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Joahnnes Härtl zählt zu den choreographischen Hoffnungen Münchens. Nach der Iwanson-Ausbildung überzeugte Härtl als Tänzer im Stuttgarter Solowettbewerb, als Choreograph im Rahmen von SMDP und hat für seine abendfüllende Arbeit: „Ego, fertig, los“ von der Landeshauptstadt München die Debütförderung 2007 erhalten. Wo ist das eigentliche, unverfälschte ICH, das Echte in uns? Wir haben es vielleicht verloren, es wurde im Laufe der Jahre überlagert von Dingen und Erlebnissen, die mit uns gar nicht mehr viel zu tun haben. Diese Hypothese liegt der Debütproduktion des Tänzers und Choreographen Johannes Härtl zugrunde und dementsprechend setzen sich er und seine drei Tänzerinnen in der Choreographie „Ego, fertig, los!“ damit auseinander, was „Echtheit“ auf der Bühne bedeutet. Auf der Suche nach diesem echten Ego geht es um die individuellen Grenzen der einzelnen Akteure. Der Choreograph Johannes Härtl setzt den Akzent hier nicht darauf, sich mit seinem eigenen tänzerischen Ideen und Formenvokabular auseinanderzusetzen. „Ego, fertig, los!“ schafft vielmehr Platz für die genuinen Fähigkeiten der vier TänzerInnen, die diese in sich tragen, und lässt diese in den Vordergrund treten. Plötzlich beansprucht die eine mehr Raum als die andere, oder es entstehen Allianzen zur Verteidigung des (künstlerischen) Raumes. Wer setzt sich durch? Muss man sich immer sich immer direkt durchsetzen oder gibt es andere Wege - hintenrum? Ist die schiere Raumausdehnung überhaupt gleichbedeutend mit Ausdrucksstärke? Da engen drei den vierten ein, es entstehen Reibungen, Gruppierungen und aus den echten Stärken und Schwächen werden Raumbezüge, deren Spannung sich direkt aus dem kreativen Kern speist. Tanzen ist Gesehenwerden und Gesehenwerdenwollen. Quasi eine Landnahme.
Ego, fertig, los! Choreographie: Johannes Härtl Tänzer: Marie Preußler, Or Yaniv, Ulrike Etzold 18. 10. 2007, 20.30 Uhr, i-camp München, Entenbachstraße 37 weitere Vorstellungen: 19. + 20. 10. 2007, 20.30 Uhr, i-camp München
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