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Museum Solnhofen Um Ursprünglichen zum Urtümlichen
Solnhofen genießt Weltruf als Lieferant der einzig geeigneten Steine für den Steindruck (Lithographie) und als eine Fundstelle des Urvogels (Archaeopteryx). Die Sammlung solcher Fossilien wurde seit 1954 von Altbürgermeister Friedrich Müller betrieben als Resultat eröffnete er 1970 ein Museum im neu erbauten Rathaus. In beleuchteten Vitrinen findet der Besucher ausschließlich Originale aus der Gruppe der Saurier bzw. Reptilien (Homoesaurus, Plesiosaurus und Flugsaurier), eine Vielzahl von Krebsen, Kopffüßlern (Tintenfische, Ammoniten und Belemniten) und Stachelhäutern. Besonders reichhaltig vertreten ist die Welt der Fische. Gezeigt werden Kugelzahnfische, Seekatzen, Haifische, Schnabelfische und Knochenfische. Eine besondere Seltenheit sind Meeres- und Landpflanzen (Tange, Urzypressen). Seit Neuestem ist dort auch eine einzigartige Versteinerung eines 150 Millionen Jahre alten Krokodils aus der Jurazeit zu bestaunen – in Fachkreisen wird das Tier der Gattung „Geosaurus“ zugeordnet. Der Fossilfund ist gleich aus zweierlei Gründen spektakulär und von internationaler Bedeutung. Zum Einen durch die schiere Seltenheit eines solchen Fundes. Nur alle Jubeljahre geht den Geologen ein solcher „Fisch“ ins Netz. Laut Museumsleiter Dr. Martin Röper sind Krokodile „noch seltener als die Urvögel“ – und die haben immerhin Solnhofens Weltruhm als Fossillagerstätte begründet. Das nun in Solnhofen gefundene Exemplar ist darüber hinaus auch noch von hervorragender Qualität und nimmt daher eine Sonderstellung ein. Diese gebührt dem Fund wegen der zweiten Besonderheit. Bei dem nun im Solnhofener Museum ausgestellten Geosaurus ist nämlich nicht nur das Skelett in Stein erstarrt, sondern auch ein großer Teil der Körperhaut der Nachwelt erhalten geblieben. Das ermöglicht es den Forschern, völlig neue Erkenntnisse über das Urzeit-Krokodil zu gewinnen. Hier lassen sich auch am deutlichsten die Unterschiede zu den modernen Nachfahren des Geosaurus erkennen. Das rund 150 Millionen Jahre alte Raubtier hatte keinen festen Schuppenpanzer, sondern verfügte über eher glatte Haut und hatte außerdem zu Schwimmpaddeln umgebildete Gliedmaßen. Eine ideale Ausstattung für die damaligen Verhältnisse in Solnhofen. Wo nämlich heute die Altmühl träge dahinfließt, umspülte früher ein Meer die Solnhofener Lagune der Urzeit. Das schlanke und grazile Raubreptil mit langem Kiefer und kräftigem Gebiss bildet nun als Fossil den Blickfang im Eingangsbereich des Bürgermeister-Müller-Museums. Röper selbst bezeichnet das Meereskrokodil, als „die wichtigste Versteinerung des Museums nach dem Archäopteryx“. Im oberen Stockwerk des Museums wird ein Modellsteinbruch gezeigt mit den auch heute noch gebräuchlichen Arbeitsgeräten der Steinbrecher. Die Erfindung der Lithographie (Steindruck) durch Alois Senefelder um das Jahr 1798 brachte Solnhofen einen gewaltigen Aufschwung. Denn nur der feinkörnige Solnhofener Stein kann für Druckzwecke verwendet werden. Eine Ausstellung von Lithographien zeugt von den großartigen Möglichkeiten des Steindrucks im künstlerischen Bereich.
Museum Solnhofen Bahnhofstraße 8 91807 Solnhofen Telefon 09145 8320-20 Telefax 09145 8320-50 www.solnhofen.de Öffnungszeiten vom 01.04. bis 31.10. täglich von 9.00 -17.00 Uhr oder nach Vereinbarung vom 01.11. bis 31.03. Sonntag von 13.00 -16.00 Uhr oder nach Vereinbarung.
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