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Neue Autos auf der IAA: Beruhigung für das Öko-Gewissen
Von Arno Nahler Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Die Stimmung in der Autoindustrie zeigt sich mindestens so wechselhaft wie das Wetter. Derzeit steht das Barometer wieder mal auf hoch. Allerdings sind bereits einige schwarze Wolken am Horizont zu sehen: Die Euro-Krise wird ihre Wirkung auch auf des Deutschen liebstes Kind nicht verfehlen. Doch davon ist derzeit beim Bummel über die bedeutendste Automesse der Welt wenig zu merken. Auf der IAA in Frankfurt kann das Publikum nicht weniger als 89 Auto-Weltpremieren bewundern. Und auch das Öko-Gewissen wird beruhigt. Die Halle 4 steht ganz im Zeichen von Elektroautos. Wir haben für Sie die wichtigsten Neuerscheinungen unter die Lupe genommen.
Audi bietet neben diversen Hochleistungsfahrzeugen (bis zu 520 PS) auch den neuen A2 als Concept. Der Vierzylinder soll 2016 in Serie gehen, im Leichtbau gefertigt werden und als Elektromobil immerhin 200 km weit fahren. Bleibt zu hoffen, dass die zweite Auflage des A2 mehr Erfolg haben wird als sein Vorgänger, der seiner Zeit weit voraus war, aber von den Kunden nicht angenommen wurde.
Bereits 2013 will BMW den Kompaktwagen i3 auf den Markt bringen. Natürlich auch elektrisch angetrieben und völlig neu im Design. Sein Pendant, der Sportwagen i8, soll ein Jahr später an den Start gehen. Damit hätte der Münchner Autobauer einen großen zeitlichen Vorsprung vor der deutschen Konkurrenz. Aber auch „normale“ Autos gibt es bei BMW zu sehen: So will der neue 1er im Kompaktsegment für Furore sorgen. Am anderen Ende gibt es für die Fans den M5 mit V8-Motor und 560 PS.
Während Opel und Ford wenig Bemerkenswertes zu zeigen haben, geht Mercedes in die Vollen: Die neue B-Klasse sieht in Wirklichkeit wesentlich besser aus als auf den ersten Fotos. Vom Konzept der Sandwichbauweise ist man in Stuttgart wieder abgekommen. Dem Vorteil einer kompakten Bauweise standen als Nachteil erheblich höhere Kosten gegenüber. Siehe da: Die neue B-Klasse ist, je nach Ausstattung, bis zu 3.000,- billiger als die alte. Auch bei Mercedes gibt es noch kleine Wunder. Auf der anderen Seite der Modellpalette kann das Publikum den neuen SLS Roadster bewundern: 571 PS, 195.000,- Euro.
Bemerkenswert sind die Koreaner, die sich immer mehr zu den „neuen Japanern“ mausern. Chef-Designer Peter Schreyer hat für Kia mit dem Rio erneut ein schickes Fahrzeug für die Kompaktklasse auf die Räder gestellt. Ähnliches gilt für den Hyundai i30, der zu einem echten Golf-Konkurrenten werden könnte. Kein Wunder, dass VW-Chef Winterkorn mittlerweile die Koreaner als härteste Wettbewerber sieht.
VW selbst punktet mit dem lange erwarteten Up, den es in mehreren Variationen zu sehen gibt: Mit Buggy-Up, Cross-Up, GT-Up, Eco-Up und E-Up sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Aber besonders der „Brot-und-Butter-Up“ wird im Segment der Kleinstwagen sicher für Furore sorgen und die Kasse klingeln lassen. Bei Einstiegspreisen unter 10.000,- Euro eignet er sich als Zweitwagen genauso wie als Anfängerfahrzeug.
Da wird es Fiat mit dem neuen Panda nicht leicht haben. Obwohl der kleine Italiener mit einem Start-Stopp-System sowie diversen Ausstattungsneuheiten aufgepeppt wurde.
Rund das Zehnfache muss der Käufer für den neuen Porsche 911 auf den Tisch legen. Im Design nur behutsam geändert, ist dafür technisch fast nichts mehr beim Alten geblieben. Das Basismodell besitzt nun auch Start-Stopp mit Energierückgewinnung, einen kleineren Hubraum und leistet 350 PS. Das sollte reichen.
Trotz Öko- und Elektro-Euphorie sind es immer noch die sportlichen Traumwagen, welche das Publikum besonders anziehen. Und dies wird sicher noch geraume Zeit so bleiben. Zumindest so lange, wie die Preise von reinen Elektrofahrzeugen weit über 30.000,- Euro liegen. Das alles bei einer Reichweite von maximal 200 Kilometern. Anspruch und Wirklichkeit liegen in der Autoindustrie nicht zum ersten Mal sehr weit auseinander.
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