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SOS_kaiser

Die Weber wirken einen so feinen Stoff, dass selbst der Kaiser ihn kaum sehen kann. Fotos: Daniela Hollrotter

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Im rot-weißen Ringelbody stolziert der Kaiser vor seinem Hofstaat und der Tochter (rechts) einher.

Kaiser bringt Selbstvertrauen und Spaß
Theaterprojekt im SOS-Kinderdorf – Großer Applaus

Das Gelächter ist groß. Als der Kaiser im rot-weiß geringelten Body hoheitsvoll dahin schreitet, haben die kleinen und großen Zuschauer im SOS-Kinderdorf Ammersee-
Lech ihre helle Freude. Danach gibt es viel Applaus für die zwölf Schauspieler zwischen acht und 18 Jahren, die in nur drei Tagen „Des Kaisers neue Kleider“ auf die Bühne des Haus Mosaik gebracht haben.

Die weiß gekleidete Tochter des Kaisers ahnt das Unglück schon voraus. Sie überbringt ihrem Vater die Nachricht, dass er sich doch lieber um sein Volk statt um seine Garderobe kümmern möge. Doch der Kaiser will nicht hören. Und so schmieden zwei Weber und ein Schneider, die sich ausgebeutet und schlecht bezahlt fühlen, einen betrügerischen Plan. Die Kinder, erzählt SOS-Bereichsleiterin Antje Hausmann, haben das Stück selbst entwickelt und sich auch den Text ausgedacht. Neben sechs Buben und Mädchen aus dem SOS-Kinderdorf waren auch ein halbes Dutzend Kinder vom SOS-Stadtteiltreff in der Widmannstraße in München an den Theatertagen in den Faschingsferien beteiligt. Die Rollen wurden jeweils doppelt besetzt, Antje Hausmann und Ruth Moises leiteten das Projekt.
Mit nur wenigen Requisiten, aber dafür mit viel Spielfreude zeigen die Schauspieler, wie sich weder Kaiser noch Hofstaat zu sagen trauen, dass der vermeintlich golden glitzernde Stoff mit den leuchtenden Perlen ja gar nicht zu sehen ist. Denn wer ihn nicht sieht, so die schlauen Weber, tauge nicht für sein Amt. Am Ende ist es ein Kind, das die Wahrheit ruft und den Kaiser zum Umdenken bringt - und das passt bestens zu den Hintergründen der Theatertage im SOS-Kinderdorf. Denn die Schauspieler sollen auf der Bühne ihr Selbstvertrauen stärken, aber auch ihr Sozialverhalten in der Gruppe verbessern. Offensichtlich mit Erfolg: Denn zum Schluss verbeugt sich die ganze Truppe geschlossen und mit einem Strahlen vor dem Publikum, das ein kurzweiliges Märchen genoss.


SOS_FC Bayern

Viel Spaß hatten die von SOS-Kinderdorf Ammersee betreuten Kinder und Jugendlichen mit den Fußball-
spielerinnen des
FC Bayern München beim Spiel gegen Jena.
Foto: SOS-Kinder e.V./
Karsten Lauer

Frauenfußball stärkt Kinder

Am 13. Spieltag der Frauen-Bundesliga empfing der FC Bayern München den FF USV Jena. Unter den Zuschauern waren auch einige besondere Gäste: Auf Einladung des FC Bayerns besuchten Kinder und unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die von SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech betreut werden, das Spiel.
Eine besondere Erfahrung, wie Pädagoge Christoph Rublack aus dem SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech erklärte: „Die Mädchen und Jungs haben sich sehr über die Einladung gefreut! Am besten hat ihnen gefallen, dass sie die Spielerinnen auch persönlich trafen, ihnen ein paar Fragen stellen und gemeinsame Fotos machen durften.“ Auch zu den weiteren Heim- und Auswärtsspielen des FC Bayerns in dieser Saison werden Kinder und Jugendliche aus den 40 Einrichtungen von SOS-Kinderdorf eingeladen. Als Teil der Initiative „Wir stärken Kinder“ setzen sich die FC Bayern Frauen dafür ein, Kinder für ihre Zukunft stark zu machen. „Es war toll zu sehen, wie begeistert die Jungs während des Spiels mitgegangen sind und wie viele Fragen sie uns im Anschluss gestellt haben. Uns hat es sehr gefreut, dass sie am heuten Spieltag mit dabei waren und uns zugesehen haben,“ sagte Sara Däbritz vom amtierenden Deutschen Meister. Weitere Botschafter der Initiative sind unter anderem Olympiasiegerin Kati Wilhelm und Volleyball-Nationalspielerin Lenka Dürr.


