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Seid umarmt Millonen Amma schenkt München ihre selbstlose Liebe
isarbote.de-Chefin Andrea Pollakließ es sich nicht nehmen, dieser „Umarmungs-Sache“ auf den Grund zu gehen. Und kam völlig losgelöst bzw. sehr positiv gestimmt zurück. Und auch von den isarbote.de-Leserinnen hört man nach anfänglichen Zweifeln nur das Beste. Beispielhaft dafür der Bericht unserer Leserin Margret Buchner. Und die isarbote.de-Chefin griff zur Feder. Lesen Sie nachfolgend beide Berichte.
Doch zuerst einige Informationen zum Phänomen „Amma“
Von Andrea Pollak Mata Amritanandamayi oder liebevoll Amma genannt, beschenkt Menschen auf der ganzen Welt mit ihrer Liebe und hat mittlerweile 24 Millionen Menschen umarmt. Seit drei Jahrzehnten setzt sich Amma für karitative Zwecke ein und tourt durch die Welt, um ihre Liebe an andere weiterzugeben. In vielen Teilen der Welt wird sie als die lebende Heilige angesehen. Zwei ihrer Botschaften sind Weltfrieden durch Selbstfrieden, und Liebe als Basis für ein glückliches Leben. Amma gibt Darshan, das heißt, dass sie jeden einzelnen Menschen empfängt und in ihre Arme nimmt. Jetzt erst war sie in München und vom 9. bis 11. November ist sie in Mannheim. Diese potenzielle, lebensverändernde Begegnung mit Amma ist kostenlos. Traditionell bedeutet Darshan das Anschauen oder die Begegnung mit einem Weisen oder Heiligen; bei Amma bedeutet dies, dass sie jeden einzelnen Menschen umarmt und segnet. Für ihr humanitäres Engagement und ihre Bemühungen um den interreligiösen Dialog wurde Amma übrigens schon mehrmals international ausgezeichnet, zuletzt mit dem Interfaith Award in New York, den vor ihr der Dalai Lama und Erzbischof Desmond Tutu erhalten haben. Zusammen mit Amma wurden auch Nobelpreisträger Mohammed El Baradei und Richard Gere geehrt. Amma hat mehrmals vor der UNO gesprochen. In ihrer Heimat Indien wird die Tochter eines armen Fischers als Mahatma (Sanskrit für große Seele) verehrt. Ihre Umarmungen gelten als revolutionär, denn sie setzen sich über das Kastensystem mit seinen Berührungsregeln hinweg. Weitere Infos auf zu Amma und ihre Tourdaten auf ihrer Homepage: www.amma.de.

Amma – erlebt von Andrea Pollak und umarmt von Amma
Von Andrea Pollak München, Sonntag, 21. Oktober, Zenithhalle: Als meine Freundin Jamil Weinert vor drei Wochen sagte, du musst unbedingt zu Amma gehen, wusste ich noch nicht, was mich erwartete.“ Jamil erzählte mir: Dass Amma, die als eins von acht Kindern in einem Fischerdorf im indischen Bundesstaat Kerala aufwuchs, mit 15 Jahren angefangen hat, Menschen zu umarmen, gleich welcher Religion sie angehörten. Für das damalige Indien war das schlichtweg undenkbar. Amma selbst wurde, weil ihre Hautfarbe dunkler war als die ihrer Geschwister, von ihren Eltern misshandelt und auf die Straße geschickt, sie musste Essensreste für die Kühe sammeln. In der starken Umarmung der Menschen, die sie ihre Töchter und Söhne nennt, erwachte in Ihr das Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeit.
In der Zenithhalle angekommen, ziehe ich die Schuhe aus und streife mir meine von Muttern gestrickten Socken über. Na so was, kein Eintritt? Dieser Gedanke schießt mir durch den Kopf. Dann wende ich mich an die Information und werde freundlich zur Presseabteilung geschickt. Ich erhalte meinen Presseausweis, eine eigene Pressesprecherin, welche mich liebevoll betreut und mich in den geheimnisvollen Vormittag mit und über Amma einführt. Langsam füllt sich die Halle. Ich sitze und warte auf Amma. Kollegen vom ZDF und ARD sind ebenfalls hier und wir begrüßen uns. Dann endlich, kein Gekreische, wie bei einem Popstar, sondern andächtige Ruhe umhüllt die Erscheinung von Amma. Kinder halten ihre Hände und sie setzt sich auf ihren Platz – ein Platz inmitten von Kindern und ihren Töchtern und Söhnen. Dann wird meditiert, sich einklingen lassen, auf das was kommt, auf das was wird und sein könnte. Ein- und Ausatmen, alle machen mit, auch die Kinder. Menschen über Menschen. Männer, Kinder, Frauen, Kranke und Babys, sie alle wollen Ammas Gnade spüren. In den Seitengängen werden Devotionalien verkauft, das geld fließt in Ammas gigantisches Hilfswerk MA Math. Jetzt sitze ich nur eine Handbreite von ihr entfernt. Mein Herz klopft. Was wird passieren? Fakten, Fakten! Und dann, Amma begrüßt mich, mit einem Ausdruck, na endlich bist Du auch mal hier, sie nimmt mich in ihre Arme, und dann? Mich erfüllt ein unbändige Wärme, mir schießen die Tränen in die Augen, sie streichelt meinen Rücken und meint zärtlich, my daughter, gefolgt von ein paar Mantras: Omomomomomom. Und blickt mir wieder in die Augen, nimmt einen Apfel in die Hand, ein paar Rosenblätter und ein Bonbon, drückt mir diese herzlich in die Hand. Dann folgt noch mal ein starkes Umarmen. Völlig benommen setze ich mich hin und verarbeite diese Begegnung. Amma meint: „Mein Traum ist eine Welt voller Liebe und Mitgefühl. Eine Welt, in der jeder Kleider und ein Dach über den Kopf hat und mindestens eine warme Mahlzeit pro Tage essen kann. So wie ein Fluss einfach fließt, so werde ich weiterhin die Gegenwart Gottes in allen Menschen ehren, die ich umarme.“ Und unfassbar, von 10 bis 20 Uhr umarmt sie, voller Liebe und Geduld, ohne selbst müde zu werden. Ohne Essen und Trinken. Danke Amma.

