ganzen Strauß? Sind Blumen nicht das dämlichste Geschenk das man machen kann? Ich vermute sogar, dass all die Stars auf der Bühne, die tagtäglich abends vor Publikum auftreten und vom wichtigen Intendanten oder wem auch immer, jeden Abend den selben Strauß geschenkt bekommen. Wahrscheinlich müssen sie ihn gleich, nachdem der Vorhang gefallen ist, wieder zurück geben. Wenn ich bei meiner Mutter, Oma, Freunden oder Verwandten über Blumen und Blumengeschenke schimpfe, dann bekomme ich immer nur einen mitleidigen Blick zugeworfen. So in etwa, als sei mir nur noch nicht die tiefsinnige Bedeutung von Blumen klar geworden. Als müsste ich noch warten auf den besonderen Tag mit den besonderen Blumen! Blumen und Pflanzen im Haus sind doch aber wirklich überflüssig. Warum kein Bild? Foto? Statue? Ich kann mich nicht erinnern, wann ich jemals Blumen verschenkt habe. Nur an Gutscheine aller Art, die meistens niemals eingelöst werden – was wohl keiner zugibt, aber auch damit beabsichtigt wurde. Spart Geld, aber zeigt die gute Absicht. Mit guter Absicht waren mir bestimmt auch die Blumen überreicht worden. Zu meiner Buchpräsentation habe ich ein Dutzend Blumensträuße gekriegt. Wobei ich sagen muss, ich hab mich zu meiner Überraschung wirklich gefreut. Denn ich finde, erst mit einem Strauß in der Hand fühlt man sich wie eine echte Schriftstellerin. Mit einem Strauß und einem Woll-Poncho um die Schultern geworfen, tippend auf der Schreibmaschine oder neuerdings auf dem Laptop. So war ich also wirklich dankbar für so viel buntes Gemüse. Und ich muss sagen, ich bin nun richtig traurig. Denn eine Woche, nachdem ich sie in Vasen quer verteilt durch die Wohnung aufgestellt hatte, habe ich überall kleine Fliegen und muss mich wohl oder übel von dem Gestrüpp trennen. Und irgendwie fehlen sie mir. Blumen sind irgendwie was besonderes. Vielleicht genau deshalb, weil sie einen so schnell wieder verlassen?! Wie dem auch sei, ich habe heute einen großen schönen Blumenstrauß gekauft! Den schenke ich nun zum Geburtstag einer Freundin. Und wenn sie mich am Anfang etwas verwirrt anschaut, dann weiß ich, dass sie einfach nur noch nicht hinter das Geheimnis von Blumen gekommen ist.
Redeeinheit Die Sache mit Männern und Frauen ist wirklich kompliziert. Einfacher wird’s, glaub ich, wirklich erst dann, wenn man verheiratet ist und aufgegeben hat. Die Frauen gebens dann auf, ihre Männer noch zu großen emotionalen Überraschungen zu überreden, und die Männer geben den Versuch auf, die Frauen glücklich zu machen. Dabei ist das doch gar nicht so schwierig. Wir möchten ja nur, dass uns jemand zu hört und wir Komplimente bekommen. Dann sind wir schon mal ein Stückchen glücklicher. Allerdings kann man das den Herren der Schöpfung tatsächlich hunderte Male an den Kopf werfen. Sie checken es einfach nicht. Meine Mutter, meint mit dem Alter werde auch ich gelassener.
Aber ist es denn wirklich so schwer auf die selbe Wellenlänge zu kommen?
Vor kurzem war ich erst mit einem Freund ein Bierchen trinken. Eigentlich hatte ich gar keine Lust zuvor. Ich hätte mich auch damit zufrieden gegeben, einfach auf der Couch zu Hause rum zu lümmeln und mir irgendwelche Soaps rein zu ziehen. Gesprächsrunden mit Männern sind immer so anstrengend. Aber da wir uns nun mal schon eine Weile kennen, hatten wir uns soooo viel zu erzählen. Allerdings war er schon nach fünf Minuten fertig. Im Berufsalltag gibt’s nichts Neues, privat auch nicht und über sein Auto kenne ich schon alle Geschichten. Fünf Minuten Smalltalk und er war schon fertig. Wow. Aber gut. Besser für mich. So kann ich wenigstens die Zeit nutzen. Schließlich haben wir noch ein ganzes Bier vor uns stehen.
Also fange ich an zu quasseln, was ich nun mal sehr gut kann. Nicht nur über die Arbeit, sondern über jedes Detail der Arbeit. Über Kollegen, neue Ideen, unsere Studios und über meine lustigen Mittagspausen. Von da aus schaffe ich eine nahtlose Überleitungen zu meinen neuen Schuhen, mein neues Lagersystem im Kühlschrank, mit dem man angeblich auch noch abnimmt, bis hin zu den süßesten Geschichten über meinen kleinen Vierbeiner Sandro.
Mein Gegenüber sitzt da, hört mir aufmerksam zu und trinkt bereits sein 3. Bier. Ich bin glücklich. Er redet auch gar nicht dazwischen. Perfekt.
Doch auf einmal werde ich unterbrochen. Ein Freund von ihm kommt an unseren Tisch, setzt sich einfach dazu und ehe ich mich versehe, reden die beiden über Kokosnüsse!! Ehrlich! Erst gings ums Auto, aber nur kurz. Dann haben beide noch ein Bier bestellt und über Biersorten gestritten, dann kamen sie darauf, dass es auf der Wiesn doch auch einen Bier- und Schnapsstand geben sollte. Mit Kokosnussschnaps oder so was. Weiß nicht mehr genau. Hab nicht so genau zu gehört. Ich habe mir noch ein Radler bestellt und in meinen Gedanken bin ich immer wieder zu meinen eigenen Geschichten abgeschweift. Nur zwischendurch kamen mir Sätze entgegen wie: „Nein, glaub mir, wenn die Kokosnüsse noch grün sind, dann bekommst du den besten Saft. Der schmeckt in einem Gebrannten richtig gut. Viel besser als braune große Kokosnüsse!“
Bei meinem dritten Radler wurde ich richtig müde und gelangweilt und habe sms geschrieben. Dann habe ich mich eben mit Sonja per sms unterhalten und echt das Gefühl gehabt, ich sei jetzt mit ihr was trinken. Mein Kumpel hingegen blüht bei den Kokosnussschnapsgesprächen richtig auf.
Um halb eins nachts haben wir uns dann entschlossen zu gehen. Mein gutgelaunter Freund verabschiedet sich mit folgenden Worten: „Hey, war schön dich mal wieder so lange zu sehen. Müssen wir unbedingt bald wieder machen. Du bist einfach der Hammer. Es ist echt immer so cool mit dir weg zu gehen!“
Hach, Natalie wieder glücklich. Beide sind wir glücklich und zufrieden. Er konnte sich in Ruhe über Kokosnüsse unterhalten und mir hat jemand zugehört und dann auch noch ein Kompliment gemacht! Na also, geht doch ...
Hitzewelle Schönes Wetter ist toll. Die Haut wird braun und wirkt rosig. Man fühlt sich munter, verliebt in den Rest der Welt und alle sind gut gelaunt. Die Welt sieht schöner aus, das Auto fahren hat was von Freiheit im Abendrot und die Tage sind länger. Der Sommer ist heiß und wir sind es auch. Zu heiß!
Wann wird’s endlich mal wieder ein paar Grad kälter???
Ungelogen, aber mich kotzt die Hitze an. Nachts wälze ich mich von einer Seite auf die andere und versuche unter meinem Dünnenbettlaken noch mehr Kühle und vor allem Schlaf zu finden. Leider ein vergebliches Unterfangen. Die Nacht wird nicht kühler als 24 Grad. Und das seit Tagen!! Im Winter habe ich schon jedem erzählt, dass es ein Jahrhundert-Hochsommer geben würde und keiner wollte mir glauben. Jetzt läuft den Ungläubigen der Schweiß über die Stirn – und hört nicht mehr auf. Ehrlich, ich hab nichts gegen den Sommer. Ich liebe ihn. Aber manchmal ist er schon ganz schön aufdringlich. Abgesehen davon nämlich, dass ich nachts vor Hitze nicht mehr schlafen kann, mag ich auch nichts essen. Klingt aufs erste perfekt. Hitze und Abnehmen! Ist aber nicht so. Denn ich hab zwar Hunger, aber keine Lust aufs Essen – das macht mich schlecht gelaunt, weil ich nun mal gerne esse! Jetzt habe ich keinen Appetit, aber Hunger. Und wenn’s spät am Abend ein bisschen abkühlt, hab ich auf einmal Hunger und schaufel alles in mich und direkt auf meine Hüften rein. Und wenn ich dann endlich satt bin, ist das noch ein Grund mehr, warum ich nicht einschlafen kann – weil nämlich mein Bauch jetzt auch noch zu rund ist, um drauf zu liegen. Außerdem verlangt der Sommer viel von einem ab. Ständig muss man duschen, weil man schwitzt. Ich dusche immer warm. Im Winter heiß, im Sommer warm. Aber jetzt ist mir seit Tagen schon durchgehend so warm, dass ich nicht noch zusätzlich warmes Wasser aushalte - aber kaltes zu kalt ist. Nicht mal mehr das Duschen klappt bedingungslos! Außerdem hat der Sommer einen enormen Gruppenzwang. Während ich im Winter mit meinem Hund alleine und einsam durch den meterhohen Schneematsch stiefel, will auf einmal jeder mit mir Gassi gehen. Und das reicht noch nicht! Nebenbei muss man ständig unterwegs sein – im Biergarten, am See, beim Grillen (dagegen hab ich allerdings, wie gesagt, jetzt nichts einzuwenden). Wenn ich abends total erledigt bin und einfach nur auf der Coach rumlümmeln will, ruft mit Sicherheit wieder die ganze Company des Vereins „Freunde“ an und will irgendwas unternehmen. „Waaaaas? Du willst Fernseh schauen????? Ausgeschlossen!!!!!“ Ich will aber!!!! Ich wünsche mir Regen! Man muss sich doch mal von der Hitze erholen können! Außerdem muss man sich doch auch mal wieder auf schönes Wetter freuen können und nicht nur darunter leiden müssen! Aber es sieht so aus, als würden meine Wünsche mal wieder nicht erfüllt werden. Muss ich wohl das Beste draus machen. Ich habe mich auf einen wunderschönen Sommertag eingestellt. Stehe extra früh auf und an den See zu fahren und mich bräunen zu lassen. Bin gut gelaunt. Schaue aus dem Fenster und traue meinen Augen nicht: Es regnet! War ja klar ...
Grillsaison Wenn ich Hunger habe, habe ich Hunger - und dann spricht mich besser niemand an! Dann muss ich nämlich erst mal was essen, bevor ich wieder sinnvolle Aussagen treffen kann. Ich esse gerne und habe mich deshalb zum Entzug erklärt. Jawohl: Ich bin süchtig! Ich stehe ganz offen zu meinem größten Hobby: Der Sommer und das Grillen. Ich weiß nicht, wie Leute es schaffen, dass sie im Sommer abnehmen!
Kann man denn tatsächlich auf eine lecker braune Bratwurst und eine großartige Auswahl an Saucen mit Salat und Ofenkartoffel verzichten?
NEIN! Ich nicht! Mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen, wenn ich nur an das Grillen denke! Glücklicherweise habe ich Freunde, die eben so gerne grillen wie ich. Problem dabei: Weil wir alle nicht genug kriegen und immer schon so eine Riesenvorfreude auf das Futtern vom Grill haben, kommt es ab und an mal vor, dass wir ein bisschen zuviel Fleisch eingekauft haben und zu viele Salate gemacht haben. Dazu gibt’s da dann nämlich auch noch gegrilltes Brot (was im übrigen total lecker schmeckt), gegrilltes Gemüse (schmeckt auch wahnsinnig gut), gegrillte Kartoffeln sind natürlich ein Muss und so viele Schüsseln verschiedener Salate, dass man eigentlich gar nicht mehr weiß, wo noch das Fleisch auf den Teller soll. Aber das sollte nicht das Problem sein. Das Fleisch kommt notfalls oben drauf! Das Problem ist, dass die Menge, die etwa für 10 Personen ausreichen würde, selbst beim größten Hunger und Lust für 4 Personen vielleicht ein bisschen zuviel ist. Aber naja, dann grillt man am nächsten Abend eben noch einmal. Und damit da dann nicht die Reste ausgehen, wird nochmals nachgekauft, was bedeutet, dass mindestens wieder so viel übrig bleibt. Verzwickter Kreislauf! Aber Grillen ist auch der krönende Abschluss eines Tages. Wenn ich viel zu arbeiten hatte, dann freu ich mich zur Belohnung auf das Grillen am Abend. Wenn mir langweilig war, dann könnte man doch grillen am Abend. Und wenn man essen gehen will, kann man doch auch gleich selbst grillen. Lecker und lohnenswert – leider auch für die Hüften. Also ab ins Fitnessstudio. Am Abend bin ich so ausgepowert und stolz, dass man sich ja auch mal was erlauben kann. Also geh ich grillen! Ich glaube, ich habe ein echtes Suchtproblem! Aber jetzt nicht mehr! Das ist ja wie auf dem Weihnachtsmarkt und den Essensständen. Da komm ich auch nicht dran vorbei! Die sind zwar nur 4 Wochen da, das Grillen den ganzen Sommer, aber sonst gibt’s im Winter ja noch Plätzchen und richtig gute und viel bayerische Küche. Oh mein Gott! Ich bin echt nur am Essen. Ich bin kein Saisonesser! Ich bin ein alle-Saisonesser! Mit mir nicht mehr! Ich höre jetzt auf! Ich nehme jetzt ab! Oder auch nicht. Vielleicht höre ich nur auf, mir ständig den Bauch mit Bratwurst, Ofenkartoffeln und Salat mit viel Sauce voll zu hauen. Och Mensch, wo ich dran denke, könnte ich schon wieder zuschlagen! Das macht mich so schlecht gelaunt, dass ich echt heulen könnte. Meine Freunde wissen nur von meiner schlechten Laune und wollen mich aufmuntern und organisieren deshalb einen schönen gediegenen Grillabend. Na gut, wo ich schon mal eingeladen bin ...
Fußballfieber Deutschland im Fußballrausch! Und das bezieht sich tatsächlich auf ganz Deutschland. Vorbei die Zeiten, als Frau sich über die Fußballliebe ihres Göttergatten beschwert hat. Reif die Zeit für Frau am Ball. Immerhin sind die deutschen Damen Weltmeisterinnen. Wissen vielleicht die wenigsten – weil Fußball ist noch echt Männersache! (oder eben auch nicht!).
Wird Fußball nun auch noch eine Frauendomäne?
Jetzt sind wir überall zu finden. Auf den Plätzen, auf den Fanmeilen, im Stadion und beim Autohupkonzert. Allerdings unterscheidet sich das weibliche Fangeschlecht nochmals erheblich vom männlichen und hier gleich meinen Respekt an die Jungs, die so tapfer die letzten 4 Wochen durchgehalten haben. Nicht nur das Zittern und Bangen mit der eigenen deutschen Elf und das Hoffen auf den Sieg, sondern auch noch die schreienden Weiber drum herum, die losbrüllen, wenn einer fällt und keine Ahnung haben, was da eigentlich grad passiert ist. Hauptsache mal mitgegrölt. Aber das ist ja auch der Charakter dieser WM gewesen. Eine Nation – ein Gebrüll. Von 54, 74, 90, 2006 bis Football’s coming home – alle singen – alle tanzen – alle feiern – wunderbare WM! Ist nicht so, dass ich mich noch nie für Fußball interessiert hätte. Habe selbst eine ganze Weile gespielt. Trotzdem kann ich mir nie merken, in welchem Verein Metzelder spielt und was für starke Tore Klose schon geköpft hat. Ich weiß dafür allerdings, wer besser aussieht und wie viel Tattoos Frings hat, was zugegebener Maßen bei meinen männlichen Freunden und Kollegen nur für ein verständnisloses Kopfschütteln reicht. Dann die herbe Niederlage gegen die kleinen und nebenbei bemerkt nicht gerade schönen Italiener. Schon aufs Elfmeterschießen und Glanzleistung von Lehmann eingestellt knallen die uns ab. Tränen wohin man schaut. Doch Glück zum Schock für die Männer: Zum trösten sieht man Männlein heulend in den Armen vom Weiblein. Hat man schon mal so viel Harmonie zwischen Mann und Frau erlebt? Welt also trotz Niederlage im WM-Land weiterhin in bester Ordnung. Kleine Unterschiede aber nicht nur beim Wissen um die Einzelheiten bei Fußballfachkenntnis (Abseits, Abstoß, Freistoß – hä?). Klar, dass wir für Deutschland mitfiebern – umso schöner, dass wir so weit gekommen sind. Witzig allerdings die Auswahl der eigenen Favoriten bei anderen Spielen – ohne Deutschland. Da geht’s nämlich bei uns Damen nur ums Aussehen. England sah Scheiße aus – die durften rausfliegen. Portugal hatte viele Verehrer – gut, dass die im Finale stehen. Aber natürlich gibt’s auch in unserer Mannschaft wirklich schnuckelige Typen. Mein Schnuffel ist Michael Ballack, was meine männlichen Freunde in regelmäßigen kurzen Abständen dazu anregt, über ihn zu lästern. Vorher fanden sie ihn toll, wenn Frau aber sagt, wie gut er aussieht, dann wird’s mit der Akzeptanz schon schwieriger. Ein Mann muss Fußball spielen können – nicht gut aussehen! Melli steht auf Podolski. Auf meinen Einwand hin, dass der aber schon ziemlich doof ist, schaut sie mich nur entsetzt an und meint: „Natalie, man muss auch mal Abstriche machen!“ Gut, stimmt. Wir wollen ihn ja nicht heiraten. Nur angucken und freuen. Michi hat ja auch schon drei Söhne, trotzdem schmachte ich dahin, wenn er mit blau-wilden Augen und zersaustem Haar über das Mittelfeld sprintet. Kein Wunder also, dass neueste Studien beweisen, dass Fußballer tatsächlich schöner werden, weil soviel Frauen zuschauen. Weiter gut für die Harmonie zwischen Mann und Frau: Fußball befriedigt die Bedürfnisse von beiden. Und noch besser, weil Mann sich ganz Mann fühlen darf und uns Unwissende immer wieder mit Einzelheiten beeindrucken darf: „Der war doch schon 2002 im Finale gegen Brasilien stark – der macht seine Tore noch, wirst sehen. Wie 1990 werden wir uns durcharbeiten, als Klinsi selbst noch gespielt hat!“ Wow! Doch jetzt ist erst mal aus mit dem Augenschmaus und der Harmonie. WM vorüber. Deutschland geknickt. Aber vielleicht können wir ja was mitnehmen aus der WM – denn wir sind Deutschland – wir sind schön und wir sind toll und das Beste ist: Wir sind Mann und Frau in Harmonie. Zumindest bis die Bundesliga wieder los geht und Frau auf Essen gehen besteht und Fußball wieder langweilig ist.. Und entwarnt seien alle Männer, die um ihre letzte Domäne fürchten: Bundesliga ist nun wirklich nix für uns! Genießt also noch die Harmonie am Samstagabend bei der Sportschau, so lange ihr noch könnt.
Jetlag Jeder noch so schöne Urlaub hat einmal ein Ende. Auch meiner! Aber über 3 Wochen Amerika, Strand, Sonne und Schnorchelkatastrophen sind dann auch mal wieder genug. Außerdem freue ich mich wieder auf die Arbeit, meine Freunde, Familie und vor allen Dingen meinen Hund. Aber am meisten freue ich mich wieder auf richtiges Essen, mein eigenes Bett und ein eigenes Zimmer.
Ist es nicht immer wieder schön, nach einem Urlaub nach Hause zu kommen? Endlich wieder Heimatduft!
Ich komme in München an und werde gleich mal auf meine gesunde Bräune angesprochen – passt. Dazu kann ich gleich am nächsten Tag nicht nur meinen Hund, sondern auch mein neues Auto wieder in die Arme schließen. Alles läuft wie geplant. Und wer redet überhaupt die ganze Zeit von Jetlag? Ich hab keinen! Außerdem ist ja noch Fußball-WM und ich bin froh, endlich im Land des Fußballs gelandet zu sein. Also Fahne hoch und ab auf die Leopoldstraße. Bin so gut gelaunt, dass ich gar nicht ins Bett will – obwohl schon längst Zeit wäre. Meine Freunde haben zufälligerweise auch noch Urlaub und so wird bis morgens in die Puppen gefeiert. Gut, am nächsten Morgen bin ich vielleicht etwas müde. Aber egal. Der erste Arbeitstag. Als ich meinen Schreibtisch sehe, verfliegt ein wenig meiner Sommerbräune. Wow - soviel zu tun? Na gut, dann nichts wie ran an die Arbeit. Komischerweise werde ich ziemlich schnell müde. Hätte ich vergangene Nacht doch mehr schlafen sollen? Am Abend bin ich topfit und habe die Übersicht verloren. Was für ein Tag ist überhaupt heute? Ich finde lediglich heraus, welche Spiele heute Abend noch bei der WM stattfinden und kann natürlich nicht ohne Fußball ins Bett gehen. Das Spiel war gut und meine Stimmung auch. Komisch, bin gar nicht müde. Nachts um vier gehe ich dann doch mal ins Bett. Am nächsten Morgen stehe ich auf und habe nichts zum Anziehen. Verdammt. Wo habe ich denn eigentlich meine ganze Kleidung – vor allen Dingen den Koffer mit den neuen Sachen? Die neuen Stücke sind noch im Koffer – wie der Rest meiner Kleidung. Ich hab wohl vergessen auszupacken. Verdammt! Jetzt muss ich waschen, bügeln, aufräumen. Genau das, was eine junge Frau nach dem Urlaub braucht. Nebenbei ist wie gesagt noch Fußball. Und irgendwie hab ich die Wochenübersicht verloren. In der Arbeit bin ich so müde, dass ich fast umfalle. Am Abend muss ich drehen gehen und fühle mich, als wäre ich unter einen Lieferwagen mit Zementsteinen gekommen. Irgendwie hab ich’s im Moment nicht so mit der Zeit. Ein Kollege fragt mich, ob ich denn Probleme mit Jetlag habe. „Jetlag? Pfff, überhaupt nicht ...!“ Am Abend bin ich wieder in der Redaktion, springe in mein Auto und will eigentlich nur noch eins: Nach Hause und ins Bett. Denn endlich bin ich mal wieder abends müde. Und jetzt weiß ich auch nicht, wie das passieren konnte. Ich schätze mal, ich war nicht mehr so richtig aufnahmefähig. Ich hab mich nämlich verfahren. Es sind zwar von unserer Redaktion zu meiner Wohnung nur zehn Minuten Fahrweg – aber manchmal kann man gewisse Dinge einfach nicht erklären. Ich fahre also ziemlich müde durch München und versuche mich wieder zu orientieren. An der einen Kreuzung kenne ich mich endlich wieder aus. Hier muss ich links. Allerdings darf man hier nur gerade aus und rechts abbiegen. Aber was soll’s? Und wenn kümmert’s? Jeden Tag biegen die Menschen in München ziemlich bewusst falsch ab. Also wieso nicht auch nachts? Ich also links gefahren. Eine Minute hinter mir Blaulicht. „Stopp Polizei“. Verdammt! „Guten Abend“, sagt ein freundlicher junger Polizist. Er fragt mich, ob ich die blauen Schilder mit den Pfeilen kenne. Erst stehe ich auf der Leitung, aber dann kapiere ich ziemlich schnell. Ich erkläre ihm, dass ich mich verfahren habe. Er findet das ziemlich unglaubwürdig, nachdem ich ja nun schon länger in München wohne. Hm, der kennt mich nicht. Ich versuche ihm zu erklären, dass ich mich tatsächlich verfahren habe und sage ihm, er kann ja gerne mal auf isarbote.de gehen, dort schreibe ich jede Woche eine Kolumne und da kann er mehrfach nachlesen, dass ich leider nicht mit einem Orientierungssinn ausgestattet wurde. Er glaubt mir zwar, ist allerdings sichtlich irritiert. Dann bittet er um Fahrzeugschein und Führerschein. „Also die Sache ist jetzt die: Ich habe meinen Führerschein vor meinem Urlaub verloren. Wissen Sie, ich war drei Wochen in Amerika. Erst in New York, Miami, Orlando und so weiter. Naja, jedenfalls habe ich vorher meinen Führerschein verloren. Und den muss ich jetzt erst neu beantragen. Dazu braucht man aber die Karteikartenabschrift oder wie das heißt, von der Behörde ... und mein Fahrzeugschein habe ich vergessen zu holen, weil das Auto habe ich erst seit drei Tagen ....“. Nachdem ich fünf Minuten lang auf ihn eingeredet habe und er schätzungsweise einen trockenen Mund hat, weil ihm der nämlich aufstand, ist er schwer irritiert. Er geht zu seinem Polizeiauto zurück. Eine Minute später kommt ein anderer Polizist. Gut, erzähl ich ihm die Geschichte eben auch noch mal. Auch er ist verwirrt, nach ihm kommt der dritte. Der ist schlauer und lässt sich erst gar nicht bequatschen. Der gibt mir jetzt direkt meine Strafzettel. Jetzt bin ich schwer verwirrt und fahre nach Hause. Am nächsten Morgen habe ich erst mal verschlafen, komme dummerweise zu spät in die Redaktion, mein Hund beschwert sich, weil ich so hektisch war beim Gassi gehen, denn das kann er jetzt wirklich gar nicht leiden, außerdem habe ich vergessen die Wäsche aufzuhängen, die jetzt ganz verknittert in der Waschmaschine liegt und ich muss mich auch noch um diesen ganzen Papierkram kümmern wegen der Polizei ... Also echt, ich brauch Urlaub ...
