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Griechenland mon amour Die ganz persönlichen Urlaubs-Eindrücke unseres Fotografen Sigi Müller
Liebe Griechen, vor einigen Monaten, als ich meinen Urlaub plante, war für mich eigentlich klar, es geht nach Griechenland. Oft war ich schon dort, fast ist Griechenland meine zweite Heimat geworden. Ich habe Freunde dort und habe schon eine Menge von Land und Inseln gesehen. Mitten in die Vorfreude kam dann die Meldung: “Griechenland ist pleite“ Milliarden hier, Generalstreiks da. Ein Land im Aufruhr, die EU in der Krise. Ich habe mich trotzdem auf meinen Urlaub gefreut. Korfu, zum ersten Mal. Jetzt war ich dort. Eine wunderschöne Insel mit sehr netten Menschen und ....die Müllabfuhr streikte. Der Gestank der Müllhaufen unerträglich. Überfahrene Ratten auf den Straßen. Nun geht von überfahrenen Ratten keine große Gefahr aus, aber was ist mit den anderen? Die Nager könnten sich sagen: „Geiles Klima, gute Küche, wir bleiben und mehren uns redlich.“ Unser Hotel war in Moraitika. Viele Nationen, nicht ausgebucht. Der Hotelier teilte uns als erstes mit, dass die Klimaanlage (im Katalog obligatorisch) 6 Euro pro Nacht extra kostet. Den Motorroller, den ich mietete, bot man mir zum all inclusiv Preis an. Alle Kosten incl.! Am nächsten Tag musste ich 30 Euro extra für die Versicherung zahlen. Es kommen weniger Gäste und statt sich über eine Lösung Gedanken zu machen, hatte ich den Eindruck, dass man dafür die anwesenden Touristen mehr zur Kasse bitten wollte. So zum Ausgleich. Nur wie lange geht das gut? Zimmernachbarn kamen aus der Schweiz und waren vorher in Kroatien. Von der Schweiz aus kann man im Moment keine Reisen nach Griechenland buchen. Zu unsicher. Einige hundert Meter von unserem Hotel entfernt ein riesiger Hotelkomplex. Haupthäuser, Bungalows. 3500 Betten. Pleite, eine Geisterstadt. Angeblich haben Russen oder Araber das ganze für 11 Millionen gekauft, oder es verfällt weiter. An manchen Olivenhainen Schilder:“For sale.“ Das klingt nicht griechisch. Trotzdem war es ein schöner Urlaub. Herrliches Wetter, schönes Meer, ein schönes Land, mit dem Roller entdeckt. Und ich habe auch die griechische Gastfreundlichkeit gefunden. Tolles Essen und nette Leute. Nur, es muss etwas geschehen, denn als nächstes streikten die LKW Fahrer. Uns betraf das nicht, unser Roller brauchte wenig Sprit und inzwischen sind wir wieder zu Hause. Liebe Griechen, wir haben Hochsaison und ihr lebt vom Tourismus. Wollt ihr so weitermachen, bis der letzte Gast und das wollen wir sein, Gäste und Freunde, weg bleibt? Jetzt krempelt die Ärmel hoch, wischt einmal feucht durch und werdet wieder die Griechen, zu denen wir gerne kommen.
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