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ausgabe 9    sonntag, 24. februar 2008

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Medaille „München leuchtet”
in Silber für Josef Redl

Für seine vielen ehrenamtlichen Funktionen und zahlreichen persönlichen Initiativen wurde jetzt Josef Redl mit der Medaille „München leuchtet – Den Freunden Münchens” in Silber ausgezeichnet. Bürgermeisterin Christine Strobl überreichte dem Geehrten die Medaille in der Grütznerstube im Rathaus.
„Besonders möchte ich hervorheben, dass Josef Redl ein breites, übergreifendes und umfangreiches Engagement in unterschiedlichsten Bereichen ausübt”, konstatierte Strobl bei der Ehrung. Redls Verdienste seien „bemerkenswert und herausragend”, so die Bürgermeisterin. Der Münchner habe sich für Kinder und Jugendliche eingesetzt und sich für soziale Projekte ebenso engagiert wie für Projekte zur Förderung von Tradition, Brauchtum und Musik. So habe Redl nicht nur beim Einrichten und Betreiben der Altstadtkinderstube „Münchner Kindl” mitgewirkt, sondern sei unter anderem auch viele Jahre Elternbeiratsvorsitzender an der Ostpreußen- und Lüderitzschule sowie am Gymnasium Max-
Josef-Stift gewesen. Als Gründungsmitglied des Vereins zur Förderung der Münchner Sing- und Musikschule habe er sich sehr für die Belange der Schule eingesetzt. Auch die Förderung der Wastl-Fanderl-Schule, der Münchner Schule für Bairische Musik, sei Redl ein wichtiges Anliegen. Im kirchlichen Bereich sei der Münchner ebenso aktiv geworden: etwa bei der Unterstützung und Organisation von Wohltätigkeitskonzerten. Anerkennung sprach die Bürgermeisterin in ihrer Rede dem 64-Jährigen auch für sein Engagement für den Münchner Fasching, das Oktoberfest und die Münchner Turmschreiber aus.
Redl hatte als Vizepräsident von „München narrisch” in der Mitte der 90er-Jahre die Neugestaltung der Faschingsdekoration in der Fußgängerzone initiiert. Seit 1990 ist er außerdem für die Durchführung des Wiesn-Einzuges und des Münchner Trachten- und Schützenzuges verantwortlich. Als gastgebender Vizepräsident des Festrings benennt der Geehrte das offizielle Münchner Kindl und betreut die Ehrengasttribüne am Odeonsplatz. Darüber hinaus organisiert Redl seit 1978 den Traditionsabend der Münchner Turmschreiber. Die süddeutsche Literatenvereinigung hat sich der Pflege von Literatur, insbesondere im süddeutschen Raum, verschrieben. An der Ehrung nahmen auch die Stadtratsmitglieder Helmut Schmid (SPD), Richard Quaas und Elisabeth Schosser (beide CSU) sowie der Münchner Ehrenbürger Professor Dr. Otto Meitinger teil.

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SpaceShipTwo in New York
Sonja Rohde erste deutsche Frau im All