Schnorchelanleitung Urlaub, Strand und Meer. Florida, Miami, jetzt Bahamas auf dem Kreuzfahrtschiff. Und den Urlaub auf den Bahamas muss man auch unter Wasser erkunden! Ich finde es langweilig, wenn die Leute nur auf dem Schiff am Pool bleiben, “weil Schnorcheln so anstrengend ist und dämlich aussieht!”. Tss. Ich gehe Schnorcheln!! Erstes Problem dabei: Ich habe Angst vor Fischen! Beste Medizin ist ja immer die Konfrontation. Schnorcheln scheint eine gute Lösung zu sein. Allerdings ist Schnorcheln nicht so einfach, wie ich es mir vorgestellt hatte.
Hat denn noch nie einer was von einer Schnorchelanleitung gehört?
Am Anfang war ich guter Dinge. Schnorchel ausleihen und los geht’s. Flossen, Brille mit Schnorchel und Rettungsweste in der Hand und ab zum Wasser. Allerdings kann ich jedem nur raten, sich die Flossen erst im Wasser anzuziehen. Sonja und ich haben vor lauter Eifer die Flossen bereits im Sand angezogen. Aber erstens lässt es sich damit schlecht laufen, zweitens sieht es sehr dämlich aus und drittens haut man sich beim Laufen ständig den Sand in die Augen. Flossen also wieder aus. Der Sand ist zwar wunderschön, aber verdammt heiß. Wir hüpfen wie die Hühner zum Wasser und springen in die Fluten. Flossen wieder an. Dabei muss man übrigens aufpassen, dass die Rettungsweste nicht im Wasser zusammen mit der Brille verloren geht. Flossen wieder aus und der Weste hinterher. Weste über den Arm gepackt, Brille in die eine Hand und jetzt endlich die Flossen anziehen. Dass jetzt auch noch der Kopf über dem Wasser bleibt, ist dabei aber echt zuviel verlangt. Mir brennen also jetzt schon die Augen vom Salzwasser. Egal. Weste an und Schnorchelbrille. Sonja sieht damit auch noch gut aus. Ich sehe aus wie eine Ente mit Atemmaske! Egal. Man soll ja nicht schön sein sondern Schnorcheln! Nachdem ich die Brille mehrfach fest und wieder locker und wieder fester an meinen Kopf gebunden habe, fällt mir auf, dass für meine Kopfform wohl keine Brille erfunden wurde. Ich drücke sie also so fest, dass es mir fast das Hirn aus der anderen Seite wieder rausdrückt. Aber besser als Wasser in den Augen. So, Schnorchel in den Mund und los geht’s. Ich hänge den Kopf unters Wasser und tauche sofort wieder auf! Ich krieg keine Luft!! Ich schaue an mir runter. An meiner Seite hängt noch mal ein Schnorchelrohr. Wieso hab ich denn zwei? Sonja lacht und gibt mir das richtige Luftrohr. Ich habe mir wohl das Notluftdings von der Weste in den Mund gesteckt. Also neuer Versuch. Ich hänge meinen Kopf wieder unter Wasser und hole tief Luft. Allerdings mit der Nase, welche aber unter der Taucherbrille steckt. Brille beschlagen. Wieder auftauchen, Brille abnehmen, durchs Wasser ziehen und unbeschlagene Brille wieder aufsetzen. Jetzt hab ich zwar klare Sicht, allerdings tropft mir das Salzwasser in die Augen. Brille wieder aus und Augen abwischen. Allerdings habe ich nasse Salzwasser-Hände und reibe mir damit noch mal mehr Salz in die Augen. Ein paar Minuten später geht’s meinen Augen wieder besser und ich starte den nächsten Versuch. Allerdings komme ich nicht weit. Durch den Mund atmen, Arme an den Körper, mit den Füßen paddeln, nach Fischen gucken und dann auch noch schauen, wohin man schwimmt, ist echt ein bisschen viel verlangt. Und da ich nun mal ein Orientierungssinn habe wie ein blindes Huhn, schwimme ich statt raus ins weite Meer wieder zum Strand. Merke ich allerdings erst, als ich mit dem Bauch auf dem Sand aufkomme. Wie ein gestrandeter Wal schaue ich unter meiner dämlichen Taucherbrille ziemlich irritiert in zwei blaue Augen. Ein Amerikaner fragt mich, was ich hier denn mache. Ich erkläre ihm, dass dies mein erster Schnorchelversuch ist. Er nickt verständnisvoll, packt mich an den Schultern und dreht mich um. Wieder Richtung Meer und gibt mir einen Stupser ins Wasser. Jetzt fühle ich mich echt wie ein gestrandetes Walross. Aber immerhin bin ich jetzt auf dem richtigen Kurs. Ich kann dann auch schätzungsweise ganze zwei Minuten schwimmen, bis ich mit meinem Kopf einen Felsbrocken ramme. Erstens tut es weh und zweitens ist es peinlich. Denn als ich völlig verwirrt auftauche, schauen mich hunderte Augen erschüttert an. Wieso darf man eigentlich mitten im Meer auf einem Felsen sitzen?? Ich versuche so cool wie möglich meine Flossen und Schnorchel unter Kontrolle zu halten und orientiere mich erneut in Richtung Meer. Ein paar Minuten später komme ich endlich in die richtige Richtung. Auf einmal schwimmt unter mir ein riesiges schreckliches klebriges Etwas. In völliger Panik um mein Leben schreie ich los, was man durch den Schnorchel schätzungsweise kaum hören kann, tauche hysterisch auf, reiße mir den Schnorchel aus dem Mund und schreie: “Ein Fiiiiiiiiiiisch!” Ich weiß ja nicht; ob die Sache mit der Konfrontation so eine gute Idee war. Sonja kommt und rettet mich. Sie nimmt meine Hand. Gemeinsam schnorcheln wir weiter. Ganze zweihundert Meter schaffen wir insgesamt - so schätzungsweise. Denn ich muss alle zwanzig Meter auftauchen und mich erst mal erholen und das Wasser aus meiner Brille laufen lassen. Schnorcheln macht mir irgendwie keinen Spaß. Als wir wieder an Land kommen, fühle ich mich wie gestrandet. Also ob ich von Miami persönlich zu den Bahamas geschwommen wäre und mich nicht mit einem Kreuzfahrtschiff da hätte hin kutschieren lassen. Auf dem Boot das Wasser zu sehen ist irgendwie auch viel cooler. Außerdem bekommt man da keinen Sonnenbrand auf dem Hintern. Den hab ich nämlich - kann nämlich gut sein, dass ich neben den ganzen anderen Schnorchelpeinlichkeiten meinen Hintern nicht unters Wasser gekriegt habe und er so nun die ganze Zeit wie eine dicke Wahlflosse oben geschwommen hatte. Also ich gehe jetzt wieder aufs Schiff und lege mich nur noch an den Pool!
Strandtag USA, Florida, Miami, South Beach, 32 Grad, leicht bewölkt, 1. Strandtag. Wir freuen uns wie Schnitzel auf den Besuch am Strand, der gerade mal 2 Minuten von unserem Hotel entfernt ist. Der weichen Sand und türkisfarbenes Wasser verspricht. Nachdem es am Morgen sehr bewölkt war und sogar leicht geregnet hatte, waren wir trotz allem die einzigen, die in Jeans rum gelaufen sind. Aber es sah gut aus - und wir wollen ja nicht aussehen wie irgendwelche Touristen! Und keine zwei Stunden später ist es so heiß, dass wir es in der City nicht mehr aushalten und uns auf den Weg zum Hotel machen. Strandtag. Einfach schnell Bikini anziehen und ab ans Meer, Sonnenbaden und relaxen. Einen einfachen Strandtag einfach nur genießen.
Ist das Leben nicht einfach und schön?
Nein. Nicht, wenn zwei junge Frauen unterwegs sind, die immer einfach gut aussehen wollen ... Schnell ins Hotel klappt noch. Schnell Bikini anziehen wird schon schwieriger. Welchen von den drei neuen anziehen? Nachdem wir extra in New York geshoppt haben wie die Blöden, finden wir jetzt, dass nicht jeder Bikini gleich gut aussieht. In dem einen hat sieht man so blass aus bei noch ungetönter Haut, in dem anderen hat man so eine komische Figur und in dem anderen kommt die Celulite so stark raus. Dass das nicht an einem Bikini alleine liegen kann, ist uns übrigens klar. Trotzdem könnte der Bikini doch ein bisschen mehr Rücksicht nehmen auf unsere Problemzonen! Egal. Einer muss nun mal herhalten. Nachdem diese Hürde überstanden ist, geht’s um die Kleidung vom Hotel zum Strand. Wie gesagt, ganze zwei Minuten Fußweg vom Hotel zum Strand. Das allerdings hat keine Auswirkung auf unseren Kleidungsfimmel. Ob zwei Minuten oder zwei Stunden - wir wollen doch nicht aussehen wie Touristen! Aber auch nicht dick. Die Hose - nee doch nicht - die macht einen dicken Hintern. Die andere passt nicht zum Bikini. Doch den anderen Bikini. Nee, lieber einen Rock. Nee, auch unbequem - da reiben so die Schenkel aneinander. Zum Glück haben wir zwei Koffer aus New York mitgebracht. Die werden jetzt erst mal auf den Kopf gestellt. Wir wollen schließlich so gut aussehen, dass es einfach nur schnell angezogen aussieht. Die Kleidung und die passenden Flip Flops endlich lässig rausgesucht, müssen wir schnell noch was an den Haaren richten und ungelogen, eine ganze Stunde später kommen wir an den Strand. Das ist doch „einfach nur schnell Bikini“ anziehen oder? Am Strand findet sich schnell ein Plätzchen, aber nur vorsichtig ziehen wir die gut raus gesuchte Kleidung aus. Rücken alles an seinen Platzen und legen uns auf unsere Decken. Erst mal Lage auschecken. Die Wolkendecke ist leider mittlerweile ziemlich stark, nur zwischendurch brennt die Sonne vom Himmel. Dann ist es sehr sehr heiß. Sonst nur heiß. Und was macht man normalerweise, wenn einem heiß ist. Klar, man geht ins türkisblaue Wasser. Aber ist jemandem schon mal aufgefallen, dass auf den Fotos in den Reiseprospekten nie Algen, dicke fiese Steine und tote Krebse, die am Strand liegen, zu finden sind? Bei uns schon. Wir hüpfen mit schmerzverzerrtem Gesicht und nicht gerade sehr sexy über den die Steinchen. Muss ich jetzt noch mal betonen: Sieht echt Scheiße aus, wie wir da rumeiern ins Wasser. Nach den Steinchen kommt das Wasser. Die Algen sind bisschen eklig. Und da weder Sonja noch ich Fische und Algen mögen, wird das Schwimmen zum Highlight - nicht für uns. Sondern für die Leute, die uns zu sehen. Das Wasser ist angenehm warm, die Algen sind unangenehm viel - und gibt’s hier nicht Haie? “Iiiiiihhhhh - da war ein Fisch!“ Aufgeregt hüf ich zur Seite. „Iiiiiiiiihhhh!!!!“, ich bin geradewegs in ein Algengefilde gehüpft. “Hhmmpffff!“ wieder raus da. So kurz verschnaufen und erst mal orientieren. Wir stehen eng beieinander, die Arme schützend vor uns gehalten und bis zur Hüfte im Wasser. Auf einmal kommt eine Riesenwelle und haut uns um. Voll in die Algen rein. Mit zugekniffen Augen versuchen wir erst mal wieder aufzustehen, da schwappt die nächste Welle auf uns und voll in Mund und Augen. „Buuuuääähhh!“ Ach ja, Salzwasser, daran hatte ich gar nicht mehr gedacht. Schmeckt eklig übrigens! Sehr salzig! Sonja fängt an zu lachen und als ich sie ansehe, muss ich auch lachen. Ihr hängen Algen auf dem Kopf. Sie lacht und deutet auf meinen Kopf! „Iiiih!“ Mir auch! Als sie feststellt, ihr auch, schlagen wir wie hysterische Hühner die Algen von unserem Kopf, werden von der nächsten Welle umgeworfen, versuchen panisch aus dem Wasser zu krabbeln. Hüpfen wieder mit schmerzverzerrtem Gesicht sehr unsexy über die Steine und landen auf unseren Handtüchern. Wir sind so erledigt, davon müssen wir uns erst mal erholen. 3 Stunden später laufen wir zu unserem Hotel und abends brennt irgendwie meine Haut. Verdammt! Wir haben Sonnenbrand! Hätte uns doch wirklich mal jemand sagen können, dass wir nicht gut aussehen sollen, sondern gut eingecremt sein sollten. Jetzt sind wir ziemlich rot und uns ist es piepegal, wie wir aussehen. Und so sehen wir aus, wie Touristen. Egal. Hauptsache es brennt nicht!
Urlaubsvorbereitungen Ganz Sex and the City like sitze ich natürlich im Starbucks am Fenster und tippe. Wie Carrie Bradshaw! Die Sonne scheint über die Dächer von New York, die gelben Taxis rauschen vorbei und die Sirenen von Feuerwehr und NYPD erklingen taktvoll alle zwei Minuten. Ich mitten drin. Verdammt lässig. Verdammt cool. Natalie in New York.
Soll ich ihnen die Wahrheit über meinen coolen Auftritt verraten?
Wie immer hatte ich mir vorgenommen, mich gut auf den Urlaub vorzubereiten. Und wie immer hatte das nicht geklappt! Ich glaube, ich habe das Ganze nicht so ernst genommen. In Zukunft passiert mir das aber nicht mehr …! Verdrängt habe ich die Aufforderungen meiner Mutter, von Sonja, die in New York schon auf mich gewartet hat, und die Frage meiner Freunde, ob ich denn schon alles organisiert hätte. Tsss, was soll man da denn groß organisieren? Packen, los fahren, fertig.
Auf Druck von Sonja hab ich dann halt doch mal sechs Wochen vor Abflug noch schnell meinen Reisepass beantragt. Was ein Glück. Denn seit Mai darf man nur noch mit Reisepass und nicht mehr nur mit Personalausweis einreisen. Noch mehr Glück, weil ich gestern festgestellt habe, dass mein Personalausweis bereits abgelaufen ist. Dann muss ich ja doch noch voll viel in der Arbeit machen. Alles übergeben, vorbereiten für die Rückkehr und wow, so viel, dass ich jetzt wirklich nicht noch mal alles aufzählen will. Der Hund! Der kann sich ja jetzt nicht drei Wochen lang selbst Gassi führen. Verdammt! Mama! Papa! Hund zu den Eltern gebracht. Wieder heim. Morgen früh geht’s los. Ach, genau der richtige Anlass, um noch mal zu feiern. Ziemlich beschwippst komme ich nachts um halb zwei heim. Scheiße! Packen! Schnell erledigt. Aber die Hälfte fehlt! Wie? Hätte ich jetzt etwa vor dem Urlaub noch mal waschen müssen? Fällt es jemandem auf, wenn die Blusen und Hosen noch nass und verknittert sind? Ach, die bügel ich noch in der Früh! Verdammt, verschlafen. Schnell duschen. Oh nein, ich muss noch was fertig malen für mein Projekt. Ein gütiger Freund, der mich zum Flughafen fahren will, klingelt. Verdammt! Wieso ist der pünktlich? Ich lasse mich nicht beirren und male schnell mein Bild fertig. Er ist etwas irritiert. “Hast du dann alles?” Äh, na ja … Ich müsste da noch schnell zum Reformhaus, in die Apotheke, die gemalten Bilder abgeben und so.. Er verdreht die Augen und ich kann ihm förmlich ansehen, was er denkt: Weiber! Irgendwann dann doch endlich mal auf dem Weg zum Flughafen. “Mit welcher Gesellschaft fliegst du?” Keine Ahnung. Ist doch egal, oder? Nein, ist es nicht. Er muss ja wissen, zu welchem Terminal er mich bringen soll. Ach so, na ja, gut. Ich krame erst mal die Taschen um und suche meine Tickets. Iberia. Gut, Terminal gefunden. Platzreservierung ausmachen. “Über den Tragflächen sind eigentlich die sichersten Plätze!” meint die Boden-Stewardess lässig. Bitte? Am sichersten? Hätte ich mich doch mal eher über die Fluggesellschaft informieren sollen? Zwei Kilo Übergepäck kostet übrigens 25 Euro. Hätte ich die zwei Kilo in einen extra Koffer, hätte ich noch diverse Kilos dazu packen können und nichts bezahlt. Kann ja kein Mensch wissen.. Leicht irritiert lade ich den Freund noch zum Dank fürs Fahren und für die Geduld zum Frühstück ein. Kaufe mir noch ein paar Bücher und laufe gegen eine Glaswand. Ist mir schon mal an einem Flughafen passiert. Dass die aber da auch keine Vögel draufkleben! Erst geht’s nach Madrid. Die Stewardess kommt und gibt mir meine bestellte Cola. “2,50 Euro!” sagt sie bestimmt. Wie bitte? Ich hab gar kein Bargeld in Euros mehr dabei. Na ja, langt grad noch und mich befällt beim Umsteigen in Madrid Panik. Kein Kleingeld, nur Dollars, kein EC-Automat und in Madrid muss man erst mit dem Zug fahren, bis man zum nächsten Terminal kommt. Bin sowieso schwer irritiert, weil ich mein Ticket nicht kapiere und zehn Mal nachfrage. Jetzt hat man mir schon zehn Mal drauf geschrieben, dass ich zu U74 muss. Ach so, das ist nicht die U-Bahn, mit der ich fahren muss, sondern der Name des Abflugsterminal. Kann ja kein Mensch wissen. Ich bin schlecht gelaunt. Es ist total heiß in Madrid, der Flug wird lang und kein Geld, um mir was zu Essen zu kaufen. Hätte ich mich doch besser auf den Urlaub vorbereiten müssen? Glück im Unglück. Ich sitze alleine am Fenster. Kein Mensch neben mir. Wenn man anfängt zu zweifeln, geht’s eben doch immer weiter. Und essen und trinken gibt’s auch für so. Gott sei Dank. Außerdem scheint mir bis zu unserer Zeit nachts um eins die Sonne ins Gesicht. Was ein Leben! Allerdings bekomme ich erneut Panik beim Ausfüllen der Einreiseformulare der USA. Da ich mit einer spanischen Gesellschaft fliege, bemüht sich auch keiner, mich zu verstehen, und ich fülle das Formular drei Mal falsch aus. Endlich fertig sind wir auch schon im Landeanflug zum JFK. Angekommen stehe ich erst mal in der falschen Schlange. Bei den US-Bürgern. Na, soweit bin ich jetzt auch noch nicht. Als ich den Fehler bemerke, bin ich schon fast dran und muss mich noch mal ganz hinten bei den Europäern anstellen. Ich komm schließlich zu dem amerikanischen Polizisten, der meine Fingerabdruck und mein Formular nimmt. “You did that wrong!” sagt er. Aha, Formular wohl falsch ausgefüllt. Ich bin nach wie vor etwas irritiert von deren Zeilenaufteilung. Fülle es noch mal aus. Ich gebe es ihm. Er lacht und schüttelt den Kopf. “No! You did that wrong!” Dann füllt er es mit dem dummen deutschen Mädchen zusammen aus. Wie peinlich. Endlich befreit rutsche ich auf meinen Pumps aus und falle direkt vor eins der spiegelnden Fenster, wo doch jeder weiß, dass dahinter der Geheimdienst sitzt. Wie peinlich. Total irritiert laufe ich zum “EXIT”. Das “Emergency” davor hab ich übersehen. Fällt mir auf, als ich von zwei Polizisten zum wahren Ausgang geführt werde. Gott sei Dank, da steht Sonja. Wie verabredet wollte ich mein Haar in den Nacken schwingen und mich für meine Fitness-Urlaubsvorbereitungen loben lassen. Hat natürlich nicht geklappt gehabt - wie all die anderen Vorbereitungen auch. So falle ich ihr nur erleichtert um den Hals. “Bring mich wohin, wo es Schokolade gibt!” flehe ich sie an. Sie lacht. Bin ich froh, dass ich jetzt da bin und der ganze Spuk vorbei ist. Ich sitze hier ganz cool in New York im Starbucks. In vier Tagen geht’s weiter nach Miami. Aber bis dahin habe ich ja noch Zeit, um mich drauf vorzubereiten.
Zahltag Date mit dem jungen Mann. Mein Geldbeutel ist voll. Wir gehen essen. Ist nett, lustig und um halb eins zu Ende. Der Kellner kommt. Die Rechnung. „Getrennt oder zusammen?“, fragen manche Kellner schon. Andere legen noch traditionell dem Mann die Rechnung hin. Nur: Mann zahlt heute nicht mehr! Während Fräulein einst dankend und lächelnd ablehnte, um dann doch eingeladen zu werden, sind wir heute bei getrennten Kassen – von Anfang an! Erst haben wir die Emanzipation erschaffen, jetzt müssen wir auch in allen Situationen mit ihr Leben!
Ist jetzt Zahltag?
Wir sind gleichberechtigt. Wir sind in Führungspositionen! Wir sind schlau! Wir sind frei! Wir sind Bundeskanzlerin! Wir sind nicht nur Deutschland – wir sind die ganze Welt! Denn seien wir mal ehrlich: Schon früh erkannten die wahren Philosophen, dass die wahren Macher auf dem Globus die weiblichen Geschöpfe sind. Oder wie heißt es so schön?: Hinter jedem starken Mann steckt eine noch stärkere Frau! Nur mittlerweile stehen wir nicht mehr hinter den breiten Schultern der Männer, sondern rücken uns selbst ins Rampenlicht. Wir beweisen uns tagtäglich und haben mittlerweile alles erreicht, was wir wollten. Die einzelnen Punkte, die die Emanzen noch stören, kann man in anderen Punkten bei den Männern ebenfalls aufzählen. Oder wie leicht ist es heute für einen Mann, das Sorgerecht zu bekommen, selbst wenn er vielleicht der bessere Vater als sie die bessere Mutter wäre?! Fakt ist jedoch: Wir sind tatsächlich gleichberechtigt! Der Kampf ist vorbei! Nur wenn wir uns mal genauer auf dem Schlachtfeld umsehen, dann erkennen wir genau das, was man meist nach einer langen Schlacht findet: die Sieger und die, die es nicht geschafft haben und sich geknickt wieder zurück ziehen. In unserem Fall sind wir die Sieger! Das Problem ist aber, dass, kaum haben wir gewonnen und die Männer stylen sich und sprechen über ihre Gefühle (und jetzt mal ehrlich, wer will denn schon einen Mann zu Hause sitzen haben, der sich die Fingernägel manikürt und dabei über sein inneres Gefühlsleben palavert??), entdecken wir, dass kaum noch „wahre“ Männer übrig geblieben ist.
