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Gemeinschaftsmosaik zeigt, was Kinder lieben
Kunstwerkstatt im SOS-Kinderdorf fertigt Bild für „Haus Mosaik“

Es ist eine große Herausforderung – und sie wird mit einem großartigen Ergebnis enden. Das sieht man schon jetzt an den noch unvollständigen Arbeiten der neun Kinder in der Kunstwerkstatt des SOS-Kinderdorf. Gemeinsam gestalten sie ein gut zwei Quadratmeter großes Mosaik für das neue Mehrzweckgebäude „Haus Mosaik“ – und zeigen darauf das, was sie lieben.
Mit Eifer und viel Geduld sind die acht- bis 13-jährigen Buben und Mädchen bei der Arbeit. Konzentriert drücken sie Steinchen um Steinchen in den Klebemörtel und setzen so Stück für Stück ihre Zeichnung in ein Mosaik um. Für viele von ihnen ist es sehr anstrengend, die nötige Ausdauer aufzubringen – zumal das Ergebnis erst in einigen Wochen oder gar Monaten sichtbar sein wird. Projektleiter Roger Kretschmann spart deshalb nicht mit Lob: „Jeder, der es schafft, sein Bild zu legen, ist ein Meister“, verkündet er. Jeweils 50 mal 50 Zentimeter groß sind die Rahmen, in denen die Mosaiken entstehen. Unter einer Plastikfolie befindet sich die Zeichnung, nach der in Positivtechnik gearbeitet wird. Die Kinder bedecken immer eine kleinere Fläche mit Fliesenkleber und setzen darauf die winzigen Steinchen, die am Ende
das Mosaik ergeben.
Kretschmann hat für seine Schützlinge Naturstein, Granit und italienischen Smalten, also gebrochene Glaskuchen, beschafft. Dabei hat ihn die Maestra di Mosaico Johanna Rech aus Dießen unterstützt, die auch die eine oder andere Anregung und Hilfestellung zum Projekt lieferte. Mit den Kindern arbeitet auch Maria Menter, die immer wieder hilft, begutachtet, ermutigt. In bunten Plastikschüsseln liegen die Steine auf den großen Werktischen, an denen die Kinder arbeiten. Die meisten Bilder sind bereits erkennbar – und bestechen mit ihrer Farbenpracht und vor allem der eingesetzten Phantasie. „Das, was ich liebe“ hatte Kretschmann den Buben und Mädchen als Thema vorgegeben. Und dabei kam es naturgemäß zu ganz unterschiedliche Ergebnissen.
So hat Simon Delphine und Seepflanzen gezaubert, während Patrick sich für einen Vogel und Quirin für eine Ente entschieden hat. Daniel liebt Feuer speiende Drachen, Annika eine Maus, Elisa die Stadt, Magdalena eine bunte Malerpalette und Ella die Sonne. Marcels Favorit schließlich ist ein herrlich buntes und ebenso cooles „Partyschwein“. Wenn die Mosaiken fertig sind, werden sie zum Gesamtbild zusammen gesetzt, so Kretschmann. Dazu werden dann die Folien abgezogen und die Mosaiken auf eine große Holzplatte geleimt. Wie die einzelnen Bilder angeordnet werden, müssen die Kinder noch gemeinsam bestimmen. Sicher ist, dass mit dem fertigen 1,50 mal 1,50 Meter großen Gemeinschafts-Mosaik ein echtes, mit viel Herzblut gezaubertes Kunstwerk in den Saal kommt – und Kindern wie Besuchern verrät, was die Kids der Kunstwerkstatt lieben.

Unterstützt von Maria Menter (links) arbeitet Marcel an seinem „Partyschwein“.

