|
Im Gegenteil bzw. in Bayern ist alles möglich Ministerpräsident Günther Beckstein erklimmt mühelos den Faschings-Olymp
Von Andrea und Peter Pollak Auf den Punkt genau hat die Narrhalla den diesjährigen Preisträger für ihren Valentinsorden bestimmt: Der neugebackene bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein ist ein würdiger Nachfolger des bayerischen Komikergenies – vor allem weil er wie dieser seinen Humor ganz bewusst aufbranden lässt und damit schon mal nicht in die Fußstapfen seines eher unfreiwilligen (Präsidenten)Vorgängers tritt. Bekommen hat er den Orden, wie Narrhalla-Präsident Uli Kreuzer glaubhaft versichert, für seinen Ausspruch „In der Politik ist das Schöne, dass alles möglich ist, aber auch das Gegenteil“. Damit ist Beckstein der 36. Ordensträger des Karl-Valentin-Ordens und mit seinem preiswürdigen bzw. gepriesenen Statement zeigt der weltoffene Franke, dass auch Politikern manche Wahrheiten nicht fremd sind. Die Faschingsgesellschaft ehrte mit Beckstein einen Mann, der dem bayerischen Fasching bzw. der Fastnacht gegenüber höchst aufgeschlossen ist: Ob als Löwe, Ritter, Albrecht Dürer oder Einstein - bei der Prunksitzung "Fastnacht in Franken" hatte sich der neue Ordensträger immer wieder in originellen Kostümierungen gezeigt. "Ich habe den früheren Innenminister schon lange im Auge gehabt, auch weil er ein begeisterter Faschingsgänger ist", so Narrhalla-Präsident Uli Kreuzer. In seiner Dankesrede bei der Festveranstaltung der Münchner Faschingsgesellschaft Narrhalla im Deutschen Theater erweist sich Beckstein als fundierter Kenner der Schriften Valentins – „Heute ist die gute alte Zeit von morgen“ bzw. zum Bürgerbegehren gegen den Transrapid fällt ihm mit einem Seitenhieb auf OB Ude der Satz „Mögn dat ma scho aber können tun ma halt net“ ein. Doch zurück zum Thema: Sichtlich höchst feierlich und präsidential gerührt begrüßte Uli Kreuzer den Ministerpräsidenten nebst Gattin Marga, die spitzfindige Laudatio auf den Preisträger hielt Walter Lindermeier alias Herzog Kasimir von den Damischen Rittern, wobei er den Bogen spannte von Stoiber bis Beckstein. Dass er den Bogen damit nicht überspannte, war an dem herzhaften Lachen des Ministerpräsidenten zu erkennen, der sich auch sonst sichtlich entspannt des Abends erfreute, u.a. z.B. am grandiosen Rock’n’Roll der weltmeisterlichen Narrhalla-Show „München rockt“ bzw. des Rock’n’Roll Clubs Anzing.
|