IDer Rezepteblog von Kultbäcker Martin Schönleben

Ich backe anders
Der Rezepteblog von Kultbäcker Martin Schönleben

>> mehr

isarbote.de - Deutsche Netzzeitung für München und Bayern Flughafen München
Flughafen München
Pächterin Monika Becht von der Priener Hütte. Fotos: Hötzelsperger

Pächterin Monika Becht von der Priener Hütte. Fotos: Hötzelsperger

HOE_kl-Terrasse 2

Eindrücke von Priener Hütte und Geigelstein.

Besuch auf dem Geigelstein
bei der Wirtin der Priener Hütte


Geigelstein/Chiemgau (hö) – Es geht im wahrsten Sinne wieder aufwärts, wenn man die auf 1.410 Metern hoch gelegene Priener Hütte im Naturschutzgebiet Geigelstein besucht. Die neunwöchige, coronabedingte Zeit der Schließung, während dieser nur die Katze Semi und der Kater Gusti dauerhafte Bewohner waren, ist vorbei. Die schrittweise Wiedereröffnung in Richtung fast normaler Bergfreuden hat mit einem viertägigen Kiosk-Betrieb in guter Abstimmung mit dem Hütten-Eigentümer, der Alpenvereins-Sektion Prien begonnen.

Der nächste Schritt war die Öffnung des Gartenbetriebs, es folgen die Öffnung der Innenräume (neuerdings mit Trennwänden) und ab 30. Mai können auch wieder Übernachtungen gebucht werden (wie bisher nur über die Seite Huettenholiday). Wie sich das Team um die aus Deisenhofen stammende Pächterin Monika Becht auf die neuen Umstände einstellt, damit den Gästen der Aufenthalt so angenehm wie möglich ermöglicht wird, das konnten wir in diesen ersten Tagen der Garten-Öffnung vor Ort erfahren.

„Entschleunigung soll bei uns auf dem Geigelstein heroben neben Sport und Natur vorrangiges Thema sein“ – mit diesem Grundsatz lässt sich die Pächterin, die im sechsten Jahr auf dem Geigelstein ist und die vorher fünfeinhalb Jahre die immer noch verwaiste Riesenhütte bewirtete nicht aus der Ruhe bringen. Um den Betrieb ohne Ruhetag am Laufen zu halten, arbeitet das insgesamt achtköpfige Personal im Schichtbetrieb mit wöchentlichem Wechsel und mit Verstärkung am Wochenende. Die Abläufe von der Ankunft bis zum Weggang haben sich den auch im Tal inzwischen üblichen Regeln angepasst, denn der Corona-Virus kennt auch hoch oben auf dem Berg keine Ausnahme.

So werden die Besucher am Garteneingang vom Personal abgeholt, über alles, was zu beachten ist, informiert, die Kontaktdaten werden festgehalten alsdann geht es mit einer frisch desinfizierten Speisenkarte zu einem festgelegten Tisch. Die Sitzordnung ist klar erkennbar, die Tische sind nicht mehr, aber dafür auf einer größeren Freifläche verteilt. Die Speisenkarte gibt auch in diesen Corona-Zeit das her, wofür die Priener Hütte auch vorher schon bekannt war, am meisten gefragt sind an diesem Tag der Kaiserschmarrn und der Krusten-Schweinebraten.

„Das Wichtigste ist uns, dass die Gäste ihre Masken mitbringen und diese erst abnehmen, wenn Sie ihren zugewiesenen Platz eingenommen haben“ – diesen dringenden Appell richtet das Personal an jedem Gast und sie bitten auch, dass diese die Information auch kommenden Gästen weitersagen. Sollte mal ein Gast nicht mit Maske ausgerüstet sein, für diesen Notfall hat das Hütten-Team selbst gemachte Ersatz-Masken parat.

Mehr Radler auf dem Berg unterwegs
Auffallend ist, dass die Bergradler mit den ersten Corona-Freizeit-Öffnungen etwas mehr geworden sind als vorher. Einer, der ein paarmal im Jahr auf die Priener Hütte radelt ist der Wasserburger Sven Werk, er schätzt den anspruchsvollen Aufstieg von Sachrang und sagt: „Der Sport ist ein wichtiger Ausgleich zum Büro-Alltag und die Priener Hütte ob ihrer guten Gastlichkeit ist ein lohnendes Ziel, das ich manchmal auch nach der Arbeit zum Feierabend genieße. Die Corona-Vorsichtsmaßnehmen stören dabei in keinster Weise“. Zu diesen Maßnahmen gehören unter anderem auch, dass im gesamten Garten- und Haus-Gelände eine Einbahn-Regelung festgelegt wurde und dass zum Zahlen nur eine Person je Gruppe
ins Haus kommt.

