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Jean-Yves Balois (Nordfrankreich), Carl Inkley (Ostengland), Angelica Benz (SOS-Kinderdorf), Ulrich Zeiss (Region Stuttgart), Peter Przybylski (Wien), Erich Hensler (Berlin).

Motorradcrew spendet an SOS-Kinderdorf Dießen

Ein lautes Aufheulen der Motoren, Reifenquietschen und eine schier endlose Kolonne
an Fahrzeugen. Dieser Auftritt war nicht zu übersehen und nicht zu überhören. Rund
60 Motoradfahrer besuchten das SOS-Kinderdorf in Dießen, um einen Spende von
1000 € zu überreichen. „Uns geht es allen gut und deshalb zeigen wir soziales Engagement und unterstützen andere, denen es nicht so gut geht“, berichtet Erich Hensler, Präsident der Motorradcrew „Die Eisenhunde“.

Sie kommen aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Großbritannien und Schweden. Gestandene Motorradfahrer im besten Alter in voller Ledermontur. Seit 2012 ist die Gruppe in kleinem Kreise auf der Straße. Über die Jahre wurde sie immer größer und internationaler. Jeder kann Bekannte oder Freunde einladen, die Mitglied werden wollen. Grundvoraussetzung ist nur die Leidenschaft am Motorradfahren und der Besitz des schweren Cruisers Triumph Rocket 3. Wenn sich alle sympathisch sind, steht einer lebenslangen Mitgliedschaft nichts im Wege. Gemeinsam feiern sie Geburtstage, Hochzeiten und Weihnachtsfeiern, besuchen Messen oder gehen auf Reisen. Wie eine „zweite Familie“.

Jährliche Spende
Ihre regelmäßigen Jahrestreffen verbindet die Gruppe immer mit einer Spendenübergabe an karitative Organisationen und Vereine. In ihren Reihen finden sich auch einige ehemalige Kinderdorfkinder. Ein Grund, warum sie u.a. SOS-Kinderdörfer unterstützen wollen. Im
SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech überreichte Ulrich Zeiss, der selbst in einem SOS-Kinderdorf aufgewachsen ist, den Scheck an Angelica Benz, Bereichsleitung, in Dießen. Wie man sich gut vorstellen kann, war die Freude über die Spende ähnlich groß wie die Freude an den vielen Motorrädern inklusive Fahrern. Ein richtiges Spektakel, das nicht nur Kinderherzen höher schlagen ließ.


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Das SOS-Kinderdorf in Dießen hat in Kooperation mit der Deutschen Wildtier Stiftung zwei Wildblumenwiesen angelegt. Denn jede Fläche zählt beim Arten- und Naturschutz.
Foto: Gertrud Halas

Wildblumen für Bienen und Kinder

„Bienenwiese“ steht auf dem Schild, das mit selbst gezeichneten Bienen verziert ist. Die Kinder der SOS-Kindertagesstätte in Dießen haben es selbst gestaltet. Auf der unteren Wildblumenwiese neben dem Kindergarten steht ein Insektenhotel, dessen Funktion auf einer Infotafel eingehend erläutert wird. Unterhalb schießen lila, gelbe, weiße und rote Blumen aus der Erde. Es wächst und wuchert hier in alle Richtungen. Wenn man genau hinsieht, erkennt man wie sich Bienen, Hummeln, Käfer, Ameisen und allerlei Kleingetier tummeln.

„Gerne gehen wir mit unseren Kindergarten- und Hortkindern zur Wiese, um zu schauen, was alles wächst, oder beobachten die Tiere“, erzählt Maria Menter, Leitung des SOS-Hortes in Dießen. „Hier könnten wir Stunden verbringen.“ Spielerisch lernen die Kinder die Natur kennen, gleichzeitig aber auch, warum sie bedroht ist und wie wir sie schützen können.

Nachhaltigkeit als pädagogischer Auftrag
Oberhalb des Gemeindehauses befindet sich die zweite Wildblumenwiese – ebenfalls mit Insektenhotel und Infotafel. Auf dieser wird erklärt, welche Tiere die Wiese als Lebensraum brauchen. Etwa die Dreizahn-Stängelbiene, die Fuchsrote Sandbiene oder die Zweifarbige Schneckenhausbiene. Wie alle Bienenarten ernähren diese ihren Nachwuchs mit energiereichen und eiweißhaltigen Pollen. Richtige Feinschmecker, die bestimmte Pflanzen brauchen, um zu überleben. In Zeiten der stetig steigenden Flächenversiegelungen ist es wirklich wichtig, dass solche Lebensräume geschaffen werden! Sonst sterben immer mehr Insektenarten aus, Pflanzen werden nicht mehr bestäubt, der Naturkreislauf vehement gestört und letztendlich die Natur in unterschiedlicher Form zerstört.

