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Von Rainer Gmach Mit dem nicht mehr nur letzten, sondern allerletzten Aufgebot mussten die Frauen des FC Bayern München am Sonntag ihr finales Saisonspiel in der Frauenbundesliga bestreiten. Bei der Heimpartie gegen Crailsheim waren drei Spielerinnen der U-17 Mannschaft nötig, um den stark dezimierten Kader auf wenigstens dreizehn Akteurinnen aufzufüllen. Dazu gesellte sich im Spiel gegen den mit fünf ehemaligen Münchner Spielerinnen (die Ex-Bayern Tanja Wörle und Ramona Treyer sowie Katharina Wistel und Bettina Großmann vom Zweitligisten Wacker München und Ines Rechl, die sowohl bei Wacker als auch Bayern schon gegen den Ball trat) angetretenen Aufsteiger noch das Pech, durch einen Strafstoß und ein halbes Eigentor mit 1:2 zu verlieren. Bei brütender Hitze im Aschheimer Stadion gingen die leicht feldüberlegenen Bayern-Spielerinnen durch Nina Aigner, die sich mit ihrem 15. Treffer Platz acht in der Torjägerliste sicherte, in der 36. Minute in Führung. Reaktionsschnell verwandelte sie eine Hereingabe von der linken Seite vor ihrer Gegenspielerin, der ehemaligen Bayern-Kapitänin Tanja Wörle. Doch vor der Pause traf Crailsheims Karin Burger mit einem von Bianca Rech an Carina Breunig verschuldeten Strafstoß zum Ausgleich. Breunig erlitt bei dieser Aktion einen Bänderriss am Sprunggelenk. Ihren Mitspielerinnen gab dies in der Halbzeit offenbar nochmals eine besondere Motivation. So lies Tanja Wörle in der 51. Minute mit einem energischen Antritt gleich mehrere Münchnerinnen stehen, zog ab und traf die Latte des Bayern-Tores. Für Bayern-Keeperin Ulrike Schmetz allerdings derart unglücklich, dass ihr bei der versuchten Rettungstat der Ball vom Gestänge gegen den Hinterkopf sprang, von dort entlang der Torlinie zum Innenpfosten kullerte und von diesem ins Tor prallte. Sowohl die Spielerinnen auf dem Feld als auch Trainerin Sissy Raith mit der Einwechslung ihrer zweiten und letzten Ersatzfrau, U-17-Torhüterin Andrea Schlemmer als Mittelstürmerin (für U-17-Spielerin Stefanie Wewerka) versuchten noch mal Alles um wenigstens einen Punkt zu retten. Doch die Chancen, die sich den Bayern, insbesondere bei Fernschüssen von Kathleen Krüger, Sandra DePol und Binaca Rech, aber auch den Crailsheimerinnen im Verlauf des Spiels noch boten, wurden allesamt vergeben. So blieb es am Ende bei der für Bayern in der Entstehung unglücklichen 1:2-Niederlage, die für kurze Zeit die Freude über eine insgesamt herausragende Saison trübte. Beim abschließenden gemeinsamen Grillen von Mannschaft und helfenden Händen war die gute Stimmung bereits wieder zurück, feierten die Spielerinnen Rang vier in der Abschlusstabelle und das Wiedersehen mit Ex-Kapitänin Tanja Wörle vom Gegner Crailsheim sowie der als Zuschauerin ebenfalls anwesenden ehemaligen Spielerin Sabine Loderer. Spätestens als dann noch der Bus mit der zweiten Mannschaft vom Relegationsspiel aus Jügesheim einrollte, diese Spielerinnen trotz des am grünen Tisch verlorenen Aufstiegs in die zweite Bundesliga bester Laune die Feier stürmten, dachte niemand mehr an die 90 Minuten gegen Crailsheim.
Für die Bundesligamannschaft gibt es nun eine vierwöchige Pause, bevor das erste Training für die neue Saison ansteht. Diese wird durch die WM im September in China nur stotternd beginnen. Zwei Bundesligaspieltagen im August folgt die WM-Pause, nach der die Liga dann erst wieder richtig Fahrt aufnehmen wird.
Im Einsatz bleibt noch die U-17-Mannschaft der Münchnerinnen, die um die deutsche Meisterschaft ihrer Altersklasse kämpft. Ebenfalls ohne Urlaub und Erholung bleiben von der ersten Mannschaft Ulrike Schmetz und Bianca Rech, die im 26-Spielerinnen umfassenden Nationalmannschafts-Aufgebot für die WM im September stehen. Die DFB-Auswahl wird den kompletten Sommer über im wöchentlichen Abstand zu mehrtägigen Lehrgängen mit Länderspielen zusammentreffen. Eine Maßnahme, die enorm viel Zeit kostet und mit der Urlaubsplanung einer berufstätigen Spielerin und deren Arbeitgeber wohl nur in wenigen Ausnahmefällen vereinbar ist. Welche Auswirkungen dies für Spielerinnen haben kann, wird Bayerns Bianca Rech demnächst in einem Interview an dieser Stelle verdeutlichen.
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