SOS_Partyschwein

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SOS_Spende SIP_2

SIP Scootershop zu Gast
beim Sommerfest im SOS-Kinderdorf
Gäste beim – diesmal leider verregneten – Sommerfest des SOS-Kinderdorf Ammersee waren (von links) Nesli Camsari, Martin Silberhorn, Andrea Schulz und (rechts) Benny Gerum vom SIP Scotershop in Landsberg. Sie erlebten zusammen mit einem Teil der Familien den Auftritt der Kinderband „Karacho“ sowie die Verabschiedung einiger Schulabgänger. Die Mitarbeiter des Versandhandels für Roller-Zubehör waren nicht mit leeren Händen gekommen: Sie überreichten einen Scheck über 2 700 Euro, mit dem der lang gehegte Wunsch nach selbst gebauten Hütten und einem Bootsschuppen in Erfüllung gehen soll. SIP Scootershop ist laut SOS-Bereichsleiter Christoph Rublack (2. von rechts) einer der treuesten Unterstützer aus der Region und spendet bei jeder Online-Bestellung für das SOS-Kinderdorf.

SOS_Haus Mosaik Grundsteine

Gemeinsam mit Bürgermeister Herbert Kirsch (3. von rechts) und SOS-Kinderdorfleiter Erich Schöpflin (4. von rechts) warfen Groß und Klein Mosaiksteinchen in die Baugrube für das Haus Mosaik.

“Grundsteinwerfen“ für das Haus Mosaik
SOS-Kinderdorf feiert Baubeginn des Mehrzweckgebäudes

Das SOS-Kinderdorf feiert seine Feste ungewöhnlich. Statt der üblichen Grundsteinlegung für das neue Mehrzweckgebäude gab es ein „Grundsteinwerfen“: Gemeinsam mit Schirmherr Bürgermeister Herbert Kirsch warfen Groß und Klein bunte Mosaiksteine in die Baugrube und besiegelten damit auch gleich den Namen des neuen Gebäudes – „Haus Mosaik“.
Für die Kinder ist es eine spannende Zeit. Jetzt schon stehen die Buben und Mädchen mit großen Augen am Bauzaun, beobachten die Bagger und löchern die Bauarbeiter mit ihren Fragen. Ein Jahr lang, schätzte SOS-Kinderdorfleiter Erich Schöpflin bei der kleinen Feier, werden die Bauarbeiten für das „Haus Mosaik“ dauern. Demnächst werde der Kellerboden erstellt und dann das Haus Stein für Stein aufgebaut. Schöpflin freute sich sehr, dass Bürgermeister Kirsch sich bereit erklärt hatte, die Schirmherrschaft zu übernehmen. Kirsch betonte, er fühle sich dem SOS-Kinderdorf immer schon verbunden. Mit dem neuen Gebäude trage das SOS-Kinderdorf den vorhandenen Bedürfnissen Rechnung. So sind im „Haus Mosaik“ künftig viele Bewegungsspiele möglich – unter anderem wird die SOS-Kindertagesstätte im neuen Saal für ihre Bewegungspädagogik nutzen. Außerdem können dort endlich wieder alle zehn SOS-Kinderdorffamilien ohne Platzprobleme gemeinsam feiern, erklärte Schöpflin. Im Untergeschoss gibt es dazu Freizeiträume, in denen musiziert und gebastelt wird. Mit dem „Haus Mosaik“ entsteht auch wieder ein Dorfmittelpunkt: Durch die Sperrung einer Ringstraße und das Auflassen einiger Parkplätze entsteht rund um das Gebäude ein Gelände, auf dem sich die Buben und Mädchen zwanglos treffen und austauschen können. Die Kinder waren übrigens nicht nur am „Grundsteinwerfen“ beteiligt: Sie dürfen ihr neues Haus und voraussichtlich auch das Gelände rings um das Gebäude mit selbst entworfenen und hergestellten Mosaik-Kunstwerken gestalten.

SOS_Grundsteinwerfen
SOS_Rauswurf Kita 1

14 Vorschulkinder fliegen aus der SOS-Kindertagesstätte
Im wahrsten Sinne des Wortes rausgeschmissen wurden die 14 Vorschulkinder aus der
SOS-Kindertagesstätte in Dießen: Mit Schwung beförderten sie Leiterin Susanne Kretschmann (rechts) und Erzieherin Nicole Mathauser (links) aus der Turnhalle auf eine Weichbodenmatte – sehr zur Freude der künftigen ABC-Schützen. Zuvor hatten sie im Beisein von Eltern und Großeltern stolz ihre Schulranzen und Federmäppchen sowie die zumeist selbst gebastelten, mit Robbenbabys, Piraten oder Gespenstern verzierten Schultüten hergezeigt. Außerdem erfuhren sie aus einer Geschichte, dass der „Ernst des Lebens“ gar nicht so ernst ist und hielten Rückblick auf das, was sie in der Vorschulzeit so alles gelernt haben – von den Zahlen über Silbenklatschen bis hin zum Fußgängerführerschein.

