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Wollen Sie die Original Karl Valentin-Breze kosten?
Mitgeteilt von dem Schriftsteller Alfons Schweiggert 1936 drehte der Filmregisseur Erich Engels mit Karl Valentin und Liesl Karlstadt den Film „Beim Nervenarzt oder Kalte Füße“. In diesem Streifen sind zwei Kurzfilme durch eine Rahmenhandlung verbunden, die in der Praxis eines Nervenarztes spielt. Während Valentin in die Rolle des Patienten schlüpft übernimmt Liesl Karlstadt die Rolle des Nervenarztes, was um so bemerkenswerter ist, als die Karlstadt zur Zeit der Aufnahmen selbst in nerven-ärztlicher Behandlung war. In dem Film sucht Valentin einen Nervenarzt auf, von dem er sich untersuchen lässt. Dabei erzählt er dem Doktor zwei Episoden aus seinem Leben. Eine davon ereignete sich in einem „Bäckerladen“. In einer Überblendung sieht man Valentin, wie er den Bäckerladen Sonnenschein betritt. Er bittet den Bäcker, ihm eine Breze zu backen, aber keine übliche, nein, sie muss die Form des Buchstaben B haben. Außerdem muss sie genau 20 cm hoch und 10 cm breit sein, dazu mit 1 mm Zuckerguss obendrauf, also eine Zuckerbreze. Der Bäcker nimmt den seltsamen Auftrag widerwillig an. Am Nachmittag kommt Valentin, um das Backkunstwerk abzuholen, aber der Bäcker hat ein großes lateinisches B gebacken, das Valentin entrüstet ablehnt. Er will ein deutsches B. Der Bäcker, dem ein lateinisches B genauso viel gilt wie ein deutsches B, ist verärgert. Da aber der Kunde König ist, willigt er schließlich ein, dem komischen Kauz ein neues B, diesmal deutsches, zu backen. Als er Stunden später Valentin das zweite Backwerk vorstellt, ist der abermals enttäuscht. Er will kein großes deutsches B. Es muss ein kleines deutsches b sein. Der Bäcker tobt: „Aber das hätten sie mir doch gleich sagen können!“ worauf Valentin meint: „Sie haben mich ja nicht danach gefragt.“ Schließlich lässt sich der Bäcker ein drittes Mal breit schlagen und er bäckt nun ein kleines deutsches B. Jetzt endlich ist Valentin zufrieden. Er lobt den Bäcker und zahlt seine 25 Pfennige. „Soll ich es Ihnen einpacken“, fragt der Bäcker, der glaubt, die Breze sei ein Geschenk. Darauf Valentin. „Nein, nicht notwendig, das ess´ ich jetzt gleich so.“ Diese Auskunft bringt den Bäckermeister an den Rand eines Nervenzusammenbruchs.
Und so schauen die drei B’s aus: links das große lateinische B, in der Mitte das deutsche große B, rechts das kleine deutsche b, das sich Karl Valentin wünschte. Zeichnung: Alfons Schweiggert
Zu Ehren von Karl Valentin, dessen 125. Geburtstag das ganze Jahr 2007 über mit allerlei Festivitäten gefeiert wird, hat nun Bäckermeister Martin Schönleben aus Puchheim bei München das kleine B in deutscher Schrift genau nach Valentins Vorgaben liebevoll gebacken. Die Breze ist exakt 20 cm hoch und 10 cm breit sein, dazu mit 1 mm Zuckerguss überzogen und schmeckt ausgezeichnet. Man kann das originelle Backkunstwerk bei unserem Kultbäcker Martin Schönleben per E-Mail baeckereischoenleben@t-online.de vorbestellen. Für Valentinliebhaber ein Muss! |
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