„Im Arten- und Naturschutz zählt jede Fläche“, erläutert Kristin Böhm, Deutsche Wildtier Stiftung München. „Viele Insekten brauchen Wildblumenwiesen, um Nahrung und einen Lebensraum zu finden. Außerdem sind sie im naturpädagogischen Bereich gut nutzbar.“ Vor rund zwei Jahren rief Böhm das Projekt am Ammersee ins Leben. Sie rannte im SOS-Kinderdorf offene Türen ein. „Wir sehen Nachhaltigkeit und Naturschutz als Teil unseres pädagogischen Auftrags,“ kommentiert Yvette Dumont, kommissarische Einrichtungsleitung SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech. „Es ist schön, dass Kinder und Jugendliche hier Natur in ihrer Lebenswirklichkeit unmittelbar erspüren und erleben können.“

Im Frühjahr 2020 wurde heimisches Saatgut auf zwei Flächen ausgebracht, hier sollten sich dauerhaft artenreiche Blühwiesen entwickeln. Zusätzlich zu den von der Wildtier Stiftung gestalteten Infotafeln spendete der ortsansässige Schreinermeister Andreas Lang zwei Wildbienen-Nistwände. So konnte Lebensraum für viele Insekten geschaffen werden.

Gut zu wissen
Doch wer jetzt denkt, er lege mal ganz schnell eine Wildblumenwiese an, der sollte aufpassen! Fachfrau Böhm erklärt: „Zunächst braucht es für eine solche Wiese einen möglichst nährstoffarmen Boden. Wenn dies gegeben ist, muss man die geschlossene Grasnarbe entfernen, also aufbrechen bzw. fräsen. Wenn das Saatgut ausgebracht ist, nimmt auch die richtige Mahd einen wichtigen Stellenwert ein.“ Es wird nur zweimal im Jahr gemäht – nicht wie bei einem normalen Rasen. Einmal im Sommer und einmal im Herbst. Dementsprechend hoch sind die Pflanzen. Hier ist dann ein Balkenmäher oder gar eine Sense gefragt. Auch darf das Mahdgut nicht liegen bleiben, sonst würde der Boden wiederum zu viele Nährstoffe anreichern. „Einfacher ist es etwa, wildbienenfreundliche Stauden im Garten einzusetzen.“

Im SOS-Kinderdorf achten die Dorfmeister penibel auf die Pflege der Wildblumenwiesen. Sie halten immer wieder Rücksprache mit Kristin Böhm. Wenn die Wildblumen dann in voller Blüte stehen, dann ist dies ein Erlebnis für alle Sinne. Wunderschön ranken sich Wildblumen empor, vielfältige Düfte steigen in die Nase, das Summen und Surren ist alternativ zum Straßenlärm fast schon meditativ. Und einfach mal dem Tun einer Wildbiene zu folgen oder mit den Händen über Gräser zu streichen, ist auch für die Erwachsenen im Dorf eine Wohltat.


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Auf dem Helmut-Kutin-Platz genießen die Besucher des Sommerfestes der SOS-Kita in Dießen kulinarische Spezialitäten und die gemütliche Atmosphäre. Im Hintergrund:
der neu gestaltete Kita-Garten.

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Sie genießen das Sommerfest der SOS-Kindertagesstätte: v.l.n.r. Susanne Kretschmann, Leitung der SOS-Kindertagesstätte in Dießen, Sandra Perzul, Bürgermeisterin der Gemeinde Dießen, sowie Yvette Dumont, kommissarische Leitung des SOS-Kinderdorfes
Ammersee-Lech. Fotos: Gertrud Halas

Sommer, Sonne, neuer Garten
Sommerfest der SOS-Kindertagesstätte in Dießen

Warum das neue Wasserspiel nicht an sei? Das wollten viele Kinder am Beginn des Sommerfestes der Kindertagesstätte des SOS-Kinderdorfes Ammersee-Lech in Dießen wissen. „Nur anfangs“ war die Antwort. Kurz nach der Eröffnungsrede Susanne Kretschmanns, Leiterin der SOS-Kindertagesstätte Dießen, führten die Kita-Kinder ein Theaterstück auf. Sie hatten ein schönes Eröffnungslied über die kleine Raupe Nimmersatt einstudiert, das sie mit Theatersequenzen untermalten.

