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Margarethe Eder mit einem Foto, auf dem ihr Mann Hugo und sie glückich vereint sind. Foto: Andrea Pollak
Sie verstehen sich: Margarethe Eder und Dominika Djurek von Bethel. Foto: Andrea Pollak

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Sie verstehen sich: Margarethe Eder und Dominika Djurek von Bethel. Foto: Andrea Pollak

Margarethe Eder mit einem Foto, auf dem ihr Mann Hugo und sie glückich vereint sind. Foto: Andrea Pollak

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Margarethe Eder –
in der Tram fand sie ihr Glück

40 Jahre hat Margarethe Eder als Trambahnschaffnerin in München gearbeitet – und in der Tram hat sie auch ihren Mann Hugo kennengelernt, mit dem sie 48 Jahre lang glücklich verheiratet war.
Margarethe Eder erblickte das Licht der Welt am 29.9.1921 in München-Giesing geboren. Die Mutter war alleinerziehend, zur damaligen Zeit eine große Aufgabe und große Leistung – und nicht leicht. Sie arbeitete in einer Zigarettenfabrik in Sendling. Margarethe Eder: „Ich denke immer wieder sehr gern an die Stunden zurück, in welchen sie mich herzlich gedrückt hat. Denn leicht hatte sie es nicht.“ Margarethe Eder lernte Schneiderin, landete aber bei der Münchner Tram, lernte dort ihren Mann kennen und heiratete ihn 1947 in München in der Au. Margarethe Eder: „Ich hatte ein traumhaftes weißes langes Hochzeitskleid an. Weiße
Spitzen, mein schönster Tag! Sehr gerne denke ich auch an unseren Batzi, unseren Hund, zurück, der war schon ein Münchner Urgestein-Hund! Da ich leider keine Kinder bekam, habe ich die Nachbarskinder immer sehr gerne verwöhnt. Oft legte ich im Sommer eine große Decke im Garten auf und die Nachbarskinder bekamen Leckereien. Unser Urlaube verlebten Hugo und ich meistens in Italien oder dann in den Bergen. 1995 ist Hugo leider verstorben. Bis 2002 lebte ich noch alleine in meiner großen Wohnung. Seit dem 1.9.2009 bin ich im Bethel Seniorenheim und fühle mich sehr wohl.“ Einen Wunsch hat sie noch, sie will ihren Hugo wieder in den Armenhalten können und „ja, ich glaube an ein Leben nach dem Tod.“

Margarethe Eder. Foto: Andrea Pollak

Margarethe Eder. Foto: Andrea Pollak

Hedwig Weidelich. Foto: Andrea Pollak
Heinrich Sünkel und Hedwig Weidelich. Fotos: Andrea Pollak

Heinrich Sünkel und Hedwig Weidelich.
Fotos: Andrea Pollak

Hedwig Weidelich.

Hedwig Weidelich (89) –
Bäuerin, Gymnastikerin, Künstlerin

Hedwig Weidelich, am 17.10.1923 im schönen Schwarzwald geboren, besuchte nach der Volksschule die Hauswirtschaftsschule und machte eine Ausbildung als – „so sagt man heute, Agrarwissenschaftlerin. Früher Bäuerin.“ Der Vater war Maurer in der
4. Generation, sie hatten 18 Stück Vieh, Hühner, Ziegen und Kühe.