SOS_Max Nagl

SOS-Kinderdorf Ammersee zu Gast bei Max Nagl
Einen tollen Tag verbrachten gut 20 Buben und Mädchen aus den SOS-Kinderdörfern Ammersee und Schorndorf (Baden-Württemberg) an der Motocross-Rennstrecke in Aichwald. Max Nagl, amtierender Motocross MX1 Vize-Weltmeister und Botschafter des SOS Kinderdorf in Dießen am Ammersee hatte sie dorthin eingeladen. Beim Jubiläumsrennen seines Heimatvereins konnten die Kids Nagl wegen einer schweren Verletzung leider nicht anfeuern. Doch dafür erlebten sie gemeinsam mit ihm, wie die anderen Fahrer über die Rennstrecke „In den Horben“ jagten, bewunderten die heißen Cross-Maschinen aus nächster Nähe und stellten bei leckerer Verpflegung unermüdlich Fragen an den Vize-Weltmeister, der diese geduldig beantwortete und mit unzähligen Autogrammen belohnte.

SOS_KiDo_Cup_2010_332 Mannschaftsfoto

Dritter Platz beim Fußball-Kinderdorf-Cup
Die Kinder in ihren grünen SOS-Kinderdorf-Trikots, gesponsert von SIP-Scootershop, jubelten: Beim diesjährigen Kinderdorf-Cup in Schwalmtal-Waldniel nahe der holländischen Grenze erreichten die Buben und Mädchen aus dem SOS-Kinderdorf Ammersee im Kleinfeld-
Fußball (Altersgruppe U 14) den dritten Platz unter 17 Mannschaften. Ähnlich gut schlugen sich die Kids beim Streetball (Basketball). Dort kamen sie auf Platz fünf von 13 Mannschaften. Nur beim Großkicker hatten die jungen Dießener gegen die weitaus größeren 17-Jährigen kaum ein Chance, berichtet Trainer Adrian Schmidt. Dafür hatten seine Schützlinge jede Menge Spaß beim Abendprogramm, lernten viele Gleichaltrige aus anderen Kinderdörfern kennen und übten sich in Fairness und Kameradschaft. Fußball wird seit jeher im SOS-Kinderdorf Ammersee groß geschrieben. Nicht zuletzt auch deshalb, weil Berühmtheiten wie der Ex-
Bayern-Profi und ehemalige Nationalspieler Thomas Helmer oder der derzeitige Trainer der brasilianischen Nationalmannschaft, Carlos Dunga, dem SOS-Kinderdorf in der Vergangenheit höchstpersönlich Besuche abgestattet und mit den Kindern gekickt hatten.

SOS_Kido-Cup Spielszene
SOS_Bäckerei Kita 1

Kinder kneten ausgefallene Back-Kreationen
Schnecken, Semmeln, leicht windschiefe Brezen – und einen echten „Ulmer Spatz“ zauberten 14 Vorschulkinder der SOS-Kindertagesstätte mit ihren Betreuerinnen Susanne Kretschmann (rechts) und Nicole Mathauser bei ihrem Ausflug in die Dießener Bäckerei Helmer. Voller Begeisterung klopften, kneteten und zwirbelten die Kleinen den Teig, den Bäckermeister Manfred Helmer zuvor in der großen Rührmaschine rühren, von der Schneidmaschine in gleiche Teile zerlegen und in der Ausrollmaschine zu lustigen kleinen Würsten umformen ließ – natürlich alles vor den Augen der Kinder. Was so alles in einen Teig gehört, wussten die meisten Buben und Mädchen schon. Für sie war es viel wichtiger, dass sie ihre ausgefallenen Kreationen später auch verspeisen durften.

Nach 29 Jahren als
SOS-Kinderdorfmutter geht Christine Czermak (rechts), hier im Gespräch mit Karin Seehofer, in den Ruhestand.

