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Edeka am Harras muss leben! Sendlinger Bürgerinnen und Bürger kämpfen für „ihren“ Markt
Erst wollte man es nicht so recht glauben, als das Gerücht aufkam, dass der liebgewonnene Edeka am Harras seine Pforten schließen könnte. Doch leider verdichtete sich das Gerücht und wurde konkret. Besorgte Angestellte, Kunden und Politiker gaben jetzt ihren Befürchtungen Ausdruck und fordern: Der Edeka muss bleiben!
 isarbote.de-Chefin Andrea Pollak im Gespräch mit Filialleiter Rudolf Heinz. Foto: Stefan Caspari
isarbote.de sprach mit Filialleiter Rudolf Heinz, Lokalpolitikern, Angestellten und Kunden. Rudolf Heinz: „Nach 10 Jahren wurde der Mietvertrag zu Ende 2008 gekündigt.“ isarbote.de: „Gibt es Verhandlungen?“ Rudolf Heinz: „Die Verhandlungen seien, so die Edeka-Leitung, festgefahren. Mein Wunsch: Neuvertrag Edeka Harras, es geht um meine 47 Festangestellten und 12 Aushilfen, Arbeitsplätze erhalten, die Kundenbindung, die perfekte Infrastruktur am Harras!“ isarbote.de: „Es wird gemunkelt, der neue Edeka in der Implerstraße sei auch ein Grund, warum es bisher keine Vertragsverlängerung gab?“ Rudolf Heinz: „Der kann als Ersatz für den Harras nicht gesehen werden. Außerdem haben wir am Harras einen sehr guten Umsatz! Wir führen über 40.000 Artikel, alles für den täglichen Bedarf. Und unser Preis-Leistungsverhältnis für Sendling passt!“
Heidemarie Simon (CSU), Bezirksausschuss Sendling (BA 6): “Die Grundversorgung am Harras muss erhalten bleiben. Ich kenne das Ganze schon seit über 20 Jahren. Wir müssen endlich mal eine stabile Versorgung haben. Es gehen ja auch junge Leute, nicht nur ältere Menschen, einkaufen. Aus der U-Bahn raus, nach der Arbeit rein, schnell noch einkaufen. Es wäre für uns alle ein großer Verlust. In der nächsten BA-Sitzung werden wir darüber sprechen.“
Heidemarie Simon und Margot Fürst. Foto Stefan Caspari

Margot Fürst (CSU), BA 6: ”Ich bin auch Behindertenbeauftragte. Hier in Sendling gibt es ein großes Klientel an Behinderten. Auch wächst zunehmend die Zahl der jungen Familien, unser Wohnviertel vergrößert sich. Da muss so ein Kaufhaus bzw. Lebensmittel und alles was wir sonst noch brauchen, eine Vielzahl an Angeboten und bezahlbarem Sortiment, vorhanden sein. Der Harras ist DER KNOTENPUNKT Sendlings. Die CSU sagt: Versorger müssen erhalten bleiben!“
Leo Brux (Die Grünen/Bündnis 90), BA 6: “Ich bin erschrocken, als ich davon Wind bekam. Das kann doch nicht wahr sein. Lohnt sich der EDEKA nicht? Das glaube ich nicht. Ist der Geschäftsführung EDEKA Ingolstadt schon mitgeteilt worden, dass in 3 bis 4 Jahren der Harras eine Attraktion durch den Umbau sein wird? Kunden hat der EDEKA, wohin das Auge reicht! Es freut mich auch, dass so viele Bürger zur Demo heute gekommen sind, wir brauchen ein stabiles „Kaufhaus“ mit allem was dazugehört.“
Martina Hartmann (Die Grünen/Bündnis 90), BA 6: “Der Standort muss erhalten bleiben. Die Versorgung für die Bürger steht an 1. Stelle. Der EDEKA Markt in der Implerstraße gehört nach Untersendling. Hat mit Harras nichts zu tun. Immer dieses Hin – und Her, das kann es nicht sein. Stabilität ist gefragt. Ich kaufe ebenfalls ständig hier ein, weil alles da ist und das Preis-Leistungsverhältnis passt.“
Christiane Reinhard, Edeka-Mitarbeiterin, 37 Jahre, alleinerziehende Mutter: “Ich bin sehr traurig, 4 ½ Jahre mache ich hier als Verkäuferin meinen Job. Die Gemeinschaft zwischen den Angestellten und dem Chef ist einmalig. Wir sind wie eine richtige Familie. Herr Heinz ist ein sehr menschlicher Chef. Laßt unseren Edeka-Markt am Harras leben!!!“
Yres Loth, Edeka- Mitarbeiter: “Seit 22 Jahren bin ich für Obst- und Gemüse zuständig. Es ist eine Katastrophe, wenn unser EDEKA am Harras kurz vor Weihnachten zu machen soll. Wir haben gute Umsätze. Ich finde es traurig, dass sich die Großen nicht einigen können. Erhaltet bitte die Arbeitsplätze!“
Ingrid Obermüller arbeitet seit 28 Jahren mit Leib und Seele im Edeka-Markt: “Wir haben einen sehr menschlichen Chef und sind eine tolle Belegschaft! Unfassbar, wenn das zerbrechen sollte! Ich habe eine behinderte Tochter, die mit viel Rücksicht und Menschlichkeit von Anfang an unter meinen Kollegen aufgenommen worden ist, auch von Herrn Heinz. Das darf und kann nicht wahr werden!“
Liselotte Grill, seit 16 Jahren treue Kundin: “Hier kaufen sehr viel alte Leute, Behinderte mit Rollstühlen, ich selbst habe drei künstliche Hüftgelenke, wohin soll ich einkaufen gehen? Das ist einfach schrecklich, wenn der EDEKA bis Ende des Jahres dichtmachen muss. Hier am Harras finde ich so ein tolles Kaufhaus mit Lebensmittelabteilung, die ich mir auch leisten kann, nicht! Die Verkäufer sind sehr nett, offen und hilfsbereit. Das findet man ebenfalls nirgends. Wenn EDEKA zu macht, werde ich nie wieder in einem EDEKA Markt einkaufen!“
Adelheid Hamm, sehbehindert, 66 Jahre: “Ich kaufe seit 20 Jahren hier ein., seit 1964 wohne ich hier in Sendling. Wohin soll ich denn einkaufen gehen? Das ist doch der Wahnsinn. Der Edeka muss erhalten bleiben!“
Leonie, Nicole und Sascha Scheider, Edeka-Mitarbeiter: “Seit 8 Jahren arbeite ich hier im Edeka- Markt. Habe mich für Nachwuchs entschieden, jetzt bin ich arbeitslos, denn durch die Auflösung greift das Freihalten meines Arbeitsplatzes nicht mehr. Ich bin sehr traurig. Größter Wunsch: Silvester auf die nächsten 10 Jahre Edeka mit meinen Kollegen und Herrn Heinz anstoßen!“
Was meinen Sie, liebe Leserinnen und Leser? Schreiben Sie uns Ihre Meinung! Email an redaktion@isarbote.de - wollen wir alle zusammen die nächsten 10 Jahre Edeka am Harras anstoßen oder ist uns das alles egal? Übrigens: Wir danken Herrn Stefan Caspari für seinen Einsatz!
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