Mit 24 Jahren heiratete sie Willy Weidelich, der nach dem Krieg mit einem Lungendurchschuss aus der französischen Kriegsgefangenschaft heimkam. Die beiden waren 61 Jahre glücklich verheiratet und haben zwei Töchter. Hedwig Weidelich: „Die Ärzte sagten zu meinem Mann, sie werden sicher nicht alt, so ein Lungendurchschuss ist nicht ohne.“ Aber er wurde 84 Jahre alt und schlief in den Armen seiner geliebten Gattin friedlich ein. Hedwig Weidelich sieht man noch immer die tiefe Trauer an, sie meint, ach, der Willy war ein so guter Mann, über ein Jahr hat es mir fast mein Herz zerrissen, so weh hat der Abschied getan. Aber das Leben geht weiter und so setzt sie ihre Geschichte fort. Mit ihrem Mann Willy führte sie 30 Jahre lang ein Kolonialwarengeschäft, „das war eine Goldgrube, besonders unser Teeservice war der Renner, so nach dem Krieg!“ Hedwig Weidelich war und ist früher wie heute eine sehr bewegte Frau. Eine Frau, die immer offen für Neues ist. Eine Frau, die weiß, was sie will.
Eine starke Frau.
Sie ließ sich parallel als Gymnastikerin ausbilden, auf ihre Zertifikate ist sie stolz und hält sie in Ehren. Hedwig Weidelich: „Mit den Landfrauen aus meiner Wohngegend habe ich an die 30 Jahre trainiert. Da waren es schon mal 40 Damen, ich hatte nie Probleme mit ihnen. Bevor ich Veranstaltungen abhielt, betete ich zu Gott, er möge alles gut gehen lassen.“
Was sie ärgert? Hedwig Weidelich: „Ich mag keine Nörgler, die stören mich, sind Energieräuber. Ich gehe ihnen aus dem Weg.“ Ihre Hobbys sind Laubsägewerke, filigran und sensibel, Glasritzen mit Motiven, Bastel und Malen. Hedwig Weidelich. „Bäume, ja die male ich am liebsten und Kenner meinen, auch sehr gut.“ Stolz präsentiert sie die Gemäldesammlung in ihrem Zimmer. Hedwig Weidelich: „Ich bin ein glücklicher Mensch, hier im Bethel gefällt es mir sehr gut, gutes Essen, liebe Menschen, eine gute Wahl.“
Und dann geht die Türe auf, herein kommt Heinrich Sünkel, er meint, ich bin ganz leise, setz’ mich dahinten hin und störe euch nicht. „Ja“, meint Hedwig Weidelich, „hätte ich nicht gedacht, dass ich so einen charmanten Mann wie den Heinrich auf meine letzten Tage kennenlerne. Ich hab es halt zugelassen.“ Gibt es noch einen großen Wunsch? „Nein, eigentlich nichts!“ Oder doch – etwas wehmütig meint sie, studiert hätt’ ich gerne. Und zum Schluss meint die Betreuerin, Frau Weidelich animiert künstlerisch ihre Zimmernachbarn, sie organisiert und ist eine sehr reizende feinfühlige Dame.


Heinrich Sünkel. Fotos: Andrea Pollak

Heinrich Sünkel. Fotos: Andrea Pollak

Heinrich Sünkel hat im Seniorenheim Bethel
eine zweite Heimat gefunden

Heinrich Sünkel. Fotos: Andrea Pollak

Als Heinrich Sünkel seine Frau Maria vor einigen Jahren nach einem tödlichen Schlaganfall verlor, wusste er erst einmal nicht aus noch ein. Er war ziemlich hilflos und verloren. Nach einem Krankenhausaufenthalt beratschlagte seine Familie, wie es weitergehen sollte und man beschloss als erste Maßnahme eine 4-wöchige Kurzzeitpflege im Seniorenheim Bethel München. Heinrich Sünkel: „Heute bin ich glücklich, diese verlängert zu haben. Hier im Bethel Seniorenheim fühle
ich mich sehr wohl.“

Heinrich Sünkel, geboren am 18. Mai 1923 in Losau in Oberfranken, war 57 Jahre glücklich mit seiner Jugendliebe Maria verheiratet und ihr Tod war ein schwerer Verlust für ihn. Doch Heinrich Sünkel ließ sich nicht unterkriegen. Auch nicht, als seine Tochter Angelika im November 2010 starb. Schwer schluckend sagt er: „Es tut so weh, wenn man den Tod des eigenen Kindes miterleben muss. Da geht ein Stück Seele mit.“ Heinrich Sünkel hatte fünf Geschwister, zwei Brüder hat er bereits in jungen Jahren verloren, der Ältere („war hochintelligent“) starb im Krieg, einer anderer überlebte zwar schwer verletzt die Kriegswunden, starb aber dann bei einem Arbeitsunfall. Heinrich selbst kam glimpflicher davon. Im Krieg war er bei der Marine Deckoffizier, kam dann in französische Kriegsgefangenschaft, flüchtete auf einen fahrenden Zug. Heinrich Sünkel: „Der Krieg hat meine Persönlichkeit geprägt. Wenn man mit erlebt, wie ein jünger Kamerad in seinem Arm stirbt, das tut weh.“
An seine Kindheit erinnert er sich gerne. Heinrich Sünkel: „Meine Kindheit war sehr schön, meine Eltern hatten einen Bauernhof, wir hatten immer zu Essen und zu Trinken. Früh um
4 Uhr aufstehen und raus aufs Feld, mähen und dreschen, das richtige Landleben eben. Ich wurde streng katholisch erzogen. Ich war Oberministrant in meinem Städtchen Losau in Oberfranken. Hatte viel Fans, denn das war etwas besonderes. 1960 zogen meine Frau und ich nach München Fürstenried.“ Beruflich war er 1961 bis 1983 Sachgebietsleiter für öffentliche Arbeit, „heute sagt man Pressesprecher“, im Präsidium der Bayerischen Bereitschaftspolizei in München. Heinrich Sünkel: „Gelernt habe ich Dipl. Verwaltungswirt
(FH), und wenn der Krieg nicht gekommen wäre, hätte ich ganz sicher studiert! Ich bin ein alter Lateiner - und auch sehr stolz darauf. Besonders meinen beiden heute erwachsenen Enkelkindern konnte ich mit meinem Lateinwissen eine gute Unterstützung sein. Eins meiner Enkelkinder hat mich dieses Jahr im Januar zum glücklichen Uropa gemacht, die kleine Marlene kam zur Welt.“ Als er noch Fahrradfahren konnte, war er viel auf den heimatlichen Straßen unterwegs, doch das geht jetzt im Alter leider nicht mehr. Dafür hat er sich auf die Familiengeschichte gestürzt und eine umfassende Familienchronik geschrieben. Heinrich Sünkel: „31 Bände und die habe ich an jeden einzelnen meiner Familie ausgehändigt.“


