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Von Franziska Horn Ein Betonmischer ist ein Betonmischer. Und darüber hinaus eine Maschine, deren Rotation geheime Zeichen von eigenständiger Ästhetik produziert... Es sind die verborgenen Lesarten des Alltäglichen, die die Fotokünstlerin Barbara Westernach aufspürt und dokumentiert. Sie findet sie dort, wo man sie nicht erwartet: auf der Baustelle, auf der Straße. Westernach löst Natur-Details und Gebrauchsgegenstände aus ihrem gewohnten Kontext und liefert neue Konnotationen. Diese geheime Sprache und Zeichen zu sehen, zu verstehen und zu vermitteln, dazu braucht die Künstlerin nur zwei Dinge: Fantasie – und ihre Kamera. 1964 in München geboren, absolvierte Westernach Praktika im grafischen und fotografischen Bereich. Später studierte sie Bühnenbild und Lichtdesign in den USA. Zurück in Deutschland, verfeinerte sie ihre besondere Sichtweise, die im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht und die sie zur Kunst gemacht hat. Der Erfolg zahlreicher Ausstellungen belegt, wie stark dieser „besondere Blick“ die Besucher anspricht. „Im spielerischen Sehen liegt Kraft. Das ist wichtig und das sollte man sich erlauben.“ Bei allem ist Westernachs unterhaltsames Decodieren des Alltags weit mehr als eine ästhetische Spielerei. Ihre oft grafisch geprägten Fotografien initiieren einen Perspektivenwechsel und ein Vexierspiel mit der eigenen Wahrnehmung. Gerade die von ihr favorisierten Aufnahmen im Nahbereich zeigen eine veränderte, teils verfremdete Welt. So inszeniert sie den Alltag stets neu. Dabei entsteht ein Spiel mit Kontrasten, das einen eigenen Mikrokosmos schafft und Nebensächliches zu einem Kaleidoskop erstaunlicher Begegnungen und Geschichten macht. Denn sie ist da, die Poesie im Profanen, die zweite Ebene, die mittels Abstraktion deutlich wird. Der fotografische Blick von Barbara Westernach legt die Dinge nicht fest, sondern verweist vielmehr auf eine zusätzliche Bedeutung. Das lässt uns immer wieder fragen: Sehen wir die Dinge, wie sie sind? Das ist natürlich eine Frage des Standpunkts. Und der Erwartungen. Weitere Infos unter www.barbarawesternach.com.
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