Sonja Rohde ist dem Weltraum schon ganz nahe. Sie war jetzt bei der Präsentation des SpaceShipTwo in New York, zu dem nur ein streng limitierter Personenkreis zugelassen war. Dort wurde sie von Sir Richard Branson höchstpersönlich als erste deutsche Frau im All vorgestellt.
Jetzt endlich kann Sir Richard Branson mit seiner Firma Virgin Galactic seine Vision von kommerziellen Flügen in den Weltraum realisieren. Das Weltraumwunder SpaceShipTwo eröffnet nicht nur neue, ungeahnte Dimensionen für Privatpersonen, sondern demonstriert auch neueste Technik für die Weltraumforschung. Es wird nicht, wie andere Raumschiffe vom Boden aus starten, sondern wird vom Trägerflugzeug „White Knight Two“ in eine Höhe von 50.000 Fuß befördert, um von dort seine Reise ins All selbstständig fortzusetzen. Es wird nur 8 Personen transportieren, davon 2 Piloten und 6 Passagiere. An einem der ersten Flüge wird die Deutsche Sonja Rohde teilnehmen. Sie gehört zu dem von Richard Branson handverlesenen Kreis der ersten 100 Founder. Sonja Rohde schildert ihre ersten Eindrücke und Emotionen direkt nach der Präsentation:
„Seitdem ich Richard Branson zum ersten Mal getroffen habe und er mir von seinem Projekt erzählte, hält meine Vorfreude an. Aber jetzt wächst sie sprichwörtlich von Stunde zu Stunde. Wenn man das SpaceShipTwo nun sieht, fühlt sich alles auf einmal so konkret und greifbar an. Es befördert schließlich nicht nur mich, sondern auch meinen Lebenstraum – für mich hat es deshalb in gewisser Hinsicht Symbolcharakter. Das SpaceShipTwo ist eine echte Schönheit – es ist so elegant, kraftvoll und superstylisch. Obwohl sich im Leben immer vieles verändert, meine Ungeduld auf den Tag x ist kontinuierlich gestiegen. Jetzt kann ich endlich eine Vorstellung entwickeln, wie es wohl sein wird, wenn der Tag gekommen ist. Bei dem Gedanken, dass das SpaceShip mit fünffacher Schallgeschwindigkeit ins All schießt, bekomme ich jetzt schon ein Kribbeln im Bauch. Diese Reise wird mein Leben verändern.“
Die gebürtige Hagenerin hat bereits alle nötigen Belastungstest mit bis zu sechsfacher Beschleunigungskraft (6 G) erfolgreich absolviert und wartet nun auf die Terminbekanntgabe von Virgin Galactic. Voraussichtlich werden die ersten Flüge schon nächstes Jahr stattfinden. Wer sich übrigens ebenfalls seinen Kindheitstraum erfüllen will, DESIGNREISEN GmbH am Promenadeplatz in München ist dafür der exklusive deutsche Ansprechpartner.

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Sonja Rohde
Nach dem Ausklinken steigt die Fähre in den erdnahen Weltraum auf 110 Kilometer Höhe, wo die Passagiere für einige Minuten Schwerelosigkeit erleben und den Anblick der Erde aus dem All genießen können. Foto: Virgin Galactic

Nach dem Ausklinken steigt die Fähre in den erdnahen Weltraum auf 110 Kilometer Höhe, wo die Passagiere für einige Minuten Schwerelosigkeit erleben und den Anblick der Erde aus dem All genießen können. Foto: Virgin Galactic

Sonja Rohde.

Virgin-Chef Richard Branson mit einem Modell von SS2. 200 000 US-Dollar soll ein Platz in der Raumfähre kosten, die ersten bezahlten Flüge sind für 2010 geplant. Laut Branson haben bereits 200 Passagiere fest gebucht, 85 000 haben sich als Interessenten registriert. Foto: Virgin Galactic

Virgin-Chef Richard Branson mit einem Modell von SS2. 200 000 US-Dollar soll ein Platz in der Raumfähre kosten, die ersten bezahlten Flüge sind für 2010 geplant. Laut Branson haben bereits 200 Passagiere fest gebucht, 85 000 haben sich als Interessenten registriert. Foto: Virgin Galactic

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OB Ude und Prof. Dürr

OB Ude überreichte Professor Dürr die Ehrenbürgerurkunde.
Foto: Presseamt/Nagy

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Vordenker und Vorkämpfer für eine humane Wissenschaft
Ehrenbürgerwürde für Professor Dürr