„Ihr Frauen seid zu stark! Deshalb kuscheln die Männer jetzt lieber unter sich!“, behauptet ein älterer Bekannter von mir immer! Kann das sein?
Klar ist jedenfalls, dass wir nun Jahre lang für die Selbstständigkeit gekämpft haben und nun auch damit leben müssen. Vorbei der Ratschlag meiner Mutter: „Er ist der Mann! Er muss dich schon einladen, wenn er dich treffen will!“ Oder der meiner etwas älteren und traditionell verbundenen Freundin: „Wenn Männer mit dem Geld geizig sind, dann sind sie es auch mit dem Herzen!“ Ja aber sag mal, ich bin doch gleichberechtigt! Verdiene mindestens genauso viel wie er. Da kann ich doch nicht erwarten, dass er zahlt. Ich bin ja kein kleines Mädchen, dass sein Essen nicht selbst zahlen kann! Und ich will ihn doch auch sehen! Aber nicht nur beim Zahlen gibt es Differenzen, die nicht klar zu definieren sind. Dieses ganze Ungleichgewicht, das nun zwischen Männern und Frauen herrscht, macht das Flirten und Baggern noch schwieriger. Manch eine, heute Gott sei Dank glücklich verheiratet, ist froh, dass der Spuk vorbei ist und denkt sich jetzt wahrscheinlich: Noch schwieriger?? Klar! Wer spricht zuerst an? Wer muss sich melden? Wenn er sich tagelang nicht meldet oder mich nicht sehen will, mag er mich dann doch nicht oder will er mich nur meiner selbst erkämpften Freiheit nicht berauben? Mag sie mich wirklich oder bin ich für sie nur einer von vielen? Muss der Mann um eine Frau noch werben, ist er nun gleichberechtigt oder ist sie nun dran? Sind Männer jetzt die Frauen und Frauen jetzt die Männer? Wie sind denn überhaupt heutzutage die Rollenverteilung aus?
Es sieht fast so aus, als wäre nun Zahltag! Das find ich persönlich jetzt bescheuert! Nichts gegen die Freiheit und die Möglichkeit der Karriere! Aber privat bin ich dann doch lieber das Mädchen. Nennt mich Fräulein und achtet auf meine weibliche Seite! Deshalb gucke ich auch fleißig Liebesschnulzen und fühle mich wieder ganz sensibel und weiblich, heule bei meinen Lieblingsfilmen wie ein Schlosshund und träume von dem edlen Ritter, der mich eines langen Tages endlich aus meiner sicheren Herzensfestung befreit! Denn die Männer sind unsicherer denn je und brauchen auf einmal die Zeit, die wir früher eingefordert haben. Und vielleicht sollte ich mich knallrosa anziehen, ihn schüchtern anschauen und ihm ein „Ich mag Dich!“ ins Ohr hauchen, damit er kapiert, dass ich ihn wirklich mag und keine Frau auf Raubzug bin. Muss man ja heutzutage schon mal klar stellen. Da aber Männer etwas länger brauchen, um zu schalten, gehe ich lieber auf Nummer sicher und vorher noch mal zum Geldautomaten.
Schönheitsideale Ich bin ein typisches Mädchen und sehe mir unheimlich gerne Fotos von den Schönen und den Reichen an. Wenn sie total gestylt auf dem roten Teppich stehen! Wow! Einmal in Gucci in Hollywood über den Teppich laufen! Was ein Leben! Immer fotografiert werden, immer top aussehen und die Welt liegt einem zu Füßen! Was ein TV und Kinoleben! Ich will nach Hollywood!
Ich bin dabei echt mega frustriert! Ich sehe in den Spiegel. Ich muss echt furchtbar aussehen! Jedenfalls nach der Meinung unserer Stylistin, des Visagisten, der Regie und Kameramänner!
Wer hat denn festgelegt, dass man im Fernsehen immer perfekt aussehen muss?
Jetzt bin ich ja „nur“ beim lokalen Fernsehen. Trotzdem muss man immer gestylt aussehen. Ich hab mal eine Postkarte bekommen von einer Zuschauerin, die sich beschwert hat, dass ich zwar so nett bin, aber immer ungekämmte Haare hätte. Das wäre ja wohl furchtbar! Bitte! Ich bin doch kein Topmodel! Will ich ja auch gar nicht sein. Ich lächele schon immer ganz viel vor der Kamera, um von meinem Styling abzulenken ... Allerdings findet unser Visagist die Idee nicht so toll. „Setz dich lieber mal hin, damit wir mit der Altbausanierung anfangen können!“ Nett formuliert! Zugegebener Maßen sehe ich aber danach echt immer perfekt aus. Zumindest im Gesicht und wenn man die drei Tonnen Puder mal außen vorlässt! Danach die Haare! „Die sind wie Flusen!“, „Die hast du nicht frisch gewaschen, stimmts?“, „Du musst unbedingt zum Frisör!“, „Wir erstellen dir mal ein neues Farbkonzept für dein Haupt!“, „Du brauchst echt einen anderen Schnitt!“ An dieser Stelle würde ich jedes Mal gerne einfach gehen. Aber das wars ja noch gar nicht! Erst wird noch ein bisschen an meinen Augenbrauen rumgemotzt und dann an meinem Oberteil und wie das sitzt. „Jetzt richten wir Mutti erst Mal den Büstenhalter!“, meint der Visagist und zupft an mir rum – und das nicht gerade sanft. Endlich fertig marschiere ich aus der Maske und werde von der Stylistin aufgehalten, die auch noch mal an mir runzupft. „Gehts so?“ frage ich in der Hoffnung das sie sagt: „Natürlich! Sieht super aus!“ Stattdessen meint sie nur: „Naja, besser als sonst!“ Danke! Im Studio geht der Nörgelstress weiter! Der Kameramann motzt über die Farbe und meine Schuhe, da wäre ein Fleck drauf! Bitte! Wer achtet denn auf die Schuhe?? Dann meckert der Tonmann, wie eigentlich jedes Mal, wenn er mir das Mikrofon anbringen will. Er hätte gar keine Möglichkeit, weder den Sender noch das Mikrofon richtig zu befestigen. Ich solle mir doch mal was anderes zulegen. Geht’s noch??? Keine weiße, schwarze, gestreifte, karierte und rote Kleidung! Sie soll mich aber schlank und wundervoll aussehen lassen, aber gleichzeitig auch Mikrofongeeignet sein. Nach der Aufzeichnung bin ich jedes Mal froh, wenn ich wieder zu Hause in meinen Lümmelklamotten bin! Scheiß auf Hollywood! Dann aber entdecke ich die neuesten Fotos von den Stars – ungeschminkt und ungestylt! Ha! Ich will gar nicht wissen, wie oft und wie lange täglich an denen rumgezupft wurde, bis sie auf dem roten Teppich in Gucci und Co. erscheinen durften! Also echt, unter diesen Gesichtspunkten erkennt man tatsächlich: Hollywoodstar ist ein knochenharter Job und ich bin froh, bloß in München zu sein.
Geburtstagsrituale Wenn ich früher nachts wach lag, nicht schlafen konnte und mich nächtelang ruhelos im Bett gewälzt habe, dann stand meist ein großer Tag an. Wahlweise Weihnachten oder mein Geburtstag! Ich bin vom Sternzeichen Stier – und ich bin ein Vollblutstier! Ich feiere gern und noch lieber esse ich – was sich leider auch auf die Figur auswirkt. Feiern, essen und natürlich die Geschenke. Wesentliche Punkte die Weihnachten oder eben den Geburtstag zum Highlight im Jahr machen. Nun ist Weihnachten noch ein bisschen hin – aber der Geburtstag stand an. Und die Nacht zuvor konnte ich kaum schlafen. Und zu einem Geburtstag gehören echte Emotionen! Zumindest wenn man noch so richtig feiert! Und das habe ich stets getan. Trotzdem habe ich mir immer gedacht, wenn ich mal Mitte 20 bin, dann bin ich reif und erwachsen. Eine junge Frau, die so schnell nichts mehr aus der Bahn wirft! Die cool ist, ihren Job hat, perfekte Freunde und das Leben, was sie sich immer erträumt hat. „Dann bin ich alt!“, dachte ich mir auch immer. Früher fand ich den Gedanken daran toll und aufregend! Irgendwann habe ich allerdings festgestellt, dass die meisten Menschen das gar nicht aufregend finden älter zu werden! Und alt zu sein ist noch mal schlimmer!
Doch woran merkt man, das man tatsächlich älter wird?
Mit 8 Jahren habe ich an meinem Geburtstag morgens um vier die Augen aufgemacht und genau in die Augen von Jennifer geschaut. Der Puppe, die ich mir schon Wochen zuvor ausgesucht hatte und nun kaum nachts schlafen konnte - bis ich sie endlich an meinem Geburtstag in die Arme schließen konnte. Ich hab geheult vor Glück! Mit 9 Jahren habe ich eine Geburtstagstorte bekommen, die mega hoch und mega schön war und die meine Eltern extra bei einem Konditor bestellt haben – ich hab geheult vor Glück! Mit 11 Jahren habe ich geheult, weil ich meiner Mutter in der Küche helfen musste, und als ich wieder zu meinen Freunden an den Kaffeetisch kam, hatten die schon meinen ganzen Erdbeerkuchen aufgegessen!!! Meine Freunde waren so schuldbewusst mir den ganzen Geburtstagskuchen weggefuttert zu haben, dass sie die Reste von ihren Tellern zusammen gekratzt haben, um sie mir zu geben. Aber das wollte ich dann auch nicht mehr! Mit 13 Jahren hatte ich das erste Mal Alkohol getrunken. Heimlich mit Freunden ein Glas Barcardi Orange. Mir war so schlecht und ich fands so schrecklich, dass ich glatt heulen musste! Mit 14 Jahren hab ich auch geheult. Da wollte mich ein Junge zum Geburtstag küssen! So richtig! Mit Zunge! Ich war so geschockt und fands so eklig, dass ich geheult habe! Mit 15 Jahren hatte ich Streit mit meinem ersten Freund und habe deshalb geheult! Als ich 16 Jahre alt wurde, haben meine Freunde eine Überraschungsparty für mich gegeben. Ich war so gerührt, dass ich geheult habe. Mit 17 Jahren hatte ich eine kleine Party gegeben und alle Freunde aus der Schule und meinen Vereinen eingeladen, mit 20 gerechnet und 96 Leute kamen. Ziemlich schnell war alles leer gefuttert und getrunken. Dann sind wir alle an die Tankstelle, haben uns was gekauft und dort gefeiert und das war so berauschend, dass ich dort vor Lachen heulen musste. Mit 18 Jahren habe ich ein Auto bekommen – klar hab ich geheult vor Freude! Mit 22 Jahren hatte ich eine so süße Liebeserklärung von meinem Freund bekommen, dass wir beide geheult haben. Mit 23 Jahren war ich wieder Single und so unglücklich, dass meine beste Freundin und ich aus Geburtstagstrauer geheult haben. Mit 24 Jahren habe ich mit meinen besten Freundinnen soviel gefeiert und gelacht und festgestellt, wie wichtig Freundschaften sind, dass wir alle an diesem Tag mehrfach geheult haben.
Und jetzt? Mit 25 Jahren? Ich habe gar nicht geheult. Oh mein Gott!!! Jetzt ist es soweit: Ich werde alt!!!! Alt und reif! Wofür habe ich jetzt zwar noch nicht so ganz verstanden, aber tatsächlich bin ich das, was ich mir als Kind unter „Mitte 20 Jahre alt sein“ immer vorgestellt habe! Ich habe einen Traumjob, eine Traumfamilie, traumhafte Freundschaften, einen traumhaft süßen Hund und eine Traumwohnung! Ich habe gemütlich rein gefeiert mit Freunden und Familie, den Geburts-Tag frei genommen und war ausgiebig mit meiner Mutter shoppen. Habe es abends mit Kollegen und Freunden krachen lassen! Meine beste Freundin hat extra frei genommen um die sechs Stunden Zeitverschiebung beachten zu können und bei mir um 0 Uhr nachts angerufen, um zu gratulieren. Ich habe alles, was ich jemals wollte! Und Gott sei Dank habe ich jetzt auch aus Dank dafür eine Träne in den Augen! Also alt bin ich wohl doch noch nicht ... Glück gehabt! Auf ein neues Jahr!
Auf diesem Wege einmal ein herzlichen Dank an all die Menschen in meinem Leben!! Besondern Dank auch an den „Isarboten“ für diese Plattform!
Warteschleife Sind wir Frauen nur so ungeduldig oder liegt das in der Natur der Menschen? Oder besser gefragt: Sind nur wir Frauen so schnell dabei zu interpretieren oder ist das natürlich?
Man stelle sich vor, man lernt ein echt gut aussehenden, jungen, feschen Mann kennen. „Ja, der ist ganz nett. Den könnt ich mir noch mal anschauen. Und weil’s so nett und lustig war gleich noch mal.“ So, zwei Mal getroffen, das dritte Treffen steht aus. Häufig wird geschrieben und telefoniert. Meist über belanglose Sachen. Das nervt!! Frau ist mutig und stellt per Email und mit zitternden Fingern folgende Frage:
Hast Du Lust morgen Abend noch was trinken zu gehen?
Hier beginnt das Protokoll des grauenvollen Wartens! 11:28 Uhr – Die Email meinerseits wird losgeschickt. 11:45 Uhr – Hm, komisch. Immer noch keine Antwort. Normalerweise schreibt er doch schnell. 11.56 Uhr – Gleich zwölf und immer noch keine Antwort! 12:09 Uhr – Jetzt werd ich so langsam sauer! Wieso schreibt der Depp denn nicht??? 12:30 Uhr – Immer noch keine Antwort. Nicht, dass ich nichts zu tun hätte. Es klickt nur ständig meine Maus auf den Posteingang, um zu schauen, ob ENDLICH Post da ist. 12: 34 Uhr – 3 Neue Nachrichten. KEINE von Ihm. 12:55 Uhr – Ich bin jetzt schlecht gelaunt! Ich gehe jetzt mit meiner Kollegin in die Küche und mache mir einen Salat! Weil fett bin ich auch noch!! 13:10 Uhr – Nachdem ich meiner Kollegin ausführlich von meinem Email-Desaster berichtet habe meint sie nur, er meldet sich schon. Super! 13.15 Uhr – Ich kann mir beim Essen meine Kommentare nicht verkneifen! Sie: „Was machst Du am Wochenende?“. Ich: „Keine Ahnung. Rumsitzen und warten, bis der nächste Kandidat kommt, der sich nicht mehr meldet!“. Weil, jetzt mal ehrlich, kennt doch fast jeder: Da läufts voll nett und gut und auf einmal, noch bevor sich irgendwas entwickeln konnte – wieder alles für die Katz. Spätestens seit Carrie und Co. aus Sex and the City wissen wir, dass es uns so geht ... 13:25 Uhr – Ich stopfe mir nach dem Salat noch ne halbe Tafel Schokolade rein. Bin voll gefrustet! 13:42 Uhr – Nach dem Mittagessen immer noch keine Nachricht! Jetzt sind das schon zwei Stunden her, seit ich meine Anfrage los geschickt habe! Himmel Arsch und Zwirn – was ist nur mit den Männern los? 13:51 Uhr – Ich muss mich so langsam beeilen – hab ja schließlich noch was zu arbeiten. 13.55 Uhr – Meine andere Kollegin meint, er meldet sich schon. Genau! Tss ... 14:08 Uhr – Hab jetzt grad geschäftliche Emails geschrieben – leider keine privaten. Er schreibt ja nicht zurück!!! 14:09 Uhr – Soll ich ihm noch mal schreiben? 14:11 Uhr – Nein! Ich bin doch nicht bescheuert! Der kann mich mal! Selbst wenn er sich jetzt meldet – ist mir piepegal! Interessiert mich nicht! So! Aus! Basta! 14:15 Uhr – Meine eine Kollegin meint, wenn er sich jetzt meldet, werde ich sowieso wieder beruhigt sein und mich mit ihm treffen! Ja von wegen! 14:31 Uhr – Ich versuche mich mittlerweile fast erfolgreich abzulenken. Und es ist mir auch ganz egal, ob er sich noch mal meldet oder nicht! Wer nicht will, der hat schon! 14:34 Uhr – Obwohl es eigentlich schon schade ist. Denn mittlerweile, wo ich schon so lange auf seine Rückmeldung warte, fällt mir auf, dass er wirklich nett sein könnte! Verdammt! 14:45 Uhr – Naja, was solls! Das wars dann wohl mal wieder! Ich geh jetzt in den Schnittraum und schneide meine Sendung! Scheiß auf die Männer!! Sind mir total egal!!!!
16:46 Uhr – Juhuuu – er hat geschrieben! Und gleich zwei mal. Um kurz vor 15 Uhr, dass er sich erst mal entschuldigt, er wurde ganz plötzlich von seinem Chef in eine Konferenz berufen und um halb vier vorhin noch mal, ob ich denn jetzt sauer bin. Total süß! Naja, ich muss mich jetzt beeilen, wir gehen gleich noch was trinken.
Lockenköpfchen Man kann es den Männern einfach nicht recht machen! Und dabei ist es egal, ob es der Vater, der Freund, die Freunde oder die Kollegen sind. Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass Männer Frauen hinterher schauen, die vorzugsweise blond, mit kurzem Rock, Stiefeln und ausgeschnittenem Top an Ihnen vorbei laufen? Bestimmt! Aber haben Sie sich schon mal so richtig vor Augen geführt, dass die Männer in ihrem Leben es ziemlich Scheiße finden, wenn Sie so etwas anziehen?
Wollen Männer ihre Traumfrauen etwa nicht zu Hause haben?
Der Sabber läuft aus dem Mund bei Pamela Anderson, Angelina Jolie oder Nicole Smith! Aber würde wirklich einer mit solchen Sexbomben zu Hause leben wollen? Wir müssen ja gar nicht so weit gehen. Es reicht ja schon, wenn Sie sich den neuen Minirock kaufen, den ER neulich erst auf dem Plakat an der Straße so lange angestarrt haben. Zu Hause dann, genau diese Situation bei meiner Freundin Jessi: „Was hast du denn da an?“ sagt er nicht gerade erfreut. Sie schaut an sich runter: „Wieso? Der hat dir doch neulich so gut gefallen!“ Er weiß von nichts mehr. Ich hingegen habe neue Lockenwickler entdeckt. Die machen Papilottenlocken. Ich war total glücklich, als ich diese neue Entdeckung zu Hause ausprobiert habe. Zufrieden mit mir selbst und mit meinen neuen süßen Locken bin ich am nächsten Tag in die Arbeit spaziert. „Wie siehst denn du aus?“ fragt Markus grinsend. „Was ist denn mit dir passiert?“ fragt Helge und lacht. „Bist du unter den Staubsauger gekommen?“ fragt Thomas und grinst. „Hast du die Nacht durch gemacht?“ fragt Tom und lacht auch.
Haha – wie witzig!
Nur weil die Männer sich nicht mal die Haare neu stylen, keine neuen Make-ups ausprobieren und auch nie ihren Kleiderschrank mal komplett generalüberholen, ist unsereins ja nicht dazu verpflichtet, nichts zu tun! Uns nun macht es nun mal Spaß, sich neu zu entdecken, aber anstatt des erhofften Lobs bekommt man von den Jungs immer nur blöde Sprüche reingedrückt. Das war in der Schule mit 13 schon nicht anders und ist heute noch genauso! Aber eins hab ich damals schon festgestellt: Man muss nur ein paar Tage durchhalten. Früher haben dann die Jungs die Lust verloren sich über einen lustig zu machen. Und heute ist das noch genauso! Und noch besser! Oder wie war das erst gestern, 4 Tage nach meinem ersten Auftritt? Thomas sagte: „Wow, da kommt ja unsere neue Löwenbraut! Heiß siehst du wieder aus!“ Ha! Ich werde mir also weiterhin die Haare eindrehen. Denn man kann es den Männern nie Recht machen! Aber man kann die Klappe halten und sie damit einfach überzeugen!
Osterstau Warum feiern wir eigentlich Ostern? „Weil Jesus geboren wurde!“, sagen die einen. „Weil da der Osterhase kommt!“, sagen die anderen. „Weil Jesus gestorben ist!“, meinen die nächsten. „Weil Ferien sind!“, sagen ein paar. „Weil Jesus gekreuzigt wurde und dann wiederauferstanden ist und schließlich seinen Anhängern wieder erschienen ist!“, sagen die, die es wissen. Gut hätten wir das mal geklärt! Da aber anscheinend nur so wenig Mitbürger wissen, warum wir eigentlich Ostern feiern, ist es doch interessant zu sehen, dass alle Ostern feiern und eigentlich gar nicht wissen warum. Was mich nicht weiter stört - wenn da nicht die 400 Kilometer wären, die ich eigentlich komplett im Stau stand, nur um mit meiner Familie traditionell Ostern zu feiern! Wenn ohnehin kaum einer weiß, warum er die Ostertage frei hat, muss er doch nicht die Autobahn versperren! Und versperren ist da der richtige Ausdruck. Es war weder ein Unfall noch eine Bausstelle. Doch der Stau hat mich geschlagene vier Stunden gekostet. Einfach mal so halt stehen bleiben auf der Autobahn. Das geht mir an die Substanz und meine Nerven. Ich könnte jedes Mal den Autos vor mir einfach rein fahren vor Langeweile. Dieses Phänomen Stau ist eines, dass ich nie kapieren werde. Sind viele Autos auf der Autobahn, geht irgendwann gar nichts mehr und alle bleiben stehen.
Geht’s noch?
Ich bin am Gründonnerstag morgens extra früh aufgestanden und in die Redaktion gefahren. An unseren Schreibtischen stand jeweils ein großes Osterhasenpaket mit Schokoladeneiern, Schokoladenhase und sogar einem Schokoladenfußball – die WM greift um sich. Aber ich esse eigentlich keine Schokolade. Ich esse viel Gemüse, Obst und, ach naja, ich kann den Osterkorb ja mal mitnehmen und meiner Mutter schenken. Ist ja schließlich Ostern und die isst so gerne Schokolade und bei ihr machts eh nix mehr – sie ist ja schon verheiratet. Um ein Uhr habe ich schon Feierabend gemacht und bin von der Leopoldstraße aus los gefahren. 400 optimistische Kilometer lagen vor mir. „Odenwald“ - hieß das Ziel. Mein Elternhaus – in der Nähe von Heidelberg. Also, wie gesagt, um ein Uhr bin ich los. Um zwei Uhr!! war ich dann erst kurz vor der A 8 Richtung Stuttgart. Da war ich ja dann schon eigentlich Ewigkeiten unterwegs, hatte es grad mal durch die Stadt geschafft und schon mordsmäßigen Hunger. Wow – die Rettung: Ein Mc Donald! Scheiß auf die gesunde Ernährung. 2 Big Macs und ein Cheeseburger später fuhr ich endlich auf die Autobahn. Sofort hab ich den ADAC angerufen und die Verkehrslage abgecheckt. Okay. Normalerweise ist die A8 bei Stuttgart ziemlich zu. Dieses Mal war sie das kleinere Übel. Sie war nur mit 6 Kilometern bei Sindelfingen im Stau. Platz 1 ging stattdessen an die A81. 25 Kilometer Stau! Jetzt schon! Okay – ich fahr die A8. Allerdings nicht lange. Bei Ulm der erste Stau. Mittlerweile war halb vier. Ach naja, wird schon weitergehen! So viele Menschen werden wohl am Gründonnerstag um fünf Uhr nicht unterwegs sein ... Tja – getäuscht! Nach Ulm gings wieder ein Stück, dann aber bei Stuttgart ging gar nichts mehr, die 1. Cola schon leer und der Hund mittlerweile auch aufgewacht und bereit zum Gassi gehen. Ich höre wieder den ADAC ab. 19 Kilometer Stau auf der A8. Tss, ich bin doch nicht blöd! Hier geht’s grad zufällig auf die A81 – gut nehm ich die! Kaum drauf gefahren stehe ich auch schon wieder! Ich rufe wieder den ADAC an. 27 Kilometer Stau auf der A81! Verdammt! Hatte ich vergessen. 20 Minuten später ist die Osterhasenschokoladenpackung aus der Firma schon leer und mir schlecht. Was jetzt? Ich hab keine Lust mehr! Mein Radio geht auch nicht richtig im Auto und ich werde quengelig. Hhmm, ich hab ne Idee. Ich fahr jetzt einfach mal ein bisschen auf dem Standstreifen. Gedacht getan. Und siehe da – es geht voran. Allerdings kann man das ja jetzt wohl nicht 27 Kilometer lang machen. Also nehme ich einfach mal die nächste Ausfahrt und fahre nach „Ludwigsburg“ bei Stuttgart. Gehe ich halt shoppen. Gedacht und auch getan.
