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Ausstellungen

Ariunbold_Galvin_Sori_2026

Javkhlan Ariunbold, Galvin Sori, 2026, Öl auf Holz, 100 x 80 cm.
Foto: VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Ariunbold_Wind-Horse_2026

Javkhlan Ariunbold, Wind Horse, 2026, Öl auf Holz, 30 x 50 cm. Foto: VG Bild-Kunst, Bonn 2026

Kallmann-Preis der Kreissparkasse 2025
Preisträgerin Javkhlan Ariunbold präsentiert „Manggus“

Das Kallmann-Museum Ismaning eröffnet am So., 1. März um 15 Uhr die Ausstellung zum Kallmann-Preis der Kreissparkasse 2025. Die mongolische Künstlerin Javkhlan Ariunbold (*1990 in Ulaanbaatar, lebt und arbeitet in Köln) wird als Preisträgerin mit der Einzelausstellung „Manggus“ präsentiert. Die beiden Künstler*innen der Shortlist, Kallirroi Ioannidou und Jonas Brinker, werden ebenfalls mit Einzelpräsentationen vorgestellt. Daneben werden Arbeiten von Hans Jürgen Kallmann, dem Namensgeber des Preises, gezeigt.

Die mongolische Malerin und Videokünstlerin Javkhlan Ariunbold (*1990 in Ulaanbaatar, lebt und arbeitet in Köln) bezieht sich in ihrer Kunst auf Mythen und Sagen ihrer Heimat, in denen Naturgottheiten und heilige Wesen, oft in Tiergestalt, eine zentrale Rolle spielen. „Manggus“, der Titel ihrer Ausstellung im Kallmann-Museum, bedeutet aus dem Mongolischen übersetzt „Monster“ und beschreibt eine geheimnisvolle Figur, die das Böse personifiziert. Wir alle kennen sie aus Märchen und Mythen, und auch in den Erzählungen der Eltern und Großeltern von Javkhlan Ariunbold hat sie eine wichtige Rolle gespielt. Für Ismaning schafft Ariunbold eine über mehrere Räume angelegte Installation aus Gemälden, Videos und raumgreifenden, farbigen Wandzeichnungen. Die Gemälde sowie die Wandzeichnungen hat Ariunbold eigens für die Ausstellung in Ismaning neu geschaffen.

Mit den Bildern der Ausstellung „Manggus“ nimmt sie uns in die mythische Welt ihrer früheren Heimat Mongolei mit. Thematisch bezieht sich die Ausstellung vor allem auf das Märchen „The Story of Galav“, das über Jahrhunderte von Märchenerzählern weitergegeben und 1977 erstmals niedergeschrieben wurde. Es geht darin um die Erschaffung des Universums. Die Ausstellung verknüpft die Oberwelt der Götter, die Mittelwelt der Menschen und Tiere sowie die Unterwelt der Geister zu einer eindrucksvollen künstlerischen Begegnung mit dem Ursprung der Welt sowie dem Kampf des Bösen gegen den Menschen. Mit ihren rätselhaften Gestalten greift Ariunbold dabei die Formen- und Ornamentsprache zentralasiatischer Kulturen auf und bezieht sich teils direkt auf mongolische Malereien des 18. und 19. Jahrhunderts.

Neben Javkhlan Ariunbold werden die beiden Künstler*innen der Shortlist in Einzelpräsentationen vorgestellt. Ein zentrales Element in der Arbeit der Malerin und Zeichnerin Kallirroi Ioannidou (*1986 in Stuttgart, lebt und arbeitet in Berlin) ist die Auseinandersetzung mit den Absurditäten und Ambivalenzen des Lebens, die die Komplexität und Widersprüchlichkeit des menschlichen Daseins widerspiegeln. Tiere spielen dabei eine entscheidende Rolle. Sie sind Symbol für die Verbundenheit mit der Natur, stehen für das Ursprüngliche und Instinkt, für das Pure, Verletzlichkeit und Verlust.

Für ihre Ausstellung „Galvanizing Memories“ schafft Ioannidou zwei Wandmalereien einer Katze und eines Vogels, die sie mit Gemälden und Objekten zu raumgreifenden Arrangements verbindet. Die einzelnen Werke treten darin sowohl auf motivischer wie auf ästhetischer Ebene vielfach zueinander in Beziehung und spannen ein komplexes Geflecht von Verbindungen auf, das erzählerische, teils filmische Züge trägt. Kallirroi Ioannidou nähert sich dabei auf humorvolle, tragikomische Weise Situationen des Lebens, die Menschen und Tiere teilen und in denen sich die Grenzen zwischen den Wesen aufzulösen scheinen. Sie zeigt Körper, die wir nicht immer zuordnen können, schafft absurde Verflechtungen, Verschmelzungen, Verrenkungen und Verwandlungen und präsentiert dabei Tiere als ein Gegenüber, das über das menschliche Dasein erzählt. Die Körper stellt Ioannidou oft in einer reduzierten, einfachen Formensprache dar, arbeitet aber zugleich malerisch mit verschiedenen Texturen, Schichten, Farben und Oberflächenstrukturen, wodurch die Bilder eine ganz eigene ästhetische Qualität erhalten.