„Die Leute reagieren wirklich gelassen, zum Teil sogar noch mit einer Portion Humor“ freut sich die Pächterin. Hüttenwart Herbert Ass, der oft vor Ort ist und viele Maßnahmen mit Monika Becht abgestimmt hat, freut sich auf den regen Betrieb nach Ende der Schließzeit. „Der Alpenverein sowie die Besucher der Priener Hütte dürfen sich glücklich schätzen, mit Monika eine so kompetente, auch haustechnisch versierte Pächterin mit stets professionellem Team zu haben“. Und Paul Panzer, der den Geigelstein des öfteren aufgesucht hat im Rahmen der Kreuzrenovierung nahe der Priener Hütte ergänzt dies mit den Worten: „Eine Einkehr ist immer wieder ein Genuss und Monika ist trotz der vielen Arbeit und aktuellen Umstände
immer gut drauf“.

Gut drauf sind auch die E-Biker, die sich auf den Weg zur 1925/1926 vom Deutschen Alpenverein erbauten sowie in den Sechziger und Siebziger Jahren erweiterten Hütte machen. Auch wenn auf dem Berg aus technischen Gründen keine Ladestation vorhanden ist (die nächsten Stationen sind bei der Burgeralm auf Tiroler Seite oder beim Kaiserblick-Stüberl in Sachrang), ist das kein Manko. „Die Radsportler wissen das, sie sind gut informiert, bevor es auf den Berg geht. Das haben wir unter anderem auch den beiden Tourist-Informationen der bestens zusammenarbeitenden Bergsteigerdörfer Aschau-Sachrang und Schleching zu verdanken. Sie haben mit ihrer Arbeit von Anfang an die coronabedingten Änderungen und Neuigkeiten gut unter die Leute gebracht und damit für Ruhe und passendes
Bewusstsein gesorgt“.

Auch der Hotel- und Gaststättenverband sowie das Hofbräuhaus Traunstein als Hüttenlieferant waren bei den oft nur kurzfristig möglichen Anpassungen ein guter Ansprechpartner und Informant – so Pächterin Monika Becht, die sich besonders darüber freut, dass sie ihr „altes“ Küchen- und Service-Personal behalten konnte und somit mit Erfahrung und neuer Motivation die „alten und neuen“ Gäste empfangen kann. „Aber bitte mit Mundschutz!“ – so der wiederholte Appell der Wirtin auf dem Geigelstein bei der Verabschiedung der Gäste, die ein Wiederkommen versprechen.

Weitere Informationen: Priener Hütte, Tel. 08057-428, Email: post@prienerhuette.de.

kl-Information kl-Gast Wasserburg
kl-Maskenpflicht
kl-Service
kl-Terrasse
kl-Kaiserschmarrn

HOE_1946 - von Arnold Höfer - Breitbrunner Trachtler

Gruppe von „schneidigen Trachtenbuam und –dirndl’n“ aus dem Jahr 1946 vor dem örtlichen Gasthof, in dem der erste Almtanz nach dem Krieg stattfand. Auf Grund der Vorgaben von den Alliierten begann er allerdings bereits um 15 Uhr und musste um 20 Uhr enden. Foto/Repro: Anderl Höfer

Ausgangsbeschränkungen vor 75 Jahren: geheime Plattlerproben

Breitbrunn/Chiemgau (hö) – An Zeiten, an denen – anders als derzeit wegen der Corona-Krise - ebenfalls Ausgangsbeschränkungen herrschten und an denen es für die Trachtenvereine weder Probengelegenheiten noch Auftritts-Veranstaltungen gegeben hatte, kann sich der Dorf-Archivar der Gemeinde Breitbrunn, Franz Burghardt,
erinnern. Er weiß aus mündlichen Überlieferungen, wie unmittelbar nach Kriegsende vor 75 Jahren das öffentliche Leben von den amerikanischen Besatzungskräften überwacht und geregelt wurde. So erzählt er über geheime Plattler- und Tanzproben, die der örtliche Lokal-Redakteur Karl Wastl wie folgt festgehalten hat:


1945 - der Krieg war Gott sei Dank zu Ende, doch die amerikanische Besatzungsmacht regelte fürderhin das öffentliche Leben. Um Widerstand unter der Bevölkerung zu vermeiden, wurde die Existenz aller Ortsvereine verboten, somit waren deren Aktivitäten zum Erliegen gekommen. Sogar die Feuerwehren mussten unter Androhung hoher Strafen ihre Uniformen abgeben. Sowohl Personenansammlungen als auch Ausgangssperren für bestimmte Tageszeiten, vor allem nachts, wurden von den Besatzern verhängt. Man befürchtete Widerstandsbildung und Plünderungen der gebeutelten Bürgerschaft.

Da waren aber zum Beispiel die Breitbrunner Trachtler, die sich baldmöglichst wieder treffen, lustig sein oder „Tanzen und Schuhplatteln“ wollten. Für Veranstaltungen mit „mehreren Personen“ - was für Plattlerproben unumgänglich war - bedurfte es letztlich einer Genehmigung der Militärregierung, die aber nicht problemlos zu bekommen war. Um dieses Procedere zu umgehen, wurde „oafach hoamlich zu einer Plattlerprob im Märtlhof in Wolfsberg eig’sogt“, erzählt Dorfarchivar Franz Burghardt.

Als es im Laufe der Zeit immer mehr junge Leute wurden, verlagerte sich das Geschehen zum „Lenderbauern“ in den Breitbrunner Ortsteil Unterkitzing. Der Bauernhof lag etwas abgelegener und so hatten die Trachtler von den amerikanischen Besatzern wenig zu befürchten. Die große Bauernstube, der Hausgang und sogar der Tennenboden konnte zum Einüben der Schuhplattler und Trachtentänze in Beschlag genommen werden, weiß Burghardt aus Erzählungen. Den „Bandlbaum für’n Bandltanz am Tennenboden“ hielt damals nicht Irgendeiner, sondern meistens der spätere und langjährige Breitbrunner Bürgermeister Anton Ganterer. Aufgrund seines mangelnden Musikgehörs fürs Tanzen wurde er beständig für diese Aufgabe eingesetzt, konnten sich Beteiligte erinnern.

Der für die Proben unverzichtbare „Bandlbaum“ war damals einfach nur ein „Hifistecker“, an dem „eig’färbte Garbenstrickl knüpfid war’n“, kann der Dorfarchivar belegen. Beim „Lenderbauern“ in der Wohnstube gab es auch eine lange Eckbank mit einem großen Tisch. Auf ihr saßen in den Pausen die glücklichen „Heimkehrer“ mit Ihren Dirndln, erzählten, lachten und hatten viel Gaudi. Einmal entdeckten die „Lenderbuam“ in der Eckbank ein „Astloch“. Es entstand die Idee, man könne hier doch mit einer Nadel so manchen „Hintern piesacken“. Gesagt getan: es wurde ein Mechanismus fabriziert, der vom Bankende mit einem „Schnürl“
zu bedienen war.

Einige Unbedarfte wurden durch ständiges Nachrücken auf der Bank so platziert, dass sie „über dem besagten Astloch mit dem Stichmechanismus zum Sitzen kamen“, schmunzelt der Erzähler. Wenn dann jemand nun am Ende der Bank unbemerkt die Schnur für den Piekser betätigte, war so mancher Gast mit seinem Hinterteil am „hin- und herwetzen,“ ehe der den Schabernack durchschaute. Die damals Beteiligten Paul und Sepp Enzinger - die früheren „Lender-Buam“ von Unterkitzing – erzählten die Geschichte im fortgeschrittenen Alter gerne immer wieder beim sonntäglichen Frühschoppen, weiß der Chronist von Schilderungen. Und dass dabei viel gelacht wurde, kann man sich heute noch vorstellen.

Auch wenn man beides nicht vergleichen kann, war sowohl damals als auch „in Zeiten wie diesen“ der Zusammenhalt in schwierigen Umständen die Basis dörflicher Gemeinschaft.

... zurück

 

InstagramA

Folgt uns auf Instagram!

www.heidi-winkler.de

Kunstmalerin Heidi Winkler
Wohlmutserweg 2
87463 Dietmannsried
Tel. 0 83 74-80 81

>> mehr

Tierschutzverein München