Erst bin ich zweimal am Stadtkern vorbei gefahren, weil ich ihn nicht gefunden habe. Dann aber bin ich mit Sandro erst durch den herrlichen Schlosspark sein neues Revier markieren und dann in die City. Wieso ist es eigentlich immer so toll mal in anderen Städten shoppen zu gehen? Total glücklich schlendere ich mit meinen 4 Tüten und einem deutlich leichteren Geldbeutel zwei Stunden später zurück zum Auto. Mittlerweile ist halb acht und Sandro und ich fahren gemütlich wieder auf die Autobahn – direkt in den Stau! Immer noch??? Egal. Ich hab zwei neue Frühlingsjacken, neue Schuhe, ne neue Handtasche und eine neue Sonnenbrille. Das muntert auf. Gegen 22 Uhr komme ich zu Hause an und hab deutlich mehr Gepäck auszuladen als ich eingeladen habe. Nun habe ich ein paar ruhige Tage ohne Stau, bevor es am Ostermontag zurück geht. Erst dachte ich mir, wie toll das ist und welche Städte auf dem Weg zurück nach München liegen. Dann aber ist mir eingefallen, dass am Ostermontag Feiertag ist ... Gut für den Geldbeutel – schlecht für die Nerven. So war Ostern ganz gewiss auch nicht geplant ...
Gensache! Neulich hat mich ein Freund stutzig gemacht. Er hat sich bei mir über seine Freundin beschwert – und dabei gleich im allgemeinen über uns Frauen. Wir seien anstrengend, unehrlich und nie zufrieden zu stellen. Und zwar alle! Immer! In jeder Situation! Das läge wohl in unseren Genen! Ich war schockiert!! Wie kommt der denn auf so was? Spinnt der? Anstrengend, unehrlich und auch nie zufrieden zu stellen!!? Hab ich ihn natürlich dann auch gefragt: „Wie kommst du denn darauf?“ „Was sagst du, wenn dein Freund sagt, er sei jetzt fertig angezogen und ihr könnt jetzt los gehen?“ fragte er nun mich. Hm, muss ich echt erst mal überlegen. Ist ne Weile her, dass ich das gefragt wurde. Und dann würde ich sagen, dass es darauf ankommt, ob mir das gefällt, was er angezogen hat. „Ja“, wendet gleich darauf mein guter Freund ein. „Aber sagst du es ihm, wenns dir nicht gefällt?“ Äh, naja. Ich will ja niemanden verletzten. Ich würde wahrscheinlich gar nichts sagen, sondern nur doof gucken. „Genau!“, meint mein Freund auch gleich darauf. „Und wenn er dann fragt, ob es dir nicht gefällt, was sagst du dann?“, fragt er. „Naja, mir gefällt vielleicht was anderes besser!“, meine ich ehrlich. „Aha, und dann?“, bohrt er weiter. „Dann sage ich ihm vermutlich, dass wir trotzdem jetzt gehen sollten, es geht schon so wie er aussieht!“, sage ich. So war es bis jetzt meistens zumindest in meinen Beziehungen. „Siehst du!“ sagt er siegessicher. „Das ist anstrengend, unehrlich und nicht zufrieden stellend!“ Mit gekreuzten Armen lehnt er sich in seinen Sessel im Café zurück und schaut mich herausfordernd an. OH MEIN GOTT! Wir sind tatsächlich anstrengend, unehrlich und nie zufrieden zu stellen!
Wie konnte es nur soweit kommen?
Seit diesem Gespräch denke ich ununterbrochen über das Verhalten von Frauen zu Männern nach. Und je mehr ich darüber nach denke, umso klarer wird mir: Mein Freund hat Recht! Statt das wir sagen, dass uns das Outfit des Freundes nicht gefällt, runzeln wir nur mit der Stirn. Wenn er fragt, ob was sei, dann sagen wir nur: „Nöööö, passt schon!“ Nur wenn er fünf Minuten lang nachhakt, ob irgendetwas damit nicht in Ordnung sei, dann rücken wir raus: „Weißt du, ich finde irgendwie, dass es nicht so gut aussieht. Du solltest zu der Hose lieber das weiße Hemd mit den blauen Streifen anziehen!“ Bitte, warum denn nicht gleich so?!!
Ich werde von jetzt an ehrlich sein. Wenn mich Männer nach meiner Meinung fragen, werde ich ohne große Umschweife ehrlich antworten. Was soll denn der Blödsinn, dass wir nur dann unsere Meinung sagen, wenn er tausendfach nachhaken muss? Hat doch gar keinen Sinn! Und so hängt doch nur der Haussegen schief. Ich werde das in Zukunft viel besser machen!
Hab heut morgen gleich geübt. War mit nem Kollegen auf Dreh. Bei der zweiten Interviewsequenz meint er, ich und mein Interviewpartner könnten ja auf ihn zu laufen und er folgt uns dann von hinten mit der Kamera, wenn wir an ihm vorbei sind. Fand ich nicht so gut. Muss ja echt nicht sein, dass ganz München meinen dicken Hintern in der Kamera sieht. Das mit dem auf die Kamera zulaufen find ich ja ganz gut. Aber dann könnte er doch vor uns laufen und man sieht uns die ganze Zeit nett von vorne. Ist doch wohl echt viel schöner, oder?!
Ich schaute dementsprechend unbegeistert. „Ist das nicht okay?“, fragte er. „Och“, meinte ich nur und schaute immer noch recht unbegeistert. „Sollen wir es anders machen?“, fragte er. Ich: „Naja, ich weiß nicht.“ Ich schaute nach wie vor unbegeistert. Mann, jetzt müsste er es doch echt mal schnallen, dass ich die Idee nicht so brillant finde. „Ja, wie sollen wir dann drehen?“ fragte er nun etwas ungeduldiger. Ich atmete tief ein und aus, schaute immer noch unbegeistert und meinte nur: „Irgendwie find ich das blöd so!“ „Wie blöd?“ fragte er nun leicht ungeduldig. Erkennt er das denn nicht an meinem schwer unbegeistertem Gesicht?? „Ja blöd halt!“ sagte ich nun schnippisch. „Wie willst du es dann haben?“ fragte er mittlerweile etwas schroff. Also so gleich gar nicht. Beleidigt schaute ich unbegeistert. Er schnaufte nur, widmete sich seiner Kamera und schnaubte: „Weiber!“ „Ich find das mit dem auf die Kamera zu laufen gut. Aber dann sollst du nicht hinter uns herlaufen, sondern vor uns. Damit man uns von vorne sieht und nicht von hinten!“, sagte ich jetzt ehrlich. „Na bitte, warum denn nicht gleich so!“ meinte er leicht genervt und machte die Kamera startklar. Tja, warum nicht gleich so?! Naja, was soll ich sagen? Das liegt wohl einfach in den Genen!
Frühlingstypen Meine Güte, ich schlaf gleich ein. Bin vor einer Stunde aber erst aufgestanden. Jetzt häng ich über dem Laptop und kann kaum noch die Augen aufhalten. Draußen scheint die Sonne und alles was ich mir wünsche ist zurück ins Bett zu krabbeln. Dabei hatte ich mich erst so auf den Frühling und die ersten Sonnenstrahlen gefreut. Das erste Mal, dass ich in diesen Tagen wieder Turnschuhe anhabe und den Boden unter den Füßen spüre. Wenn morgens die Sonne meine Nase kitzelt, könnte ich schreien vor Glück und überschäumen vor Tatendrang. Eine Stunde später bin ich dann wieder müde und kraftlos. Also entweder ich bin wieder in der Pubertät oder aber ich kann mich nicht entscheiden.
Frühlingsgefühle oder Frühlingsmüde?
Kann man denn auch ein Mischlingstyp sein? Auf der einen Seite will ich gaaanz viel machen in den nächsten Wochen. Endlich mein Buch fertig lesen, das seit Wochen neben dem Bett liegt. Endlich wieder mehr ausgehen. Endlich abnehmen. Hab ich auch alles versucht. Das Buch liegt aber nach wie vor neben dem Bett, weil ich beim Lesen einfach immer gleich einschlafe – ich lieg ja immerhin auch schon im Bett. Mehr Ausgehen war auch ein guter Vorsatz. Aber dann kam irgendwie immer die Feierabendmüdigkeit über mich. Und das mit dem Abnehmen ... naja. Ich hatte mir vorgenommen, jetzt 5 x in der Woche ins Fitnessstudio zu gehen. Jeweils 2 Stunden habe ich intensiv trainiert. Nach den ersten 3 x war ich aber immer noch nicht dünner, gefrustet und bin zum McDonalds und danach ins Bett.
Ich glaub ich bin doch ein Frühjahrsmüdertyp.
Allerdings muss man nur mal an den Sommer denken. Der soll in diesem Jahr besonders lang, besonders heiß und besonders schön werden. Ich will auch! Vielleicht kommt ja doch noch der Tatendrang über mich. Denn heute morgen hat mich Sonja verlassen. Sie ist auf und davon – in die USA und macht dort zwei Monate lang eine Sprachschule. Aber das Beste ist: Ich hole sie dort ab. Nebenbei fliegen wir unter anderem nach Kalifornien. Und da solls ja bekanntlich sehr warm sein. Was ich jetzt brauche, ist ganz schnell eine Bikinifigur! Also habe ich mir jetzt ganz fest vorgenommen 5x in der Woche ins Fitnessstudio zu gehen.
Und wenn sie mich dann in New York am Flughafen abholt, dann seh ich ganz umwerfend aus. Dann muss sie sagen: „Wow, du siehst ja voll gut aus!“ Und ich werde meine Haar in den Nacken werfen und sie glücklich anstrahlen. Wir haben den Satz schon geübt. Und sie hat die strikte Anweisung, diesen Satz auf jeden Fall vor jeder anderen Begrüßung zu sagen – egal wie ich aussehe. Es könnte ja sein, dass mich doch die Frühjahrsmüdigkeit wieder überkommt ...
Männersuche Phänomen Mann und den richtigen zu finden! Man sollte doch annehmen, dass es nicht so schwierig ist, einen perfekten Mann zu finden. Perfekt beinhaltet ja sogar auch Fehler, denn kein Mensch ist ohne Fehler. Erst Recht kein Mann. Er schnarcht, er sagt zu oft das Falsche oder gar nichts, er putzt nicht, pinkelt im Stehen und ist einfach noch viel zu animalisch. Aber ist er das nicht, ist er ein Metro-Mann und mal ehrlich gesagt: Wer will denn wirklich so eine Memme?? Was wir brauchen, ist ein echter starker Mann! Mit der breiten Schulter zum Anlehnen, mit dem Verständnis, dass wir nun mal Frauen sind und eben manchmal ausflippen, ein Mann, der aber trotzdem auch zu seinen Eigenheiten steht. Und da Männer und Frauen aus den verschiedensten Gründen so oder so nicht zusammen passen, angefangen über die unterschiedlichsten Interessen schon in der Steinzeit bis heute bis hin zu den unterschiedlichen Gehirnhälften, die nicht zusammenpassen, muss uns eins klar sein: Es gibt nicht den Mann mit denselben Eigenheiten und Interessen, wie wir sie haben, sondern es gibt die richtigen Männer, die unsere ergänzen. Also nehmen wir mal an, wir suchen den perfekten Mann mit den richtigen Fehlern, wie das wohl so viele Frauen tun:
Wo findet man den perfekten Mann?
Wahrscheinlich hören wir Frauen so gerne Geschichten über das Zusammenfinden eines Paares, damit wir Anregungen bekommen, wo wir selbst noch suchen können. Denn im Prinzip ist es doch so, dass wir zwar alle auch gerne Singles sind, aber der Mensch ist nun mal ein Herdentier. Und er gründet eben gerne seine eigene Herde. Manchen gelingt das früher, manchen später, aber niemandem hoffentlich niemals. Da meine Freundinnen alle und stets den Wunsch hegen, endlich den passenden Mann zu finden, habe ich folgendes Rastermuster erstellt: Je nach Kandidatenwunsch müssen eigentlich nur die richtigen Locations ausgewählt werden.
Wer will einen erfolgreichen Businessman? Der muss Golf spielen lernen. Dort tummeln sie sich alle. Schwer vertieft in ihr neues Handicap und mit den Zahlen des neuesten Auftrags beschäftigt, wirken hier nur tiefer Ausschnitt und klassische kurze Shorts, um Aufmerksamkeit zu erregen.
Wer will einen erfolgreichen, sympathischen Aufsteiger? Da diese Männer das noch nicht haben, was der erfolgreiche Businessman schon hat, muss der Aufsteiger noch Kontakte schließen und pflegen. Der Golfplatz ist da zu wenig effektiv. Aufsteiger findet man eher bei Businessparties, in angesagten Cafes und in der Sauna des „In-Fitness-Clubs“. Ein nobler, aber sexy Dress kommt hier ganz sicher sehr gut an. In der Sauna ein Hauch von Nichts ... Wer hätte gerne einen nicht zu fleißigen, aber auch nicht zu familiären Mann? Stichwort: Afterworkparties und alle anderen Parties. Denn das ist der Mann für zwischendurch. Diese Partymänner bringen einen weder an die rechte Seite des beruflichen Erfolgs, denn dafür müssten sie weniger Feiern, noch wollen sie gleich Familie gründen, denn sonst könnten sie ja gar nicht mehr feiern. Ein sexy Abenddress mit schönem Ausschnitt und dezentem Schmuck trifft hier voll ins Schwarze.
Wer hätte gerne einen durchschnittlich netten, familienbezogenen Mann? Augen offen halten. Weil diese Männer weder Golf spielen noch als Proll durch die Partygegend ziehen, findet man diese Männer nirgends und überall. Im Supermarkt (oder auch nicht: Wie oft geht man Einkaufen und da sind nur andere. Oder Hausfrauen???), im Nachbarauto, im Café ums Eck. Deshalb immer gut angezogen sein ...
Welche möchte einen deutschen? Ab ins Netz und schnell noch Tickets für die WM holen. Falls es nicht mehr reicht, dann zu den Bundesligaspielen gehen. Aber um Gottes Willen bloß nicht im Vereinsoutfit. Denn vielleicht ist ja auch der andere Verein mit den hübscheren Fans ausgestattet. Außerdem ist Fußball sein Thema. Wir sind nur hübsche Begleitungen. Sneakers zum ausgeschnittenen Top und bereit sein zum Trösten, Schimpfen oder Jubeln – je nach Ergebnis.
Das Internet schließe ich aus meinem Raster bewusst aus. Von Internetsinglebörsen weiß ich echt nicht, was ich halten soll. Auch wenn meine Freundinnen auf doppeltes Glück setzen und auch diese Möglichkeit angehen. Ich bleibe bei den anderen, klassischen Möglichkeiten! Zwar eigentlich nur aus dem einen Grund: Egal wie, wo und wann, Frau muss immer gut angezogen sein. Und das rechtfertigt glücklicherweise meine allwöchentlichen Rauscheinkäufe. Man weiß ja schließlich nie, wen man trifft ...
Irrungen Was passiert, wenn wir in unserem Leben auf einmal an einen Punkt kommen, an dem wir denken, wir haben alles erreicht? Wenn wir glauben, alles zu haben was wir uns jemals erträumt haben? Dann vermissen wir meist etwas Neues – und wir können versuchen, auch das noch zu erreichen. Doch was passiert, wenn wir feststellen, dass alles, was wir jemals wollten, nicht das richtige ist? Wenn man immer nach dem falschen Mann Ausschau gehalten hat. Wenn wir die falschen Entscheidungen getroffen haben. Wenn wir die falschen Ziele verfolgt haben. Wenn wir einfach nicht das richtige Leben leben.
Was ist dann?
Menschen stoßen normalerweise recht häufig an ihre Grenzen. Und je nachdem wie sensibel die einzelnen Personen darauf reagieren, umso schneller werden wir uns dieser Grenzen bewusst. Und dabei gibt es Zeiten in unserem Leben, in denen wir recht häufig an Grenzen stoßen. Und wenn wir etwas Kraft aufgetankt haben, dann überwinden wir diese. Wenn uns aber unüberwindbare Hürden in den Weg gestellt werden, wenn man nicht gefördert und unterstützt wird, wenn wir auf einmal ganz alleine da stehen?
Was ist dann?
Wenn es soweit kommt, dass wir uns von der Meinung, Äußerung und der Arroganz anderer so sehr beeinflussen lassen, dass wir unser Selbstwertgefühl erst für lange Zeit wieder suchen müssen. Wenn wir uns zu sehr leiten lassen von dem, was andere denken und sagen oder eventuell auch nur meinen könnten. Wenn wir nicht mehr an uns selbst glauben.
Was ist dann?
Was ist, wenn man, so wie ich, jedes Jahr an ein und demselben Tag eine erneute Niederlage einstecken muss? Wenn in dem einem Jahr, an diesem einen Tag, die Neuigkeit ans Licht kommt, dass es die Firma und den darin beinhaltenden Traumjob am nächsten Tag um 12 Uhr nicht mehr geben wird. Wenn in dem darauffolgenden Jahr, an wieder diesem Tag, die große Liebe geht. Wenn in dem darauffolgenden Jahr, wiederholt an diesem Tag, die finanzielle Lage zusammenbricht. Und wenn in diesem Jahr sich alles gegen einen verschworen zu haben scheint.
Was macht man dann?
Man gibt hoffentlich nie auf. Und vielleicht macht man es dann wie ich. Man sitzt nachts vor seinem Computer, schreibt dieses Mal eine ernste Kolumne und hofft, anderen Mut zu machen, wenn man ihn selbst kaum noch finden kann - um vielleicht irgendwann wieder all die Kraft zurück zu bekommen, um diese Fragen zu beantworten zu können ...
Winterleiden Ich hab nichts gegen den Winter. Da kann man so wunderschön den Speck unter dicken Pullovern verstecken! Aber so langsam wird’s echt anstrengend. Ich bin soviel weiße Pracht in der Stadt überhaupt nicht gewöhnt. Ich war total aufgeschmissen. Ich wollte ja den Winter, wie jedes Jahr, dieses Jahr aber ehrlich, nutzen, um endlich ganz viel ins Fitnessstudio zu gehen und im Frühjahr dann echt gut auszusehen. Allerdings war ich damit auch in diesem Jahr noch nicht so erfolgreich. Also stört es mich eigentlich kaum, dass der Winter noch so lange dauert. Es sei denn, es wird so anstrengend wie in dieser Woche. Dann fang auch ich an zu fragen:
Aber wann wird’s mal wieder richtig Sommer?
In der Nacht zum Sonntag kam der Schnee. 50 Zentimeter. In der Stadt!!! Na ja, sie haben es ja vielleicht selbst gesehen. Jedenfalls musste ich Sonntag morgen beim Gassigang durch die dicke weiße Pracht stiefeln und dabei feststellen, dass meine Kleidung der Witterung nicht ganz angepasst ist. Die Hosen waren bis zu den Knien klitschnass und die Schuhe blieben auch nicht gerade trocken. Also habe ich beschlossen, am Montag einen Rock mit Stiefeln anzuziehen, das müsste praktischer sein, da bleiben wenigstens die Hosenbeine trocken – dachte ich. Die Schuhe waren sehr rutschig und ich lag dementsprechend häufig auf dem Schneeboden und war so nicht nur bis zu den Knien nass. Dann habe ich erst mal mein Auto gesucht, das man unter der dicken Schneemasse kaum finden konnte. Hab tatsächlich wie in den Comics erst Mal das falsche Auto angefangen auszugraben. Hab den Irrtum allerdings schnell bemerkt, denn der BMW wäre zwar schöner gewesen, aber na ja ... Jedenfalls hatte ich vorgesorgt und drei Kinder mitgebracht, die für jeweils 1.50 Euro das Auto freigeschaufelt haben, um ihr Taschengeld aufzustocken (was für Preise – dafür bekommt man sonst ja nichts mehr außer ein Stück Butter!). Jedenfalls war mein Auto zwar jetzt frei, aber noch nicht auf der Straße. Die war nämlich nicht geräumt und dementsprechend hoch war der Schnee, der mittlerweile rutschig und hart war, durch die Minusgrade der Nacht. Beim Einsteigen hat’s mich dann erst noch mal schön hin gehauen, dann hab ich versucht, aus der Parklücke rauszufahren, was überhaupt nicht geklappt hat. Weder ging es vor noch zurück und schon gar nicht raus. Die Reifen haben durchgedreht und ich dann auch! Hab dann die netten Männer im orangenen Overall vom Räumdienst um Hilfe gebeten, sie auch bekommen und war endlich frei. Allerdings sahen die Hauptstraßen auch nicht besser aus und am Abend waren die einzigen Autos, die ausgefahren waren, schon wieder heim in die Parklücken gekehrt. Drei rutschige Partien um den Block später hatte auch ich endlich einen Platz gefunden. Eigentlich wollte ich ja endlich mal wieder ins Fitnessstudio gehen – aber ich konnte jetzt ja wohl unmöglich meinen Parkplatz aufgeben ... Am nächsten Tag das selbe Spiel. Der Mittwoch ging dann besser, da kam dann allerdings der Regen und damit das Wasser – auf der Straße, den Gehwegen, in meinen Schuhen ...
BITTE – wann hört das auf? Aber eine gute Nachricht habe ich auch: Meteorologen haben bereits im Herbst letzten Jahres angekündigt, dass es ein langer weißer Winter wird. Sie hatten Recht. Und wissen Sie, was sie noch gesagt haben: Es soll ein richtig heißer langer Sommer werden. Ich muss unbedingt wieder ins Fitnessstudio gehen ...
Faschingsbilanz Für Singlefrauen ist Fasching der ideale Ort um bereitwillige Männer kennen zu lernen. Für Frauen in Beziehungen ist die Faschingszeit der reinste Horrortrip: Überall Singlefrauen, die am idealen Ort sind, um bereitwillige Männer kennen zu lernen! Leider sind nämlich auch die bereitwillig, die in Beziehungen stecken. Fasching ist eigentlich ein einziges Chaos! Überall Verrückte, viel Alkohol, bunte Masken und bereitwillige Menschen. Und jeder beschwert sich darüber – aber jeder geht hin!
Wie kommt es, dass eigentlich jeder von Fasching die Schnauze voll hat und trotzdem maskiert wieder zum nächsten Ball marschiert?
Vergangene Woche musste ich ja schon feststellen, dass es gar nicht so leicht ist, ein passendes Kostüm zu finden. Nachdem das mit dem Venezianischen nicht so angekommen ist, wie ich mir das vorgestellt hatte, haben meine Freundin und ich beschlossen, als Piraten zu gehen. Schwarzes Kleid, alter Schmuck, Blutspuren der letzten Meereskämpfe an Armen und im Gesicht. Manche hielten uns zwar für Zigeuner, aber das war uns eigentlich egal – wir hatten ja Säbel und Schwerte dabei.