Langsam fraß sich die Raupe aus dem Kinderbuchklassiker durch Blätter, Obst und Gemüse, bis sie schließlich in neuer Gestalt als Schmetterling über den Kindergartenvorplatz flog. Alle Zuschauer und Zuschauerinnen folgten der Vorführung gespannt, die zu guter Letzt im Zerschneiden des roten Bandes durch ein Kinderdorfkind, das auch die Kindertagesstätte besucht, mündete. Hiermit war der neue Garten eröffnet! Und es hieß auch „Wasser marsch“ für alle Ungeduldigen, die an diesem heißen Tag auf eine Abkühlung am
Wasserspiel spekulierten!

Gartenkonzeption zum Thema „Ammersee“
Aber im neuen Garten ist natürlich noch viel mehr geboten: Hohe Klettertürme mit großer Rutsche, ein Piratenschiff mit kleiner Rutsche, Sandkästen für die Kleinen und Großen, eine neue Terrasse mit Picknickbänken, eine Korbschaukel und vieles mehr laden zur Entdeckungsreise ein. Die Landschaftsarchitektin Monika Treiber aus Starnberg wurde im September 2021 mit der Planung der Gartengestaltung beauftragt. Ihr Konzept greift das Thema "Ammersee" z.B. in der blauen Farbgebung der Klettergerüste oder mit dem Piratenboot für die Krippenkinder auf. Am Haus Mosaik, das dem SOS-Kinderdorf seit 2012 mehr Raum bietet, ist ein großes Mosaik auf der Wand hin zum Kindergarten-Garten zu sehen. Dieses Mosaik zeigt die Klosterkirche, die ab sofort auch hier im Dorf über dem
„Ammersee im Garten“ thront.

Wichtig war dem Gestaltungsteam auch die Erhaltung der Bäume. Denn das Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz spielt in der Kindertagesstätte eine große Rolle. Das reicht von der Müllvermeidung über Müllsammelaktionen bis hin zur Schonung der Natur. Das Mittagsessen wird etwa auch vom Bio-Caterer Albrechthof in Oderding angeliefert.

Basteln, Schminken und Tauziehen
Allein der Garten mit vielfältigsten Spielmöglichkeiten wäre für die kleinen Besucher des Sommerfestes wahrscheinlich als Beschäftigungsfeld ausreichend gewesen. Zusätzlich gab es aber auch Stände, an denen man u.a. kleine Boote basteln oder sich schminken lassen konnte. Die Hortkinder veranstalteten ein großes Tauziehen auf der Wiese – jeder der wollte, konnte sich daran beteiligen. Auch für Speis und Trank war reichlich gesorgt. Auf dem Helmut-Kutin-
Platz gab es alles, was das Herz begehrte: von deftigen Würsteln mit kühlen Getränken über Kaffee und Kuchen bis hin zu Eis und anderen Süßigkeiten. Die Bierbänke waren schnell gefüllt an diesem sonnigen Sommertag.

SOS-Kinderdorf als Ort des Austauschs
„Ich bin überwältigt über den Einsatz aller Kolleginnen und Kollegen,“ betont Susanne Kretschmann. „Ohne sie hätten wir dieses tolle Fest nicht auf die Beine stellen können!“ Die liebevolle Planung und das Engagement in der Umsetzung zahlten sich aus; Gäste und Mitarbeitende feierten bis in die Abendstunden. Auch die Kita-Eltern trugen ihren Teil dazu bei, etwa durch selbst gebackene Kuchen, aber auch die musikalische Untermalung. Der Akkordeon-Spieler Stephan Eppinger und Gitarrist Bernd Hess verzauberten die Zuschauer mit ihren Interpretationen von Kinderliedern und Sommerchansons oder Rock-Klassikern.

Ehrengast Sandra Perzul, Bürgermeisterin von Dießen, zeigte sich begeistert vom neu gestalteten Garten und der angenehmen Atmosphäre im SOS-Kinderdorf. Sie konnte sich mit eigenen Augen davon überzeugen, wie viel Leben im Kinderdorf ist und wie offener Austausch und Vernetzung von Kita-Eltern und -Familien, Kinderdorffamilien, Mitarbeitenden und anderen Interessierten in der Praxis umgesetzt wird. Davon lebt die (Dorf-)Gemeinschaft und alle profitieren.

„Einige Kinderdorfkinder kamen auf mich zu, um zu erfahren, ob sie den Kita-Garten auch betreten dürfen,“ erzählt Yvette Dumont, kommissarische Einrichtungsleitung SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech. „Wir haben gemeinsam beschlossen, dass sie den Garten ab 16 Uhr mit Aufsichtsperson nutzen dürfen.“ So war dieses Sommerfest auch für sie mit einer besonderen Einweihung des Kita-Gartens verbunden.

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www.heidi-winkler.de

Kunstmalerin Heidi Winkler
Wohlmutserweg 2
87463 Dietmannsried
Tel. 0 83 74-80 81

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