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Red Bulls im Halbfinale ausgeschieden
Von Arno Nahler Es war ein Ende mit Schrecken, aber beileibe kein Schrecken ohne Ende, die vergangenen Playoffs für Münchens Eishockeyteam. Immerhin konnten sich die Red Bulls bis ins Halbfinale der PENNY DEL kämpfen, wo sie den Mannheimer Adlern meist ebenbürtig waren, aber letztlich 1:4 unterlagen. Viel Pech, aber auch eine mangelnde Chancenverwertung waren die Hauptgründe für das Scheitern.
Hier die fünf Begegnungen im Einzelnen: Mannheim - München 3:2 nach Verlängerung Die Red Bulls waren sehr gut eingestellt, hatten viele Chancen, scheiterten dann aber meist an Mannheims überragendem Torwart Maximilian Franzreb. In der Verlängerung (73. Minute) brachte ein Glücksschuss von Mark Michaelis die Entscheidung.
München - Mannheim 2:3 nach Verlängerung Das gleiche Bild: München führte 2:0, hatte beste Chancen, das Spiel zu gewinnen, verlor aber dann höchst unglücklich durch ein halbes Eigentor ihres Goalies Antoine Bibeau (64. Minute).
Mannheim - München 4:1 Lange hieß es 1:1 in einem ausgeglichenen Spiel. Mannheim gelang acht Minuten vor dem Ende das 2:1. Daraufhin nahm Münchens Trainer Oliver David seinen Torwart vom Eis, um mit sechs Mann den Ausgleich zu erzwingen. Prompt trafen die Adler zweimal ins leere Münchner Tor.
München - Mannheim 5:1 Endlich trafen die Red Bulls zum richtigen Zeitpunkt ins Mannheimer Tor. Der Sieg - mit fünf verschiedenen Torschützen - war auch in dieser Höhe verdient.
Mannheim - München 4:1 Spätestens im zweiten Drittel, als die Adler 3:1 führten, war das Spiel entschieden. Die Red Bulls besaßen nicht mehr die Energie, die Begegnung zu wenden. Das Halbfinale war so mit 4:1 für Mannheim entschieden.
Die Bilanz fiel ernüchternd aus: „Die Chancen waren in jedem Spiel da“, erklärte Münchens Kapitän Patrick Hager nach der verlorenen Halbfinalserie. „Dass du auswärts mal ein Spiel hergibst, ist ganz normal. Spiel eins und zwei waren im Nachhinein der Knackpunkt für uns.“ Da hatte man in der Verlängerung beste Chancen auf einen Sieg. Trainer Oliver David sah es genauso: „Wir hätten ein paar mehr Spiele gewinnen können. In den Spielen, die in die Verlängerung gingen, haben wir wirklich gut gespielt. Diese Chance haben wir aber nicht genutzt.“ Dass die Effizienz im Halbfinale gefehlt hat, beweist die Statistik: 156 Schüsse gab Münchens Team auf das Tor des hervorragenden Maximilian Franzreb im Adler-Tor ab - nur elf davon waren erfolgreich: Schussquote 7%. Ohne den 5:1-Erfolg im Spiel vier lag diese lediglich bei 4,7%. Mit solch einer schlechten Schussquote kann man nicht Meister werden.
Auch bei den Torhütern waren die Adler im Vorteil. Münchens Goalie Antoine Bibeau erreichte nie seine überragende Form der Hauptrunde und verzeichnete eine Fangquote von lediglich 88,7%, während sein Gegenüber auf 93% kam. „Wir haben uns intensiv mit ihrem Torwartspiel beschäftigt und konnten es ein wenig ausnutzen“, verriet Adler-Coach Dallas Eakins. Somit wurden die vorgegebenen Ziele - das Erreichen der Champions Hockey League sowie der Meistertitel - erneut verfehlt. Dennoch war eine Steigerung des verstärkten Teams unübersehbar. Leider hat über die gesamte Saison auch das Verletzungspech eine große Rolle gespielt. Es gab kaum ein Spiel, in dem die Roten Bullen komplett antreten konnten.
Was bleibt, ist der Blick nach vorne: „Wir haben einen super Turnaround geschafft im Vergleich zu den letzten beiden Jahren. Das ist etwas, auf das wir aufbauen können“, sagte Kapitän Patrick Hager, der wohl noch ein Jahr in München bleiben wird. Und Coach Oliver David wurde ganz poetisch: „Wir fangen wieder von vorne an. Wie im Frühling, da blühen die Blumen auch wieder. Wir säen neue Samen, machen weiter und wachsen weiter.“
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