Der Sonntagabendball und auch der Rosenmontagsball lassen sich eigentlich folgendermaßen zusammenfassen: Gut gelaunt schmieren wir uns zu Hause feinsäuberlich die Blut und Kampfspuren auf Körper und Kleidung. Anschließend werden wir von Freunden abgeholt, die allerdings kurze Zeit später auf der Party schon verschwunden sind. Zwischendurch trifft man sie zwar wieder. Aber zunehmend betrunkener. Wir hingegen haben erst mal vor dem ersten Drink die Lage gecheckt. Wer ist mit wem da? Wer trägt was? Wer ist Single? Bei wem schiebt die eifersüchtige Frau Wache? Wer sieht hier überhaupt unter der Maskierung gut aus? Nachdem wir die Fragen nach einer Stunde ziemlich geklärt haben, bewegen wir uns das erste Mal in Richtung Bar. Mit dem ersten Drink in der Hand schauen wir, wer noch zu den Gutaussehenden dazu gekommen ist, oder wem man besser aus dem Weg geht. Hm, der Drink schlägt auf die Blase. Aber ist das denn möglich? Wieso gibt’s hier nur zwei Toiletten für 500 Mädchen??? Wir stellen uns also artig an, nachdem wir erst versucht haben, bei den Männern aufs Klo zu gehen, was uns doch zuwider war. Nach ganzen 34 Minuten sind wir endlich dran und zwei Minuten später endlich draußen! Als wir wieder in den Tanzsaal kommen, tanzen bereits die ersten. Die Party steigt schon so richtig – leider ohne uns! Denn nach dem langen Kloaufenthalt sind wir mehr als stocknüchtern. Also ran an die Bar. Wir treffen unsere Freunde, die allesamt schon Mädels in den Armen halten und bereits rote Augen haben. Eigentlich sind sie schon sturzbesoffen, um es mal so auszudrücken. Jetzt wollen wir aber auch mal ein bisschen feiern und schmeißen uns rein ins Getümmel der Tanzfläche. Dort ist es allerdings immer noch nüchtern nicht auszuhalten. Die Leute stinken nach Schweiß von 3 Tagen Dauerparty im selben Kostüm und fallen mehr rum als dass sie tanzen. Also wieder raus aus dem Getümmel. Dabei stellen wir entsetzt fest, dass die ersten süßen Jungs bereits knutschen – natürlich mit irgendwelchen Mädchen. Nebendran fließen die ersten Tränen von verzweifelten Freundinnen, weil der Freund betrunken auf dem Tisch liegt und zu keiner Handlung mehr fähig ist. Eine andere heult, weil sich ihr Freund mit einem anderen Typen prügeln will, und die nächste heult, weil ihr Freund sich mit seinen Freunden die Birne weghauen will, obwohl sie heim will. Singles habens echt besser. Die eine Singlefrau hat sich allerdings an einen Typen rangemacht, der zwar bereitwillig mitgemacht, aber eine Freundin hat. Die dann auch mit Unterstützung ihrer Freundinnen auf den Eindringling los gegangen ist. Sonja und ich schlagen uns mit Säbel und Schwert durch dieses Gerangel, kommen an der Bar an. Super! Wodka ist schon leer! Da bleibt uns nur die Wahl des ungeliebten Barcadi oder Jacky Cola – iiihhh. Aber anders erträgt man das ja nicht! Also runter das Zeug. Zwei Minuten später muss ich auf die Toilette. Die Zahl der Mädels ist von 500 auf 900 gestiegen und ganze 43 Minuten später kommen wir endlich auf eine Toilette. Als wir fünf Minuten später wieder rauskommen, bin ich stocknüchtern, müde, genervt und will eigentlich nur noch eins: Nach Hause!!! Meine Faschingsbilanz? Zu viel Vorarbeit am Kostüm, zu viel Alkohol und zu viele Menschen, die nicht damit umgehen können, zu viele Streitereien und zu wenig Toiletten 2006! Faschingsvorausschau? 2007 Krankenschwester und wieder mitten drin im Getümmel! Fazit? Auf manche Fragen gibt es keine Antwort! Aber für all jene, die Fasching schon hinter sich haben: Ihr habt Recht – man verpasst überhaupt rein gar nichts!!!
Faschingstrouble Alle Jahre wieder tanzen die Jecken und Jeckinnen wie die Bekloppten durch Münchens Straßen. Und ist ihnen schon mal aufgefallen, dass diejenigen am meisten feiern, die sonst unter dem Jahr ganz konservativ und geschniegelt ihr Leben leben? Endlich mal die Sau raus lassen! Das wollte ich auch. Ich lebe zwar öfter mal nach dem Motto, aber Fasching ist halt schon was besonderes. Quasi Wiesnstimmung im Februar. Statt Bier mehr Schnaps. Statt Dirndl Kostüme. Nur hier stoße ich alljährlich an meine Grenzen. Das Kostüm! Da ich nicht nähen kann, bin ich schon ziemlich eingeschränkt. Und einfach nur was kaufen ist ja auch langweilig. Und Krankenschwester, Teufelchen, Bunny oder auch Engel langweilt auch brutal. Das tragen sie alle – all jene, die Minirock und Strapse anziehen wollen, dazu hohe Absätze und schön geschminkt.
Was hat das mit Fasching zu tun?
Immerhin feiern wir das Ganze, um die bösen Geister zu verjagen, also muss man was zum Gruseln anziehen. Wobei ein Minirock bei der ein oder anderen allerdings auch zum Gruselgefühl führen kann. Seit Jahren gehe ich nun schon an Weiberfasching nicht nur rum und schneide mit dem größten Vergnügen Krawatten ab, sondern es gehört sich zudem für Freundinnen, dass sie am Abend zusammen los ziehen, um sich irgendwo einen Männerstrip in einer Diskothek anzuziehen. Keine Angst, ist sehr harmlos. Zumindest was die Männer angeht. Bei manchen Frauen allerdings wird die harmlose Schwelle überschritten. Ein bisschen Stoff gehört schon an den Körper, auch an Weiberfastnacht. Ich finde es total banal, sich einfach nur einen Mini und Strapse anzuziehen. Das ist doch keine echte Verkleidung! So stellt sich nun wiederholt die Frage: Was ist ein gutes Kostüm?
Ich könnte als Kartoffel gehen. Da müsste ich mich nur in meinen alten braunen Hosenanzug quetschen. Als Punk könnte ich auch gehen. Da ziehe ich lauter alte Fummel an – davon hab ich genug! Gentlemen – schöne schwarze Hose, Jackett und Hut – damit die Herren mal sehen, was wir eigentlich von ihnen erwarten. Wird aber vermutlich nicht viel Sinn machen, sie sind in der Regel an solchen Tagen nicht in der Lage, irgendeine Kritik zu verstehen. Verdammt – als was soll ich mich denn verkleiden? Da hat man einmal im Jahr die Möglichkeit, in eine andere Figur zu schlüpfen – und dann fällt mir keine ein!
Mitten in der Nacht wache ich schweißgebadet auf und habe die Idee überhaupt: Ich geh als Casanovas Geliebte. Tolles Kleid, schöne venezianische Maske und klassische Frisur. Und dann mache ich mich auf die Suche nach Casanova!! Geträumt – getan! Mitten im Faschingsgetümmel, nach einem Samstag, Sonntag und auch dem bevorstehendem Rosenmontagsball bin ich mit meinen Kräften schon ziemlich am Ende. Nicht nur, weil es sehr warm ist unter meinem Kostüm, sondern auch deshalb, weil der Stoff des Kleides schwer ist. Aber das ist es nicht mal, was mir meine Kräfte raubt! Da habe ich mir doch nun wirklich wochenlang Gedanken gemacht, mit was Stilvollem ich in diesem Jahr auftreten könnte – und dann fällt das keinem Schwein, Clown, Vampir oder Cowboy auf! Es fragt nicht mal jemand, was ich eigentlich darstelle! Ist doch egal – Hauptsache das Mädel hat einen Ausschnitt oder Strapse an! Super! Nächstes Jahr gehe ich als Krankenschwester!
Arbeitsreif Dies hier darf unter keinen Umständen ein menschliches Wesen unter 18 Jahren lesen - denn die würden mich wahrscheinlich sonst steinigen!! So wie ich es früher mit solchen Menschen auch getan hätte! Oder sie wenigstens missachtet und nicht verstanden hätte, was einen dazu bewegen kann! Unvorstellbar!!!! Ich bin süchtig! Nach Fernsehserien und Arbeit!!!! Und das hängt zwangsläufig bei mir zusammen. Bin ich von der Arbeit gestresst, schau ich mir meine Lieblingsserien auf DVD an und kann damit so richtig abschalten. Hab ich keinen anstrengenden Arbeitstag gehabt, freue ich mich, dass ich mal früher zu Hause bin und eine Folge mehr sehen kann. Hab ich, wie derzeit der Fall, zwei Wochen Urlaub, fällt mir die Decke auf den Kopf und mir hängen meine Lieblingsfilmchen sowas von zum Hals raus. Ich langweile mich. Es ist gerade kurz vor 0:00 Uhr und ich bin fit wie ein neuer Turnschuh, der scharf auf seine erste Trainingseinheit ist. Aber schlimm ist dabei: Dass ich den ganzen Tag nicht zu dem gekommen bin, was ich eigentlich zu erledigen hatte: Bad putzen, Steuererklärung anfangen, Fachliteratur lesen und irgendwas Sinnvolles tun. Ich hab eigentlich gar nichts gemacht. Und jetzt, in der Nacht, bin ich fit. Super! Ich will wieder arbeiten, sonst sieht es bei mir zu Hause bald aus, als würde hier Hempel unterm Sofa wohnen!!
Wie kommt es, dass man im Alltag mehr schafft, wenn man arbeiten ist und eigentlich kaum Zeit hat, als wenn man Zeit hat und dann zu nichts kommt?
Sobald ich frei habe und nicht in anderen Gefilden und Kontinenten stecke, bin ich faul wie eine Sau! Nicht, dass ich nicht auch mal entspannen kann, die Seele baumeln lassen und Kraft tanken. Das kann ich schon. Genau zwei Tage. Dann bin ich wieder fit und will zu neuen Taten schreiten. Da mir aber leider Disziplin nicht in die Wiege gelegt wurde, ist es schwer, seinen freien Arbeitsalltag so zu gestalten, dass er Sinn ergibt, wenn einem keiner sagt, wann man was zu tun hat. So hänge ich also jeden Tag dieses Urlaubs rum wie sonst nur die Studenten – wohl gemerkt aber das ganze Jahr und im besonderen in den Semesterferien (das ist jetzt verallgemeinert, ich weiß, aber dann fühl ich mich besser!).
Selbstorganisation, lautet dabei aber das Stichwort. Doch wer hat die schon, wenn keiner einem sagt, dass man morgens optimistisch aufstehen soll??
So drehe ich mich also seit mehreren Tagen morgens noch mal faul um, weil - ich hab ja Zeit und muss nicht aufstehen, der Hund hält’s schon noch bissel aus. Nach zwei Mal Rumdrehen werde ich dann tatsächlich wieder müde, obwohl ich schon fit war. Also schlaf ich noch ein bisschen und steh dann so um 12 Uhr auf. Mein Hund schaut mich schon sehr vorwurfsvoll an - aber Entschuldigung! - Duschen muss schon noch kurz sein. Um eins kommen wir also das erste Mal in den englischen Garten und mein Hund ist, wie derzeit jeden Tag, von mir enttäuscht, weil er keine anderen Hunde trifft. Kein Mensch geht um 13 Uhr Gassi! Das macht man zwischen 7 und 9 Uhr, von 14 bis 16 Uhr und von 19 bis 21 Uhr. Irgendwann dazwischen. Machen wir normalerweise auch so! Aber jetzt hab ich Urlaub!
Wir gehen also das erste Mal um 13 Uhr und das Revier gehört ganz meinem Sandro! Zurück habe ich so halb Lust auf Frühstück, halb auf Mittagessen und ich mixe mir irgendwas dazwischen. Die Einzelheiten möchte ich hier nicht weiter ausbreiten - ich bin eine miserable Köchin! Wenn ich dann gegessen habe und mir schlecht ist, werde ich schon wieder müde. Hm, ich müsste das Bad putzen, meine Steuererklärung mal anfangen, Fachliteratur lesen und vielleicht noch bissel was Sinnvolles schreiben - eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Aber, ach nee, ist mir jetzt irgendwie zuviel. Ich könnte auch shoppen gehen. Aber dann muss ich die Kleidung waschen, bügeln, aufhängen - nee, ich schau lieber DVD. Um 19 Uhr merke ich, dass es schon sehr spät ist. Ich geh schnell Gassi - außerhalb der Zeit wohl gemerkt.
Ich komme zurück, mix mir was Komisches zu essen und sollte jetzt echt mal was Sinnvolles machen. Ach, aber ich schau schnell erst, was so mein Heimatsender heute bringt. Was haben denn meine Kollegen heute so gemacht? Ich schau also erst ein bisschen München TV und weil ich dann schon so bequem vor dem Fernseher sitze, zappe ich halt noch so rum - und als nichts Sehenswertes mehr kommt, lege ich halt noch mal eine DVD ein. Jetzt ist es kurz vor 0:00 Uhr. Mann, ist das zu fassen, wie kommt es, dass ich schon wieder nichts erledigt habe?
Ich hab schon viereckige Augen und beschließe, dass ich besser ins Bett gehen sollte, um morgen früh so fit zu sein, dass ich früher aufstehe, ins Fitnessstudio gehe, meine Steuererklärung mache, nicht nur das Bad sondern die ganze Wohnung putze und vielleicht dann sogar noch in die Stadt gehen kann. Ich liege jedoch topfit im Bett und kann nicht schlafen, ertrage die Stille nicht, schalte den Laptop an, meine Lieblingsmusik und sing schon wieder das gesamte neue Album von Robbie Williams rauf und runter. Mann, ich will wieder arbeiten. Ich muss wieder morgens aufstehen, mittags kurz müde sein, ich will in die Kantine gehen, auf Drehs fahren, Stress haben, den ganzen Tag telefonieren müssen, schnell Gassi in den "Hundetreff-Zeiten" gehen und wieder einen Sinn im Alltag haben, wenn ich mich abends total geschafft auf die Couch schmeiße um gerade so eine Folge meiner Lieblingsserien zu schaffen.
Ich hasse Urlaub! Zumindest wenn man daheim bleibt! Mach ich nie wieder! Für diese Aussage hätte ich mich früher umgebracht. Aber vielleicht war ich früher aber auch noch nicht so schlau und wusste nicht, wie wichtig feste Alltagseinheiten sind. Oder aber, ich war schlauer und konnte die sechs Wochen Sommerferien einfach besser planen! Vielleicht sind es die wenigen Urlaubstage, die uns zustehen, die es uns abgewöhnt haben, länger am Stück die Seele baumeln zu lassen. Vielleicht verlernen wir im Laufe des Arbeitsleben das relaxen, Zeit haben und durchatmen. Das letzte Mal am Stück einfach nur relaxt und ohne klare Gedanken war ich im Sommer vor ein paar Jahren - auf einer Bootstour durch Holland!!!
Nicht mit mir! Mein Urlaub steht mir zu! Es ist jetzt viertel vor zwei, ich stehe auf, ziehe mich an, HollandMusikMix mit Sportfreunde Stiller ins Ohr und Hund wecken - ab geht’s - raus ins Kalte. Lange laufen, um schön müde zu werden und morgen den Tag sinnvoll verbringen: Endlich! Ehrlich! Ich werde das machen. Ist schließlich mein Urlaub! Wenn nicht, kann ich ja ausschlafen ...
Feierabend Seit vier Tagen stehe ich um sechs Uhr morgens auf. Für Menschen wie mich, die nichts mehr lieben als ihren Schlaf (und Essen) und die Zeit, einfach morgens noch liegen bleiben zu können, gibt es kaum Schlimmeres. Doch das bringt der Job mit sich. Mittags benötigen nun mal alle einen Schnittrechner für Beiträge und Sendungen. Wenn ich schon um sieben Uhr anfange, dann kann ich wenigstens in Ruhe meine Sendung zusammen stellen. Und wenn ich nicht schneiden muss, dann geht’s zum Drehen. So wie heute. Wir waren in Mittenwald, auf dem Karwendel und beim Rodeln. Es war echt lustig und ein toller Tag. Trotzdem fühle ich mich wie erschlagen. Wir arbeiten aber auch noch an neuen Sendekonzepten, da muss ich noch soviel organisieren, Kundenbesprechungen usw. Dann, neben der Arbeit, bilde ich mich mit dem Studium der Medienbetriebswirtschaftslehre fort, was zur Folge hat, dass ich nur noch von Rentabilitäten und Cashflow träume. Dann schreibe ich an meinen ersten Büchern. Nebenbei kommen täglich Rechnungen ins Haus geflattert und ich frage mich sowieso, wo mein ganzes Geld geblieben ist?! Das war doch nur das eine Paar Schuhe! Ist das Leben sooo teuer?? Und irgendwie habe ich das Gefühl, den ganzen Tag nur noch zu arbeiten, lernen oder meinen Verpflichtungen nach zu kommen.
Kann man nicht mal wirklich frei haben? Nur für ein paar Stunden?
Ich komme also total erledigt von einem schönen Drehtag nach Hause. Am besten, ich gehe gleich unter die Dusche und dann lese ich noch kurz ein Kapitel und dann ab ins Bett. Ich muss morgen wieder um sechs Uhr raus und habe einen langen Schnitttag vor mir. Doch wenn ich mir so die Badewanne ansehe. Vielleicht ist es schon möglich, mal wieder frei zu haben. So ohne Urlaub – nur für die Seele?! Ich beschließe, mir den Abend frei zu nehmen. Ich genieße ein ausführliches Bad, nehme mir danach endlich mal die Zeit, die neue InStyle, Bunte und Gala durch zu blättern, höre Radio und danach sehe ich Heidi Klums Topmodels. Hab ich immer nur von gehört und heute endlich mal Zeit, sie zu sehen. Dann beschließe ich, dass ich ja schließlich frei habe, und an freien Tagen denkt man nicht über den nächsten Arbeitstag nach. Und weil das so ist, denke ich nicht lange übers Aufstehen am nächsten Morgen nach, sondern sehe mir noch meinen Lieblingsfilm zum 135. Mal an. Aber man hat eben so seine Klassiker. Kurz bevor der Film zu Ende ist, schreibt mir einer meiner besten Freunde, der Koch ist (wahrscheinlich macht ihn das zu einem der besten – bei meinem Appetit), dass ihm die Decke auf den Kopf fällt und wir doch eigentlich noch ausgehen könnten. Tss, Köche leben echt in einer anderen Zeitzone. Wobei – ich heute auch. Ich ändere die sms einer Absage in eine Zusage. Schließlich habe ich heute frei und nur mir alleine gehört dieser Abend. Und der setzt sich jetzt eben bei einem Cocktail fort und selten konnten wir so lange erzählen und lachen. Danach ziehen wir noch in einen Club, für „zwanzig Minuten“, aus denen noch zwei Stunden werden. Um drei Uhr nachts bin ich zu Hause und gut gelaunt schaue ich mir im Bett noch ein, zwei, drei Folgen meiner Lieblingscomedy an. Jetzt ist halb fünf und ich kann kaum schlafen vor Glück. Und ich freu mich ja sowas von auf die Arbeit morgen, äh, heut, oh, gleich ... aber egal. Glück muss man sich eben manchmal selbst holen. Und die freien Abende auch! Probieren Sie’s mal – das wirkt manchmal wahre Wunder ...
Meldepflicht Ich bin kein geduldiger Mensch! Im Gegenteil: Lässt mich jemand warten, werde ich unbequem. Gestern hatte ich ein Besprechung mit meinem Chef. Mitten in der Besprechung meinte er, er müsse schnell was holen. 20 Minuten später denke ich mir, jetzt gehe ich dann doch mal, denn anscheinend hat er mich vergessen. Ich marschiere also wieder an meinen Platz und unglaublich aber wahr, eine Stunde später kommt er wieder, hat aber anscheinend total vergessen, dass wir etwas besprechen wollten. Ich denke mir, naja, er wird sich schon melden ... Seitdem warte ich. Wer muss sich melden, wenn zwei zusammen kommen sollen? Und wieso melden sich die Leute manchmal nicht, wenn es heißt, sie melden sich?
Besteht in Deutschland nicht die allgemeine Meldepflicht?
Meinen Hund musste ich ummelden. Mich auch mit neuer Wohnanschrift. Mein Auto. Doch das macht natürlich niemand freiwillig. Doch spätestens seit Maria und Josef wissen wir, dass wir verpflichtet sind, der Stadt, dem Land, der Gemeinde und wo auch man sonst noch so hinzieht, mitzuteilen, seit wann wir wo wohnen und uns umzumelden. Ob schwanger und nur mit einem Esel als fahrbaren Untersatz, ob Arbeitnehmer und extra einen Tag Urlaub nehmen zu müssen. Egal, wie die privaten Umstände sind, innerhalb einer gewissen Zeitfrist haben wir bei der entsprechenden Behörde zu erscheinen. Es besteht überall auf dieser Welt Meldepflicht! Doch wenn wir ohnehin schon im öffentlichen Leben dazu trainiert werden, uns zu melden, wieso funktioniert das nicht im Privatleben?
Freitagabend hat ein wirklich süßer Typ den ganzen Abend meine Freundin Steffi bei unserem Mädelabend angestarrt. Dann hat er extra dem Kellner den Auftrag gegeben, eine Flasche Sekt zu uns zu bringen, sich auf ganz originelle Weise vorgestellt und nach einem wirklich süßen Flirt ihre Telefonnummer bekommen. Wir, natürlich aufgekratzt wie die Hühner über diesen seltenen, aber sehr lobenswerten Einsatz eines Mannes, haben dann sofort am nächsten Morgen, Mittag, Nachmittag, Frühabend, Abend und in der Nacht angerufen und nachgefragt, ob er sich schon gemeldet hat! Er hat sich nicht gemeldet. Er hat sich niemals gemeldet! Und das ist nur der Auszug von einem Abend, von einem Mädchen, auf dieser Welt! Wieso versprechen Menschen sich zu melden, wenn sie dies nie vorhaben? Wieso müssen wir uns bei Menschen melden, auf die wir keinen Bock haben? Wieso sitzen wir da und warten auf den Anruf, wenn wir die Zeit sinnvoller verbringen könnten? Wieso lässt sich jemand die Nummer von einer Person an einem wunderschönen Samstagabend geben, um sich dann nie wieder zu melden?
Am schlechtesten dran ist bei solchen Situationen eigentlich immer der, der auf den Anruf wartet, weil er selbst nicht anrufen sollte, da der Anrufer selbst eigentlich der Meldepflichtige ist. Dumm hingegen ist der, der auf einen Anruf wartet, selbst aber die Nummer hat, sich selbst melden könnte und dann aus Stolz nicht anruft. (So bei mir, die ich nichts machen kann außer zu warten, dass dem Chef wieder einfällt, dass wir was besprechen wollten.)
Peinlich ist der, der die Nummer hat, keinen Stolz besitzt und trotzdem die ganze Zeit anruft, obwohl der Anruf eigentlich gar nicht erwünscht ist und der Angerufene das auch durchblicken lässt. Am Boden ist der, der die Nummer nicht hat und auf den langersehnten Anruf wartet. Und bescheuert ist der, der behauptet meine Freundin anzurufen und es niemals macht! Männer sind da beliebte Fälle, der „Ich wollte mich schon so lange mal wieder bei dir melden“- Krankheit. Doch auch meinem besten Freund Christian erging es vor kurzem so. Er trifft eine ehemalige Klassenkameradin bei einer Party wieder, sie macht ihm offensichtlich Avancen, sie will seine Nummer und jetzt darf man drei Mal raten - sie hat sich bis heute nicht gemeldet. Das heißt also, dieses Warten auf den Anruf ist kein frauenspezifisches Problem, sondern eins der Menschheit! Weiteres Problem: Die 3-Tages Regel „Warten bis ich mich melde“ – sie ist auch komplett überholt. 3 Tage warten, um anzurufen, ist wirklich beknackt. Bis dahin kann der andere schon verheiratet und wieder geschieden sein - bei Verona Feldbusch und Dieter Bohlen war das so ... Wenn das so ist, dann melde ich mich lieber gleich mal bei meinem Chef. Da sitzt meine Kollegin. Sie schaut mich an. „Er wollte nur schnell was holen“, sagt sie. Ich nicke verständnisvoll. Sie meint: „Er wird sich schon wieder melden!“ Genau!
