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Leidenschaft für die Zusammenarbeit mit Menschen Daniela Sarrazin hat ihre Berufung zum Beruf gemacht
Daniela Sarrazin: „Ich wurde am 20. Dezember 1974 in Papenburg im Emsland direkt an der niederländischen Grenze als seefestes Nordlicht geboren. Zunächst Agrarwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften in der niedersächsischen Kleinstadt Osnabrück studiert und der Friedensstadt mit den glücklichsten Menschen insgesamt 16 Jahre treu geblieben. Durch die Öffentlichkeitsarbeit bei der Neuen Osnabrücker Zeitung, meine Aufgaben als verantwortliche Trainerin und Seminarleiterin und viele Ehrenamtliche Projekte durfte ich meine Leidenschaft für die Zusammenarbeit mit Menschen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen entdecken und durch meine Coaching- und Mediatorenausbildung mit theoretischen Wissen auffüllen. So konnte ich in den letzten fünf Jahren Menschen dabei begleiten, einen Arbeitsplatz zu finden, der zu ihnen passt und in den sie ihre Stärken einbringen können. Frei nach dem Motto: Ich finde jeden Tag drei positive Argumente, warum ich nun aufstehen und arbeiten gehen möchte. Zudem war es mir möglich, ganzheitlich und nachhaltig zu arbeiten. Sprich, nicht nur Mitarbeiter zu finden, im Training on the Job zu begleiten, sondern auch die Führungskräfte im Führungskräftetraining sowie Teamtraining auf See mit in den Prozess einzubinden. Meine Arbeitsschwerpunkte liegen daher im Focus „Softskills“ und „Rollenverhalten in der jeweiligen Position oder Lebensphase“. Seit August 2011 bin ich nun aus privaten Gründen in Bayern und freue mich, mit meiner kleinen Coachingpraxis nicht nur bundesweit, sondern auch regional aktiv zu werden - www.sarrazin-coaching.de.“
Was ist für Sie eine starke Frau? Eine starke Frau bleibt sich und ihren Stärken treu, lässt sich von äußerlichen Zwängen nicht beeindrucken und geht den Weg, der ihr erlaubt, sie selbst zu sein.
Nennen Sie drei starke Frauen? Ich kenne sehr viele unbekannte starke Frauen, die die Herausforderungen in ihrem persönlichen Leben stark werden ließen. Dennoch fallen mir auch drei, für mich bekannte Namen ein: Loki Schmidt, weil sie eine brillante Wissenschaftlerin, Ehefrau und beeindruckende Persönlichkeit mit Ecken und Kanten war, Viktoria Freifrau von dem Bussche, da sie auf Schloss Ippenburg ländliche Tradition in die Moderne führt und somit im Osnabrücker Land einiges initiiert, und Rita Jacke-Boes, die mich als niederländische Galeristin aus Winchoten und als Mensch sehr beeindruckt hat.
Worin sind Frauen stärker als Männer? Ich möchte das eigentlich nicht am Geschlecht festmachen. Dennoch glaube ich, dass Frauen selbstkritischer sowie selbstreflektierter sind und die Fähigkeit besitzen, unterschiedliche Rollen einzunehmen.
Wer ist der bessere Geschäfts - Mann oder Frau? Das kommt auf die Arbeitsfelder an und auf die unterschiedlichen Persönlichkeiten. Ich bin davon überzeugt, dass es in meiner Branche den Frauen intensiver gelingt, aktiv zuzuhören, wertschätzend auf Menschen zuzugehen und die Erlaubnis zu erteilen: „Du hast Deine innere Landkarte und ich habe meine innere Landkarte.“ Wir können uns erlauben, auf die jeweils andere Landkarte zu schauen, müssen uns allerdings nicht darauf wohlfühlen. Diese Andersartigkeit des Gegenübers zu akzeptieren, gelingt uns Frauen glaube ich ganz gut.
Wer ist konsequenter, Männer oder Frauen? Das kommt auf die Situation, die Lebensumstände und die Persönlichkeit an.
Woher nehmen Sie die Kraft? Beruflich oder Privat? Da habe ich unterschiedliche Rollen. Beruflich ziehe ich meine Kraft aus der Gewissheit, meinen Beruf auch aus tiefster Überzeugung zu leben. Ich freue mich stets aufs neue mit meinen Klienten, wenn es für sie im Leben so weitergeht, wie sie es sich wünschen und ich sie dabei begleiten durfte. Privat habe ich meine persönlichen Ladestationen, an die ich immer wieder andocke.