Als einen „Vordenker und Vorkämpfer für eine humane Wissenschaft und eine friedenspolitische und ökologische Neuorientierung, der für viele auch weit über München hinaus ein Vorbild geworden ist”, bezeichnete Oberbürgermeister Christian Ude in seiner Festrede im Saal des Alten Rathauses den neuen Münchner Ehrenbürger Professor Dr. Dr. h.c. Hans-Peter Dürr.
Auf vielfältige und herausragende Weise habe er sich als brillanter Wissenschaftler und durch sein beispielgebendes zivilgesellschaftliches, friedenspolitisches und ökologisches Engagement um München verdient gemacht: um München als international renommierte Wissenschaftsstadt ebenso wie als Stadt mit hohem friedens- und umweltpolitischen Anspruch, die heute mehr denn je auf ein Klima der Weltoffenheit, auf das gedeihliche Miteinander einer multikulturellen, multiethnischen und multireligiösen Stadtgesellschaft, angewiesen sei. Ude hob die zahlreichen nationalen und internationalen Organisationen hervor, in denen Münchens 49. Ehrenbürger „immer anregend und wegbreitend” tätig gewesen war und ist: „Dazu zählen, um nur einige wenige Beispiele zu nennen, so namhafte Institutionen wie der Club of Rome, die Pugwash Conferences on Science and World Affairs und die Vereinigung Deutscher Wissenschaftler, der deutsche Zweig des internationalen Pugwash-Netzwerks; dazu zählen Greenpeace Deutschland und die nach der Tschernobyl-Katastrophe von ihm mit initiierte Gruppe „David gegen Goliath”; dazu zählt Global Challenges Network, eine international arbeitende, hoch angesehene Umweltorganisation mit Sitz in München, die von Professor Hans-Peter Dürr 1987 gegründet wurde und deren Vorstand er nach wie vor ist; und dazu zählt beispielsweise fast möchte man sagen: natürlich auch das im vergangenen Jahr erst in Hamburg ins Leben gerufene World Future Council.”
Neben diesem internationalen Engagement zeichne Dürr aber auch eine enge Verbundenheit mit seiner Wahlheimatstadt München aus, in der schon sein Großvater Emil Kraepelin als Psychiater erfolgreich gearbeitet habe: „Hier in München hat sich Professor Hans-Peter Dürr – nach dem Physikstudium in Stuttgart und der Promotion bei Edward Teller an der University of California in Berkeley – 1962 habilitiert. Hier war er 18 Jahre lang, von 1958 bis 1976, als wissenschaftlicher Mitarbeiter von Professor Werner Heisenberg tätig und stand danach viele Jahre als Geschäftsführender Direktor an der Spitze des Max-Planck-Instituts für Physik und Astrophysik und des Werner-Heisenberg-Instituts für Physik. Und gerade hier in München hat er weit über den Tellerrand seines wissenschaftlichen Arbeits- und Forschungsgebiets hinaus vor allem auch eines gezeigt: dass der Grundsatz „Global denken – lokal handeln” wirkungsvoll in die Tat umgesetzt werden kann. Mustergültig und ganz konkret hat Professor Hans-Peter Dürr das im Bereich der kommunalen Energieversorgung der Stadt München vorexerziert: Er gehört seit Mitte der 80er-Jahre als externes Mitglied der städtischen Energiekommission an, hat dort die Maßnahmen zur Energieversorgung Münchens kritisch begleitet und auch immer wieder sparsame und umweltfreundliche Alternativen aufgezeigt. Besonders ist hier natürlich die „SESAM”-Studie hervorzuheben, die Professor Hans-Peter Dürr zusammen mit seinen Studenten erarbeitet hat, ein alternatives Konzept zur Erschließung und Nutzung einer ,sanften’, ,verträglichkeitsorientierten’ Energie für München.” „Dass Ihnen als Brückenbauer zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft diese Ehrung gerade in dem Jahr zuteil wird, in dem die Stadt ihren 850. Geburtstag unter dem Motto „Brücken bauen” feiert”, so Ude weiter, „ist dabei eine besonders glückliche Fügung. Und damit ist die Freude umso größer, Sie heute zur höchsten Auszeichnung Ihrer Wahlheimatstadt München herzlich beglückwünschen zu können.” Professor Dürr betonte in seiner Dankesrede vor allem, wie wichtig es sei, dass sich jeder Einzelne mit seinen Fähigkeiten gerade auf der kommunalen Ebene einbringe, um seinen Beitrag für eine zukunftsfähige Entwicklung zu leisten: „Demokratie bedeutet das persönliche Engagement von uns allen – und hier habe ich die Lebendigkeit und Offenheit in München immer sehr genossen.”

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