Glücksmomente Ich drück’s mal so aus: Ich bin jemand, der, wenn er doch schon so gemütlich im Fettnäpfchen steht, gleich noch ins nächste hüpft – ergibt sich halt grad so gut. Ich frage mich manchmal, wieso ich eigentlich nicht so anmutig und feinfühlig wie viele andere meiner Kolleginnen und Freundinnen sein kann. Ich bin diejenige, die immer chaotisch ist und ein heilloses Chaos anrichtet.
Zum Beispiel heute wieder: Ich hab verschlafen. Oder eher gesagt, ich war so müde wie jeden Morgen – und dabei ist es ganz egal, ob ich um fünf oder um zehn aufstehe, ich bin immer müde! Da dachte ich, ich bleibe noch ein bisschen liegen. Wie jeden Morgen. Den Wecker hab ich eine halbe Stunde lang immer weiter gestellt und endlich hat er dann die Klappe gehalten. Denn nach einer halben Stunde gibt er auf. Dann konnte ich ja endlich in Ruhe weiterschlafen! Eine halbe Stunde später bin ich aufgewacht! Scheiße – verschlafen! Wie jeden Morgen! In totaler Eile bin ich aus dem Bett gesprungen und direkt auf meinem Hausschuh gelandet und umgeknickt – wie jeden Morgen! Mein Hund kam freudig angewackelt – weil die alte jetzt endlich aufsteht – und ich konnte ihn wie jeden Morgen nur kurz begrüßen. Denn ich musste mich wie jeden Morgen schnell anziehen und in die Arbeit rasen. Und der Hund musste ganz schnell und zügig gehetzt Gassi gehen – wie jeden Morgen! Der arme Hund!
Wieso kann ich nicht einmal ausbrechen aus diesem Fettnäpfchen-Kreislauf und auch ein bisschen Glück haben und zum Beispiel nicht verschlafen?
Ich bin ein großer Robbie Williams Fan – und habe es total verpasst, mir Karten zu holen! Wem passiert denn so was??? Ich haue mir regelmäßig Knie und Ellenbogen an Türen und Schränken an – was meine Stimme ziemlich klangvoll in mittlerweile recht hohe Töne bringt! Ich haue mir auch jeden Tag den Kopf an, wenn ich unter meinen Schreibtisch klettere, um den USB-Stick an und ab zustecken. Das ich ihn auch am Rechner vorne anbringen könnte ohne unter die Gefahrenzone des Tischs zu klettern, vergesse ich jedes Mal! Ich bin die, die aus Versehen das falsche Projekt zum Löschen freigibt und deren Sendung so noch mal komplett neu geschnitten werden muss. Und ich gehöre zu denen, die immer viel arbeiten aber irgendwie nie Geld haben. Und jedes Mal, wenn ich mir was kaufen will, dann passt es nicht oder das Stück der Begierde gibt es nicht mehr! Wenn ich mit Freunden essen bin, krieg ich meins immer als Letzte! Und natürlich vergammelt auch immer meine Milch im Kühlschrank – niemals die von anderen! Und ich hab natürlich auch niemals einen Parkplatz vor der Tür. Sonja immer! Jeden Tag!!!
Aber egal. Macht nichts! Dafür bin ich einfacher gestrickt und vielleicht manchmal glücklicher im Leben. Denn wer lebt wie Donald Duck und immer vom Pech verfolgt wird, der freut sich auch über kleine Dinge. Besonders freue ich mich über gutes Essen. Damit ist die Welt jedes Mal in Ordnung – so lange bis ich in den Spiegel sehe – aber immerhin! Ich flippe aus vor Freude, wenn ein Lied kommt, das ich mag. Ich freue mich, wenn ich einen Parkplatz finde, bei dem ich nur fünf Minuten laufen muss. Und heute habe ich mich ganz besonders gefreut: Ich habe meine Traumschuhe gefunden! Das ist ja fantastisch! Ein Traum! Da ist es eigentlich gar nicht mehr so schlimm, dass sie gerade mein Auto abgeschleppt haben, weil ich auch mal vor der Tür, aber leider im Halteverbot parken wollte. Glücksmomente muss man nehmen wie sie kommen ...
Schwächefälle Ich bekomme Nachhilfeunterricht von meinem Chef - in Flirten!!!!! Das ist schon sehr traurig! Mein Chef meinte, ich sei zu selbstbewusst und so funktioniert das nun mal nicht mit den Männern. Ich solle meine Kollegen mehr bezirzen, wenn ich bevorzugt behandelt werden will. Ja sag mal, reicht denn nicht der tiefe Ausschnitt?! Anscheinend nicht - sagt mein Chef. Ich setze mich also, wie er mir befiehlt, vor ihm an den Tisch, er grinst mich an, räuspert sich und sagt mit leicht belegter Stimme: "Hallo!". Ich werfe meine Kopf in den Nacken, schaue ihn von oben herab frech an und grinse ebenfalls zurück: "Hallo!" Mein Chef schlägt die Hände über den Kopf zusammen: "Neeeeinnn! Nicht so selbstbewusst!!!!". Ja gehts noch? Ich bin ja nicht Gott! So selbstbewusst kann ich ja wohl nicht sein! "Du musst von unten ganz schüchtern hochgucken - und vor allen Dingen auf gar KEINEN Fall dem Mann das Gefühl geben, er sei dir nicht überlegen!“ Ja ist das denn die Möglichkeit? Soll das etwa heißen, die Emanzipation war für die Katz und man bleibt ewig Junggesellin, wenn man sich einem Mann nicht richtig unterwerfen kann? Mein Chef meint, nur solche Männer, die sich Frauen unterwerfen, würden für emanzipierte Frauen in Frage kommen, aber solche Jungs wollten selbstbewusste Frauen wohl nicht haben?! RICHTIG!!!!
Ist das der Grund, dass Frauen, die eigentlich nichts drauf haben, immer einen Freund haben? Sind unsere Männer tatsächlich so schwach, dass sie mit einer heutzutage "normalen", also selbstbewussten Frau, nicht umgehen können und schon gar nicht mit ihr zusammen sein wollen?
Muss man als Frau schwach sein, um einen Mann zu finden?
Ich war in dieser Woche mit meinen Freundinnen aus - allesamt tolle Frauen mit gutem Einkommen, selbstbewusst und zielstrebig - im Job wie auch privat. Wahrscheinlich deshalb auch alle Singles! Denn nachdem wir am nächsten Tag festgestellt haben, dass sie beide, nachdem sie mächtig angetrunken waren und nur rumgekichert haben und überhaupt nichts hochtrabend sinnvolles mehr sagen konnten, von einem Dutzend Jungs und Männern angesprochen wurden, haben wir uns ernsthaft Gedanken gemacht. Hiermit will ich nun nicht sagen, dass Männer nur deshalb Frauen ansprechen, weil sie betrunken sind. Neben uns stand eine Gruppe Mädels, die strohdämlich waren und die ganze Zeit angemacht wurden. Zugeben, es waren jetzt auch nicht die Brilliantesten und schlausten Männer, die die Welt je gesehen hat, aber immerhin, die Mädels wurden angesprochen.
Aber das kann doch nicht wahr sein. Ich kann doch nicht so tun, als wäre ich ein Nichts und hilflos, um einen Mann zu finden?! Jungs, was ist nur los mit euch? Aber es ist wohl wahr: Männer können mit Frauen nicht umgehen, wenn sie erfolgreich sind. Sieht man oft genug: Madonna, Julia Roberts, Nicole Kidmann, Barbara Schöneberger und Esther Schweins - alles erfolgreiche Frauen, recht gutaussehend und trotzdem lange Single oder betrogen oder verlassen. Aber: Nun haben sie alle den anscheinend richtigen gefunden. Da müssen sie wohl ein Schwächeanfall gehabt haben.
So, nachdem die 1. Stunde „Flirtunterricht“ vorbei ist, gehe ich aus der Redaktion und will schnell nach Hause fahren. Verkehrskontrolle. Scheiße! Seit vier Jahren suche ich meinen Führerschein. Hab ihn nie gefunden. Und einen neuen zu beantragen ist so ein Umstand. Es klopft an meiner Scheibe: „Grüß Gott junge Dame. Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte!“ In mir rattert es. Was könnte ich ihm alles als Ausrede präsentieren? Polizisten sind ja so einiges gewöhnt und auch nur Männer. Da kommt es mir: Schwäche! – heißt die Lösung.
Ich suche in meinem Geldbeutel rum, senke den Blick und schaue den Polizisten treudoof an, grinse leicht verlegen und wundersamer Weise werde ich sogar rot. „Ich hab ihn gleich – Moment!“, sage ich sehr schüchtern. Der Polizist grinst mich an. „Auf dem Heimweg?“, fragt er. Ich strahle ihn an, wohlgemerkt mit gesenktem Blick und kein bisschen selbstbewusst. „Ja“, hauche ich verlegen. Nach kurzen Small Talk fragt er mich, ob ich aber schon einen Führerschein habe. Ich lächle ihn lieb an. „Natürlich!“ „Na dann gute Fahrt!“ Tss, Männer, ihr seid ja so manipulierbar!
Kleiderfrage Es ist Freitagmittag. Ich rufe meine beste Freundin an: „Du, ich will unbedingt mal wieder tanzen gehen! Gehen wir morgen Abend weg und vorher shoppen?". "Jaaaa!!".
Das war meine Stimmungstodesurteil.
Doch der Reihe nach. Ich war schon seit Wochen nicht mehr samstags aus - den typischen Ausgehabend meist mit Kino, Filmen, Arbeit oder beim Biertrinken verbracht. Ich weiß gar nicht wieso?! Samstag sind wir tatsächlich 6 Stunden wie hysterisch aber gut gelaunte Hühner durch die Stadt geflitzt: Oberteile suchen! Das klappt meist ganz gut. Schuhe, Handtaschen, Tops sind leicht zu kaufen. Bei Hosen dazu wird’s zum Problem. Aber erst mal war ich noch glücklich. Wir sind abends total erschöpft heim gekommen, waren aber guter Dinge. Sofort ging die Vorbereitung los und die Frage aller Fragen stellte sich:
Was ziehe ich an?
Ich hatte drei neue Ausgehteile mit nach Hause gebracht. Man muss wissen, dass ich einen quasi fast begehbaren Kleiderschrank von 4 Meter Länge und 3 Meter Höhe habe. Und der ist voll. Man sollte also nicht meinen, ich hätte nicht auch schon vorher was zum Anziehen finden können. Nebenbei bemerkt liegen dort Klamotten in meinem Schrank, die ich noch nie anhatte - gab noch nicht die Gelegenheit, oder besser und wahrscheinlicher: Passt nicht und sieht Scheiße aus! Warum ich zum Beispiel dieses Prachtstück noch nie anhatte? Ich habe es vor ca. einem Jahr gekauft, mir gedacht, na ja, du nimmst ja jetzt eh ab und wenn du dann so richtig schön schlank bist, dann sieht das bestimmt voll gut aus. So war der Plan. Jedenfalls passt es immer noch nicht. OK, wieder zurück geschmissen. Zum Aufräumen ist keine Zeit. Ich hole die neuen drei Oberteile raus. Hm, sehen wirklich gut aus! Aber was kann ich da für eine Hose dazu anziehen? Die macht ein fetten Hintern, die andere ist zu hell, verdammt, die nächste geht nur noch bis kurz übers Knie hoch, aber bei weitem nicht auf die Hüfte! Scheiße! Wann bin ich denn so fett geworden? Die Stimmung fällt schon langsam. In meinem Versuch, die Hose hochzuziehen, kommt meine beste Freundin und Mitbewohnerin Sonja in mein Appartement. Sie schaut leicht entnervt. Ich werfe ihr denselben Blick zurück. "Das kann ich nicht anziehen", sagt sie kläglich. "Ich sehe aus wie eine Wollwurst!". Ich find’s nicht so schlimm. Sie schon. Was will sie überhaupt. Ich bin eine Wollwurst ohne Haut, ich komme noch nicht mal in die Hose rein! Also die Hose wieder aus und auch Sonja schmeißt sich wieder verzweifelt vor ihren Kleiderschrank. Die nächste Hose. Die Jeans sieht echt gut aus - nur leider ist sie drei Meter zu lang. Dazu muss ich die hohen Schuhe anziehen, dann kann ich aber nicht lange stehen und damit auch nicht lange tanzen - was eigentlich doch der Plan war. Ich schaue und probiere noch mal alle Hosen durch - hm, passen auch nicht besser als vorher. Also gut, nehme ich halt die lange. Dazu passt aber jetzt nicht das Oberteil. Ich hasse das! Ich will nicht mehr weggehen! Scheiß auf Tanzen. Ich lege mich einfach zu meinem Hund auf die Coach und schaue Wetten, dass ... wie meine Eltern. Die haben’s gut. Die müssen das nicht mehr mitmachen. Wieso wollte ich nur ausgehen? Wieso sieht das heute Abend auf einmal alles so Scheiße aus? Auch Sonja ist schon langsam am Verzweifeln und ich frage mich, warum ich eigentlich Ausgehen wollte und mir fällt ein, dass dieses Umkleidungsgezetere der Grund ist, warum ich schon so lange nicht mehr am Samstag aus war. Denn sonst gehe ich nur unter der Woche in die Stadt. Vorzugsweise Donnerstags, aber auch Mittwoch und Freitag sind noch genehm. Denn der Vorteil an diesen Tagen ist, dass man ja am nächsten Tag wieder arbeiten muss und man von daher nicht den Ansprüchen an eine heiße durchtanzte Nacht genügen muss, sondern mal was trinken geht und eigentlich nicht so spät heimkommen will. Dann ergibt sich eins aufs andere und meist komm ich erst um 3 Uhr morgens heim (Mama, mach dir jetzt bitte keine Sorgen - ich schlaf dafür ja das ganze Wochenende dann wieder, okay?!). Jedenfalls ist unter der Woche ein guter Ausgehtag, denn da zieht man einfach irgendwas an, denn es muss ja nicht die heiß durchtanzte Nacht werden. So ist nun aber Samstag und ich brauche ein heißes Oberteil, das nicht zu langweilig, aber auch nicht zu aufreizend aussieht und in dem ich mich wohl fühle. Ein Überraschungsei wäre wohl angebracht. Meine Stimmung ist mittlerweile auf dem Tiefpunkt und da hilft auch nicht mehr Robbie Williams, der grad aus meiner Anlage grölt. Ich hänge verzweifelt in meinem Kleiderschrank herum, mein Bett ist dank eines Kleiderbergs auf ihm überhaupt nicht zu finden, als Sonja wutgeladen in mein Reich stampft: „So eine Scheiße, ich hab überhaupt nichts zum Anziehen! Ich gehe jetzt so!" Einfache Hose, einfaches Shirt, schöne Ohrringe. Genau, das mach ich jetzt auch. Was würde ich anziehen, wenn Donnerstag wäre? Jeans, hohe Schuhe (denn man will ja eh nicht so lange bleiben!), langärmliges, aber ausgeschnittenes Top und schöne Ohrringe. Ich schaue in den Spiegel. Verdammt, die Frisur saß vorhin doch schon. Diese dämliche 3000 Mal Umziehaktion hat alles ruiniert. Einen kleinen haarigen Wutanfall später bin ich endlich fertig, treffe Sonja im Flur und es kann los gehen ...
Als ich um halb sechs morgens gut gelaunt und mit drei Telefonnummern heimkomme, frage ich mich, warum ich eigentlich nicht fortgehen wollte. Also, nächsten Samstag geh ich ganz bestimmt wieder weg ...
Beziehungskurven Ich habe gerade ernsthafte Beziehungsprobleme - mit meinem Hund! Wir haben uns im Tierheim kennengelernt, vor fast zwei Jahren. An Ostern 2004 sind wir zusammengekommen. Ich hatte mir wochenlang überlegt, ob ich in der Lage bin, einen Hund zu halten, ob ich die Zeit zum Gassi gehen trotz meines intensiven Jobs habe, ob ich die Verantwortung für die nächsten zehn Jahre übernehmen kann und ob ich abgesichert bin, wenn er zum Tierarzt muss. Ich hatte es mir also wirklich gut überlegt. Die Vernunft war einverstanden. Das Herz hatte gewonnen. Denn ich hatte mich schon unsterblich in diesen 40 cm kleinen, schwarzen Schäferhundspitzmischling verliebt. Und genau da liegt das Problem: In der Liebe! Denn gerade dann, wenn es so gut läuft, geht es oft auf einmal und auf unerklärliche Weise den Bach runter.
Wieso ist eine Beziehung oft dann am gefährdesten, wenn sie super läuft?
Ist Ihnen mal aufgefallen, dass die blödesten Hunde super mit ihren Besitzern auskommen und die dämlichsten Besitzer einen Hund haben, der auf Kommando hört?! Ich bin nicht gerade dämlich und mein Hund ist auch nicht blöd, also eigentlich ideale Voraussetzungen - oder eben gerade nicht. Denn anscheinend kommen Beziehungen, die eigentlich funktionieren sollten, als erstes ins Straucheln. Am Anfang war mein Sandro nur an mir gehangen, ist mir gefolgt, war verschüchtert und bat um meine Zuneigung. Die hat er bekommen. Wir haben Vertrauen zueinander gewonnen, er seine schlechten Zeiten in Rumänien und dann im Tierheim vergessen. Wir waren ein Herz und eine Seele. Im Einklang sind wir durch den englischen Garten spaziert, haben andere Hunde und Besitzer kennen gelernt, hatten Spaß gemeinsam am Strand vom Gardasee zu faulenzen und beim abendlichen Gassigang. Aber nun ist auf einmal alles anders: Er lässt sich von jedem Essen der Kollegen locken, starrt sie mit seinen kugelrunden treuen Hundeaugen so lange an, bis endlich was runterfällt. Er liegt also nicht mehr wie früher an meinem Schreibtisch, sondern ist nur noch in Küche und Sozialraum zu finden - überall da, wo gegessen wird. Und während er früher aus seinem Körbchen aufgesprungen ist, wenn ich nach langer Abwesenheit (also ca. 3 Stunden wegen Dreharbeiten) wieder komme, bleibt er jetzt liegen und erwartet, dass ich ihn begrüße. Wenn ich auf Dreh bin und erst spät wieder zurück komme, motzt er rum, wenn ich aber da bin, interessiert ihn meine Anwesenheit nur, wenn ich ihn streichle oder was zu essen mache! Und wenn wir zusammen rausgehen und spazieren laufen, dann hört er nicht mehr die Bohne auf mich. Er sieht einen anderen Hund und dass ich ihm hinterschreie, dass er langsam machen soll, weil zwischen ihm und dem anderen Hund der Mittlere Ring verläuft, interessiert ihn Null. Wieso auch? Wenn er Streit mit mir hat, gibt’s da ja auch noch andere Futtergeber, und das gleich massenweise. Meine lieben Kollegen würden ihn schon durchfüttern, denkt er. Wieso sollte er dann auch noch auf mich hören? Nun ist es natürlich gemein, dem Hund ständig was zu Essen zu geben, um seine Freundschaft zu gewinnen. Ziemlich einfaches Verhalten meiner Kollegen. Aber er müsste ja wohl auch nicht die ganze Zeit dem Essen hinterrennen. Ein bisschen mehr Interesse für mich würde ihn ja wohl nicht umbringen! Nun bin ich so sauer, dass ich eigentlich kaum noch mit ihm rede, ihn kaum noch streichle und ganz streng zu ihm bin, wenn er wegläuft. Soll er ruhig spüren, dass ich gekränkt bin. Er guckt manchmal auch ziemlich traurig und schuldbewusst, wenn ich ihn gerade mal wieder in Wut ignoriere. Er ist sich meiner so sicher, dass er meint, er müsse jetzt überhaupt nicht mehr gehorchen und kann machen, was er will, ich laufe ja nicht weg! Tss! Und bestimmt will er auch, dass wir uns wieder so gut vertragen, aber es ist halt einfach so schwer, dem Essen zu widerstehen! Ich hoffe nur, es bringt was auf die Dauer, dass ich streng bin und einem dicken Wink mit dem Zaunpfahl gebe, denn ich liebe ihn und würde es deshalb nie schaffen, mich von ihm zu trennen - was er natürlich weiß. Verzwickter Kreislauf!
Übrigens geht’s meinen Freundinnen genauso. Allerdings nicht mit dem Hund, sondern mit den Männern. Sie brauchen in meinem Alltag nur den Hund durch einen Mann und das Essen mit Frauen und Kumpels zu ersetzen - dieselbe Beziehungskiste! Und was sagt uns das? Männer sind halt doch noch Tiere! Doch bleibt uns bei echten Hunden wenigstens noch die Hundeschule. Bei Männern hilft gar nichts mehr - und deshalb habe ich auch einen Hund! Und der geht jetzt erst noch mal in die 1. Klasse!
Silvesterrituale Meine Freundin hüpft schon wild tanzend durch die Wohnung: Silvester! Juhu! Von wegen! Ich weiß nicht, was alle immer an Silvester finden. Im Prinzip ist es die anstrengendste, nervigste und sinnloseste Nacht des Jahres! Und alle 365 Tage dasselbe: 5 Minuten, in denen man das alte Jahr abzuhaken und das neue mit gutem Omen starten soll. Schon Wochen vorher geht die Fragerei im Bekanntenkreis los: "Und, was machst du so Silvester?". "Hmpf", tja, wer weiß das schon so genau? Also in diesen Momenten wünschte ich mir wirklich, ich führte schon ein Leben wie meine Eltern: Die gehen jedes Jahr ganz gemütlich essen, genießen ihre Liebe (denn sie haben sich mit den Eigenschaften des anderen abgefunden und da wird nicht mehr groß rumgemeckert) und haben einen Traumabend in einem Traumleben. Doch was ist mit der jüngeren Vertretung? Zum Beispiel meiner Wenigkeit? Muss ich jetzt auf die angesagteste Party Münchens gehen, so wie es normal "in" wäre? Oder brauche ich ein Date für diesen sooo besonderen Abend? Was passiert, wenn ich Silvester alleine feiere, weil ich, mal angenommen, verschlafen habe und nun, bis ich fertig gestylt bin und endlich ein Outfit gefunden habe, das durch die Silvesterprüfung kommt, keine Party mehr am Start ist, zu der ich einfach dazu stoßen kann. Von wegen: Guten Rutsch!
Bleib ich jetzt das ganze neue Jahr alleine, einsam und verschlafen, weil ich Silvester verpennt habe?
Nicht, dass mir das jemals passiert wäre oder ich vorhabe, Silvester zu verschlafen - obwohl das eigentlich auch eine ganz reizvolle Vorstellung wäre. Ich weiß ja nicht, wie es den Männern ergeht, aber für Frauen ist Silvester der pure Stress!
