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Menschenfressermenschen fressen Menschen Torsten Mühlbach bei Filser & Gräf
„Menschenfressermenschen fressen Menschen“ ist ein ungewöhnlicher Titel für eine ungewöhnliche Ausstellung. Dahinter gilt es das Werk von Torsten Mühlbach zu entdecken, ein junger aufstrebender Künstler aus der Akademie der Bildenden Künste. Er arbeitet vielseitig und experimentiert mit verschiedensten Techniken und Materialien. Den provokanten Titel hat er selbst in Anlehnung an einen Songtext einer Punkband ausgewählt und bringt damit auf den Punkt, worum es ihm in seinem Werk geht: den Menschen und dessen latente Verbindung zum Thema Gewalt und Zerstörung. Mühlbach – als Meisterschüler von Prof. Nikolaus Gerhart eher der Bildhauerei zuzurechnen – wagt sich mit seinen Materialbildern weit in das Feld der Malerei vor und kann als eine Art Kunst-Rebell gesehen werden. Das Werk des Künstlers, das sich einer strikten Katalogisierung entzieht, reicht von Skulpturen, Installationen, Videos, Collagen, Fotografien bis hin zu seinen wohl prägendsten Arbeiten, seinen Materialbildern. Diese großen Arbeiten befassen sich mit gesellschaftskritischen Motiven, die aus internationalen Mülltüten auf Pappelsperrholz getackert werden und für die er im Einzelnen über 18.000 Heftklammern verbraucht. In der Ausstellung sind mehrere seiner aus Mülltüten collagierten Bilder zu sehen. Ein Teppich aus verschiedenen großen Fleischkreisen – hier zeigt sich Torsten Mühlbachs erstaunlich filigrane Arbeitsweise. Dieser Teppich besteht aus aneinander geklebten, ausgeschnittenen Postkartenteilen mit Fleischaufdrucken. Mühlbachs Teppich und dessen Ornamentierung wird einem arabischen Teppich sehr ähnlich. Jedoch sieht er seinen Teppich als einen Werbefleischteppich ohne Zweck, wohingegen der Gebetsteppich im Islam als sauber und rein gilt und zum Gebet gebraucht wird. Mühlbach setzt sich mit seinen Arbeiten gesellschaftskritisch auseinander, aber rückt auch seine eigene Person in ein selbstkritisches und ironisches Licht. Dies stellt er durch seine Watschenmaschine mit dem passenden Titel „Torsten Böse“ dar, die seinen Kopf trägt und immer wieder von seiner kreisenden Hand gewatscht wird. Torsten Mühlbach ist in Torgau, Sachsen geboren. Er hat eine Ausbildung zum Kommunikationselektroniker gemacht und später sein Abitur in München. Danach studierte er zwei Semester Soziologie an der Ludwig-Maximilians Universität München. Seit 2003 studiert er bei Prof. Nikolaus Gerhart an der Akademie der Bildenden Künste in München.
Menschenfressermenschen fressen Menschen Torsten Mühlbach bei Filser & Gräf Ausstellung bis 29. Februar 2008 Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 11.00 bis 18.00 Uhr, Samstag 11 bis 14 Uhr und nach Vereinbarung. Filser & Gräf Galerie für Kunst und Design Tattenbachstrasse 18 www.filserundgraef.de.
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