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Erntedank-Ausstellung im Botanischen Garten München-Nymphenburg
Von Ehrentraud Bayer Von einer guten Ernte hing nicht nur früher das Überleben des Menschen während des Winters oder anderer ungünstiger Zeiten ab. Weltweit gesehen führen auch heute noch Missernten zu Hungersnöten. In unseren Breiten spiegeln sich weniger gute Ernten meist nur in Preissteigerungen wider und die Abhängigkeit von der Natur ist nicht unmittelbar zu verspüren, geblieben ist sie dennoch. Mit gutem Recht hat sich daher der alte Brauch des Entedanks bis heute erhalten. Es ist keineswegs selbstverständlich, dass uns Früchte, Getreide oder essbare Knollen, wie die der Kartoffel, immer reichlich und in großer Auswahl zur Verfügung stehen. In einem Botanischen Garten gilt der Erntedank nicht nur den essbaren Pflanzen. Denn hier kommt es darauf an, dass man möglichst viele verschiedene Pflanzen kultivieren und zeigen kann. Essbare sind natürlich auch darunter, aber auch solche, die einfach zur Freude des Publikums gepflanzt werden, Zierpflanzen wie Dahlien, Tagetes oder das Blumenrohr etwa. Andere Gewächse im Botanischen Garten sollen den Besuchern zeigen wie die Pflanzenwelt der Wüste oder am Amazonas aussieht oder was für Bäume es in China, Japan oder Nordamerika gibt. Und wiederum andere dienen der Wissenschaft. Am Ende eines Gartenjahrs dankt der Botanische Garten den himmlischen Mächten daher für vielerlei: für die schönen Blüten und Blumen, die es das ganze Jahr über zu sehen gibt, für üppig belaubte Bäume, für Herbstfrüchte aller Art, essbare, attraktive, giftige oder seltene und – was für das Weiterführen des vielfältigen Bestands sehr wichtig ist - für eine gute Samenernte in allen Revieren. In der Erntedankausstellung in der Winterhalle wird der Botanische Garten, arrangiert auf Erntewagen und in Form von Gestecken, eine bunte Auswahl aus seiner herbstlichen Vielfalt zeigen. Verschiedene Getreide, Kürbisse, Kastanien, Quitten, Beeren, Krautköpfe, fruchtende Zitrus-Bäume eine bunte Chili-Mischung und Blumen, vorwiegend Dahlien gehören unter anderem dazu. Die Ausstellung wird dieses Jahr vorwiegend vom Botanischen Garten selbst gestaltet. Beiträge zur Ausstellung liefern auch die Berufsschule für Gartenbau, Floristik und Vermessungstechnik der LH München, ein Imker und ein Bauer aus der Region. Letzterer stellt für den Botanischen Garten ein interessantes Sortiment an Äpfeln zusammen. Mindestens 40 oder gar 50 verschiedene Apfel-Sorten werden in der Ausstellung zu sehen sein und so auf eine in der Vergangenheit völlig übliche Vielfalt in unserer Ernährung aufmerksam machen. Einige dieser alten Apfel-Sorten wird man in der Ausstellung kaufen können. Alles in allem wird es eine vielseitige, abwechslungsreiche und bunte Erntedank-Ausstellung werden, die Auge und Herz erfreut.
29. September – 3. Oktober 2011 Erntedank-Ausstellung Veranstaltet vom Botanischen Garten München-Nymphenburg Öffnungszeiten: Täglich (Do – Mo), im September von 9.00 - 17.30, im Oktober von 9.00 - 16.30 Uhr Ort: Winterhalle, Botanischer Garten Eintrittspreis: € 5,00, ermäßigt € 3,00.
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