Was halten Sie von Tradition? Das sehen Sie an meinem Logo, bei dem es sich um mein Familienwappen handelt. Traditionen und familiäre Wurzeln sind mir sehr wichtig, doch ich behalte dabei die Moderne stark im Blick. Ich sehe mich als Mensch, der die Tradition in die Moderne mit einbringt - ich glaube, das trifft es ganz gut. Bei mir wird eine Vereinbarung noch mit einem verbindlichen Handschlag besiegelt und eine mündliche Absprach gilt.
Wie gehen Sie mit Konflikten um? Ich lasse sie nicht vor sich hinschwellen, bis sie ein Konflikt sind, sondern gehe die Situation schon im Vorfeld an. Dabei versuche ich mich in die jeweils an dem Prozess beteiligten Personen und Sichtweisen hineinzuversetzen, um so möglichst objektiv bleiben zu können. Das ist natürlich eine spannende Aufgabe - erst recht, wenn ich nicht beruflich, sondern privat daran beteiligt bin.
 Wie wichtig ist für Sie Treue? Treue und Vertrauen sind für mich die Eckpfeiler für eine lange und gleichberechtigte Partnerschaft. Und dies gilt nicht nur privat sondern auch beruflich.
Was bringt Sie auf die Palme? Ich möchte mich jetzt wirklich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, jedoch muss ich gestehen, dass mich die Unfreundlichkeit und der fehlende Dienstleistungsgedanke in bayerischen Baumärkten und Möbelhäusern wirklich ärgerlich werden lassen. Zudem mag ich mittlerweile keine vollen Umzugskartons mehr.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Ich freue mich, dass ich endlich einen gemeinsamen Lebensmittelpunkt mit meinem Partner habe und wir die Wochenenden nicht mehr im Flugzeug zwischen Osnabrück und München verbringen müssen.
Welche aktuellen Projekte gibt es? Ich werde im September meine Coachingpraxis in Markt Indersdorf eröffnen und erste Seminare im Schloss Hohenkammer anbieten. Themenschwerpunkte werden sein: Die Betriebsnachfolge in kleinen und mittelständigen Betrieben (und Familienbetrieben) sowie das wertschätzende Führen von Mitarbeitern. Meine Teamtrainings auf See werde ich nach wie vor auf der Ostsee sowie künftig auch auf dem Schiff II der TUI Cruises Flotte anbieten. Und darüber hinaus bin ich für weitere Projekte im Gespräch und bleibe daher neugierig, was kommen mag.
Ihr größter privater Wunsch? Erst einmal ankommen! Danach wünsche ich mir, an meine wunderbaren Zeiten und Aufgaben in Osnabrück anknüpfen zu dürfen. Die letzten Jahre haben beruflich einfach Spaß gemacht, mich reich beschenkt und mir interessante und herausfordernde Menschen geschickt. Ich konnte Projekte und Seminare entwickeln, ins Leben rufen und so etwas bewirken. Auch in Bayern möchte ich mir treu bleiben, meine Bodenständigkeit leben und nette Menschen kennen lernen. Ein toller Anfang ist bereits gemacht.
Ihr Lebensmotto? Was Du rein gibst, bekommst Du auch wieder raus.
Gibt es für Sie in München einen magischen Ort? Ich bin erst kurz da und habe manch einen magischen Ort von anderen, lieben Menschen besucht. Dennoch, mein Platz darf noch in der nächsten Zeit von mir gefunden werden.
Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod? Ich glaube an eine höhere Macht und bin auch sehr katholisch erzogen worden. Dennoch, glaube ich, leben wir in den Gedanken der Menschen weiter, die uns in unserem Leben begegnet sind und welche wir nachhaltig prägen und bereichern durften.
Wie gefällt Ihnen isarbote.de? Ich finde die Idee sehr schön. Gerade für mich zugezogenem Nordlicht bietet die Netzwerkzeitung eine Quelle an neuen und wichtigen Informationen.
Verraten Sie mir Ihr Kochrezept der schnellen Küche. Eine schnelle Küche gibt es in unserem Haushalt „nur“ an Bord der gecharterten Segelyacht und dann zaubern wir Labskaus. Da mag sich manch ein Magen daran gewöhnen dürfen, dennoch hier das Rezept für die Mecklenburger Art des Labskaus: Bratkartoffeln von mehlig kochenden Kartoffeln mit Räucherfisch (geräucherter Lachs, Butterfisch, Bückling, Heilbutt) kochen. Kartoffeln in Scheiben oder Würfeln schneiden, unter den Fisch mengen und durchziehen lassen. Schnittlauchröllchen darüber geben. Rote Beete und Gewürzgurken auf Teller anrichten, Labskaus dazu und mit einem Spiegelei krönen.
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