Die Locationauswahl in Bezug auf Beziehung oder Singledasein: Ist man nun in einer Beziehung, sind die ersten Rahmenbedingungen schon ziemlich vorgegeben. Wobei man betonen muss, dass nur allein des Partners wegen Silvester nicht gleich super werden muss. Meine Silvester mit meinem Ex-Freund waren jetzt auch nicht so, als ob sie unübertrefflich wären. Meistens ist die (Beziehungs-)Lage sehr angespannt. Nicht, dass man sich direkt streitet, aber oft gibt es eine leicht gereizte Stimmung, eine leicht genervte Stimmung, eine leicht übertriebene Vorfreuden-Stimmung oder eine gelangweilte ewig schon in der Beziehung befindende und nicht mehr so berauschende Stimmung. Ist doch so: Zumindest in den jungen Jahren legen wir viel zu viel Bedeutung in diese, ehrlich gesprochenen, pupsegalen 5 Minuten: 2 1/2 Minuten im alten Jahr, 2 1/2 Minuten im neuen Jahr. Und der Rahmen darum muss perfekt passen. So sehen es zumindest die meisten von uns weiblichen Geschöpfen. Selbst schuld eigentlich, dieser Stress: Denn wer nun keinen Partner hat, der kann sich auch nicht hinter nervigen Partnern verstecken und muss offen und ehrlich zugeben, dass es nicht immer am Mann liegt, dass Silvester jetzt nicht "ganz so toll" war. Als Single muss man noch mehr Aspekte abwägen, wo, mit wem und in welchem Rahmen Silvester gefeiert werden soll. Denn. unglaublich aber wahr, manche geben es noch nicht einmal am 31. auf, den Traummann zu finden und hoffen auf Rettung in sprichwörtlich letzter Sekunde, um am liebsten die Null Uhr Stunde mit dem neuen Mann an der Seite rein zu feiern. Locationwahl also ob Single oder in Beziehung: Sehr schwierig!
Nächster Punkt ist das Outfit! Auch hier spielt es eine Rolle: Single oder vergeben? Nach meiner Erfahrung neigen Frauen, die sich in Beziehungen befinden, an Silvester (und sonst nur an Fastnacht) dazu, mit zu tiefen Dekolleté, Glitzerstaub und schimmernden Tops aus dem Haus zu gehen. Aber im Normalfall will der Mann eigentlich mit der Kleiderwahl seiner Frau nicht so auffallen und lieber seine Ruhe, denn an Silvester gibt es für gewöhnlich Bier. Und wer dieses konsumieren will, hält besser die Klappe. Denn Männer sind sich durchaus den verschiedenen Möglichkeiten der unterschiedlichen Stimmungsschwankungen (s.o.) der Frau bewusst. Singelfrauen hingegen reizen Silvester noch ein wenig mehr aus. Noch mehr Brust, noch mehr Glitzerstaub und kaum noch ein Top. Dazu Minirock, Stiefel, aufwendige Hochsteckfrisur - wenn schon Single, dann richtig! Und die Hoffnung, im nächsten Jahr an Silvester nicht mehr Single zu sein, lässt das Top noch ein wenig tiefer rutschen. Nebenbei bemerkt sind es übrigens die diversen Frauenzeitschriften, die uns zu diesem Verhalten bringen, immerhin werben sie schon seit November mit den heißesten Silvesteroutfits. Und dann war da natürlich noch Weihnachten und der biedere Familienlook muss weg.
Das Feuerwerk ist auch ein Punkt: Frauen, die in Beziehungen sind, kaufen es nicht mehr, da kümmern sich die Männer drum! Singlefrauen kaufen es, sie wollen Männer noch beeindrucken, wie cool sie sind!
Vorsätze: Davon gibt es so viele und so unterschiedliche, dass ich sie auf drei reduziere: Abnehmen! Abnehmen! Abnehmen! Ist wohl in den meisten Fällen zutreffend!
24 Uhr / Das neue Jahr beginnt, das alte verabschiedet sich gerade: Bussizeit! Wie fühlt man sich? Ob in Beziehung, als Single oder irgendwas dazwischen: Silvester verursacht ein Gefühl der Einsamkeit - oder der Freude - je nach Einstellung. Ob man jemand knutscht, den man liebt, oder wieder nur die beste Freundin oder vielleicht auch noch den Freund, den man einfach noch nicht losgeworden ist. Silvester ist im Prinzip ein Wahrheitsserum, ein Rausch. Denn die Gefühlslage hierbei sagt uns in den meisten Fällen so ehrlich, wie wir uns sonst nie zuhören, ob wir glücklich sind oder nicht. Deshalb sollte Silvester nicht um Silvesterwillen gefürchtet werden, sondern wegen der Wahrheit, die es verbreitet: Sind wir glücklich? Wenn nicht: Sofort was ändern! Und da ich eigentlich glücklich bin, mache ich mir jetzt keine Gedanken mehr um Outfit, Location und Feuerwerk. Entschuldigen Sie mich, ich schließe mich meiner Freundin an - abnehmen tut man davon nämlich gleich auch noch ... !
Weihnachtswünsche Genauso unnatürlich wie dass jeden Tag die Sonne scheint, ist es auch, dass es jeden Tag etwas zu lachen gibt. Und das ist auch gut so. Denn wer jeden Tag nur etwas zu lachen hat, der entdeckt niemals die Fehler auf dieser Welt. Besonderes Interesse an Fehlern auf diesem Planeten haben wir phänomenalerweise immer an Weihnachten. Die armen Kinder und Familien der dritten Welt. Da wird gespendet was das Zeug hält. Fernsehberichte über die Missstände diverser Länder gezeigt. Es wird aufgezeigt, wer arm ist, wo der Terror herrscht und wo Hilfe benötigt wird. Doch wundersamer Weise war niemand bei unser München TV Gruß-Aktion bereit, ein politisches Statement abzugeben. Dabei habe ich es jedem angeboten: "Sie können grüßen, wen sie möchten, fröhliche Weihnachten und einen guten Rutsch wünschen. Und sie können ganz besonders den Menschen alles Gute wünschen, denen es nicht so gut geht oder sich mit einem Statement verabschieden wie: Nieder mit dem Krieg!" Doch niemand, nicht ein einziger von 234 Personen, die die Möglichkeiten bekommen haben, über das Fernsehen ihre persönlichen Grüße zu schicken, hat diese Chance genutzt.
Wieso schreien alle immer auf, wenn es irgend jemand vormacht, aber niemand nutzt die Möglichkeit, selbst seine Meinung kund zu tun?
Wenn nun alle Medienstationen ihre Charity-Aktion noch mal so richtig ankurbeln kurz vor Weihnachten, ist die Spendenbereitschaft hoch wie nie. Doch kann es sein, dass Sie nur dafür spenden, weil sie es gerade im Fernsehen sehen oder in der Zeitung lesen? Klar, es ist eine beunruhigende Situation in der 3. Welt und es ist auch schrecklich, wenn ein Kind krebskrank ist. Doch wenn Sie sich für eine Spende hätten entscheiden müssen und Sie durch kein Medium beeinflusst worden wären, was hätten Sie gewählt? Wem würden Sie alles Gute wünschen? Was wünschen Sie sich?
Ich wünsche mir Spender, die nicht nur einmal im Jahr kurz den Geldbeutel zücken, um es von der Steuer abschreiben zu können, sondern ganz bewusst Geld geben, weil sie es sich wirklich überlegt haben. Ich wünsche mir Menschen, die nicht nur an Weihnachten Bekannten und Verwandten mit einer Karte Grüße senden, sondern auch wenigstens einmal im Jahr nachfragen, wie es denn eigentlich geht. Ich wünsche mir Münchner, die nicht so aggressiv durch die Stadt mit ihrem Auto brausen, sondern es jeden Tag zu schätzen wissen, in welch wunderschönen Stadt sie leben und was das für ein Glück ist, hier zu sein. Ich wünsche mir Prominente, die ihre Funktion in der Öffentlichkeit zu stehen nutzen, um anderen zu helfen und auf Probleme aufmerksam zu machen, und nicht nur an Autogramme und Fanumsatz denken. Ich wünsche mir Münchner, die nicht einfach über Obdachlose schimpfen, weil sie nicht arbeiten, sondern sie unterstützen, indem sie beispielsweise einfach nur die monatliche "BISS" kaufen. Ich wünsche mir Verkäufer, die ihrem Job zu verkaufen wahrnehmen und kundenfreundlich arbeiten und nicht nur als Ständer im Laden stehen. Ich wünsche mir C-Promis, die sich ihres geringen Promi-Status bewusst sind und nicht den Überflieger kriegen, weil sie beispielsweise bei einem Call-Sender als Moderatoren arbeiten. Ich wünsche mir Medienbetriebe, die wieder guten Journalismus machen und fördern und nicht nur an Umsatz und Einnahmen denken und hauptsächlich Billig-Produktionen über den Sender schicken. Ich wünsche mir Kollegen, die freundlich und mit Respekt miteinander umgehen, sich gegenseitig bei Problemen helfen und kapieren, dass es meistens nur gemeinsam geht. Ich wünsche mir eine Regierung, die nicht nur am Volk spart, sondern endlich auch den Wasserhahn bei den eigenen Gehältern ordentlich zu dreht. Ich wünsche mir Kameramänner, die mit Spaß bei der Sache sind und mich nicht irritieren, weil sie unmotiviert hinter der Kamera stehen und mir den Job vor der Kamera so recht schwer machen. Ich wünsche mir Menschen, die nicht einfach nur behaupten Tiere zu mögen, sondern auch so konsequent handeln und dementsprechend keine Felle von gefährdeten Tieren tragen. Ich wünsche mir reiche Menschen, die nicht glauben, aufgrund ihres Geldes seien sie etwas Besseres, sondern Vorbilder für andere sind. Ich wünsche mir Sänger, die solch Vorbilder sind wie Bono von U2, der nicht nur als Musiker geschätzt und geliebt wird, sondern mit Herzblut für den guten Zweck arbeitet. Ich wünsche mir Frauen, die auch mal ungeschminkt aus dem Haus gehen und bei 35 Kilo nicht den ganzen Tag behaupten, sie seien fett. Ich wünsche mir Männer, die Frauen gut behandeln und nicht betrügen, weil es nun mal "der Trieb" ist. Ich wünsche mir Beziehungen, die ehrlich sind und stark, und nicht bei ersten Schwierigkeiten aufgeben werden. Ich wünsche mir Ex-Freunde, die zu der ehemals großen Liebe stehen, und keine Beziehungen führen, nur um darüber hinweg zu kommen und um nicht einsam zu sein. Ich wünsche mir Dates, die ernst gemeint sind. Ich wünsche mir Menschen, die zu ihrem Wort stehen. Ich wünsche mir mehr Bewusstsein für die Umwelt, damit sie uns nicht völlig vom Planeten vertreibt. Ich wünsche mir Mitbewohner, die im Stande sind, die Wohnung sauber zu halten. Ich wünsche mir Chefs, die ein Ohr für ihre Mitarbeiter und deren Probleme haben. Ich wünsche mir Hunde, die auf Kommando hören und nicht wie meiner, weil’s ja so lustig ist, fast auf den Mittleren Ring rennen. Ich wünsche mir gute Musiker, die uns auch für die Zukunft unsere neuen Lieblingshits schreiben. Ich wünsche mir Politiker, die ihren Auftrag und ihr Vorhaben nicht vergessen, volksnah zu sein und endlich alles besser zu machen. Ich wünsche mir, dass die Menschen ein wenig aufmerksamer durch diese Welt wandeln und nicht vergessen, dass wir alle hier nur Gast sind. Ich wünsche mir Menschen, die nicht töten und verletzen und dabei auch noch behaupten, sie würden das in Gottes Auftrag machen. Ich wünsche mir Gesetze, die härter sind und damit Straftäter auch vor neuen Straftaten beschützen und potentielle Opfer verschonen. Ich wünsche mir ein Weihnachtsfest, dass jedem die Freiheit lässt, es so zu verbringen, wie er es am liebsten verbringen mag. Ich wünsche mir noch mehr gute Menschen, wie es sie glücklicherweise schon häufig gibt. Ich wünsche mir mehr Menschen wie Sie, die sich die Zeit nehmen, der Realität, wie sie uns jeden Tag begegnet, ins Auge zu sehen und immer die Chance ergreifen, die Welt ein bisschen besser zu machen. Mit kleinen Gesten und manchmal nur einem Bitte und einem Danke. Und damit wünsche ich Ihnen ein entspanntes Weihnachtsfest und schöne freie Tage ...
Weihnachtsrauscheinkäufe In diesem Jahr will ich besonders schlau sein! Das heißt: frühzeitig Weihnachtsgeschenke einkaufen! Nachdem ich in den vergangenen Jahren immer noch am heiligen Abend los gezogen bin, um eben mal schnell was zu kaufen und halbwegs ordentlich zu verpacken, möchte ich das in diesem Jahr unbedingt umgehen. Man weiß schließlich 11 Monate im Jahr, dass im 12. Monat Weihnachten ist und damit die Familie und gute Bekannte eine kleine Aufmerksamkeit erwarten, schließlich bekommt man selbst ja auch immer was. Trotzdem finde ich mich jedes Jahr am 24. im absoluten Zeitdruck neben tausend anderen „Last-Minute-Weihnachtsgeschenk-Käufer“ wieder.
Wie kommt es, dass wir es schaffen, Termine zu verschusseln und es nicht gebacken bekommen, uns zeitig darauf vorzubereiten, obwohl wir seit Monaten/Wochen/Tagen wissen, dass der Termin ansteht?
Aber dieses Mal nicht! Dieses Jahr werde ich zeitig alles zusammen haben! Aus diesem Grund spaziere ich also auch fröhlich locker Samstag Mittag in die Stadt: Selbstmord! Denn diesen Gedanken haben anscheinend tausend andere auch gehabt. Nicht, dass es jemals einen Samstag in München geben würde, an dem die Kaufingerstraße nicht gerammelt voll ist. Aber das ist nichts im Vergleich zu einem Samstag in der Weihnachtszeit! Aber da es ohnehin so schwer ist durch das Gewühl zu kommen, ist es ja auch nicht tragisch, kurz in ein Schuhgeschäft zu gehen. Denn was ich wirklich noch bräuchte sind Winterschuhe. Ich hab leider keine gefunden, dafür aber einen kurzen Abstecher in meine Lieblingsboutique gemacht. Und ausgerechnet heute müssen die alles reduziert haben! Da sehen die Outfits gleich noch schöner aus. Man findet prinzipiell aber auch nie das, was man eigentlich sucht. Haben Sie schon mal eine neue schöne Jeans gefunden, wenn Sie eine brauchten? Wenn ich Hosen suche, komme ich meistens mit Handtaschen heim, da muss man sich nicht soviel umziehen, sieht immer gut aus und wird daher auch nicht deprimiert beim shoppen.
Drei Stunden später und total erschöpft jedenfalls steh ich nach meinem Rauscheinkauf an Oberteilchen wieder auf der Straße, bepackt mit zwei dicken Tüten. Jetzt fehlen mir allerdings noch die passenden Schmuckstücke dazu - aber nicht lange. Weitere zwei Stunden später habe ich auch die. Jetzt schau ich gleich noch nach einem neuen Skianzug, immerhin steht die neue Skisaison kurz bevor. Mit weiteren Tüten behangen noch kurz vor acht einen Abstecher auf den Christkindlmarkt am Marienplatz, Crépes, Bratwurst und Bratapfel essen (na ja, die Geschichte kennen Sie ja) und dann schleppe ich mich total erledigt nach Hause. Meine Freundin begrüßt mich: „Na, hast du schöne Geschenke für deine Familie gefunden?“. Verdammt, das wollte ich eigentlich in der Stadt! So langsam wird’s schon knapp, wenn ich dieses Jahr vor der letzten Weihnachtswoche alle Geschenke beieinander haben will. Wahrscheinlich wird’s genauso wie immer:
Abitur, langerhofftes Date, Vorstellungsgespräche und Interviews. Ich war immer erst kurz vor Schluss dran. Beim Abi hab ich mich schön darüber ausgelassen, dass es Verrückte gibt, die schon im Herbst mit Lernen anfangen. Drei Tage vor dem Abi fiel mir auf, dass ich noch gar nichts gelernt hatte. Beim langerhofften Date wollte ich einfach umwerfend aussehen: Neue Haare, neuer Look neue Schuhe! Am Tag des Dates schaffte ich es gerade mal ein halbwegs anständiges Outfit auszusuchen. Zu Interview und Dreharbeiten nehme ich mir jedes Mal vor, mich intensiv darauf vorzubereiten. In den meisten Fällen schaffe ich es gerade noch die Anfahrtsbeschreibung zu recherchieren. Und bei Vorstellungsgesprächen wollte ich alles über die Firma recherchiert haben. Zwei Minuten vor Zusammentreffen mit Big Boss kannte ich gerade mal dessen Namen!
Aber was soll’s! Bis jetzt hatte es ja immer hingehauen. Das Abitur mit einer eins davor, das Date entwickelte sich zur Beziehung, die Interviews sind nett und klappen immer und die Jobs hab ich bislang bekommen! Also, wieso hetzen? Bis Weihnachten hab ich ja noch massig Zeit. Deshalb werde ich am nächsten Samstag einen erneuten Versuch starten. Ich brauch nämlich noch neue Hosen ...
Weihnachtsschlemmereien Ich war die letzten beiden Tage mal wieder im Fitnessstudio. Juhu! Ich bin so stolz auf mich. Aber das Fitnessstudio ist auch überlebenswichtig derzeit, im Winter, im Dezember und ganz besonders während der Weihnachtsmarktbesuche! Denn der ein oder andere wird es bemerkt haben: Es ist so wie Nikolaus sagt: Es weihnachtet sehr! Bis jetzt habe ich mich mit geschlossenen Augen beim allwöchentlichen Samstageinkaufsbummel durch die Stadt gewühlt und so getan, als würde ich es überhaupt nicht merken ... Die Christstollen und Lebkuchenherzen, die schon seit drei Monaten im Regal im Supermarkt liegen, habe ich total erfolgreich ignoriert und mich regelrecht daran vorbeigehungert. Auch die Gespräche unter den Kollegen, wer welche Geschenke für welche Verwandten und Bekannten schon hat, haben mich schon im September kalt gelassen.
Doch jetzt ist es soweit! Weihnachten!! Nicht das ich was für Weihnachten übrig hätte. Ich freue mich zwar, dass wir am heiligen Abend Christus Geburt feiern, zuvor Nikolaus und seinen guten Taten gedenken und damit etwas besinnlich ein oder zwei Tage verbringen, aber das war’s dann auch! Mit dem Adventsschmuck und Krippenaufbauen in jeder Ecke kann ich nicht soviel anfangen. Denn ich bin wohl eine der wenigen meiner Generation, die überhaupt noch wissen, warum wir Weihnachten eigentlich feiern. Meine Freundin meint doch glatt, wir feiern Weihnachten, weil man dann so herrlich dekorieren kann. Unsere Wohnung sieht aus, als wäre ein gesamter Geschenkladen bei uns eingezogen.
Warum muss Weihnachten immer die ganze Welt mit Dekorationen Kopf stehen? Und wer räumt das dann im März wieder auf, wenn immer noch der Weihnachtsbaum auf dem Balkon steht?
Weniger die Dekoration und die Lust auf Christbäume machen mir Geschmack auf die Adventszeit. Nein, es ist der Geschmack selbst. Die Zusatzmahlzeiten, die in der Weihnachtszeit anfallen, sind ein Traum! Ich habe mich von Sonja dazu zwingen lassen, mit ihr auf den Christkindlmarkt zu gehen. Auf dem Weg zum Marienplatz habe ich mir schon mal langsam Gedanken gemacht, was ich als erstes essen werde. Währenddessen plappert meine Freundin ununterbrochen von Adventsschmuck und Krippenfiguren. Ich tue ganz interessiert und gedanklich esse ich schon mal die erste Bratwurst. Kaum auf dem Christkindlmarkt angekommen laufe ich schnurstracks zum ersten Bratwurststand und kaufe mir das erste Würstchen in der Semmel. In dem Moment sehe ich, dass es dort auch Currywurst gibt. Mann, die muss ich nachher unbedingt noch essen. Aber nun habe ich ja erst mal was zu essen und wir schlendern über den Markt. Während sie total fasziniert bei Adventsdekorationen und Schmuck hängen bleibt, versuche ich mich beim Essen nicht total mit Ketchup zu bekleckern und entdecke den ersten Glühweinstand. Nach Essen hat man ja Durst. Danach laufen wir an einem „Langos“- Stand vorbei. Also da kann man wohl nicht Nein sagen. Dort gibt es auch noch „Glühbier“. Da kann man ja wohl jetzt wirklich nicht Nein sagen. Meine Freundin plappert derweil weiter von Christbäumen und irgendwas von unserer Wohnung. Ich konzentriere mich allerdings auf die nächste Errungenschaft: Crepès! Mit viel Nutella und dazu Zimt und Zucker – damit s so richtig schön süß ist. Anschließend noch ein Kinderpunsch, ein paar Maronen und zum krönenden Abschluss noch ein Bratapfel. Und weil der so süß war, noch ein Glühwein.
Jetzt ist mir so was von schlecht! Schon mit 13 hat meine Freundin immer gesagt: Entweder hat die Natalie Hunger oder ihr ist schlecht! Wohl wahr. Jedenfalls bringt mich meine Freundin dann nach Hause und ins Bett. Am nächsten Morgen stehe ich auf und mich trifft der Schlag: Alles weihnachtlich dekoriert! Ich atme tief durch und versuche mich davon überhaupt nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Sie wird es dann ja wohl auch wieder im März abhängen! Derweil konzentriere ich mich lieber auf meinen heutigen Dreh, wir fahren nämlich aufs Tollwood-Winterfestival, und jetzt raten Sie mal was es dort gibt: Bratwurst, Currywurst, Crepés ... Manche Dinge ändern sich eben nie.
Zittermarathon Nun haben wir ja bereits den 1. Advent und spätestens, nachdem ich die letzte Woche über die "Schneegesichter" gestolpert bin, war mir klar, der Winter ist da! Nicht, dass ich nicht darauf vorbereitet war. Gut, was die Winterreifen am Auto betrifft, war ich wirklich überrascht. Aber seit Wochen freue ich mich schon auf die diesjährige Skisaison. Im vergangenen Jahr habe ich eine komplette neue Skiausrüstung bekommen, die möchte ich natürlich auch in diesem Jahr präsentieren. Allerdings ist mir die Freude auf das Skifahren schon wieder fast vergangen. Denn in dieser Woche ist mir aus aktuellem Anlass wieder eingefallen, dass Skifahren leider einen großen Nachteil mit sich bringt: Die eiskalte Nase! Beim Skifahren kann man sich einpacken wie man will: Die Nase ist kalt! Und wir Frauen sind doch so verfroren. Deshalb trinke ich meistens auf der Piste ein paar Liter Jagertee, dann geht's wenigstens ein bisschen. Und die Skikleidung und Bewegung macht den Rest, um sich nicht komplett und schutzlos der Kälte auszuliefern!
Doch was bitte schön macht man bei eiskalten Minustemperaturen mitten in der Stadt?
Im Skianzug rumzurennen würde ja schon ein bisschen Scheiße aussehen. Deshalb zeige ich meine Schichtenkleidung nicht nach oben hin, sondern innen rein. Das funktioniert so: Unterhemd, kurzärmliges T-Shirt, langarmiges T-Shirt, Pullover, drüber ein Pullunder, Strumpfhose, dünne Socken, dicke Socken drüber, Cordhose (Jeans wird sackrisch kalt), lange Winterjacke, damit die Nieren warm bleiben, Mütze, gefütterte Handschuhe, dicker, langer Schaal. Das ist mein Outfit bei -3 Grad. Ich sehe total bescheuert aus. Aber damit hält man es wenigstens draußen aus. Und ich muss mich leider in der freien Natur bewegen, denn dummerweise will mein kleiner, dicker Hund auch im Winter Gassi gehen. Und nachdem ich in dieser Woche schon einen Zittermarathon hinter mir habe, verzichte ich gerne auf den nächsten.
