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Liebe ist ... Cornelia Mertin Über “Seelenbilder” zum eigenen Ich finden
Vernissage, Workshop und Finissage im Sub - ein Bericht von Katka Weinicke Ungewöhnlich. In der Männerdomäne “Sub”(Schwules Kommunikations- und Kulturzentrum München e.V.) gab es am 11. Oktober eine Vernissage, am 27. einen Workshop und am 11. November eine “Finissage” - von einer Frau. “Liebe ist!” hieß die Ausstellung von Cornelia Mertin. Oder kurz gesagt: “Liebe ist ...” Cornelia Mertin. In starken Farben, fließenden Bewegungen und mit wilden und doch sanften Formen präsentiert sie magische Bilder mit kosmischen und ganz natürlichen Inhalten. Mit dabei auch ein paar kraftvolle, farbenfrohe Werke von ihrem Freund und Schüler “jou jou”, der zugleich als Mitglied des Sub-Vorstandes die Ausstellung möglich machte. Mertin lässt Kunst individuell werden und will sie jedermann(/frau) zugänglich machen. “Höre auf deine innere Stimme”, sagte sie - und “drücke deine Gefühle ehrlich und offen aus!” Es ist das intuitive Malen, das sie ausmacht und das sie anderen beibringen will. Mertin arbeitet hauptsächlich mit Acryl. So man die Farben nicht zu dick aufträgt, trocknen sie verhältnismäßig schnell. Spontaneität und Dynamik sind also gefragt - und das “innere Kind”. Bei ihrer Vernissage war eine heitere, ausgelassene und selten still stehende Mertin anzutreffen. Sie tanzt gern - und gern macht sie schamanische Rituale, auch vor und nach einer Malsession. Lockerheit ist für sie wichtig - und das Loslassen von starren Denk- und Arbeitssystemen. Das bewies sie dann auch auf ihrem Workshop “Herzklopfen”, der am 27. Oktober den Ausstellungsraum des Sub kurzfristig in ein Atelier verwandelte. Lockere Runde, meditative Musik, vorab ein freies, gemeinsames Malen aller Kursteilnehmer, von denen einige noch nie wirklich “ein Bild” gemalt hatten. Verblüffend danach das Kursergebnis: da war kein einziges Bild dabei, das man irgendwie als “misslungen” oder gar “schlecht” hätte beschreiben können. Mertin hatte jeden einzelnen der Gruppe in einer entspannten Atmosphäre schnell dazu gebracht, sich von Vorurteilen gegen sich selbst zu lösen und sein Herz zu öffnen - für sich und die anderen. Der Ausstellungsboden - über und über mit Zeitungspapier, Leinwänden und Farben bedeckt - hatte bald den Flair einer quirligen Künstlerwerkstatt. Einige arbeiteten im Stehen an einer Staffelei; andere trugen die Acrylfarben im Sitzen oder auch halbliegend oder kniend am Boden auf. Und keiner stoppte mittendrin. Körper, Farben, Bewegungen, Finger oder Pinsel waren eins. Harmonie und Schöpfung. Im Zerstören einer Struktur zugleich der Beginn einer neuen. Musik war zu hören, aber kaum Gerede. Und aus dem Tanz in der Stille heraus: überraschende Ergebnisse. Mertin hatte die Herzen zum Sprechen gebracht, über die Farben. Die Farben wiederum hatten jede(n) einzelnen schöpferisch werden lassen. Jeder hatte die Möglichkeit, seinen “kleinen Gott”, seine Göttin - und zugleich “das innere Kind” in sich zu fühlen. Draußen, am Sub vorbei, der ständige Verkehrsstrom, das immer wiederkehrende Rattern der Trambahnen, laute und leise Stimmen, die kaum gehört wieder weg sind. Draußen kommen jede Menge Menschen an uns vorbei, die nicht wissen, was sie gerade versäumen: das Loslassen. Und sich selbst neu zu finden. Dass letzteres tatsächlich geschehen war, zeigte die sogenannte “Finissage” vom 11. November. Mertins Ausstellung , die Werke von “jou jou”, und die der anderen Workshopteilnehmer verschmolzen dabei zu einer gemeinsamen, dichten und stimmigen Atmosphäre, die auch von neu anwesenden Gästen intensiv wahrgenommen wurde. Natürlich und aus dem Bauch heraus kamen dann kleine philosophische Betrachtungen von Mertin und “jou jou” über die Kraft der Liebe und der Kunst. Und beides reflektierte sich im Anschluss, als einige Workshopmaler(innen) für Minuten selbst zu “Ausstellern” wurden. Im Zeigen der gemachten Bilder verwoben sich individuelle Schicksale, Gefühle, Inhalte und Selbstentdeckungen mit Intuition und auch einem gewissen Stolz. Die Ausstellung einer Person wurde zu einer von vielen Personen. Cornelia Mertin ist Künstlerin; sie ist aber auch Diplom-Sozialpädagogin und Kunsttherapeutin. In ihrem Schaffen fühlt sie sich dem Werk von Michele Cassou verbunden: “Point Zero - entfesselte Kreativität”. Der wiederum lässt Zenrin sprechen: “Wenn es nicht aus uns selber kommt, wo willst du es dann finden?” ... möglicherweise in einem Kurs mit “Herzklopfen” und Cornelia Mertin. Vieles sagt ihre Homepage über ihre Arbeit aus: www.cornelia-mertin.de.
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