Franziska Eder und Theodor Dorn. Foto: Andrea Pollak

Franziska Eder und Theodor Dorn.
Foto: Andrea Pollak

Theodor Dorn.
Foto: Andrea Pollak

Theodor Dorn. Foto: Andrea Pollak

Theodor Dorn schätzt die Gemeinschaft
im Seniorenheim Bethel

Theodor Dorn erblickte das Licht der Welt am 24.11.1932 in Nürnberg, seine Kindheit fiel in die Kriegsjahre. Trotzdem hat er diese Zeit positiv in Erinnerung. Seit dreieinhalb Jahren lebt er im Seniorenheim Bethel München und ist hier glücklich. Er bastelt gerne und, wie er verschmitzt bekennt: „Ich bin mit Franziska Eder sehr gerne zusammen.“ Franziska Eder kennen wir ja bereits (siehe >> hier), was die alte Dame ganz offen und unbefangen erzählt, hat uns berührt. Aber Theodor Dorn ist ein Mann und die haben’s nicht so mit Emotionen, wie man ja weiß.
Doch wenn ihn etwas bewegt, findet er deutliche Worte. Und was ihn bewegt, ist der Wandel im Zusammenhalt und die Werte, die er in seiner Jugend noch kennen gelernt hat. Theodor Dorn: „Der Anstand und der Schliff in der Schule und im Elternhaus waren gut. Doch die Welt hat sich geändert, politisch gibt es keinen Schliff mehr, die Zeit ist hektischer - Mobbing, Burnout, neumodische Krankheiten. Früher hat es die Nachbarschaftshilfe und Verwandtenhilfe gegeben, da war eine Gemeinschaft da. Heute ist das selten geworden, ich finde, wir leben in einer Ellbogengesellschaft.“ Da ist er froh, dass er im Seniorenheim Bethel München die Gemeinschaft und den Zusammenhalt gefunden hat, den er kennt und schätzt. Und natürlich Franziska Eder.


Franziska Eder. Foto: Andrea Pollak
Franziska Eder mit klein Sohn Hans

Franziska Eder mit Sohn Hans.