Amma – erlebt von Margarete Buchner und ebenfalls umarmt
Von Margarete Buchner Drei besondere Tage lehren mich Liebe. Soweit ich die Lehrstunde annehmen kann. Die große Hinduistin Amma, die alle Besucher umarmt, und das sind an einem Tag Tausende ohne jegliche Pause, ohne merkbare Erschöpfung. Ihr Team ist angewiesen, niemand weg zu schicken. Wer sie wirklich sehen will, darf zu ihr kommen. Lange bis sehr lange Wartezeiten vorausgesetzt. Das ist eine Sache, so wie es eine Sache ist, dass Amma Großes für ihr Land leistet. Aus ihrem kleinen bescheidenen Leben hat sie dank ihrer übermenschlichen großen Liebe ein Netzwerk an humanitären Hilfsmaßnahmen, an Projekten ermöglicht, die sie vor ihren Anhängern schwärmerisch als Heilige dastehen lässt. Projekte, die ihrem Land helfen. So fing es vor vielen Jahren an, in einem Alter, in dem wir meist Kinder sein dürfen, hat sie ihre Liebe, ihr Mitgefühl so sensibilisiert und ausgebaut, dass sie, wo sie Not sah, helfen musste. Ohne Rücksicht auf ihre Familie, die sich das junge Kind, das Mädchen als Dienerin hielt. Geht nicht, gibt's nicht, wir machen Unmögliches möglich, das sind aufgeblähte Werbeslogans, wer aber Unmögliches schafft ist ein Heiliger. Wir Menschen denken analog. Und das Heilige ist wie das Göttliche undenkbar. Ich schleppe jetzt seit drei Jahren meinen angelesenen populären Agnostizismus zu Amma, mit skeptischer Seele: ach nee, wie sind die Menschen leichtgläubig und schnell zu begeistern, wie groß ist doch ihre Sehnsucht nach vorgelebter Spiritualität, bewundere Ammas kontinuierlich wachsendes Lebenswerk und ihr aufopferndes Team, ohne jegliches Salär, Tag und Nacht im Einsatz, ausgeklügelte Logistik, die nur von Managern ausgedacht und umgesetzt werden kann, ich bestaune die Massen, die mit Kind und Kegel, Bettzeug und Hausrat einlaufen, weiche, warme Gesichter, selten verknistert, vom Darshan zurückschwebend und zu Tränen gerührt, die Kinder selten quengelig und wenn in einem sehr moderaten Rahmen, wunderbare Kinderzelte, die so gemütlich mit Flokatis und bunten Spielsachen ausgestattet sind, das indische Essen, die leckeren Snacks, der duftende Chai, alles liebevoll serviert, die Hektik, die die Hunderte von Helfern garantiert verspüren - denn sie sind ja nicht heilig - versteckt sich hinter immer freundlichem Lächeln, unaufgesetzt, schnell artikuliert sich in mir: ein Wunder! Aber ich glaube nicht an Wunder. Das scheinbar Unvorstellbare, dass jemand 20 Stunden andere berührt und umarmt, deren Schweiß und Körperausdünstungen erträgt ohne jegliche Erfrischung, das ist Disziplin, Askese, Fakirtum, allenfalls ein Phänomen, das starke Persönlichkeiten durch Übung erreichen können. Aber mit diesen verstandesgemäßen Erklärungen fasse ich das Wesen der Amma nicht, sie gibt und gibt und Tausende ihrer Ashram-Menschen helfen ihr bedingungslos, zu geben. Moment, eine Bedingung ist, bei ihr, bei Amma, der Mutter zu sein, in ihrer Nähe.
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