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„Abschied“ von einer Lebensaufgabe
SOS-Kinderdorfmutter Christine Czermak geht in den Ruhestand

„Was gewachsen ist, bleibt, da gibt es kein Ende“, sagt Christine Czermak. So gesehen hört ihr Wirken eigentlich nie auf. Trotzdem geht sie nun nach 29 Jahren in den Ruhestand – aus einem Beruf, der eigentlich keine Arbeit ist, sondern eine Lebensaufgabe: SOS-Kinderdorfmutter.
„Es ist ein Beruf, der absolut erstrebenswert ist“, sagt Czermak, „mit Kindern zu leben, ist etwas Tolles – und es geht immer aufwärts“. Auch und gerade, wenn die Kinder große Probleme mitbringen. Das Schönste war für sie rückblickend denn auch, wenn „ihre“ Buben und Mädchen Fortschritte gemacht, Ängste abgelegt oder eine Beziehung zugelassen haben. Denn: „Ohne Beziehung wächst kein Kind“, betont die SOS-Kinderdorfmutter. 18 Kinder hat sie aufgezogen, viele von ihnen lebten bis zu 19 Jahre mit ihr unter einem Dach. Sie hat ihnen von klein an lebenspraktische Tätigkeiten wie Kochen, Backen und Putzen beigebracht, sie nach Kräften schulisch gefördert und ihnen eine stabile Bindung angeboten. Denn als
SOS-Kinderdorfmutter muss man gleichzeitig emotional und fachlich sein, erklärt Czermak. Zum Glück bietet der SOS-Kinderdorf-Verein da viele Möglichkeiten zur Aus- und Weiterbildung. Schon die SOS-Mütterschule sei „sehr gut“, betont die SOS-Kinderdorfmutter. Zusätzlich hat sie später noch die Ausbildung zur Erzieherin und zur Hauswirtschaftsmeisterin abgeschlossen. Überdies ist sie Referentin in der Erwachsenenbildung und nahm während der gesamten Zeit als SOS-Kinderdorfmutter an zahlreichen Fortbildungen, zum Beispiel zur Rhetorik, teil. Denn als SOS-Kinderdorfmutter könne man wachsen, müsse aber auch stets an sich arbeiten, freut sie sich: „Da kann man sich nicht verstellen“.
Czermak drängt ihren jüngeren Kolleginnen deshalb Ratschläge niemals auf, sondern lässt sie immer prüfen, ob diese auch zu ihnen passen. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass sie über 20 Jahre lang Müttersprecherin im SOS-Kinderdorf in Dießen und 16 Jahre lang Müttersprecherin deutschlandweit war. Die Arbeit, meint sie nach knapp drei Jahrzehnten, sei nicht einfacher geworden: Die Kinder würden inzwischen erst relativ spät aus schwierigen Familienverhältnissen herausgenommen und hätten deshalb oft lange und sehr problematische Vorgeschichten. Zudem ist die Zusammenarbeit mit den leiblichen Eltern häufig schwierig, wenn das Jugendamt eine Unterbringung im SOS-Kinderdorf gegen deren Willen ausspricht. Die Kinder dagegen fühlten sich im Dorf zumeist rasch wohl: „Meinst di b’halten mi, wenn
i fleißig bin?“ hat einer ihrer Schützlinge bereits kurz nach seiner Ankunft in Dießen gefragt. Als SOS-Kinderdorfmutter war sie immer wieder vor hohe Herausforderungen gestellt. Vor allem auch dann, wenn es um die Beendigung von Betreuungsverhältnissen ging. Mehrmals wurden Kinder nach einer richterlichen Entscheidung in ihre Familien zurück geführt. Nicht immer konnte Christine Czermak dem mit nur positiven Gefühlen gegenüberstehen, und richtig schlimm wurde es für sie, wenn sich ihre Befürchtungen bewahrheiteten. Zu allen anderen „ihrer“ Kinder hat sie immer noch sehr guten Kontakt – und daran wird sich auch nichts ändern, wenn sie jetzt in ihre Heimat Neuburg an der Donau zurückkehrt. Auch dort warten übrigens wieder Kinder auf sie: Nichten und Neffen haben Nachwuchs und freuen sich, wenn dieser fachkundig betreut wird.

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