Jonas Brinkers (*1989 in Bochum, lebt und arbeitet in Berlin) Videos sind sensible Studien über die Poesie der Beobachtung. Im Zentrum seiner Arbeit steht das Verhalten von Tieren sowie unser Verhältnis zu ihnen. In Ismaning zeigt er zwei Videos, die den Bewegungen von Tieren in der Nacht folgen. Das große Atrium des Museums wird dabei zum Kino.

Brinkers Filmaufnahmen entstehen in stiller, geduldiger Aufmerksamkeit über mehrere Tage oder gar Wochen. Das umfangreiche Material verdichtet Brinker anschließend zu kurzen, präzisen Filmen. Dabei geht es ihm nicht um einen dokumentarischen Ansatz. Er erläutert nicht, folgt keiner festgelegten Erzählung und weist den Tieren auch keine Rollen zu. Vielmehr hat er eine Form des Beobachtens und der künstlerischen Begegnung mit Tieren entwickelt, die offen bleibt und dadurch eine sehr eigene poetische Kraft entfaltet, die unsere Gefühle sowie unsere Erinnerungen an eigene Erfahrungen in und mit der Natur ansprechen.

In langen, ruhigen Einstellungen folgt er etwa Glühwürmchen, die im nächtlichen New York um den Central Park herumschwirren und deren Leuchten der artspezifischen Kommunikation dient. Im Hintergrund hört man die Geräusche der erleuchteten Großstadt, des kulturellen Raums des Menschen, dessen künstliches Licht es den Glühwürmchen erschwert, sich zu orientieren. Umwelt erscheint bei Brinker als Geflecht, als Zusammenspiel von Menschen, Tieren, Pflanzen und natürlichen Phänomenen, die ihre Welt gemeinsam formen und sich gegenseitig beeinflussen. So lassen seine Arbeiten uns über die Lebensräume von Menschen und Tieren nachdenken und fordern dabei unseren anthropozentrischen Blick sowie unsere gewohnten Narrative heraus.

Der Kallmann-Preis der Kreissparkasse richtet sich an in Deutschland lebende bildende Künstler*innen und zeichnet besondere zeitgenössische künstlerische Leistungen in den Themen aus, die Schwerpunkte im Schaffen von Hans Jürgen Kallmann (1908-1991), dem Gründer des Kallmann-Museums, waren: Porträt, Tier und Landschaft. Die bisherigen Preisträgerinnen waren 2018 Yvonne Roeb (Tier), 2019 Doris Maximiliane Würgert (Porträt), 2020 Lena von Goedeke (Landschaft), 2021 Chris Bierl (Tier) und 2022 Aneta Kajzer (Porträt). 2023 wurde wegen des Museumsumbaus kein Preis vergeben. 2024 erhielt Ben Greber (Landschaft) den Preis, auf der Shortlist standen Annabell Häfner und Jonas Maria Ried.


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Stefan Tiersch, Im Wildgarten der Waldschrate

Ilona Marsiske, Marina Schreiber, Stefan Tiersch
Unendliche Welten im Kulturhaus Spandau

bpar.digital - Die Arbeiten von Ilona Marsiske, Marina Schreiber und Stefan Tiersch brechen mit Gewohntem und öffnen visuelle Erfahrungsräume zwischen Makro-
und Mikrokosmos.


Marsiskes (*1961) Werke kreisen um Anderswelten, Multiversen und das Kosmische – als poetische Gegenentwürfe zum gelebten Realismus. Tierschs (*1982) florale Verflechtungen breiten sich über Papier, Leinwand und ungewöhnliche Bildträger wie Schallplatten aus und laden zum Erkunden hybrider Pflanzen- und Fabelwesen ein. Schreibers (*1958) feingliedrige Plastiken aus verwobenen, elektronischen Widerständen, Perlen und Polymeren, die sie „Biomorphe Abstraktionen“ nennt, erinnern in ihrer Formenvielfalt an Mikroorganismen. Durch ihre künstlerische Transformation lösen sie sich von biologischen Vorbildern und veranschaulichen den schöpferischen Variationsreichtum des Lebendigen.

Unendliche Welten
Kulturhaus Spandau
Mauerstraße 6, 13597 Berlin
www.kulturhaus-spandau.de

ÖFFNUNGSZEITEN
23. Januar – 11. April 2026
Mo.–Fr. 13-18 Uhr
Sa. 14-18 Uhr.

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