Das war nämlich so: Der Tag fing schon verhältnismäßig schlecht an. Ich bin morgens aufgestanden und in meine Pantoffeln geschlüpft (die sehen aus wie kleine Kühe), habe mir einen Tee gemacht, bin über meinen Wäschekorb mit dem Tee in der Hand gestiegen, weil ich keine Lust hatte, die Wäsche zu bügeln und bin beim Drübersteigen so was von ausgerutscht und sehr unsanft auf meinem Steißbein gelandet. Die Kühe haben nur blöd gelacht. Allerdings hab ich auch ein Händchen für Missgeschicke und Fettnäpfchen und hab mir daher erst mal nichts gedacht. Dann bin ich zu unserem Dreh gefahren. Wir haben zwei Stadtrundfahrten gefilmt. Die erste im Bus, die zweite in der Kutsche. Am Anfang war alles noch in Ordnung. Ich konnte zwar kaum auf meinem Hintern sitzen, aber im Gegensatz dazu, was der Tag noch bringen sollte, war das echt gar nichts. In der Kutsche durch München zu fahren war echt super. Allerdings auch saukalt. Ich hab' nach einer Viertelstunde gar nichts mehr von dem blauen Fleck auf meinem Hintern gespürt. Stattdessen haben meine Füße so weh getan, weil die Fußzehen schon ganz abgefroren waren. Die Stiefel, die ich trug, sind zwar unglaublich schön, aber doch nichts für den Winter. Ich war dann jedenfalls total durchgefroren und sollte auch noch moderieren!!! Meine Lippen waren allerdings so kalt, dass ich kaum ein Wort formulieren konnte, das man auch nur halbwegs hätte verstehen können. Dann waren wir gegen Abend endlich fertig und ich bin flugs nach Hause gefahren, weil mein armer Hund den ganzen Tag drinnen war und er mal ganz dringend raus musste. Ich also, keine Zeit zum Umziehen, den Hund geschnappt und in die Stadt gelaufen. Denn nebenbei wollte ich mir noch einen DVB-T Receiver kaufen, damit ich nun endlich auch mal wieder Fernsehgucken konnte. Im Elektromarkt angekommen war die Auswahl riesig und ich entschied mich schließlich für ein mittelteueres Gerät. Nachdem ich schon zitternd nach Hause gestapft war, freute ich mich so was von auf mein warmes Wohnzimmer mit Fernseher. Allerdings funktionierte das Gerät nicht. Konnte es aber auch nicht. Ich hatte nämlich aus Versehen einen Satellitenreceiver erwischt, und der funktioniert eben nur mit Satellitenschüssel. Ich also wieder zurück in die Stadt, schon leicht genervt. Schüssel gegen einen richtigen Receiver umgetauscht. Mittlerweile war es schon acht Uhr und mir fiel ein, dass ich gar nichts mehr zu Essen hatte. Macht nix, geh ich halt zum Pizza Hut. Kaum hatte ich mich hingesetzt, wurde ich auch schon wieder rausgeworfen: Hunde dürfen hier nicht rein! Tss, da lach ich doch! Was hat denn dieser Billigitaliener mit Hunden zu verlieren?! Aber bitte. Ich hab' aber nicht gelacht. Hunger, Kalt und oh mein Gott, keine Schlüssel! Die lagen friedlich im warmen Wohnzimmer. Scheiße! Meine dämliche Freundin war diese Woche in Frankfurt, also nicht erreichbar, um mir mal eben aufzuschließen. Ich also den Schlüsseldienst angerufen und erfahren, dass es eine halbe Stunde dauert. Ne dreiviertel durchgefrorene Stunde später kam dann der Mann der rettenden Stunde, war nach zwei Minuten fertig, Tür auf. Bar zahlen bitte! Wie bitte? Ich also Schlüssel geschnappt, durch die Kälte wieder zum nächsten EC-Automaten gestapft, 80 Euro für den netten Herren mit dem Dietrich. Wieder zurück gelaufen und endlich, endlich daheim in der warmen Bude. Ich war so was von durchgefroren, dass ich mir eben geschworen habe, jetzt nur noch total gut eingepackt aus dem Haus zu gehen. Und so renne ich jetzt bei -3 Grad rum wie ein Idiot in Mumienkleidung und frage mich, was ich mache, wenn der Winter, mit Minusgraden bis zu 15 Grad, wirklich kommt?!
Schneegesichter Wenn Sie den diesjährigen sonnigen Herbst genauso genossen haben wie ich, dann sind sie auch mit hocherhobenem Haupt und fröhlich in die Sonne blinzelnd durch München getrabt. Sonnenbrille auf, Herbstjacken an, spazieren gehen und viele fröhliche Menschen auf dem Spaziergang begrüßen. 100 Prozent von denen, die ich begrüßt habe, kenne ich nicht. Aber was soll’s! Die Sonne macht mich fröhlich und wir alle sind fröhliche Münchner! Zumindest bis Donnerstag. Denn hier begann der diesjährige Winter! Am Mittag beim täglichen Gassigang mit meinem kleinen schwarzen Hund sah ich auf einmal weiße kleine Flecken auf seinem Fell. Schuppen? Aber im nächsten Augenblick bemerkte ich die bunten kleinen Schneeflocken, die fröhlich durch die Luft tanzten. Aber noch schien die Sonne. Die Welt war noch in Ordnung! In der Nacht darauf jedoch, als wir alle friedlich schlummerten, vermehrten sich diese kleinen Flöckchen in viele große weiße Flocken. Am nächsten Morgen bin ich aufgestanden und dachte ich schlafe noch: Schnee! Alles weiß! Im ersten Moment habe ich mich noch gefreut wie ein kleines Kind, im nächsten ist mir der Spaß vergangen: Keine Zeit für einen ausgedehnten Morgenspaziergang mit meinem Hund, der Verkehr wird zusammenbrechen, zuvor muss ich erst mal mein Auto freischaufeln, dann kann ich nur langsam fahren und ach du lieber Himmel: Ich hab ja noch Sommerreifen drauf!!!
Jetzt mal ehrlich, wir wissen seit Jahrhunderten, dass spätestens im November der Winter kommt, die Straßen gefrieren, die Temperaturen deutlich sinken und es anfangen wird zu schneien! Wieso sind wir dann jedes Mal so überrascht, wenn der Winter dann tatsächlich kommt?
Sind wir doch mal ehrlich, als Kinder waren wir besser auf den Winter vorbereitet als jetzt im Erwachsenenalter. Ich habe mir stundenlang darüber Gedanken gemacht, wo ich in diesem Jahr meinen Schneemann hinstellen werde, wo ich am Besten rodeln könnte und wen ich mal so richtig ordentlich unter Schneeballbeschuss nehmen werde. Aber es blieb ja nicht nur bei Gedanken: Ich habe den Schlitten schon im September aus dem letzten Eck im Keller rausgekramt und direkt neben die Tür gestellt, damit ich, wie sonst nur die Feuerwehr zu ihrem Auto, beim ersten Flöckchen das aus dem Himmel purzelt, ohne Hindernisse zum Schlitten rennen konnte und damit die erste auf dem kleinen Rodelhügel war. Und wenn kein Flöckchen kam, haben sich doch wohl die meisten von uns ans Fenster gesetzt, den Himmel angestarrt und „Schneeflöckchen – wann kommst du geschneit?“ gesungen ... Als ich dann jedoch älter wurde, habe ich das natürlich nicht mehr getan! Gut, gelogen. Ich hab wahrscheinlich öfter um Schnee gebetet als jemals zuvor. Denn wer mit dem Bus zur Schule fährt, kapiert ganz schnell, dass ein Schneechaos und ein Steckenbleiben des Schulbusses im Verkehr, einen daran hindert, die Matheklausur in der 1. Stunde zu schreiben. Jipieh! Außerdem war der Schnee im ganz nützlich, um Annäherungsversuche an den großen Schwarm zu starten. Denn für Jungs im Alter bis 21 Jahren gibt es nichts Tolleres, als den kleinen Buben in sich zu entdecken und die Mädels einzuseifen. Von dem Kerl, von dem man das nicht wollte, hat man sich das nicht gefallen lassen und ihm ordentlich auf die Nase geboxt, aber der richtige, der durfte das natürlich und wir haben nur mädchenhaft schockiert geschrieen und die Nähe dieses Traummannes in Wirklichkeit heimlich genossen. Auch wenn’s relativ kalt und nass war ... So und jetzt, wo wir erwachsen und damit über 21 Jahre sind, ist unsere Reaktion auf Schnee nur blankes Entsetzen: Ich bin in Panik, wenn ich morgens die weiße Pracht sehe, die dafür sorgen wird, dass ich zu spät zur Arbeit komme, dass es ein nervendes und heilloses Durcheinander auf den Straßen geben wird, und dass ich die Letzte in der endlosen Schlange derer bin, die auch noch schnell die Winterreifen aus dem Keller geholt haben und nun an der völlig überlasteten Werkstatt warten, um sie eben noch schnell bei starkem Schneefall aufziehen zu lassen. Und achten Sie mal auf die Verhaltensweisen Ihrer Mitmenschen! Während wir alle noch bis vor ein paar Tagen mit fröhlichen Sonnengesichtern über die Straßen spaziert sind, erkennt man bei Schneefall kaum ein Auge. Weil wir sie zusammenkneifen, komisch die Mundwinkel verziehen, die Stirn runzeln und uns im Parka vergraben. Und jetzt schauen Sie mal nach unten!
Da sehen Sie fröhliche durch den Schnee springende Hunde und Kinder. Die Hunde wälzen sich im Schnee, genießen dieses weiße, kühle Nass und unsere Kinder toben schreiend über die schneebedeckte Wiese. Und das war der Punkt, an dem ich mein Gesicht aus dem Parka zog, mich entspannt und meinen Hund ordentlich eingeseift habe. Und nachdem der Schnee soweit wieder geschmolzen ist, nehme ich mir ganz fest vor, dann doch noch schnell die Winterreifen aufzuziehen. Aber erst nächste Woche. Denn im Moment sitze ich noch am Fenster und singe, denn eigentlich müsste ich morgen früh zum Zahnarzt ...
Orientierungslos! War gestern zwei Stunden zu spät zum Drehtermin. Zum einen konnten wir erst verspätet los, weil Kamera und Equipment nicht bereit waren, zum anderen hab ich die Olympiahalle nicht gefunden. Ist echt wahr! Diese ganzen Ringe und Umgehungsstraßen in München irritieren mich jedes Mal aufs Neue!
Nürnberg, Salzburg, Garmisch, Stuttgart. Was weiß ich. Was sollen die Autobahnschilder? Ich möchte zum Olympiapark! Nicht auf die Autobahn! Komm ich aber. Irgendwie bin ich jetzt in Ottobrunn gelandet. Hm, ich glaub ich bin falsch. Ich fange schon wieder an mich zu hassen. Sobald ich ins Auto steige und nicht auswendig weiß, wo ich hin muss, bin ich schon schlecht gelaunt. Ich weiß schon von vorne rein, dass ich mich verfahren werde. Das nervt! Vergangenes Wochenende hatten wir Schulung, draußen in Unterföhring. Ich hab’s mit Müh und Not gefunden. Bin aber auch ne Stunde früher los gefahren und war gerade so pünktlich. Eine Stunde und 15 Minuten von Stadtmitte nach Unterföhring – ohne Stau – Rekord! Nach der Schulung kam’s dann aber knüppeldick! Nachdem ich ja irgendwie hin gefunden hatte, würde ich wohl auch wieder heim finden. Heim geht immer! Denkste!
Es sind dort drei Verkehrskreisel gleich hintereinander. Wenn das einer aus dem Flugzeug gesehen hätte, der hätte sich schlapp gelacht! Ich bin erst in den 1. Kreisel rechts, im 2. links und im 3. wieder links gefahren. Damit war ich wieder im 1. Nun hab’ ich es im 1. rechts probiert und war auf der Strecke raus in die Pampa. Bis man auf so einer Landstraße wieder drehen kann, fährt man erst mal ein paar Kilometer, deshalb bin ich ja immer so genervt! Ich hab fast zwei Stunden für 10 Kilometer nach Hause gebraucht und war echt schlecht gelaunt!
Wie kommt es, dass wir Frauen geniale Geschöpfe sind, die zwei und mehr Dinge gleichzeitig machen können und trotzdem rechts von links nicht zu unterscheiden wissen?
Meine Mutter kennt meine Ausraster beim Autofahren. Klingelt das Handy und ich sage ihr, dass ich gerade Auto fahre, dann legt sie sofort ganz freundlich auf. Bloß nicht reizen! Zwei Minuten später folgt nämlich meist schon der Ausbruch! Und das kann meine Mutter nicht leiden, dass ich beim Autofahren so ausflippe. Kann sie aber auch nicht verstehen. Sie fährt ja immer die selbe Strecke. Zur Arbeit, zur Oma, zum Einkaufen und wieder heim! Ich hingegen gurke in die unterschiedlichsten Himmelsrichtungen durch die Gegend und soll noch Orientierung haben. Die Straßenkarte hilft mir im übrigen auch nicht weiter. Denn dort sieht alles ganz einfach aus: Große Straßen rot, kleine Straßen orange und alle kann man munter bunter runterfahren. Denkste! Von der einen großen roten in die andere große rote zu kommen ist nicht möglich: Einbahnstraße! Also erst weiter fahren, umdrehen, in die kleine orange, in die nächste orange, jetzt müsste irgendwo die große rote sein und ich bin auf der komplett falschen Seite der 1. roten und bin damit am selben Ausgangspunkt wie zuvor. In solchen Fällen greife ich meistens zum Mobiltelefon und rufe meine beste Freundin Sonja an. Sie ist, ganz im Gegensatz zu mir, ein absoluter Auto- und Straßenkenner. Ich erkläre ihr kurz, wo ich hin muss, wo ich gestartet bin und wo ich mich nun befinde. Meistens lacht sie dann erst mal und versucht mich wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Mittlerweile bin ich aber so schlau und rufe nicht erst dann an, wenn’s schon zu spät ist und ich in irgendeiner zwielichtigen Ecke gelandet bin, sondern gleich bevor ich starte. Dann begleitet sie mich auf der Fahrt und muss in ihrer Arbeit das als Überstunden quittieren. Danke Freundin! Aber sie hat Verständnis. Ich habe ungelogen ein halbes Jahr gebraucht, um die Strecke auswendig zu können, die von meiner Arbeitsstelle zu ihr nach Hause führt. Ich steige ins Auto ein, fahre die Ausfahrt raus und bleibe dann immer erst mal stehen, um zu hoffen, dass die Erinnerung wieder kommt an die Strecke, die sie extra schon 20 Mal mit mir gefahren ist. War das jetzt links oder rechts rum? Ich rufe sie an! Sie lacht. Sie hat schon auf meinen Anruf gewartet. „Links oder rechts?“, frage ich geradewegs hinaus. „Links!“, die Antwort. Gut, links! Kapiert. Ich fahre rechts. Ich hab keine Ahnung wieso, aber irgendwie kriege ich das in diesem Leben nicht mehr geregelt. Und weil das so ist, verlasse ich mich jetzt immer auf die Orientierung der Männer. Das heißt, wir müssen zu einem Dreh und der Kollege hat dafür Sorge zu tragen, dass er den Weg kennt. Heißt im Klartext: Gestern, unser Dreh in der Olympiahalle: Thomas druckt sich den Weg übers Internet aus, fährt los, stellt fest, dass man von der einen großen roten nicht so einfach in die andere große rote abbiegen kann: Einbahnstraße! Also erst weiter fahren, umdrehen, in die kleine orange, in die nächste orange, jetzt müsste irgendwo die große rote sein und wir sind auf der komplett falschen Seite der 1. roten und damit am selben Ausgangspunkt wie zuvor. Jetzt muss ich lachen. Liegt’s jetzt an mir oder ist die Verkehrsführung in München nicht die beste?
Fitnesskämpfe Der ewige Kampf mit dem Körper kennt bestimmt jeder von uns! Man wäre ja so gern schlank, verkneift sich das Steak am Grillabend und haut sich dafür später, zu Hause und unbeobachtet, das aufgetaute Schnitzel rein. Ob das dem Körper nun besser getan hat als das Steak, mag ich zu bezweifeln. Vor allen Dingen, weil das Steak wenigstens noch in einem angemessen Zeitfenster verdrückt worden wäre. Das Schnitzel jedenfalls um Mitternacht liegt schon verdammt schwer im Magen. So müssen wir nun im Herbst zwar nicht mehr gegen das Steak vom Grillabend ankämpfen, dafür aber gegen ausgedehntere Mahlzeiten die viel Fleisch und Fett enthalten. Schließlich ist bald Winter und der Körper braucht mehr Nahrung! Ganz zu schweigen von den Lebkuchen und Plätzchen, die bald auf uns zukommen! Aber egal. Das gleicht man schon wieder aus. Geht man halt einmal mehr in dieser Woche ins Fitnessstudio! Meistens geht man jedoch nicht. Nach dem Schnitzel mit Pommes lässt es sich so schwer aufstehen! Was macht man, wenn der Körper den Geist übernimmt? Mein Geist sagt ganz eindeutig: "Natalie, heute Abend gehst du noch ins Fitness!". Und ich will es auch wirklich machen. Ehrlich! Aber mein Job ist einfach so anstrengend. Den ganzen Tag renne ich rum, von Drehtermin zum Sender, in den Schnittraum und zu meinem Rechner. Ist doch fast schon wie Fitness! Nebenbei geh ich schließlich auch noch Gassi! Gut, da wir meistens zu den Drehterminen mit dem Auto fahren, der Schnitt- und Redaktionsraum gerade mal zwei Meter voneinander entfernt liegen und ich nicht gerade einen Windhund habe, der viel Auslauf braucht, sondern eher ein Faultier, das aussieht wie ein Hängebauchschwein und den ganzen Tag nur ans fressen denkt, ist mein Arbeitsalltag nicht gerade mit einem Fitnessprogramm zu vergleichen. Dabei bin ich echt total motiviert. Jeden Abend beim Einschlafen denke ich mir: "Wow, morgen gehst du echt ins Fitness! Morgen bist du früher fertig, da gehst du echt ins Fitness. Machst einen Kurs oder gehst nur aufs Laufband. Aber du gehst!". Am nächsten Abend denke ich mir dasselbe ... Dabei habe ich echt gute Vorbilder. Madonna sah diese Woche bei den MTV Music Awards besser aus, als es manche von uns jemals getan hat - und das mit 45 Jahren! Und so gerne sehe ich mir die Fotos aus den Boulevardblättern an, wie Hollywoodstars im Schlabberlook durch den Hyde Park in London und den Central Park in New York laufen. Echte Vorbilder! Leider bleibt’s meist beim Vorbild und nicht beim Nachahmen ... Dabei hat alles echt so gut angefangen! Vor vier Wochen erst habe ich mich in einem neuen Studio angemeldet. Ein Frauenstudio. Damit ich mich ganz unbeobachtet fühlen kann und auch trainieren gehe kann, ohne mich für meinen roten Kopf nach fünf Minuten langsames Gehen auf dem Laufband schämen muss. Das erste Mal war super. Ich war im Aerobic Kurs, hab dann noch eine Yoga Kurs hintendran gelegt, war ne Runde schwimmen, denn immerhin hat das Fitness auch noch eine Schwimmhalle, und zu guter letzt auch noch in der Sauna und im Dampfbad. Ich hab mich schon lange nicht mehr so wohl gefühlt in meinem Körper wie an diesem Abend. Es war so toll, dass ich gleich am Tag drauf noch einmal da war, den Tag drauf auch, den Tag darauf nicht mehr. Ich musste lange arbeiten. Das war dann die erste Woche. Die zweite sollte mindestens genauso erfolgreich werden. In der zweiten konnte ich nicht gehen. Mal musste ich lange arbeiten, mal war ich zu müde. In der dritten lag ich abends oft so gemütlich auf der Coach, musste arbeiten oder mal die Wohnung aufräumen. Jetzt bin ich in der vierten Woche, war seit der ersten Woche immer noch nicht wieder und frage mich ständig: "Warum eigentlich nicht?". Immerhin bin ich bis jetzt jedes Mal so froh gewesen, wenn ich war. Ich sollte echt gehen! Heute nicht mehr, ich lieg schon so gemütlich zu Hause rum. Aber morgen! Ganz sicher! Morgen geh ich echt ins Fitness! Da bin ich früher mit der Arbeit fertig, da mache ich einen Kurs oder gehe einfach nur aufs Laufband. Aber ich gehe auf jeden Fall! Und falls ich es nicht schaffe, gehe ich aber auf jeden Fall übermorgen. Da ganz bestimmt! Oder aber am Wochenende! Da habe ich mehr Zeit. Aber gehen werde ich auf jeden Fall! Je nachdem wie ich es schaffe ...
Blackout! Das ist das schlimmste was einer Moderatorin und Redakteurin passieren kann. Den ganzen Tag laufe ich schon wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Redaktionsräume. Ich laufe in den Schnittraum und vergesse, was ich schneiden wollte. Ich möchte den Text für einen Beitrag über die wirklich nette Band “Glashaus” schreiben. Ich habe einen Satz: München bebt! Toll! So läuft das bestimmt gut mit der Karriere. Bei den Moderationen für die Sendung heute morgen hab ich nur rumgekichert. Wie ein 13-jähriges Mädchen! Und wo ich morgen die Moderationen aufzeichnen soll, da fällt mir einfach absolut nichts ein. Was macht man, wenn das Gehirn aussetzt? Am besten, man untersucht die Gründe, woher der plötzliche und langanhaltende Gehirnstopp kommt. Ist allerdings etwas schwierig. Denn wenn das Gehirn aussetzt, ist es natürlich auch schwierig nachzudenken, warum das Gehirn aussetzt! Die einzige und wohl treffendste Antwort kann dabei nur die eine sein, die sich immer, egal, inwieweit das Gehirn aussetzt, sich automatisch in die wenigen Gedanken, die sich im Oberstübchen noch tummeln, finden lässt: Männer! Das andere Geschlecht ist immer Schuld! Egal, ob als Väter, Kollegen, Traummänner oder einfach nur Männer! Sie machen wahnsinnig! Meint vielleicht irgend jemand, meine Kollegen hätten einen Plan, wenn ich ihn mal nicht habe? Gerne sage ich Ihnen die Antwort: Nein! Sie freuen sich stattdessen wie kleine Kinder, wenn ich bei Moderationen den Faden verliere und wie eine atomgeladene Kartoffel durch die Redaktionen irre, auf der Suche nach meinem Sendeplan für diese Woche. Nun findet ein Kollege die Nummer von Jochen Schweizer nicht mehr, mit dem wir Gleitschirmfliegen wollen, und ist ganz verzweifelt, als ich ihn nur mit großen Augen anstarre: "Welcher Jochen Schweizer?". Natürlich kenne ich Jochen Schweizer! Aber wie gesagt, Blackout! Nichts drin im Hirn. Meine Kollegen freuen sich wie Wiener Schnitzel über Ketchup, als ich mich wegen einem mehrtägigen Blackout aus der Themenplanung zurück ziehen will. Seitdem laufen sie rum wie 3-jährige Jungs, die zuviel Cola bekommen haben, lachen sich kaputt bei der gegenseitigen Frage, wo hier die Toilette ist und entschuldigen alles mit einem "Blackout!". Männer helfen einem wirklich nicht weiter! Nach einer Gassirunde mit meinem Hund, der nebenbei auch ein Männlein ist und mich mit seinem männlichen Gehabe regelmäßig zur Verzweiflung bringt, wird mir auf einmal klar, dass es schon kurz vor Redaktionsschluss ist, die Sendung pünktlich raus muss, der Drehtermin mit Karin Stoiber auf der Modenschau heute Abend noch mit einem Team belegt werden muss, am Samstag noch die Kinopremiere mit Mario Adorf gedreht werden sollte, ich am Samstagabend auf einer Benefizgala eingeladen bin und noch was zum anziehen brauche! Die Wiener Schnitzel in der Redaktion sind etwas entsetzt, als ich ihnen das Ketchup wieder weg nehme und mein Hirn wieder gefunden habe. Innerhalb einer Viertelstunde ist alles geklärt und ich düse nach Hause. Schließlich muss ich mich ganz schnell umziehen. Denn heute ist es endlich soweit: Ich treffe den Super-Mann, der mir dank geschäftlicher Beziehungen einen Klamottensponsor besorgen will. So viele schöne Kleider und Outfits von Edeldesignern wie sich Frau nur wünschen kann. Dolce & Gabbana, Lagerfeld, Jean Paul Gaultier, Giorgio Armani! Gott sei Dank gibt es Männer!
... zurück
|
|