Franziska Eder.
Fotos: Andrea Pollak

Franziska Eder (101) dankt dem Herrgott
für jeden Tag

101 Jahre und kein bisschen unglücklich und nur ganz selten ein bisschen vergesslich: Franziska Eder dankt dem Herrgott für ihr Dasein und genießt Tag für Tag. Franziska Eder: „Was mich auch sehr freut, hier im Seniorenheim Bethel habe ich meinen Freund Theodor Dorn kennengelernt. Wir sehen uns täglich und verstehen uns sehr gut. Noch einen guten Freund zu finden ist ein Geschenk!“ Wie sie noch so fit ist mit ihren 101 Jahren? „Ja, ich schau halt auf meine Figur, also Kuchen am Nachmittag ist meistens gestrichen, singe sehr viel und oft und bin oft an der frischen Luft.“
Die rüstige alte Dame erblickte das Licht der Welt am 11.1.1910 in Dachau, 1913 zog sie mit zwei Geschwistern nach Moosach, 1916 kam sie dort in die Schule. Franziska Eder: „Meine Kindheit war sehr glücklich. Da gab es einen ganz besonderen Zusammenhalt nicht nur in der Familie, sondern bei allen, ob Nachbarn oder Freunde. Meine Eltern waren ein gutes Vorbild. Meine Mutter war gut und gerecht. Jeden Sonntag haben wir uns fesch gemacht und sind in die Kirche gegangen. Weihnachten rauchte mein Vater, das war sein Luxus, eine Zigarre unterm Weihnachtsbaum. Nicht viel haben wir vom Christkindl bekommen, im Gegensatz zu heute, aber das Wenige wurde geschätzt und wir freuten uns riesig. Am Weihnachtsvorabend bauten die Eltern im Wohnzimmer den Baum auf und schmückten ihn, wir Kinder waren sehr aufgeregt, dann gab es die Bescherung, und immer feines Weihnachtsessen. In den Kriegsjahren aßen wir das, was wir durch die Lebensmittelmarken erhalten haben, das war auch schon mal nur Brot.“
Mit fünf Jahren konnte sie schon schwimmen. Franziska Eder: „Wir hatten vor unserem Haus einen kleinen, nicht sehr tiefen Weiher. Im Sommer waren wir baden und im Winter sind wir Schlittschuh gelaufen. Wenn dann die Eisschollen auf dem Eis waren, kamen die Brauereipferdewagen, die Brauereileute stachen das Eis mit einer Eisenstange aus, schoben sie auf den Pferdewagen und fuhren zu den Kellern bzw. Höhlen, wo die Bierfässer gelagert waren. Das war dann die Kühlung für das Bier.“ Apropos Bier? Franziska Eder: „Ich esse sehr gern Kaiserschmarrn und Schweinebraten, trinke für mein Leben gerne Apfelsaft und freitags zum Mittagsessen ein Glas Bier.“
1924 nach der Schule erlernte Franziska Eder im damaligen Kaufhaus Frankl in der Feldmochinger Straße den Beruf Verkäuferin, zehn Jahre später lernte sie ihren Mann Ludwig Eder kennen, nach vier Jahren heirateten sie, 1941 - im Zweiten Weltkrieg - gebar sie ihren Sohn Johann. Zwei Jahre später wurde ihr Elternhaus sowie das daneben stehende Haus ihrer älteren Schwester bei einem Fliegerangriff zerstört. Franziska Eder: „In Saaldorf bei Freilassing nahmen unsere Verwandten uns herzlich auf. 1948, nach dem Zweiten Weltkrieg und vor der Währungsreform, baute mein damals 75-jähriger Vater mit uns allen und ehemaligen Arbeitskollegen die beiden Häuser wieder auf. Gemeinsam schafften wir das. Er sammelte Zigaretten, die waren zu dieser Zeit sehr gefragt, die Tauschgeschäfte gingen sehr gut.“ Dann kamen die sogenannten besseren Zeiten. Franziska Eder: „Die Wiesn, ja, da bin ich als junge Frau immer ins Hackerzelt gegangen, da war dann eine richtige Gaudi. Und zum Abschluss in den Hackerkeller, da gab’s dann Weißwürstel mit Brezen.“
1975 starb ihr Mann an einem Herzinfarkt. Franziska Eder: „Einen anderen Mann schaute ich danach nicht mehr an. Ich war auf mich gestellt. Am 30. Mai 2008 zog ich ins Seniorenheim Bethel hier in Moosach. Ich fühle mich hier sehr wohl. Gutes Essen, liebevolle Betreuung, ehrliche Menschen, die Veranstaltungen gefallen mir auch sehr.“ Und ansonsten? Franziska Eder: „Naja, ich hör halt schlecht und gehen kann ich auch nicht mehr so gut. Aber singen, dass tue ich für mein Leben gerne. Und danke dem Herrgott für jeden Tag, den er mir auf Erden schenkt!“

Franziska Eder mit Sohn Hans2

Franziska Eder mit Sohn Hans - jetzt.

Der verstorbene Gatte Ludwig Eder.

Ihr Gatte Ludwig Eder
Sonja Seebeck von Bethel und Franziska Eder
Franziska Eder und Theodor Dorn (4)

Franziska Eder und ihr Freund Theodor Dorn, der uns auch aus seinem reichen Leben erzählen wird.

Sonja Seebeck (Bethel) und Franziska Eder.

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