Foto: Christoph Rublack

SOS_Dimmler_Jubiläum

Zehn Jahre Kooperation zugunsten von Kindern

Wenn das kein Grund zum Feiern ist: Seit zehn Jahren arbeitet Bettina Dimmler (rechts) mit der Frühförderstelle des SOS-Familien- und Beratungszentrums (FBZ) Landsberg zusammen. Die Ergotherapeutin mit eigener Praxis in Herrsching ist damit Teil des interdisziplinären Teams aus Fachleuten für Heilpädagogik, Psychologie, Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie, das Kinder mit Entwicklungsrisiken sowie Integrationsschwierigkeiten im Kindergarten begleitet. Das Angebot im FBZ umfasst Erstberatung, Entwicklungsdiagnostik, Fachberatung im Kindergarten und familienorientierte Begleitung und Förderung. Familien aus dem südlichen Landkreis werden seit gut drei Jahren in der Außenstelle im „Haus Mosaik“ im SOS-Kinderdorf in Dießen betreut, die Heilpädagogin Nicole Mathauser (Mitte) leitet. Zur langjährigen Kooperation gratulierte SOS-Einrichtungsleiterin Dr. Susanne Dillitzer mit einem Blumenstrauß.


SOS_Sozialpreis

Die diesjährigen Sozialpreise überreichten SOS-Einrichtungsleiterin Dr. Susanne Dillitzer
(2. von links),
SOS-Kinderdorfmutter Ute Starck (2. von
rechts) und Adrian Schmidt (links, Fachdienst) an Tara
und Ali.
Foto: Daniela Hollrotter

Aktive Buben und Mädchen im SOS-Kinderdorf
Etliche
Projekte bei Kindervollversammlung vorgestellt

Die Jungen und Mädchen im SOS-Kinderdorf stellen ganz schön was auf die Beine. Sie gründen eine Ball-Arbeitsgruppe, organisieren einen Flohmarkt, renovieren die Kapelle, bauen eine Modelleisenbahnlandschaft auf, führen eine Brieffreundschaft mit der Fregatte BAYERN und zeigen auf Handkarten und Plakaten, wie Kinder bei Problemen handeln können. Bei der diesjährigen Kindervollversammlung ernteten sie dafür viel Applaus.
Wenn es Probleme gibt, sind die SOS-Kinderdorffamilie oder die gewählten Vertrauenspersonen die ersten Ansprechpartner. Außerdem, erklärte die 14-jährige Stefanija den gut 40 Kindern, können die „Botschafter“, die es in jedem Haus gibt, angesprochen werden. Sie tragen das Problem dann im Kinder- und Jugendrat vor, für den Saskia (11) ein neues Logo entworfen hat. Den etwa 60 Kindern und Jugendlichen im SOS-Kinderdorf steht nun ein gut eingerichteter Freizeitkeller zur Verfügung. Außerdem ist für sie die Mediathek mit Büchern, DVDs und Hörbüchern gut bestückt. Das mobile Kinderkino, das unter Mithilfe der Jungen und Mädchen betrieben wird, verzeichnete im vergangenen Jahr die zweithöchsten Besucherzahlen im Landkreis, so Adrian Schmidt vom Fachdienst.
Nicole Mathauser wies auf den Kinderrechte-Preis hin, zu dem Projekte in zwei Altersgruppen eingereicht werden können. Der Schwerpunkt 2017 liegt jedoch auf den Kinderpflichten, wie Tara (12) erläuterte. Dazu gehören freundliches und hilfsbereites Verhalten, aber auch die Mithilfe im Haushalt und der Schulbesuch. Für ihr eigenes engagiertes Verhalten erhielt Tara den diesjährigen Sozialpreis. Denn sie vertritt „mit viel Leidenschaft“ ihre SOS-
Kinderdorffamilie im Kinder- und Jugendrat, hilft bei fast allen Festen und Veranstaltungen mit und engagiert sich sehr als Patin für ihre neue Mitbewohnerin, erläuterte SOS-
Kinderdorfleiterin Dr. Susanne Dillitzer. Der zweite Sozialpreis ging an die unbegleiteten minderjährigen Asylbewerber aus dem Haus 14, die „Schwung in die Bude“ bringen und sich ganz selbstverständlich an allen Aktivitäten im SOS-Kinderdorf beteiligen.

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